• BI Jahnsportpark: »Der Senator kam für Bilder vom Baufortschritt. Bekommen hat er Bilder von Protest!«

    »Am Montag haben wir gemeinsam mit den NaturFreunden Berlin und NOlympia im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gegen die geplante Versiegelung der Sportwiese und den Stadionneubau protestiert. Die Kundgebung unter dem Titel ›Naturwiese statt Plastikrasen – kein Olympia in Berlin!‹ fand parallel zum Presserundgang von Bausenator Christian Gaebler (SPD) statt.

    Ein Millionengrab mit falschen Prioritäten

    Das Projekt hat inzwischen ein Volumen von rund 300 Millionen Euro erreicht – in Zeiten von knappen Kassen und sich zuspitzender Klimakrise ein völliger Irrweg.

    Gaeblers Prioritäten sind eindeutig: Viele Millionen Euro für Rückbau und Neubau des Vorzeige-Stadions. Der dritte Bauabschnitt dagegen – genau der Teil, der dem Breiten-, Schul- und Inklusionssport dienen soll – wurde massiv gekürzt und ist im Haushalt 2026/27 gar nicht veranschlagt. Für den Kunstrasen auf rund 6.500 Quadratmetern möchte Gaebler über 3 Millionen Euro ausgeben; nach Branchenstandard wären selbst bei hochwertiger Ausführung ein Kunstrasenplatz für nur rund 600.000 Euro zu erwarten.

    Tatsachen schaffen vor der Wahl

    Im Zentrum unseres Protests stand der Vorwurf, Gaebler möchte die Vergabe an einen Bau-Generalunternehmer noch vor der Abgeordnetenhauswahl abschließen. Das ist kein Verfahrensdetail: Ist der Auftrag erteilt, sind Neubau, Versiegelung und Baumfällungen vertraglich gebunden – unabhängig vom Wahlausgang. Kurz vor einer Wahl Fakten zu schaffen, die schwer rückgängig zumachen sind, nimmt den Wählerinnen und Wählern die Entscheidung über dieses teuere Millionen-Projekt. An diesem undemokratischen Verhalten werden sich Senator Gaebler und die Berliner SPD bei der Wahl nun messen lassen müssen.

    Worum es auf dieser Wiese geht

    Rund 10.000 Quadratmeter, etwa 20 Sportarten – kostenlos, ohne Vereinsbeitrag, barrierefrei. Unsere Messungen während der Hitzewelle zeigen, was der Austausch bedeuten würde: rund 39 °C auf der Naturwiese, bis zu 65 °C auf Kunstrasen unter gleichen Bedingungen. Trotzdem will Senator Gaebler die Wiese zu 2/3 mit einem Plastik-Rasen-Platz überbauen und die Fläche damit versiegeln. Damit würde er die Hitzewellen im Kiez massiv verstärken und gleichzeitg die kostenlose Nutzung zurückdrängen.

    Unsere Forderungen bleiben

    Sofortiger Vergabestopp vor der Wahl, vollständiger Erhalt der Naturwiese in ihrer heutigen Größe, keine weiteren Baumfällungen.
    Offenlegung der Fördergrundlagen und eine ergebnisoffene Prüfung von Alternativen ohne kostenintensiven Stadionneubau.

    Wie ein klimafreundlicher und nachhaltieger Sportpark für alle gehen kann, zeigt unser Alternativszenario RESTART JSP

    Danke an alle, die gekommen sind. Die nächsten Wochen entscheiden – solange die Vergabe nicht erfolgt ist, ist nichts endgültig.

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  • Auch der NABU Hamburg sagt jetzt #NOlympia. »Alles andere als eine Positionierung gegen die Bewerbung Hamburgs würde die Glaubwürdigkeit des NABU Hamburg massiv in Frage stellen«

    Die NABU-Mitgliederversammlung hat am 16. April 2026 folgenden Beschluss gefasst:

    »Die NABU-Mitgliederversammlung lehnt die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele ab und empfiehlt seinen Mitgliedern und den Hamburger*innen bei dem Referendum am 31.5.2026 mit ›Nein‹ zu stimmen.

    Begründung: Das bisher vorliegenden Bewerbungskonzept lässt Belastungen und Verluste für Natur, Landschafts- und Naturschutzgebiete, Biodiversität, Biotopverbund und des Grünen Netzes erwarten, z.B. im Volkspark, in Hummelsbüttel, rund um die Alster oder auch im Umfeld der Regattastrecke in Allermöhe. Die Olympischen Spiele sollen nach dem Wunsch des Senats sogar natur- und klimaschädliche Infrastrukturprojekte wie die A26 Ost oder die Science City befördern. Projekte, gegen die sich der NABU Hamburg seit Jahren stellt und sogar juristisch vorgeht. Alles andere als eine Positionierung gegen die Bewerbung Hamburgs würde die Glaubwürdigkeit des NABU Hamburg massiv in Frage stellen.

    Schon jetzt bestehen in Hamburg Schwierigkeiten ausreichende Ausgleichsflächen für aktuell stattfindende Eingriffe in Natur und Landschaft zu identifizieren. In den vorliegenden Konzepten zur Bewerbung der Olympischen Spiele ist die Frage der Eingriff-/Ausgleichsregelung bislang nicht oder nur unzureichend thematisiert. Es steht daher zu befürchten, dass Ausgleichsflächenpotenziale weder in Fläche noch in Qualität in Hamburg ausreichen, um die mit den Olympischen Spielen verbundenen Eingriffe zu kompensieren.

    Klimaschutzbelange werden auch im Hinblick auf den Zukunftsentscheid unzureichend berücksichtigt. Zusätzliche Emissionen durch Bau, Verkehr und temporäre Infrastruktur werden entweder nicht benannt, nicht bilanziert oder stehen im Widerspruch zu Hamburgs Klimazielen.

    Vorrangige Aufgabe des NABU ist es, sich für Natur- und Landschaftsschutz einzusetzen bzw. Schaden abzuwenden. Auf Grundlage der vorliegenden Informationen gibt es keine Hinweise darauf, dass Natur, Landschaft und Klima von der Ausrichtung der Olympischen Spiele profitieren.

    Der NABU und sein Vorstand werden daher aufgefordert, sich bis zum Referendum öffentlich und in entsprechenden Gremien aktiv für eine Ablehnung der Bewerbung einzusetzen. Sollte das Referendum pro Olympia ausfallen, fordert der NABU Hamburg die Einhaltung der im gemeinsamen Beschlussvorschlag von Vorstand und Baumschutzgruppe formulierten Kriterien und setzt sich dafür aktiv in der Öffentlichkeit und in entsprechenden Gremien ein.«

    https://hamburg.nabu.de/imperia/md/content/hamburg/geschaeftsstelle/versammlung/antrag_christian_gerbich.pdf

     

  • ORF: Brisbane baut für Spiele 2032 doch neues Stadion (25. März 2025)

    »Im australischen Brisbane wird für die Olympischen Spiele 2032 entgegen früherer Pläne nun doch ein neues Stadion mit 63.000 Sitzplätzen gebaut. Der Neubau werde im für seine Grünflächen und Freizeiteinrichtungen bekannten Victoria Park entstehen, teilte der Premierminister des Bundesstaates Queensland, David Crisafulli, mit.

    Wütende Bürger protestierten gegen die Ankündigung. Im vergangenen Jahr hatte die Regionalregierung einen Stadionneubau noch ausgeschlossen.

    Die Entscheidung sei nach Abschluss einer 100-tägigen unabhängigen Prüfung der Austragungsorte und der Infrastruktur getroffen worden, sagte Crisafulli. Frühere Pläne, zwei bereits bestehende Stadien zu sanieren, wurden verworfen. Das legendäre Kricketstadion ›The Gabba‹, das ursprünglich Herzstück von Olympia 2032 werden sollte, werde nach den Spielen abgerissen, betonte der Politiker. Schätzungen zufolge soll das Stadion im Victoria Park rund 3,7 Milliarden Australische Dollar (rund 2,1 Milliarden Euro) kosten.«
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  • Sophie Wolf (Scientists for Future Österreich): Spiele zu welchem Preis?

    »Vom 6. bis 22. Februar finden die Olympischen Winterspiele 2026 (WS26) in Oberitialien statt, verteilt über die Provinzen Lombardei, Trentino-Südtirol und Veneto. Die offiziellen Kosten liegen aktuell bei über 5 Milliarden Euro. Den Preis, den die Umwelt zahlt, ist noch höher: rund 15 Millionen Tonnen Gletschereis und 2,3 Quadratkilometer Schneebedeckung dürften durch die mit den WS26 unmittelbar verbundenen Treibhausgasemissionen insgesamt verloren gehen. Dazu kommen dann noch Bodenversiegelung, Waldverlust und Wasserverbrauch. Doch alles schön der Reihe nach. […]«
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