• Eine Leseempfehlung zum 90. Jahrestag der Olympischen Spiele 1936!!!

    Hauptsache, ein Olympia mit dem Kürzel ’36.

    Zum Jahrestag der Propagandaspiele findet kein Erinnern statt. Wie geschichtsvergessen ist die Stadt Berlin, die vom IOC den Zuschlag für 2036 möchte? … Nach Einschätzung von »NOlympia Berlin« sind keine Bemühungen der Olympiaplaner zu erkennen, sich mit der Rolle des IOCs oder dem konkreten Konzept der 1936er Spiele zu beschäftigen….

    Zum Artikel von Martin Krauss (taz), 1.8.2026

  • 100 Jahre Nazi-Olympia. Nein danke und nie wieder!

    Am 1. August jährt sich zum 90. Mal die Eröffnung der Olympischen Spiele von 1936, die von der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Berlin durchgeführt wurden. Olympia 1936 war ein stimmungsmäßiger Höhepunkt der NS-Diktatur und ein propagandistischer Meilenstein auf dem Weg zum folgenden Vernichtungskrieg und Holocaust.
    (Berlin, 31. Juli 2026) Ausgerechnet jetzt hat der Senat beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eine Bewerbung für die Olympischen Spiele von 2036, 40 und 44 eingereicht. Ist die Bewerbung für 2036 erfolgreich, wird das IOC genau 100 Jahre nach den Nazi-Spielen seinen Kampf der Nationen mit Turnschuhen, Säbeln und Sportpistolen im Sinne der Völkerfreundschaft erneut in Berlin präsentieren. Viele Berliner*innen dagegen gruselt der Gedanke, dass 100 Jahre nach 1936 erneut ein IOC-Präsident [oder eine Präsidentin] im Olympiastadion die »Jugend der Welt« begrüßen könnte. Eine Jugend, die damals – als aus scheinbar harmlosen »Spiel« blutiger Ernst wurde – auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs verheizt wurde. 
    Das mangelnde Problembewusstsein des Senats bezüglich der Nazi-Spiele und der damit verbundenen Komplizenschaft des IOC verstärkt diese Bedenken. Eine spezielle inhaltliche Auseinandersetzung mit den ideologischen Schnittmengen zwischen Nazis und IOC führt der schwarz/rote Senat nicht. CDU und SPD bewerben sich nunmehr seit Jahrzehnten um Olympische Wettkämpfe. Das Jahr der hundertjährigen Wiederkehr der »Nazi-Spiele« ist da einfach nur der nächste Termin in der Reihe.
    Der schwarz/rote Senat ist der historischen Verantwortung des Datums nicht gewachsen. Das Olympia-Bewerbungskonzept beispielsweise geht lediglich mit einem einzigen Wort auf »1936« ein – ohne die damit verbundenen Begriffe wie »Nationalsozialismus«, »Rechtsextremismus«, »Nationalismus«, »Rassismus«, »Antisemitismus«, »Antisozialismus« oder »Antidemokratismus« auch nur anzuschneiden. Mit keinem Wort wird der Beitrag des IOC zum Gelingen der Naziherrschaft eingeordnet. Die ideologischen Schnittmengen zwischen Nationalsozialisten und Olympisten, die die damalige enge und langjährige Zusammenarbeit möglich machte, werden nicht reflektiert. Doch die Nazi-Spiele waren kein olympischer Betriebsunfall: noch nach der »Reichspogromnacht« 1938 plante das IOC, die Winterspiele für 1940 erneut nach Hitlerdeutschland zu vergeben.
    Der Sportwissenschaftler Prof. Johannes Verch weist darauf hin, »dass die Bewerbung schon allein vor dem Hintergrund problematisch ist, dass 2036 eine rechtsextreme Partei die Regierungsgeschäfte in Deutschland führen könnte. Das Olympiakonzept des Senats sieht in einem solchen Fall keine Absicherung vor, dass die hundertjährige Wiederkehr der Nazi-Spiele nicht erneut zur rechtsextremen Propagandashow wird.«
    Auch das IOC, dessen Gründer Pierre de Coubertin meinte, dass die Berliner Spiele von 1936 der Olympischen Idee ihre Weihe gegeben hätten, lässt eine ausreichende Aufarbeitung seiner Kooperation mit faschistischen und antisemitischen Diktaturen missen. Im IOC-Webshop werden noch heute T-Shirts mit dem Motiv der Hitler-Spiele von 1936 angeboten. Und auch gegenwärtig können sich zweifelhafte Regierungen anscheinend problemlos beim IOC mit Milliardensummen auf Kosten ihrer Bürger*innen propagandistischen Support einkaufen, um ihre Herrschaft zu festigen. 
    Dazu sagt die Vertrauensperson des NOlympia-Volksbegehrens Dr. Gabriele Hiller: »Angesichts der problematischen Geschichte des IOC in Berlin und seiner propagandistischen Beteiligung am Erfolg der nationalsozialistischen Herrschaft verbietet sich eine erneute Veranstaltung von Olympischen Wettkämpfen in Berlin.«
    Aus aktuellem Anlass weist Claudia Engelmann, Unterstützerin des Volksbegehrens »Für Berlin – gegen Olympia« und Sprecherin für feministische Politik, Gleichstellung, Sport der Linksfraktion Berlin darauf hin, dass der Senat auch in anderer HInsicht seiner Verantwortung nicht gerecht wird: »Es gibt beim Senat kein Problembewusstsein für die Situation damaliger Opfergruppen wie der durch das CSD-Attentat in den Fokus gerückten Queers. Zwar sieht der Senat nach eigener Aussage die neuen transdiskriminierenden Regelungen des IOC kritisch. Wie so oft folgen auf ein derartiges Bekenntnis keine Taten. In der Olympiabewerbung tritt der Berliner Senat mit keiner Zeile für die Rechte von trans Personen ein. So ist der Weg frei für Olympische Spiele, die nicht nur zum haushaltspolitischen Fiasko, sondern auch zur Bühne von trans- und intersexuellen Personen diskriminierendem Gedankengut werden.«
    Das Bündnis NOlympia wendet sich gegen eine Rückkehr des IOC nach Berlin 100 Jahre nach den Nazi-Spielen. Laut wissenschaftlichen Studien ist die einzige nachhaltige Wirkung Olympischer Wettkämpfe eine Steigerung nationaler Gefühle. Eine weltoffene Metropole wie Berlin sollte dagegen vorrangig Veranstaltungen finanzieren, die nationale Ressentiments vermeiden und den produktiven und vorurteilsfreien Austausch ihrer Bewohner*innen fördern. 
    Aus diesem und zahlreichen anderen Gründen haben wir das Volksbegehren »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung um Olympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044!« gestartet, mit dem die Berliner*innen gegen die Olympiabewerbung des Senats stimmen können.
    Unterschriftsbögen für das Volksbegehren zum Download: 
    Bündnis NOlympia
  • Olympia-Gold 1936 · Mein Großvater und die Nazi-Spiele von Berlin

    Die Olympischen Spiele 1936 – das NS-Regime inszenierte sich als friedlich und weltoffen. Teil der Propagandashow: die Sportler. So wie vier Ruderer aus Würzburg. Waren die Olympiagewinner überzeugte Nationalsozialisten oder ließen sie sich täuschen?

    Zum Video (verfügbar bis 22.7.2026)

  • PM Linksfraktion Tempelhof-Schöneberg: Mehrheiten für CDU-Antrag nur mit AfD – Protokoll der BVV bestätigt: Zu Olympia fällt Brandmauer in Tempelhof-Schöneberg

    Das heutige Protokoll mit der namentlichen Abstimmung bestätigt: die sogenannte „Brandmauer“ ist in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg gefallen.  Der CDU-Antrag „Olympische und Paralympische Spiele für Berlin“ hätte ohne die AfD keine Mehrheit gehabt. Linke und Grüne stimmten gegen den Antrag, die SPD hatte sich enthalten. Die Christdemokraten hatten eine Sondersitzung am 25. März beantragt. Auf Antrag der CDU sollte sich das Bezirksamt geschlossen hinter eine Berliner Olympiabewerbung stellen. Das Ergebnis war politisch eindeutig. CDU und FDP kamen in dieser Sitzung zusammen auf nur 17 Stimmen. In der Debatte positionierten sich jedoch Linke, Grüne und das BSW gegen den Pro-Olympia-Antrag der CDU. Die SPD-Fraktion enthielt sich. Insgesamt votierten 17 Bezirksverordnete mit Nein. Der Antrag erhielt am Ende jedoch 20 Ja-Stimmen, 17 Nein-Stimmen und 11 Enthaltungen. Damit hat die CDU in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg nur mit den drei Stimmen der AfD eine Mehrheit gefunden. Auf die Verkündung des Ergebnisses reagierte die CDU-Fraktion mit lautem Beifall.

    Dazu die sportpolitische Sprecherin der Linken Tempelhof-Schöneberg, Katharina Marg: „Es gibt keine demokratischen Mehrheiten mit Faschisten und Menschenfeinden. Dass die Union dies offenbar billigend in Kauf nimmt, ist ein fatales Zeichen. CDU und AfD handeln damit wieder gegen die Interessen der Allgemeinheit. Eine Bewerbung Berlins für Olympia ist objektiv betrachtet für unsere Stadt finanziell, schul- und sportpolitisch, sowie ökologisch unsinnig[1]. Olympische Spiele 2036 wären geschichtsvergessen.[2] Während das IOC T-Shirts mit Originalplakaten aus der Nazi-Diktatur im Onlineshop verkauft[3], auf denen der Schriftzug „Germany Berlin 1936 Olympic Games“ zu lesen ist, schafft die CDU in Tempelhof-Schöneberg für schlecht gemachte Anträge die Mehrheiten mit der AfD für eine Politik, die den Menschen in Berlin schadet. Die Mieten steigen, Leute mit weniger Geld werden verdrängt, der reguläre Tourismus geht zurück und der Nahverkehr, der jetzt schon personell und finanziell überlastet ist, droht unter die Räder zu kommen. Wir unterstützten den Volksentscheid NOlympia.“

    [1] https://www.gew-berlin.de/aktuelles-beschluesse/detailseite-beschluesse/ablehnung-einer-bewerbung-der-stadt-berlin-fuer-die-olympischen-spiele

    [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Olympiateilnehmern,_die_in_NS-Konzentrationslagern_starben

    [3] https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/trotz-kritik-ioc-verkauft-shirts-zu-olympia-1936-in-berlin,VAzzqdN

  • »Das IOC ist ein Meister im Fassadenschwindel, behauptet Gemeinnützigkeit, ist aber im Grunde eine Kommerzmaschine« (Klaus Zeyringer)

    »Das IOC ist ein Meister im Fassadenschwindel« Der österreichische Publizist und Moderator Klaus Zeyringer sieht das Großereignis »olympische Winterspiele« mit kritischem Blick. Zum Artikel in Rainews (20.2.2026)

  • Karen Krüger (FAZ): Wie Italien auf Olympia blickt [€]

    »[…] Als Bürger jedoch, die unter abgesperrten Straßen und vollen Metrozügen leiden, sind die Mailänder genervt und fragen sich, wann diese Winterspiele endlich zu Ende sein werden.[…]«

    Zum Artikel

  • Martin Einsiedler (Tagesspiegel): Politischer Protest im Sport: Olympia ist ein großer Schwindel [€]

    »Mit dem Abstand von rund zehn Jahren betrachtet war Christoph Harting vielleicht doch der lässigste Athlet, der je auf einem olympischen Podest stand. Während die schwarz-rot-goldene Flagge gehisst wurde und die Nationalhymne erklang, alberte der Diskus-Goldmedaillensieger herum, stillstehen wollte er nicht. Die Botschaft, die man herauslesen konnte, wenn man wollte: Lasst mich mit diesem Zeremoniell und eurem Nationalgedöns in Ruhe. Ich will einfach nur feiern!«
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  • Andreas Rüttenauer (taz): Olympiaproteste in Mailand. IOC, ICE? Nein, danke: CIO!

    In Mailand eskalieren die Anti-Olympia-Proteste und werden niedergeschlagen. Derweil formiert sich eine antinationale Bewegung für guten Sport.
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  • Andreas Rüttenauer (taz): Ex-Skifahrerin Werdenigg übt Kritik. „Es gibt zu wenig Respekt“

    Nicola Werdenigg war eine der besten Skifahrerinnen Österreichs. Ein Gespräch über Heldenverehrung, die Überhöhung des Skisports und mentalen Druck.
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