Arm, aber olympia?
Breitensport statt Eliteshow!
Das Märchen von den nachhaltigen Spielen
Bezahlbare Wohnungen statt Olympia!

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Arm, aber Olympia?
Warum wir uns die Spiele nicht leisten können und wollen.
Berlin hat viele Baustellen, gleichzeitig steht die Stadt mit über 70 Mrd EU Schulden kurz vor einer Haushaltsnotlage. Dennoch plant der Senat Milliarden für ein vierwöchiges Event ein, dessen finanzielle Risiken völlig unkalkulierbar sind und das nicht öffentlich gemacht wird.
Ein Fass ohne Boden
Olympische Spiele sind berüchtigt für Kostenexplosionen. Doch der Senat konnte bis heute keine belastbare Aussage zu den potenziellen Gesamtkosten machen – weder für die Organisation noch für die viel teurere Infrastruktur und Sicherheit.
Risikoanalyse? Fehlanzeige!
Es gibt bisher keine umfassende Analyse zu den finanziellen Risiken.
Eine Machbarkeitsstudie soll erst Mitte 2026 kommen – zu einem Zeitpunkt, an dem wichtige politische Weichen längst gestellt sind.
Die Kosten steigen schon jetzt
Allein für das „Grobkonzept“ der Bewerbung waren ursprünglich 20.000€ geplant. Tatsächlich wurden bis April 2025 bereits über 31.800€ ausgegeben – eine Kostenüberschreitung von über 50% schon vor dem Start. Eine parlamentarisch beantragte Akteneinsicht zum Thema wurde durch den Senat bisher nicht erlaubt.
Gewinne privatisiert, Verluste verstaatlicht
Der Vertragspartner ist das IOC, eine private Organisation, die im Zyklus 2017–2021 Einnahmen von 7,6 Milliarden US-Dollar erzielte. Während das IOC die Gewinne aus TV-Rechten behält, trägt Berlin als Austragungsstadt das volle Defizitrisiko. Expert*innen bezeichnen die Knebelverträge des IOC, die Steuerbefreiungen fordern, als „sittenwidrig“.
Das Geld fehlt uns im Alltag
Jeder Euro für Olympia fehlt bei der Sanierung von Schulen, im sozialen Bereich und bei der Daseinsvorsorge.
Sport für alle statt Olympia!
Breitensport statt Eliteshow.
Olympia wird oft als Fest des Sports verkauft. In Wahrheit profitieren wenige Funktionäre, während Breitensport und Bürgerrechte auf der Strecke bleiben.
Sanierungsstau statt Glanzbauten
Während der Senat von Olympia träumt, verfallen Berlins Sportstätten. Der Senat kann die Höhe des Sanierungsbedarfs nicht einmal genau beziffern, gibt aber zu, dass er die verfügbaren Mittel „deutlich übersteigt“. Wir fordern: Geld für marode Turnhallen und Schwimmbäder statt für olympische (temporäre) Prestigebauten!
Athlet*innen gehen leer aus
Von den Milliarden-Einnahmen des IOC kommt fast nichts bei denen an, die die Leistung erbringen. Analysen zeigen, dass maximal 4% der Einnahmen indirekt über Verbände an die Athlet*innen fließen.
Sicherheitswahn statt Freiheit
Für die „Sicherheit“ der Spiele werden Grundrechte massiv eingeschränkt. In Paris 2024 überwachten 53.000 Uniformierte und KI-Kameras die Stadt. Der „Host City“-Vertrag fordert zudem Verbote von Demonstrationen in olympischen Zonen – ein direkter Angriff auf die Meinungsfreiheit.
Entscheidung über unsere Köpfe hinweg
Der Senat plant keine Volksabstimmung „von oben“, weil die Verfassung das aus guten Grünen nicht vorsieht. Statt echter Mitbestimmung gibt es Online-Dialoge für „qualitative Rückmeldungen“ ohne Verbindlichkeit. Echte Demokratie im Sport sieht anders aus. Wir ermöglichen mit unserem Volksbegehren Demokratie von unten!
Klimaschutz statt Olympia!
Das Märchen von den nachhaltigen Spielen.
Der Senat und das IOC versprechen „Grüne Spiele“.
Doch Großveranstaltungen sind per se nicht nachhaltig.
Greenwashing und Gigantismus
Die Behauptung, man nutze „über 90 % vorhandene Sportstätten“, verschleiert die Realität. Neubauten wie eine Multifunktionsarena sind bereits eingeplant, Anlagen für Kanu-Slalom fehlen komplett.
Keine Umweltprüfung
Für das Gesamtvorhaben ist bisher keine formale, umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung geplant. Man begnügt sich mit vagen „Konzeptionen“.
Globale Zerstörung
Wie wenig das IOC auf die Natur Rücksicht nimmt, zeigte Paris 2024: Für Surfwettbewerbe wurde beispielsweise in Tahiti ein Korallenriff beschädigt.
Verkehrskollaps vorprogrammiert
Zwar soll auf den ÖPNV gesetzt werden, doch konkrete Investitionen oder Pläne, wie das marode Berliner Netz den enormen Zusatzverkehr bewältigen soll, fehlen bisher. Die Beteiligung von fünf Bundesländern verursacht darüber hinaus zusätzliche ökologische Belastungen. Die vom IOC verlangten Olympic Lanes, das sind Fahrspuren nur für Athlet*innen und Funktionär*innen, werden die Verkehrssituation verschärfen.
Bezahlbare Wohnungen statt Olympia!
Verdrängung hat viele Gesichter – eines davon ist olympisch.
Olympische Spiele wirken wie ein Brandbeschleuniger auf den Wohnungsmarkt. Die Leidtragenden sind Mieter*innen und schutzbedürftige Menschen und das in einer Stadt mit Wohnungsnot und steigenden Mieten.
Das Olympische Dorf als Preistreiber
Am „Stadteingang West“ soll ein Olympisches Dorf entstehen, das später angeblich „bezahlbaren Wohnraum“ bietet. Die Erfahrungen aus London oder Barcelona lehren uns jedoch: Solche Projekte führen fast immer zu massiver Aufwertung, Luxussanierungen und steigenden Mieten im Umfeld. Außerdem braucht Berlin JETZT neue Wohnungen, nicht nach 2036!
Explodierende Mieten für alle
Der Druck auf den Wohnungsmarkt beschränkt sich nicht auf die Austragungsorte. Olympia führt stadtweit zu Spekulation und Mietsteigerungen. Für Berlin wäre das eine soziale Katastrophe.
„Soziale Säuberung“
Um der Welt ein „sauberes“ Bild zu präsentieren, werden Obdachlose oft rücksichtslos vertrieben. In Paris wurden im Vorfeld der Spiele 2024 über 12.500 Menschen aus der Stadt in andere Regionen abtransportiert. Olympia verschärft die soziale Spaltung, statt sie zu heilen. Hierzu ein Film aus Paris „Die Kehrseite der Medaille: Lehren aus einem Kampf“
Presse
Greenpeace: ÖLympias dreckiges Gold. Offener Brief an das Internationale Olympische Komitee
Christoph Becker (FAZ): Olympia-Cheforganisator von Los Angeles 2028 Casey Wasserman unter Druck
Robert Kempe/Jochen Leufgens (WDR-Doku): Kirsty Coventry – Vom Golden Girl auf den olympischen Thron (2026)
taz: Grünen-Abgeordnete über Olympia. »Für Berlin ist der Zug eh abgefahren«
Vertreibung: Los Angeles erwägt, vor den Olympischen Spielen 2028 möglicherweise Tausende von Obdachlosen aus den Gebieten rund um Sportstätten zu entfernen
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