• BI Jahnsportpark: »Der Senator kam für Bilder vom Baufortschritt. Bekommen hat er Bilder von Protest!«

    »Am Montag haben wir gemeinsam mit den NaturFreunden Berlin und NOlympia im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gegen die geplante Versiegelung der Sportwiese und den Stadionneubau protestiert. Die Kundgebung unter dem Titel ›Naturwiese statt Plastikrasen – kein Olympia in Berlin!‹ fand parallel zum Presserundgang von Bausenator Christian Gaebler (SPD) statt.

    Ein Millionengrab mit falschen Prioritäten

    Das Projekt hat inzwischen ein Volumen von rund 300 Millionen Euro erreicht – in Zeiten von knappen Kassen und sich zuspitzender Klimakrise ein völliger Irrweg.

    Gaeblers Prioritäten sind eindeutig: Viele Millionen Euro für Rückbau und Neubau des Vorzeige-Stadions. Der dritte Bauabschnitt dagegen – genau der Teil, der dem Breiten-, Schul- und Inklusionssport dienen soll – wurde massiv gekürzt und ist im Haushalt 2026/27 gar nicht veranschlagt. Für den Kunstrasen auf rund 6.500 Quadratmetern möchte Gaebler über 3 Millionen Euro ausgeben; nach Branchenstandard wären selbst bei hochwertiger Ausführung ein Kunstrasenplatz für nur rund 600.000 Euro zu erwarten.

    Tatsachen schaffen vor der Wahl

    Im Zentrum unseres Protests stand der Vorwurf, Gaebler möchte die Vergabe an einen Bau-Generalunternehmer noch vor der Abgeordnetenhauswahl abschließen. Das ist kein Verfahrensdetail: Ist der Auftrag erteilt, sind Neubau, Versiegelung und Baumfällungen vertraglich gebunden – unabhängig vom Wahlausgang. Kurz vor einer Wahl Fakten zu schaffen, die schwer rückgängig zumachen sind, nimmt den Wählerinnen und Wählern die Entscheidung über dieses teuere Millionen-Projekt. An diesem undemokratischen Verhalten werden sich Senator Gaebler und die Berliner SPD bei der Wahl nun messen lassen müssen.

    Worum es auf dieser Wiese geht

    Rund 10.000 Quadratmeter, etwa 20 Sportarten – kostenlos, ohne Vereinsbeitrag, barrierefrei. Unsere Messungen während der Hitzewelle zeigen, was der Austausch bedeuten würde: rund 39 °C auf der Naturwiese, bis zu 65 °C auf Kunstrasen unter gleichen Bedingungen. Trotzdem will Senator Gaebler die Wiese zu 2/3 mit einem Plastik-Rasen-Platz überbauen und die Fläche damit versiegeln. Damit würde er die Hitzewellen im Kiez massiv verstärken und gleichzeitg die kostenlose Nutzung zurückdrängen.

    Unsere Forderungen bleiben

    Sofortiger Vergabestopp vor der Wahl, vollständiger Erhalt der Naturwiese in ihrer heutigen Größe, keine weiteren Baumfällungen.
    Offenlegung der Fördergrundlagen und eine ergebnisoffene Prüfung von Alternativen ohne kostenintensiven Stadionneubau.

    Wie ein klimafreundlicher und nachhaltieger Sportpark für alle gehen kann, zeigt unser Alternativszenario RESTART JSP

    Danke an alle, die gekommen sind. Die nächsten Wochen entscheiden – solange die Vergabe nicht erfolgt ist, ist nichts endgültig.

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  • Montag, 14 Uhr NOlympia Aktion vor dem Jahn-Sportpark: Naturwiese statt Plastikrasen – kein Olympia in Berlin! – 14:00–15:30 Uhr

    Anlässlich des von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen angekündigten Presserundgangs im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark hat NOlympia Berlin spontan eine Versammlung angemeldet.

    Unter dem Motto »Naturwiese statt Plastikrasen« treffen wir uns um 14 Uhr auf der Topsstraße/Ecke Emilie-Mosse-Straße, 10437 Berlin (openstreetmap). Wir freuen uns über Mitstreiter*innen.

    Hintergrundinformationen:

    Bürgerinitiative Jahnsportpark: https://www.jahnsportpark.de/blog/

    Antwort (18.8.2026) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der BVV Pankow: Ökologische Bedeutung der vom Kunstrasenprojekt bedrohten Sportwiese im Jahnsportpark.

    Dazu die Pressemitteilung von der Bürgerinitiative Jahnsportpark: Pankow widerspricht Senat: Sportwiese ist Habitat – Kunstrasen unzulässig (19.8.2026)

    »Neuer Drei-Millionen-Sportplatz ›unzulässig‹: Umweltamt widerspricht Umwandlung der ›Sportwiese‹ in Berlins teuersten Kunstrasen. Im Jahn-Sportpark soll die beliebte Naturwiese versiegelt werden. Doch jetzt stellt sich Pankows Bezirksamt gegen den Senatsplan – und verweist auf die ökologische Bedeutung. Wie geht es weiter?« Tagesspiegel-Artikel vom 20. August 2026 [€]

    Die Bürgerinitiative Jahnsportpark ist Mitglied von NOlympia Berlin. Das obige Beitragsbild wurde von ihrer Seite entnommen.

    #Jahnsportpark #Naturwiese #Plastikrasen #NOlympia 

     

     

  • Save Victoria Park / Barrambin, Brisbane. Statement of Solidarity from NOlympia Berlin

    NOlympia Berlin Logo

    Berlin, 21. August 2026

     

    Dear friends,

    NOlympia Berlin stands in solidarity with you and all the people of Brisbane who are working to protect the beautiful Victoria Park / Barrambin from large-scale Olympic development.

    We are a citizens‘ alliance in Berlin campaigning against the city’s bid to host the Olympic Games. Our experience has led us to question a model in which Olympic ambitions can take priority over the long-term needs of the city, its people, its environment and its public spaces.

    What is happening in Brisbane concerns us for many of the same reasons.

    Victoria Park / Barrambin is not simply an empty piece of land available for development. The historical record documents Barrambin as a place of profound cultural importance to First Nations peoples – a place of meeting, camping, ceremony, hunting and connection to Country. Contemporary Elders, historians, researchers and government documents have continued to recognise that significance.

    The proposed Olympic development therefore raises questions that go far beyond the construction of a stadium.

    It concerns whether an Olympic project should be allowed to permanently transform a culturally significant landscape and one of Brisbane’s important inner-city green spaces.

    It concerns whether public money should be committed to major Olympic infrastructure when cities have many other pressing needs.

    And it concerns whether the promise of an Olympic legacy should mean sacrificing places that already provide an enduring legacy to the community.

    NOlympia Berlin believes that cities should invest first in the things that their residents need every day: schools, housing, public transport, public parks, community facilities, grassroots sport and climate resilience.

    Olympic infrastructure should not come at the expense of these priorities.

    Nor should communities be expected simply to accept irreversible changes because they are presented as necessary for the Olympic Games.

    Our campaign in Berlin has also raised concerns about the financial structure of the Olympic model. The IOC is a private organisation with enormous revenues, while host cities and their taxpayers carry substantial infrastructure and financial risks. NOlympia Berlin has documented concerns about the billions associated with Olympic hosting, the uncertainty surrounding total costs and the imbalance between private Olympic revenues and public financial exposure.

    This is why we recognise the concerns being raised in Brisbane.

    The Olympic Games should serve the places – not the other way around. But they don’t. The Olympics frequently leave a trail of devastation behind.

    We therefore express our solidarity with the community organisations, Traditional Custodians, residents, environmental advocates, historians, researchers and others who are calling for the protection of Victoria Park / Barrambin.

    We particularly support the principle that Olympic ambition must not override cultural heritage, environmental protection, democratic participation or the long-term public interest.

    The world does not need Olympic Games. It needs cities that are liveable, sustainable, democratic and respectful of their history and culture.

    Victoria Park / Barrambin is part of Brisbane’s living heritage. Its value cannot be measured simply by the number of seats that can be built upon it or the economic activity generated during a few weeks of Olympic competition.

    Some places are more valuable because they remain.

    NOlympia Berlin stands with those working to ensure that Victoria Park / Barrambin remains one of those places.

    Solidarity from Berlin to Brisbane.

    Professor Johannes Verch
    Dr. Gabriele Hiller
    Carmen Schultze
    (Trust Persons of the People’s Initiative NOlympia)

    Alliance NOlympia Berlin

    Brief als pdf

  • Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Pankow: Ökologische Bedeutung der vom Kunstrasenprojekt bedrohten Sportwiese im Jahnsportpark

    In der Antwort des Senats auf eine schriftliche Anfrage zur „Überbauung der Sportwiese im Jahnsportpark“ [1] antworte der Senat in 6/26 ohne Verweis auf fachliche Grundlagen oder Untersuchungen: „Die Errichtung des Kunstrasenspielfeldes wird nach derzeitigem Planungsstand in keine Baum-, Gehölz- und Habitatstrukturen eingreifen.“ In der aktuellen Pressemitteilung [2] aus 7/26 heißt es: „Der Senat hat […] die Sicherung der Finanzierung für die Sanierung und Erweiterung der Rasenfläche im Jahnsportpark in Berlin-Prenzlauer Berg beschlossen.“, „Die Planungen der Rasenfläche umfassen ein multifunktionales Kunstrasenspielfeld“ und „Auch die Sanierung der bestehenden Naturrasenflächen ist vorgesehen“

    1. Wurde das Bezirksamt, d.h. das für Flora/Fauna-Habitate zuständige Amt für Umwelt- und Naturschutz vor der Beantwortung der schriftlichen Anfrage [1] durch die Senatsverwaltung zu der Aussage beteiligt, die Errichtung des Kunstrasenspielfeldes würde in keine Baum-, Gehölz- und Habitatstrukturen eingreifen? Falls ja: Wann und in welcher Form erfolgte die Beteiligung, welche Stellungnahme hat das Amt für Umwelt- und Naturschutz abgegeben, wurde die zitierte Aussage mit dem Bezirksamt abgestimmt?

    Nein, das Umwelt- und Naturschutzamt (UmNat) wurde von der Senatsverwaltung nicht beteiligt.

    1. Wie bewertet das Bezirksamt das mögliche ökologische Potenzial einer auch sportlich genutzten Naturrasenfläche, d.h. kann diese als „Habitatstruktur“ Lebensraum auch geschützter Arten von Flora und Fauna sein – und teilt das Amt für Umwelt- und Naturschutz und aufgrund der dem Bezirksamt vorliegenden Unterlagen sowie weiterer gegenwärtigen Erkenntnisse die Einschätzung, dass durch die Errichtung des Kunstrasenspielfeldes in keine Habitatstrukturen eingegriffen wird? Bitte die Antwort fachlich begründen.

    Ja, die Sportwiese besitzt ein ökologisches Potential als Habitatstruktur für geschützte Arten. Die Brutvogelkartierungen im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan 3-87 haben die Nutzung der Sportwiese beispielsweise durch Stare bestätigt. Darüber hinaus bilden vegetationslose Rohbodenstellen Bereiche in denen Haussperlinge ihr „Sandbaden“ durchführen. Aufgrund der intensiven Mahd der Wiese ist vor allem von einem Vorkommen geschützter Arten der Fauna auszugehen, dennoch ist auch das Vorkommen geschützter Pflanzenarten nicht auszuschließen. Entsprechende Vegetationskartierungen liegen dem UmNat hierzu jedoch nicht vor.

    1. Welche Erkenntnisse liegen dem Bezirksamt zur ökologischen Beschaffenheit der konkret betroffenen Sportwiese von, wann wurde die Fläche zuletzt durch das Amt für Umwelt- und Naturschutz oder im Rahmen von beauftragten Fachgutachten untersucht (bitte Angabe Untersuchungsdatum, Untersuchungsumfang, Auftraggeber und wesentliche Ergebnisse).

    Erkenntnisse zur ökologischen Beschaffenheit liegen dem UmNat, über die Daten des Berliner Geoportals, nicht vor. Die im Jahr 2023 vom Büro Trias vorgenommene Biotopkartierung (Auftraggeber SenStadt) hat keine geschützten Pflanzenarten für die Sportwiese dokumentiert. Es sind vom UmNat keine vegetationskundlichen Erfassungen der Sportwiese vorgenommen worden.

    1. Welche konkreten Folgen für den Natur- und Artenschutz hat das Vorhaben „Überbauung der Sportwiese im Jahnsportpark“ und wie wirkt es sich auf die am Rand der Sportwiese erst vor Kurzem aufgestellte CEF-Maßnahme aus?

    In der Brutvogelkartierung von 2023 für dieses Projekt wurden die angrenzenden Strukturen als wichtige Habitate für verschiedene Vogelarten bestätigt. Die Sportwiese selbst wurde von Staren als Nahrungshabitat kartiert. Die Auswirkungen der Umwandlung eines Naturrasens hin zu einem Kunstrasen ist artenschutzrechtlich als kritisch zu bewerten. Die genauen Auswirkungen auf die angebrachten CEF-Maßnahmen lassen sich derzeit nicht abschätzen. Dem Umwelt- und Naturschutzamt Pankow liegt für den 3. Bauabschnitt, in dem sich auch die Sportwiese befindet, derzeit keine Freiraumplanung, die die artenschutzrechtlichen Maßnahmenerfordernisse vor. Vor diesem Hintergrund ist derzeitig ein Eingriff in das nachgewiesene Nahrungshabitat grundsätzlich unzulässig.

    1. Sind im Zuge dieses Vorhabens Rodungen von Bäumen und/oder Sträuchern geplant? Wenn ja: Wo konkret und in welcher Anzahl?

    Dem UmNat liegen dazu aktuell keine Informationen hierzu vor. Es kann keine Aussage getroffen werden.

    1. Welche Auswirkungen kann die Umwandlung der Naturrasenfläche in ein Kunstrasenspielfeld nach Einschätzung des Bezirksamts insbesondere auf folgende Schutzgüter und Funktionen haben: Vegetation und Bodenleben, Versickerungsfähigkeit und Wasserhaushalt, Verdunstung und lokales Mikroklima, Lebens- und Nahrungsräume von Tieren, Biotopverbund und ökologische Vernetzung?

    Die Umwandlung der Sportwiese in ein Kunstrasenspielfeld hätte erhebliche negative Auswirkungen auf die abiotischen und biotischen Schutzgüter. Aufgrund des massiven technischen Unterbaus eines Kunstrasenfeldes, würden Bodenlebewesen weitestgehend verschwinden. Natürliche Bodenbildungsprozesse werden unterbrochen und es kommt zu stofflichen Belastungen in die Böden und Wasser durch Auswaschung aus Granulat/Fasern (z. B. Zink, PAK bei Gummigranulat, Mikroplastikeintrag). Die Versickerungsfähigkeit von Niederschlägen würde stark eingeschränkt werden. Da keine Evapotranspiration durch Pflanzen mehr stattfinden kann, wird zudem die Verdunstungswirkung erheblich reduziert. Das lokale Mikroklima, welches von der Wässerung der Sportwiese und damit verbundener Kühlleistung der Pflanzen profitiert, würde sich bei einer Kunstrasenfläche verschlechtern (trockener und überwärmter). Mit Blick auf die Biotik ist ein Kunstrasenfeld mit einer vollversiegelten Fläche gleichzusetzen. Flora und Fauna finden hier keine Lebens- und Nahrungsräume. Für den Biotopverbund und die ökologische Vernetzung besäße ein Kunstrasenfeld keine Funktion. Zudem sollte man die Auswirkungen auf das Schutzgut Erholung betrachten. Die Sportwiese wird aktuell nicht nur für die aktive Erholungsnutzung, sondern auch zum Natur erleben, Ausruhen und zur Kommunikation genutzt. Hierfür bietet sich die Sportwiese auch bei wärmeren Temperaturen an, da sie wie ein Parkrasen eine kühlende Funktion besitzt. Eine Kunstrasenfläche erfüllt diese Funktion nicht und wird daher aufgrund der gesundheitlichen Belastungen, verbunden mit der Überwärmung in den Sommermonaten, weniger Erholungsfunktionen als die derzeitige Sportwiese erfüllen können.

    1. Bewertet das Bezirksamt die Umwandlung der bestehenden Naturrasenfläche in ein Kunstrasenspielfeld als möglichen Eingriff in Natur und Landschaft? Falls nein, aus welchen fachlichen und rechtlichen Gründen wird die Bewertung als Eingriff ausgeschlossen? Falls ja, ist für das Vorhaben nach Einschätzung des Umwelt- und Naturschutzamts eine artenschutzrechtliche Prüfung erforderlich, und

    Die Fläche des B-Plans 3-87, zu dem auch die Sportwiese zählt, wurde durch die Stadtplanung als Innenbereich gemäß § 34 BauGB bewertet. Somit findet die Eingriffsregelung nach § 15 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) hier keine Anwendung. Die artenschutzrechtlichen Bestimmungen nach den §§ 39 und 44 BNatSchG sind zu berücksichtigen.

    a)      welche Arten oder Artengruppen sind zu untersuchen,

    Avifauna und Fledermäuse

    b)      zu welchen Jahreszeiten müssen die Untersuchungen stattfinden,

    Die Untersuchungen haben bereits stattgefunden. Derzeit sind die Untersuchungen 3 Jahre alt. Die durchgeführten Untersuchungen sind derzeit noch weitere 2 Jahre gültig bis eine Neukartierung erforderlich werden würde. Untersuchungen haben in den artspezifischen Untersuchungszeiträumen stattzufinden. Diese ergeben sich aus der einschlägigen Fachliteratur.

    c)      über welchen Zeitraum müssen Erhebungen durchgeführt werden?

    Die Erhebungen haben über einen kompletten Jahreszyklus zu erfolgen.

    1. Welche natur- oder artenschutzrechtlichen Entscheidungen, Zustimmungen, Befreiungen oder sonstigen Abstimmungen mit dem Umwelt- und Naturschutzamt können vor Umsetzung des Vorhabens erforderlich werden, auch wenn die Sportanlage bauordnungsrechtlich verfahrensfrei sein sollte?

    Der Verlust der Nahrungshabitate (z.B. für Stare) ist durch eine fachkundige Person zu quantifizieren.

    Es ist darzulegen, ob es sich um ein essentielles Nahrungshabitat handelt oder es im Umfeld geeignete Ausweichmöglichkeiten gibt. Im Fall eines essentiellen Nahrungshabitats ist eine vorgezogene Ausgleichsmaßnahme (CEF-Maßnahme) zu prüfen. Ist die Umsetzung dieser nicht möglich, ist dies begründet darzulegen. Im Weiteren würde ein Antrag auf Ausnahme von den Verboten des § 44 Bundesnaturschutzgesetz bei der obersten Naturschutzbehörde gestellt werden müssen. Dieser würde von der obersten Naturschutzbehörde (SenMVKU) entschieden. Wenn eine Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG erteilt werden kann, ist eine FCS-Maßnahme (populations-und erhaltungszustandbezogene Maßnahme) festzulegen.

    Sollten an die Sportwiese angrenzende, nach Berliner Baumschutzverordnung geschützte Bäume gefällt werden, so ist hierfür eine Fällgenehmigung beim UmNat zu beantragen. Auch für potentielle Strauchrodungen sind Genehmigungen einzuholen und die Verluste von Fortpflanzungs-, Ruhe- und Nahrungshabitaten zu quantifizieren. CEF-Maßnahmen wären auch hier vor einer Rodung (zwischen Oktober und Februar) erforderlich. Die CEF-Maßnahmen müssen bereits funktionsfähig sein, bevor die Umsetzung geplanter Baumaßnahmen erfolgen kann.

    [1] https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-26639.pdf

    [2] https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1697924.php

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  • BUND Berlin fordert: Den Kienberg vor Olympia schützen!

    BUND Logo

    Na klar, gaaaaaanz nachhaltig werden die Olympische Spiele in Berlin. Falls sie kommen. In ihrem Konzept haben die Eventplaner* innen neben schönen Bildern und nichtssagenden Phrasen immerhin eine aufschlussreiche Information versteckt. Rund um den 102 Meter hohen Kienberg in Marzahn sollen die Mountainbike-Wettbewerbe stattfinden. Das bedeutet, dass für die Strecke und die Zuschauerbereiche junger Wald, der als Kompensationsmaßnahme für anderswo zerstörte Stadtnatur angelegt wurde, gerodet werden muss. Auf der neun Hektar großen Fläche hat das Landesunternehmen Grün Berlin in den letzten Jahren für 4,7 Millionen Euro 13.000 Bäume gepflanzt. Die sind dem zweiwöchigen Sportspektakel im Weg.

    Finden Sie das auch ein bisschen ungerecht gegenüber der Stadtnatur und gegenüber uns Berliner*innen? Dann werden Sie jetzt aktiv:

    Schützen Sie Berlin vor Olympischen Spielen 2036, 2040 oder 2044: Unterschreiben Sie das Volksbegehren NOlympia!

    Das dürfen alle, die 16 Jahre oder älter sind, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und seit mindestens drei Monaten in Berlin mit alleinigem Wohnsitz oder Hauptwohnsitz gemeldet sind. Sie haben schon unterschrieben? Sehr gut, dann sammeln Sie weitere Unterschriften!

    Download Unterschriftslisten: www.nolympia.berlin/volksbegehren

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  • »Klimapositive« Spiele? Alles nur heiße Luft!

    Der Berliner Senat verspricht vollmundig »klimapositive« Olympische Spiele, doch er kann nicht mal die Frage nach einer prognostizierten Gesamt-CO2-Bilanz beantworten, ebenso wenig benennt er Emissionsziele, Einsparpotenziale oder Kompensationsbedarfe. Kurz: Es riecht nach Greenwashing.

    »Nachhaltige Olympische Spiele in Berlin. Golden glänzen nur die Ankündigungen.Berlin verspricht „klimapositive“ Spiele auszurichten. Doch wie das gelingen soll, vermag der Senat nicht zu beantworten.« (Taz, 16.6.2026)

    Davon mal abgesehen: Wie »klimapositiv« ist es, für Olympische Spiele Wald zu vernichten (Stichwort: Kienbergpark)

  • Stefan Ziller (Grüne Fraktion Berlin) zum Skandal Kienbergpark (8. Juni 2026)

    »Der Senat hat erst begonnen, den Kienbergpark mit über 13.000 neu gepflanzten Gehölzen ökologisch aufzuwerten – jetzt soll für eine olympische Mountainbike-Strecke genau dieser Wald wieder plattgemacht werden. Dies wurde anlässlich der Baurundfahrt des Hauptausschusses bestätigt. Das ist nicht nur ein ökologischer Irrsinn, sondern macht das Berliner Ökokonto als Instrument nachhaltiger Stadtentwicklung zur Farce. Ich fordere den Senat auf, diese Pläne sofort zu stoppen.« (Originalbeitrag auf Mastodon)





    Kommentar NOlympia Berlin: Nachhaltig an Olympischen Spielen sind nur die Schäden!

  • SKANDAL: Renaturierung am Kienbergpark in Gefahr!

    Gemeinsame Pressemitteilung von Manuela Neubert Spitzenkandidatin für die BVV Marzahn-Hellersdorf und Pascal Grothe Fraktionsvorsitzender der BVV-Fraktion – Bündnis 90/Die Grünen

    SKANDAL: Für Olympia soll gerade renaturierter Kienbergpark wieder zerstört werden

    Der Senat hat erst begonnen, den Kienbergpark mit über 13.000 neu gepflanzten Gehölzen ökologisch aufzuwerten – jetzt soll für eine olympische Mountainbike-Strecke genau dieser Wald wieder plattgemacht werden. Das ist nicht nur ein ökologischer Irrsinn, sondern macht das Berliner Ökokonto als Instrument nachhaltiger Stadtentwicklung zur Farce. Wir fordern den Senat auf, diese Pläne sofort zu stoppen.

    Erst im Januar 2024 hat Grün Berlin im Kienbergpark mit der Umsetzung umfangreicher Kompensationsmaßnahmen im Rahmen des Berliner Ökokontos begonnen. Auf 9,1 Hektar werden bis 2029 für rund 4,7 Millionen Euro ein stabiler Laubmischwald aufgebaut, vielfältige Waldränder angelegt und artenreiche Offenlandflächen entwickelt. Das Geld dafür kommt aus öffentlichen Mitteln – vorfinanziert durch das Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA), refinanziert durch Bauvorhaben, die anderswo in die Natur eingreifen.

    Das Berliner Ökokonto ist ein zentrales Instrument, um Berlins Wachstum mit Naturschutz zu verbinden: Bevor Flächen für den Wohnungsbau oder andere Projekte versiegelt werden, werden an anderer Stelle Ausgleichsmaßnahmen bevorratet. Der Kienbergpark ist eines dieser Ausgleichsprojekte – ihm wurden bereits zwei konkrete Bauvorhaben zugeordnet, die auf seine Ökokonto-Punkte angewiesen sind. Wird der Park nun für eine Mountainbike-Strecke umgebaut, bricht das gesamte System zusammen: Die Ausgleichspunkte entfallen, die Refinanzierung scheitert, und Berlin verliert wertvolle Jahre im Naturschutz. Das darf nicht passieren.«
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  • Auch der NABU Hamburg sagt jetzt #NOlympia. »Alles andere als eine Positionierung gegen die Bewerbung Hamburgs würde die Glaubwürdigkeit des NABU Hamburg massiv in Frage stellen«

    Die NABU-Mitgliederversammlung hat am 16. April 2026 folgenden Beschluss gefasst:

    »Die NABU-Mitgliederversammlung lehnt die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele ab und empfiehlt seinen Mitgliedern und den Hamburger*innen bei dem Referendum am 31.5.2026 mit ›Nein‹ zu stimmen.

    Begründung: Das bisher vorliegenden Bewerbungskonzept lässt Belastungen und Verluste für Natur, Landschafts- und Naturschutzgebiete, Biodiversität, Biotopverbund und des Grünen Netzes erwarten, z.B. im Volkspark, in Hummelsbüttel, rund um die Alster oder auch im Umfeld der Regattastrecke in Allermöhe. Die Olympischen Spiele sollen nach dem Wunsch des Senats sogar natur- und klimaschädliche Infrastrukturprojekte wie die A26 Ost oder die Science City befördern. Projekte, gegen die sich der NABU Hamburg seit Jahren stellt und sogar juristisch vorgeht. Alles andere als eine Positionierung gegen die Bewerbung Hamburgs würde die Glaubwürdigkeit des NABU Hamburg massiv in Frage stellen.

    Schon jetzt bestehen in Hamburg Schwierigkeiten ausreichende Ausgleichsflächen für aktuell stattfindende Eingriffe in Natur und Landschaft zu identifizieren. In den vorliegenden Konzepten zur Bewerbung der Olympischen Spiele ist die Frage der Eingriff-/Ausgleichsregelung bislang nicht oder nur unzureichend thematisiert. Es steht daher zu befürchten, dass Ausgleichsflächenpotenziale weder in Fläche noch in Qualität in Hamburg ausreichen, um die mit den Olympischen Spielen verbundenen Eingriffe zu kompensieren.

    Klimaschutzbelange werden auch im Hinblick auf den Zukunftsentscheid unzureichend berücksichtigt. Zusätzliche Emissionen durch Bau, Verkehr und temporäre Infrastruktur werden entweder nicht benannt, nicht bilanziert oder stehen im Widerspruch zu Hamburgs Klimazielen.

    Vorrangige Aufgabe des NABU ist es, sich für Natur- und Landschaftsschutz einzusetzen bzw. Schaden abzuwenden. Auf Grundlage der vorliegenden Informationen gibt es keine Hinweise darauf, dass Natur, Landschaft und Klima von der Ausrichtung der Olympischen Spiele profitieren.

    Der NABU und sein Vorstand werden daher aufgefordert, sich bis zum Referendum öffentlich und in entsprechenden Gremien aktiv für eine Ablehnung der Bewerbung einzusetzen. Sollte das Referendum pro Olympia ausfallen, fordert der NABU Hamburg die Einhaltung der im gemeinsamen Beschlussvorschlag von Vorstand und Baumschutzgruppe formulierten Kriterien und setzt sich dafür aktiv in der Öffentlichkeit und in entsprechenden Gremien ein.«

    https://hamburg.nabu.de/imperia/md/content/hamburg/geschaeftsstelle/versammlung/antrag_christian_gerbich.pdf

     

  • BUND-Kreisgruppe Köln: NOlympia – Fragen und Antworten (24. Februar 2026)

    Welche Auswirkungen hätten die Olympischen Spiele auf Stadt, Finanzen, Klima und Verkehr?

    Der BUND Köln hat einen Q&A-Katalog zum Thema NOlympia zusammengestellt, der die Auswirkungen eines Austragungsort Köln hätte, gruppiert nach den Themenfeldern:

    – Stadtnatur und Flächenverbrauch
    – Kosten und kommunale Finanzen
    – Verkehr und Alltag
    – Demokratie und Mitbestimmung
    – Nachhaltigkeit und Greenwashing

    Die Publikation kann hier heruntergeladen werden.

    Zum Beitrag

    Hier die Fragen und Antworten aus der downloadbaren PDF als Fließtext:

    Stand: Februar 2026

    Fragen und Antworten zum Ratsbürgerentscheid im März/April 2026

    Bewerbung der Stadt Köln für Olympische Spiele 2036, 2040, 2044

    Stadtnatur und Flächenverbrauch

    Frage 1: Befürworter der Olympischen Spiele behaupten, dass 90% der benötigten Sportstätten bereits vorhanden seien. Wie sieht es in Köln aus?

    Antwort: Das Gegenteil ist in Köln der Fall. Olympiastadion und Olympisches Dorf müssen neu errichtet werden!

    Frage 2: Welche Auswirkungen sind damit verbunden?

    Antwort: Im Kölner Norden in Kreuzfeld sollen dafür über 88 ha wertvoller landwirtschaftlicher Flächen, durchsetzt mit Hecken und Säumen, geopfert werden. Die Bodenzerstörung durch Siedlungsneubau gilt als eines der größten Umweltprobleme.

    Obwohl der Rat der Stadt Köln am 9. Juli 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat, soll in Kreuzfeld ein wichtiges Kaltluftentstehungsgebiet beseitigt werden, ebenso Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten.

    Frage 3: Sollte Kreuzfeld nicht ohnehin bebaut werden?

    Antwort: Die Planungen für einen neuen Stadtteil mit ca. 8.000 Einwohnern laufen schon länger. Dabei wird dieser gar nicht benötigt.

    Das Potential für zusätzlichen Wohnraum ist durch Aufstockungen auf Bestandsgebäuden, höhere Geschossigkeit bei Neubauten, die Nutzung von Baulücken und mindergenutzten Grundstücken in den Stadtteilen, die neuen Stadtquartiervorhaben Parkstadt Süd und Deutzer Hafen, die Nutzung bisheriger industrieller Konversionsflächen, etwa in Mülheim und die Überbauung von Parkplätzen um ein Mehrfaches höher.

    Kosten und kommunale Finanzen

    Frage 4: Welche Kosten kommen auf die Stadt Köln bei einer Durchführung der Olympischen Spiele zu?

    Antwort: Bisher sind lediglich die Kosten für den Bürgerentscheid in Köln bekannt. Diese betragen nach Angaben der Stadt Köln 2,5 Millionen Euro. Hiervon will 85% das Land NRW übernehmen. Zu den eigentlichen Kosten der Durchführung der Olympischen Spiele in Köln gibt es bisher keine Angaben.

    Das Rechnungsprüfungsamt der Stadt Köln verlangt deswegen eine zeitnahe Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.

    Erfahrungsgemäß werden die ursprünglichen Kostenprognosen systematisch zu niedrig angesetzt – nicht zuletzt, um politische Zustimmung und öffentliche Akzeptanz zu sichern. Tatsächlich liegen die Gesamtkosten Olympischer Spiele im Durchschnitt um 156% über den veranschlagten Budgets.

    Die finanziellen Risiken werden in die Zukunft verlagert, zu Lasten der öffentlichen Haushalte.

    Frage 5: Welche Erfahrungen mit den Kosten bei den Olympischen Spielen 2024 hat die Stadt Paris gemacht?

    Antwort: Der französische Rechnungshof beziffert die öffentlichen Kosten auf 6,6 Milliarden Euro. 2023 wurde noch mit lediglich 2,44 Milliarden Euro gerechnet. 3,63 Milliarden entfielen auf die Infrastruktur und 3,02 Milliarden für die Organisation, darunter allein 1,44 Milliarden für Sicherheit.

    Frage 6: Wie wirken sich die Kosten durch die Olympischen Spiele auf den Haushalt der Stadt Köln aus?

    Antwort: Durch Olympische Spiele würde das vorhandene Haushaltsdefizit der Stadt Köln weiter erhöht. Bereits für 2024 weist der Kölner Stadthaushalt ein Defizit von 293,4 Millionen Euro aus, 2025 waren es sogar 582 Millionen Euro.

    Auch für die folgenden Jahre bis 2029 fallen zusätzlich jedes Jahr erhebliche Millionenbeträge an Verlusten an.

    Es droht eine Haushaltssicherung. Zentrale Entscheidungen für die Stadt trifft dann die Bezirksregierung und nicht mehr der gewählte Stadtrat. Ende 2025 musste eine Haushaltssperre verhängt und die Grundsteuer erhöht werden.

    Es ist nicht verantwortbar, dass Finanzmittel für eine leistungsfähige KVB, zur Sanierung von Schwimmbädern, Schulen und Brücken und zur personellen Ausstattung von Kitas weiterhin fehlen, während gleichzeitig die Durchführung Olympischer Spiele das Haushaltsdefizit der Stadt Köln weiter ansteigen lässt!

    Verkehr und Alltag

    Frage 7: Wie soll das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch die Olympischen Spiele in Köln bewältigt werden?

    Antwort: Das geplante Olympische Dorf und das Olympiastadion in Köln Kreuzfeld auf der linken Rheinseite sind über die Eisenbahnstrecke Köln-Neuss erreichbar. Diese Strecke ist bereits heute mit Güterverkehr, zwei Regionalbahnen und einer S-Bahn völlig überlastet und ein Kapazitätsausbau kaum möglich.

    Auf der rechten Rheinseite wird das Verkehrskonzept Rhein-Ruhr-Express geplant und gebaut und soll bis 2040 die derzeit ausgeschöpften Kapazitäten vergrößern. Ob aber angesichts des sanierungsbedürftigen Schienennetzes in NRW die Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) eingehalten werden können, erscheint mehr als fraglich.

    Der DOSB verlangt, dass die Fahrwege zwischen Olympischen Dorf und Wettkampfstätten in weniger als einer Stunde erreichbar bzw. die Entfernungen kleiner als 50 km sind.

    Frage 8: Was bedeutet das zusätzliche Verkehrsaufkommen für die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB)?

    Antwort: Die KVB hat seit 2023 wegen fehlender Fahrer/innen und Wagen ihr Verkehrsangebot deutlich reduziert. Mit diesem verringerten Angebot ist es kaum noch möglich, Menschen für den Umstieg auf den ÖPNV zu gewinnen. Die Kapazität der KVB stößt an ihre Grenzen.

    Gleichzeitig steckt die KVB in einer wirtschaftlichen Krise. Über Jahrzehnte hat der Kölner Stadtwerkekonzern die jährlichen KVB-Defizite im Rahmen des steuerlichen kommunalen Querverbunds durch die Überschüsse vor allem der GEW/RheinEnergie ausgeglichen. Dies wird zukünftig in vollem Umfang nicht mehr möglich sein.

    Der zu erwartende Zusatzverkehr durch die Olympischen Spiele würde das System überfordern zu Lasten der regulären Fahrgäste und mit erheblichen Beeinträchtigungen für den Alltagsverkehr.

    Frage 9: Was bedeuten zusätzliche Sicherheitsanforderungen bei den Olympischen Spielen für die lokale Bevölkerung?

    Antwort: Olympische Spiele gelten als „High Risk Events“. Dies ist mit weitreichenden Sicherheitszonen, Zugangsbeschränkungen und umfassenden Kontrollmaßnahmen verbunden. Es kommt zu Eingriffen in den Alltag und in gewohnte Freiheitsräume.

    Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris berichteten Anwohner/innen von erheblichen Zugangsbeschränkungen in ihrem eigenen Stadtteil. Bereits im Vorfeld kam es zu einer massiven Verlagerung obdachloser Menschen aus Pariser Stadtteilen in entfernte Regionen Frankreichs.

    Demokratie und Mitbestimmung

    Frage 10: Hat die Stadt Köln gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ausreichend Mitsprachemöglichkeiten?

    Antwort: Leider nein. Das IOC nutzt seine unkontrollierte Monopolstellung für Regelungen, die Vertragspartner einseitig belasten. Der Host-City-Vertrag gilt als Knebelvertrag.

    Er lastet nahezu alle Risiken der Stadt an und gibt fast alle Rechte an das IOC.

    Frage 11: Kann die Stadt Köln im Rahmen ihres kommunalen Selbstverwaltungsrechts beim Bau der Sportstätten mitbestimmen?

    Antwort: Praktisch nicht, da die Standards vom IOC vorgegeben werden.

    Nachhaltigkeit und Greenwashing

    Frage 12: Warum betonen die Befürworter der Olympischen Spiele die Bedeutung der Nachhaltigkeit?

    Antwort: Der Nachhaltigkeitsbegriff ist deswegen so bedeutsam, weil die ökologische Gesamtbilanz bisheriger Olympischer Spiele verheerend ist und die gesellschaftliche Akzeptanz der Olympischen Spiele ohne dieses Label kaum noch erreichbar wäre. So blieb bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro die zugesagte Reduzierung der Gewässerverschmutzung in der Guanabara-Bucht bei den Segelwettbewerben aus. Zudem wurde der Olympische Golfplatz in einem Naturschutzgebiet errichtet.

    Frage 13: Was ist erforderlich, um frühzeitig, systematisch und transparent die Umweltauswirkungen der Olympischen Spiele zu ermitteln?

    Antwort: Vor einer Bewerbung und weiteren Planungsschritten ist zwingend eine Strategische Umweltprüfung (SUP) durchzuführen.

    Eine solche Prüfung sollte vor einer verbindlichen politischen Grundsatzentscheidung, wie etwa dem Bürgerentscheid, vorliegen, damit die Öffentlichkeit auf der Grundlage belastbarer Informationen abstimmen kann.

    Die SUP untersucht umfassend, welche Folgen die Olympischen Spiele für Menschen und Umwelt hätten. Sie bewertet die Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung, Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt, auf Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft, auf Kultur und sonstige Sachgüter sowie die Wechselwirkungen zwischen den genannten Schutzgütern.

    Dabei müssen auch Alternativen geprüft werden, einschließlich der Frage, ob auf die Bewerbung ganz verzichtet werden sollte (sog. „Null-Option“).

    Frage 14: Wie sind die Auswirkungen Olympischer Spiele auf die Wirtschaft?

    Antwort: Wirtschaftsforschungsinstitute wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin sprechen von meist begrenzten gesamtwirtschaftlichen Effekten.

    Der französische Rechnungshof geht bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris von einem Anstieg des BSP von 0,07%, etwa 1,9 Milliarden Euro aus.

    Öffentliche Investitionen in Milliardenhöhe erzeugen zwar kurzfristig zusätzliche Nachfrage und Beschäftigung. Ihnen stehen aber erhebliche Folgekosten für den Betrieb, Instandhaltung, Sicherheit und ggf. den Rückbau der Anlagen gegenüber.

    Der gezielte Einsatz vergleichbarer finanzieller Mittel in Bildung, klimafreundliche Infrastruktur, energetische Sanierung von Gebäuden oder nachhaltige Mobilität hätte voraussichtlich höhere Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte als die Durchführung Olympischer Spiele.

    Frage 15: Gibt es einen Vorschlag für am ehesten nachhaltige Olympische Spiele?

    Antwort: Um den alle vier Jahre stattfindenden weltweiten Wettbewerb um die Ausrichtungsorte mit all den bekannten schädlichen ökologischen und finanziellen Auswirkungen zu vermeiden, sollten die Olympischen Spiele an einem festen, dafür geeigneten Standort stattfinden.

  • Andreas Rüttenauer (taz): Falscher Schnee von oben

    »[…] Diese Art von Geschäften wird in einer Ausstellung kritisiert, die […] auf Umweltzerstörung und Korruption im Zusammenhang mit den Spielen aufmerksam machen möchte. In zwei Panoramafenstern sind Bilder zu sehen, die das massenhafte Fällen von Bäumen dokumentieren. ›Nachhaltige Spiele – oder ein Desaster für die Natur?‹, steht auf einer Plane, die am Ausstellungshaus angebracht ist. Und auch der Macher der Spiele, Simico-Chef Saldini, wird mit ein paar Schautafeln gewürdigt – als Profiteur des Events, der sich gnadenlos an den Steuergeldern für Olympia bedient. Er soll sich nach einer Umstrukturierung von Simico zusätzlich zu seinem Geschäftsführergehalt von 193.000 Euro im Jahr auch noch 180.000 Euro für die Arbeit des neu geschaffenen Postens eines Generaldirektors auszahlen haben lassen. […]«
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