• BI Jahnsportpark: »Der Senator kam für Bilder vom Baufortschritt. Bekommen hat er Bilder von Protest!«

    »Am Montag haben wir gemeinsam mit den NaturFreunden Berlin und NOlympia im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gegen die geplante Versiegelung der Sportwiese und den Stadionneubau protestiert. Die Kundgebung unter dem Titel ›Naturwiese statt Plastikrasen – kein Olympia in Berlin!‹ fand parallel zum Presserundgang von Bausenator Christian Gaebler (SPD) statt.

    Ein Millionengrab mit falschen Prioritäten

    Das Projekt hat inzwischen ein Volumen von rund 300 Millionen Euro erreicht – in Zeiten von knappen Kassen und sich zuspitzender Klimakrise ein völliger Irrweg.

    Gaeblers Prioritäten sind eindeutig: Viele Millionen Euro für Rückbau und Neubau des Vorzeige-Stadions. Der dritte Bauabschnitt dagegen – genau der Teil, der dem Breiten-, Schul- und Inklusionssport dienen soll – wurde massiv gekürzt und ist im Haushalt 2026/27 gar nicht veranschlagt. Für den Kunstrasen auf rund 6.500 Quadratmetern möchte Gaebler über 3 Millionen Euro ausgeben; nach Branchenstandard wären selbst bei hochwertiger Ausführung ein Kunstrasenplatz für nur rund 600.000 Euro zu erwarten.

    Tatsachen schaffen vor der Wahl

    Im Zentrum unseres Protests stand der Vorwurf, Gaebler möchte die Vergabe an einen Bau-Generalunternehmer noch vor der Abgeordnetenhauswahl abschließen. Das ist kein Verfahrensdetail: Ist der Auftrag erteilt, sind Neubau, Versiegelung und Baumfällungen vertraglich gebunden – unabhängig vom Wahlausgang. Kurz vor einer Wahl Fakten zu schaffen, die schwer rückgängig zumachen sind, nimmt den Wählerinnen und Wählern die Entscheidung über dieses teuere Millionen-Projekt. An diesem undemokratischen Verhalten werden sich Senator Gaebler und die Berliner SPD bei der Wahl nun messen lassen müssen.

    Worum es auf dieser Wiese geht

    Rund 10.000 Quadratmeter, etwa 20 Sportarten – kostenlos, ohne Vereinsbeitrag, barrierefrei. Unsere Messungen während der Hitzewelle zeigen, was der Austausch bedeuten würde: rund 39 °C auf der Naturwiese, bis zu 65 °C auf Kunstrasen unter gleichen Bedingungen. Trotzdem will Senator Gaebler die Wiese zu 2/3 mit einem Plastik-Rasen-Platz überbauen und die Fläche damit versiegeln. Damit würde er die Hitzewellen im Kiez massiv verstärken und gleichzeitg die kostenlose Nutzung zurückdrängen.

    Unsere Forderungen bleiben

    Sofortiger Vergabestopp vor der Wahl, vollständiger Erhalt der Naturwiese in ihrer heutigen Größe, keine weiteren Baumfällungen.
    Offenlegung der Fördergrundlagen und eine ergebnisoffene Prüfung von Alternativen ohne kostenintensiven Stadionneubau.

    Wie ein klimafreundlicher und nachhaltieger Sportpark für alle gehen kann, zeigt unser Alternativszenario RESTART JSP

    Danke an alle, die gekommen sind. Die nächsten Wochen entscheiden – solange die Vergabe nicht erfolgt ist, ist nichts endgültig.

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  • Montag, 14 Uhr NOlympia Aktion vor dem Jahn-Sportpark: Naturwiese statt Plastikrasen – kein Olympia in Berlin! – 14:00–15:30 Uhr

    Anlässlich des von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen angekündigten Presserundgangs im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark hat NOlympia Berlin spontan eine Versammlung angemeldet.

    Unter dem Motto »Naturwiese statt Plastikrasen« treffen wir uns um 14 Uhr auf der Topsstraße/Ecke Emilie-Mosse-Straße, 10437 Berlin (openstreetmap). Wir freuen uns über Mitstreiter*innen.

    Hintergrundinformationen:

    Bürgerinitiative Jahnsportpark: https://www.jahnsportpark.de/blog/

    Antwort (18.8.2026) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der BVV Pankow: Ökologische Bedeutung der vom Kunstrasenprojekt bedrohten Sportwiese im Jahnsportpark.

    Dazu die Pressemitteilung von der Bürgerinitiative Jahnsportpark: Pankow widerspricht Senat: Sportwiese ist Habitat – Kunstrasen unzulässig (19.8.2026)

    »Neuer Drei-Millionen-Sportplatz ›unzulässig‹: Umweltamt widerspricht Umwandlung der ›Sportwiese‹ in Berlins teuersten Kunstrasen. Im Jahn-Sportpark soll die beliebte Naturwiese versiegelt werden. Doch jetzt stellt sich Pankows Bezirksamt gegen den Senatsplan – und verweist auf die ökologische Bedeutung. Wie geht es weiter?« Tagesspiegel-Artikel vom 20. August 2026 [€]

    Die Bürgerinitiative Jahnsportpark ist Mitglied von NOlympia Berlin. Das obige Beitragsbild wurde von ihrer Seite entnommen.

    #Jahnsportpark #Naturwiese #Plastikrasen #NOlympia 

     

     

  • Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Pankow: Ökologische Bedeutung der vom Kunstrasenprojekt bedrohten Sportwiese im Jahnsportpark

    In der Antwort des Senats auf eine schriftliche Anfrage zur „Überbauung der Sportwiese im Jahnsportpark“ [1] antworte der Senat in 6/26 ohne Verweis auf fachliche Grundlagen oder Untersuchungen: „Die Errichtung des Kunstrasenspielfeldes wird nach derzeitigem Planungsstand in keine Baum-, Gehölz- und Habitatstrukturen eingreifen.“ In der aktuellen Pressemitteilung [2] aus 7/26 heißt es: „Der Senat hat […] die Sicherung der Finanzierung für die Sanierung und Erweiterung der Rasenfläche im Jahnsportpark in Berlin-Prenzlauer Berg beschlossen.“, „Die Planungen der Rasenfläche umfassen ein multifunktionales Kunstrasenspielfeld“ und „Auch die Sanierung der bestehenden Naturrasenflächen ist vorgesehen“

    1. Wurde das Bezirksamt, d.h. das für Flora/Fauna-Habitate zuständige Amt für Umwelt- und Naturschutz vor der Beantwortung der schriftlichen Anfrage [1] durch die Senatsverwaltung zu der Aussage beteiligt, die Errichtung des Kunstrasenspielfeldes würde in keine Baum-, Gehölz- und Habitatstrukturen eingreifen? Falls ja: Wann und in welcher Form erfolgte die Beteiligung, welche Stellungnahme hat das Amt für Umwelt- und Naturschutz abgegeben, wurde die zitierte Aussage mit dem Bezirksamt abgestimmt?

    Nein, das Umwelt- und Naturschutzamt (UmNat) wurde von der Senatsverwaltung nicht beteiligt.

    1. Wie bewertet das Bezirksamt das mögliche ökologische Potenzial einer auch sportlich genutzten Naturrasenfläche, d.h. kann diese als „Habitatstruktur“ Lebensraum auch geschützter Arten von Flora und Fauna sein – und teilt das Amt für Umwelt- und Naturschutz und aufgrund der dem Bezirksamt vorliegenden Unterlagen sowie weiterer gegenwärtigen Erkenntnisse die Einschätzung, dass durch die Errichtung des Kunstrasenspielfeldes in keine Habitatstrukturen eingegriffen wird? Bitte die Antwort fachlich begründen.

    Ja, die Sportwiese besitzt ein ökologisches Potential als Habitatstruktur für geschützte Arten. Die Brutvogelkartierungen im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan 3-87 haben die Nutzung der Sportwiese beispielsweise durch Stare bestätigt. Darüber hinaus bilden vegetationslose Rohbodenstellen Bereiche in denen Haussperlinge ihr „Sandbaden“ durchführen. Aufgrund der intensiven Mahd der Wiese ist vor allem von einem Vorkommen geschützter Arten der Fauna auszugehen, dennoch ist auch das Vorkommen geschützter Pflanzenarten nicht auszuschließen. Entsprechende Vegetationskartierungen liegen dem UmNat hierzu jedoch nicht vor.

    1. Welche Erkenntnisse liegen dem Bezirksamt zur ökologischen Beschaffenheit der konkret betroffenen Sportwiese von, wann wurde die Fläche zuletzt durch das Amt für Umwelt- und Naturschutz oder im Rahmen von beauftragten Fachgutachten untersucht (bitte Angabe Untersuchungsdatum, Untersuchungsumfang, Auftraggeber und wesentliche Ergebnisse).

    Erkenntnisse zur ökologischen Beschaffenheit liegen dem UmNat, über die Daten des Berliner Geoportals, nicht vor. Die im Jahr 2023 vom Büro Trias vorgenommene Biotopkartierung (Auftraggeber SenStadt) hat keine geschützten Pflanzenarten für die Sportwiese dokumentiert. Es sind vom UmNat keine vegetationskundlichen Erfassungen der Sportwiese vorgenommen worden.

    1. Welche konkreten Folgen für den Natur- und Artenschutz hat das Vorhaben „Überbauung der Sportwiese im Jahnsportpark“ und wie wirkt es sich auf die am Rand der Sportwiese erst vor Kurzem aufgestellte CEF-Maßnahme aus?

    In der Brutvogelkartierung von 2023 für dieses Projekt wurden die angrenzenden Strukturen als wichtige Habitate für verschiedene Vogelarten bestätigt. Die Sportwiese selbst wurde von Staren als Nahrungshabitat kartiert. Die Auswirkungen der Umwandlung eines Naturrasens hin zu einem Kunstrasen ist artenschutzrechtlich als kritisch zu bewerten. Die genauen Auswirkungen auf die angebrachten CEF-Maßnahmen lassen sich derzeit nicht abschätzen. Dem Umwelt- und Naturschutzamt Pankow liegt für den 3. Bauabschnitt, in dem sich auch die Sportwiese befindet, derzeit keine Freiraumplanung, die die artenschutzrechtlichen Maßnahmenerfordernisse vor. Vor diesem Hintergrund ist derzeitig ein Eingriff in das nachgewiesene Nahrungshabitat grundsätzlich unzulässig.

    1. Sind im Zuge dieses Vorhabens Rodungen von Bäumen und/oder Sträuchern geplant? Wenn ja: Wo konkret und in welcher Anzahl?

    Dem UmNat liegen dazu aktuell keine Informationen hierzu vor. Es kann keine Aussage getroffen werden.

    1. Welche Auswirkungen kann die Umwandlung der Naturrasenfläche in ein Kunstrasenspielfeld nach Einschätzung des Bezirksamts insbesondere auf folgende Schutzgüter und Funktionen haben: Vegetation und Bodenleben, Versickerungsfähigkeit und Wasserhaushalt, Verdunstung und lokales Mikroklima, Lebens- und Nahrungsräume von Tieren, Biotopverbund und ökologische Vernetzung?

    Die Umwandlung der Sportwiese in ein Kunstrasenspielfeld hätte erhebliche negative Auswirkungen auf die abiotischen und biotischen Schutzgüter. Aufgrund des massiven technischen Unterbaus eines Kunstrasenfeldes, würden Bodenlebewesen weitestgehend verschwinden. Natürliche Bodenbildungsprozesse werden unterbrochen und es kommt zu stofflichen Belastungen in die Böden und Wasser durch Auswaschung aus Granulat/Fasern (z. B. Zink, PAK bei Gummigranulat, Mikroplastikeintrag). Die Versickerungsfähigkeit von Niederschlägen würde stark eingeschränkt werden. Da keine Evapotranspiration durch Pflanzen mehr stattfinden kann, wird zudem die Verdunstungswirkung erheblich reduziert. Das lokale Mikroklima, welches von der Wässerung der Sportwiese und damit verbundener Kühlleistung der Pflanzen profitiert, würde sich bei einer Kunstrasenfläche verschlechtern (trockener und überwärmter). Mit Blick auf die Biotik ist ein Kunstrasenfeld mit einer vollversiegelten Fläche gleichzusetzen. Flora und Fauna finden hier keine Lebens- und Nahrungsräume. Für den Biotopverbund und die ökologische Vernetzung besäße ein Kunstrasenfeld keine Funktion. Zudem sollte man die Auswirkungen auf das Schutzgut Erholung betrachten. Die Sportwiese wird aktuell nicht nur für die aktive Erholungsnutzung, sondern auch zum Natur erleben, Ausruhen und zur Kommunikation genutzt. Hierfür bietet sich die Sportwiese auch bei wärmeren Temperaturen an, da sie wie ein Parkrasen eine kühlende Funktion besitzt. Eine Kunstrasenfläche erfüllt diese Funktion nicht und wird daher aufgrund der gesundheitlichen Belastungen, verbunden mit der Überwärmung in den Sommermonaten, weniger Erholungsfunktionen als die derzeitige Sportwiese erfüllen können.

    1. Bewertet das Bezirksamt die Umwandlung der bestehenden Naturrasenfläche in ein Kunstrasenspielfeld als möglichen Eingriff in Natur und Landschaft? Falls nein, aus welchen fachlichen und rechtlichen Gründen wird die Bewertung als Eingriff ausgeschlossen? Falls ja, ist für das Vorhaben nach Einschätzung des Umwelt- und Naturschutzamts eine artenschutzrechtliche Prüfung erforderlich, und

    Die Fläche des B-Plans 3-87, zu dem auch die Sportwiese zählt, wurde durch die Stadtplanung als Innenbereich gemäß § 34 BauGB bewertet. Somit findet die Eingriffsregelung nach § 15 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) hier keine Anwendung. Die artenschutzrechtlichen Bestimmungen nach den §§ 39 und 44 BNatSchG sind zu berücksichtigen.

    a)      welche Arten oder Artengruppen sind zu untersuchen,

    Avifauna und Fledermäuse

    b)      zu welchen Jahreszeiten müssen die Untersuchungen stattfinden,

    Die Untersuchungen haben bereits stattgefunden. Derzeit sind die Untersuchungen 3 Jahre alt. Die durchgeführten Untersuchungen sind derzeit noch weitere 2 Jahre gültig bis eine Neukartierung erforderlich werden würde. Untersuchungen haben in den artspezifischen Untersuchungszeiträumen stattzufinden. Diese ergeben sich aus der einschlägigen Fachliteratur.

    c)      über welchen Zeitraum müssen Erhebungen durchgeführt werden?

    Die Erhebungen haben über einen kompletten Jahreszyklus zu erfolgen.

    1. Welche natur- oder artenschutzrechtlichen Entscheidungen, Zustimmungen, Befreiungen oder sonstigen Abstimmungen mit dem Umwelt- und Naturschutzamt können vor Umsetzung des Vorhabens erforderlich werden, auch wenn die Sportanlage bauordnungsrechtlich verfahrensfrei sein sollte?

    Der Verlust der Nahrungshabitate (z.B. für Stare) ist durch eine fachkundige Person zu quantifizieren.

    Es ist darzulegen, ob es sich um ein essentielles Nahrungshabitat handelt oder es im Umfeld geeignete Ausweichmöglichkeiten gibt. Im Fall eines essentiellen Nahrungshabitats ist eine vorgezogene Ausgleichsmaßnahme (CEF-Maßnahme) zu prüfen. Ist die Umsetzung dieser nicht möglich, ist dies begründet darzulegen. Im Weiteren würde ein Antrag auf Ausnahme von den Verboten des § 44 Bundesnaturschutzgesetz bei der obersten Naturschutzbehörde gestellt werden müssen. Dieser würde von der obersten Naturschutzbehörde (SenMVKU) entschieden. Wenn eine Ausnahme nach § 45 Abs. 7 BNatSchG erteilt werden kann, ist eine FCS-Maßnahme (populations-und erhaltungszustandbezogene Maßnahme) festzulegen.

    Sollten an die Sportwiese angrenzende, nach Berliner Baumschutzverordnung geschützte Bäume gefällt werden, so ist hierfür eine Fällgenehmigung beim UmNat zu beantragen. Auch für potentielle Strauchrodungen sind Genehmigungen einzuholen und die Verluste von Fortpflanzungs-, Ruhe- und Nahrungshabitaten zu quantifizieren. CEF-Maßnahmen wären auch hier vor einer Rodung (zwischen Oktober und Februar) erforderlich. Die CEF-Maßnahmen müssen bereits funktionsfähig sein, bevor die Umsetzung geplanter Baumaßnahmen erfolgen kann.

    [1] https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-26639.pdf

    [2] https://www.berlin.de/rbmskzl/aktuelles/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung.1697924.php

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  • Stell dir vor, es ist Klimawandel und der Berliner Senat will eine Naturwiese versiegeln und durch Kunstrasen ersetzen

    Jahn Bürger Sportpark LogoHitzewelle macht deutlich: Senat will Pankow zur Hitzeinsel machen

    Eigene Messungen belegen 29 Grad Unterschied zwischen Naturwiese und Kunstrasen – Bürgerinitiative fordert sofortigen Planungsstopp

    Während Berlin in dieser Woche unter einer anhaltenden Hitzewelle leidet, hat die Bürgerinitiative Jahn-Sportpark eigene Temperaturmessungen auf dem Gelände des Jahn-Sportparks in Pankow durchgeführt – mit einem alarmierenden Ergebnis:

    29 Grad Unterschied: Auf derselben Anlage, bei denselben Wetterbedingungen.

    Die Oberflächentemperatur auf der natürlichen Sportwiese betrug 43 Grad Celsius. Auf einer benachbarten Kunstrasenfläche maß die Bürgerinitiative zur gleichen Zeit 72 Grad Celsius.

    Senatsplanung sieht Versiegelung der Sportwiese ab 2027 vor

    Genau diese Naturwiese soll nach den aktuellen Plänen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ab 2027 im Zuge des geplanten Stadionneubaus am Jahn-Sportpark versiegelt und durch Kunstrasen ersetzt werden. Unter dem Titel „Sanierung und Erweiterung” werden Eingriffe geplant, die nach Einschätzung der Bürgerinitiative die klimatischen und sozialen Qualitäten des Geländes dauerhaft zerstören würden.

    Die Sportwiese ist heute die meistgenutzte Fläche des gesamten Jahn-Sportparks. Täglich treiben dort rund 20 verschiedene Sportgruppen Sport – Yoga, Tai Chi, American Football, Rugby, Kampfsport, Frisbee und mehr. Der Zugang ist kostenlos, vereinsunabhängig und barrierefrei. Die Fläche gilt als einziger barfußtauglicher Sportplatz Berlins.

    Drastische klimatische Folgen für den Kiez

    Prenzlauer Berg und Pankow gehören bereits heute zu den Berliner Kiezen mit der höchsten Hitzebelastung. Grünflächen, die Verdunstungskälte erzeugen und den Boden atmen lassen, sind in diesem Kontext keine Freizeitoption – sie sind Teil der städtischen Klimainfrastruktur.

    Ist die Fläche einmal unter Kunstrasengranulat und Kunststoffbelag verschwunden, lässt sich das nicht rückgängig machen. Kein Stadtentwicklungsplan und kein Förderprogramm bringt gewachsenen Boden zurück, der einmal versiegelt wurde.

    Forderungen der Bürgerinitiative

    Die Bürgerinitiative Jahn-Sportpark fordert:

    • den sofortigen Stopp der laufenden Ausschreibung für den Stadionneubau,
    • den dauerhaften Erhalt der Naturwiese als offene, kostenlose und klimawirksame Fläche,
    • den Verzicht auf jede weitere Versiegelung des Geländes,
    • eine transparente Überprüfung der Planungen unter Beteiligung des Bezirks Pankow und der Stadtgesellschaft.

    Zum Blogbeitrag vom 28. Juni 2026

    Dazu auch der Blogbeitrag vom 11. Juni 2026:

    Die Sportwiese im Jahn-Sportpark soll ab 2027 unter Kunstrasen verschwinden – Bürgerinitiative fordert Stopp der geplanten Versiegelung

    Im Pankower Jahn-Sportpark soll ab 2027 eine der meistgenutzten Flächen auf dem Gelände zubetoniert werden. Unter dem beschönigenden Titel „Sanierung und Erweiterung der Sportwiese“ plant das Land Berlin tatsächlich ihre Versiegelung: Mindestens zwei Drittel der rund 10.000 m² großen Wiese sollen einem Kunstrasenplatz weichen. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert sofortigen Stopp und hält das Vorhaben für einen klimaschädlichen Etikettenschwindel auf Kosten der Anwohnerschaft und des Bezirks. Die Zeit drängt: Laut Förderbedingungen soll das Projekt bereits 2027 beginnen.

    Kein „Sanieren“, kein „Erweitern“ – sondern Versiegeln

    Der offizielle Projekttitel ist irreführend. Geplant ist weder eine Sanierung noch eine Erweiterung, sondern der Neubau eines mindestens 6.500 m² großen Kunstrasen-Großspielfelds. Die Wiese soll dabei auf rund 30% ihrer heutigen Größe geschrumpft werden. Finanziert werden soll die Versiegelung ausgerechnet aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität über das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS), mit einer Fördersumme von rund 1,3 Millionen Euro. „Klimaneutrale“ Mittel für die Versiegelung einer Naturwiese einzusetzen, steht im Widerspruch zum Zweck des Programms, Neubauten sind ebenfalls nicht förderfähig. Hinzu kommt, dass von den vom Bezirk Pankow eingereichten Sanierungsprojekten kein einziges im Rahmen des SKS- Programms Förderung bekommen hat, aus unerklärlichen Gründen wird nur das vom Senat eingereichte Versiegelungsprojekt gefördert. Dabei fehlt jeder Euro, der hier investiert wird, anderswo – bei den vielen Sportstätten in der Stadt, die tatsächlich sanierungsbedürftig sind.

    Eine Wiese, die mehr leistet als der gesamte Sportpark

    Die Sportwiese ist niedrigschwellig, offen, kostenfrei, naturnah und damit eine ideale Ergänzung zu den übrigen Angeboten des Jahnsportparks. Rund 20 verschiedene Sportarten finden hier statt: Vom Yoga über Frisbee bis zu American Football und Rugby. Die Wiese ist offen für alle: Kinder, Senior*innen, Familien, Menschen mit Behinderung, Vereinssport und vereinsungebundenen Freizeitsport. Genau hier liegt der zynische Kern des Vorhabens: Das Land Berlin verkauft das Vorhaben als einen Schritt zu einer „inklusiven Sportanlage“ und zerstört dafür einen Ort, der bereits heute gelebte Inklusion ist.

    Dieser Wert ist vielfach belegt: Über 1.000 Menschen unterzeichneten 2023 binnen kürzester Zeit eine Petition für ihren Erhalt. Auch das Bezirksamt Pankow mahnte im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan 3-87: „Weiterhin ist der Erhalt der Sportwiese anzustreben, sie entlastet den Mauerpark und mindert Nutzungskonflikte.” [1]

    Hitzeinsel statt Klimaanpassung

    In Zeiten von Hitzesommern ist die Versiegelung der Wiese auch ein klimapolitischer Offenbarungseid. Messungen der Bürgerinitiative an Hitzetagen belegen: Während sich die Naturwiese auf rund 39 °C erwärmt, heizen sich Kunstrasenflächen zur gleichen Zeit auf bis zu 65 °C auf. Die Wiese kühlt ihre Umgebung durch Verdunstung, ein Kunstrasen kann das nicht leisten. Auch hierzu äußerte sich das Pankower Gesundheitsamt kritisch: „Die aktuelle Hitzebelastung für dieses Gebiet ist bereits erhöht und eine Bodenentsiegelung, nicht eine Verdichtung durch die Bebauung, wären daher aus gesundheitlichen Aspekten zu fordern. [Es ist] zu überlegen, die Nutzung auf lokal zu nutzende Sportangebote zu begrenzen und den Anteil an unversiegelten Grünflächen zu erhöhen.“ [2]

    Faktencheck: Gebrochene Zusagen

    Senatsvertreterinnen haben den Erhalt der Wiese öffentlich zugesichert. So erklärte Staatssekretärin Nicola Böcker-Giannini: „Bei der Sportwiese ist es ganz klar so ausgewiesen, dass sie in einer vergleichbaren Größe geplant wird”, Staatssekretärin Petra Kahlfeldt versicherte: „der Erhalt der Sportwiese oder die Schaffung eines vergleichbaren Angebots in mindestens gleicher Größe und Qualität”[3] sei aufgenommen. Statt „vergleichbarer Größe” ist nun eine Verkleinerung auf rund ein Drittel geplant, statt „gleicher Qualität” ein Kunstrasen. Mit der ab 2027 geplanten Versiegelung werden diese Versprechen damit gebrochen.

    Ein Neustart ohne Stadionneubau – mehr Platz für Vereine und Bürger

    Bislang wurde in allen Planungen unhinterfragt am Neubau eines Stadions festgehalten. Dabei lohnt es sich, diese Prämisse grundsätzlich zu hinterfragen. Weder das alte noch das geplante neue Stadion war oder wäre je wirklich ausgelastet. Gigantische Summen für ein Bauwerk, das an den meisten Tagen des Jahres leer steht – während gleichzeitig eine der beliebtesten Freiflächen des Kiezes versiegelt werden soll.

    Ein Verzicht auf den Stadionneubau böte eine echte Alternative: Auf der freiwerdenden Fläche ließen sich gleich mehrere neue Sportplätze sowie weitere Infrastruktur für Vereine, Schulen und Bürger*innen schaffen. Die Naturwiese könnte vollständig erhalten bleiben und den Berliner Sporttreibenden könnte insgesamt weit mehr angeboten werden als je zuvor. Nicht zuletzt könnten erhebliche Haushaltsmittel eingespart werden – ein wichtiger Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern.

    Wir fordern:

    • den sofortigen Stopp aller Pläne zur Versiegelung der Sportwiese und den vollständigen Erhalt in ihrer heutigen Größe und Beschaffenheit,
    • den Verzicht auf Bundes- und Landesmittel für ein klimaschädliches und nicht nachhaltiges Versiegelungsprojekt,
    • eine ergebnisoffene Prüfung des B-Plans sowie der vorliegenden alternativen Konzepte, die für Kostenersparnis, Schaffung von zusätzlichen Sportflächen und Nachhaltigkeit stehen und aufzeigen, dass eine Modernisierung des Sportparks auch ohne einen kostenintensiven Stadionneubau möglich ist.

    Quellen:
    [1] S. 590, https://www.parlament-berlin.de/ados/19/IIIPlen/vorgang/d19-2441.pdf
    [2] S. 649-650, https://www.parlament-berlin.de/ados/19/IIIPlen/vorgang/d19-2441.pdf
    [3] Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=5antL7wTcS4; Protokoll: https://www.parlament-berlin.de/ados/19/Sport/protokoll/sp19-006-wp.pdf

  • Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus: Olympia in Berlin: statt nachhaltige Verbesserungen, nur wirre Event-Träume und verschleierte Kosten

    Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung ein Konzept für die Bewerbung um die Ausrichtung Olympischer Spiele beschlossen. Die Behauptung des Senats, das sogenannte „BERLIN+“-Konzept sei finanziell tragfähig und bringe der Stadt sogar Gewinne ein, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als dreister politischer Bluff auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.

    Dazu erklärt Elif Eralp, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke:

    »Das Olympiakonzept des Senats entlarvt all die vollmundigen Ankündigungen von Kai Wegner zu nachhaltigen Spielen als leere Worte. Eine Riesenrampe statt bezahlbarer Wohnungen, eine goldene Pyramide statt einer sauberen Spree. Statt nachhaltige Verbesserungen für die Berlinerinnen und Berliner enthält das Konzept offenbar vor allem viele wirre Event-Träume aus der Mottenkiste des Stadtmarketings.

    Unsere Stadt braucht keine kostspieligen Großveranstaltungen, während die soziale Infrastruktur bröckelt. Marode Turnhallen und geschlossene Schwimmbäder repariert man nicht mit einem olympischen Luftschloss. Während Millionen für eine PR-Kampagne und für ein zweiwöchiges Spektakel verplant werden, verfällt Berlins sportliche Basis. Das werde ich ändern. Was unsere Stadt jetzt braucht, sind Investitionen in den Breitensport und in die soziale Infrastruktur, bezahlbare Wohnungen, gute Schulen und Krankenhäuser und kein Mega-Projekt, das viel Geld kostet und das Leben der Berlinerinnen und Berliner kein bisschen verbessert.«

    Claudia Engelmann, sportpolitische Sprecherin der Linksfraktion Berlin, ergänzt:

    »Wer sich das Olympia-Konzept genau ansieht, erkennt den gigantischen Bluff sofort. Der Senat brüstet sich auf der einen Seite mit einem angeblichen Überschuss von 420 Millionen Euro im operativen Geschäft. Gleichzeitig werden die wahren, milliardenschweren Kosten für die zwingend notwendigen Sanierungen von Olympiastadion, Jahnsportpark, Velodrom und anderen Sportstätten dreist aus dem offiziellen Olympia-Budget herausgerechnet – getarnt als Investitionen für den ›laufenden Betrieb‹. Allein beim Jahnsportpark sind die Kosten bereits auf absurde 349 Millionen Euro explodiert, weshalb man dort ausgerechnet bei der Inklusion den Rotstift ansetzt.

    Die echten Rechnungen, auch für die derzeit völlig unkalkulierten Sicherheitskosten, will der Senat dem Parlament erst Ende 2026 präsentieren. Das ist lange nachdem die Bewerbung am 4. Juni beim DOSB eingereicht werden muss. Hier wird ein ungedeckter Scheck nach dem anderen ausgestellt.«

    Pressemitteilung

  • Linksfraktion Pankow: Kostenexplosion im Jahnsportpark: Verschwendung stoppen – Breitensport schützen

    Die Linksfraktion Pankow kritisiert die jüngsten Entwicklungen zum Umbau des Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportparks scharf. Offensichtlich wird versucht, die massiven Kostensteigerungen möglichst geräuschlos durch die parlamentarischen Gremien zu bringen. Doch die Dimensionen sind politisch brisant und müssen öffentlich gemacht werden.

    Die vorliegenden Zahlen, die im Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses am 15.04. vorgestellt wurden, belegen eine eindeutige Tendenz: Aus den ursprünglich veranschlagten Gesamtkosten von rund 20 Millionen Euro sind Schritt für Schritt deutlich höhere Summen geworden. Allein im ersten Bauabschnitt sind die Kosten bereits auf 22,4 Millionen Euro angestiegen. Der Ausgangswert lag bei 14 Millionen Euro. Weitere Erhöhungen sind absehbar, da der Rückbau des Stadions noch nicht abgeschlossen ist. Damit drohen beim zweiten Bauabschnitt zusätzliche Millionenbelastungen durch Verzögerungen. Für diesen Bauabschnitt fehlt also faktisch bereits die Finanzierung.

    Dr. Jaana Stiller, sportpolitische Sprecherin der Linksfraktion Pankow, erklärt:

    „Besonders problematisch ist, dass die Finanzierungslücken offenbar durch das Verschieben und Zweckentfremden von Mitteln geschlossen werden sollen. Gelder, die eigentlich für den Schul-, Vereins- und Freizeitsport vorgesehen sind, werden so indirekt zur Kompensation der Kostenexplosion eingesetzt.“

    Die Konsequenz ist klar: Diese Politik geht auf Kosten der Bürger*innen, die auf funktionierende Sportinfrastruktur angewiesen sind. Insbesondere Schüler*innen und Vereine werden die Leidtragenden sein. Der Breitensport hat insgesamt das Nachsehen.

    „Vor dem Hintergrund der aktuellen Olympia-Debatte erhält diese Entwicklung zusätzliche Brisanz. Während über milliardenschwere Großprojekte diskutiert wird, zeigt sich am Beispiel des Jahnsportparks bereits jetzt, wie schnell Kosten aus dem Ruder laufen und wer am Ende die Rechnung dafür zahlt,“

    ergänzt Maria Bigos, Vorsitzende der Linksfraktion Pankow.

    In der kommenden Woche startet die Unterschriftensammlung für das Volksbegehren „NOlympia“. Aktuelle Prognosen zeigen, dass rund 67% der Berliner*innen gegen eine Olympia-Bewerbung sind. Die derzeitigen Vorgänge unterstreichen, wie notwendig eine kritische und öffentliche Debatte über Prioritäten in der Sport- und Investitionspolitik ist.

    Deshalb fordern wir Transparenz zu den tatsächlichen Kosten und den Einsatz öffentlicher Mittel für den Breitensport, statt für Prestigeprojekte mit unkalkulierbaren Risiken.

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