Historisches

  • NOlympia Berlin: Gigantomanie in Zeiten leerer Kassen

    Berlin, 5.5.2026: Der Berliner Senat stellt heute offiziell sein Olympiakonzept vor, mit dem er den innerdeutschen Wettbewerb gewinnen möchte. Obwohl die Berliner*innen in vielen Umfragen und auch im gerade gestartenen Volksbegehren von Nolympia Berlin ihren Widerwillen gegen den Glitzerevent deutlich zeigten und zeigen, verschleudert der Senat erneut hohe Geldsummen, während andernorts der Rotstift angesetzt wird.

    Dazu sagen die Vertrauenspersonen des Volksbegehrens und die Bürgerinitiative 100% Tempelhofer Feld:

    Prof. Dr. Johannes Verch (Sportwissenschaftler): »Die Olympiapläne zeigen, dass es dem Berliner Senat nicht um nachhaltigkeitsbezogene Investitionen in die Zukunft der Stadt geht, sondern darum, ohne Rücksicht auf Verluste ein gigantisches symbolaufgeladenes Großevent auszurichten.«

    Carmen Schultze (BUND Berlin): »Es werden uns CO2-neutrale und klimapositive Spiele versprochen. Allerdings sind die Ringe um den Fernsehturm, die temporäre Brücke aufs Brandenburger Tor oder die goldene Pyramide auf dem Tempelhofer Feld noch nicht einmal im symbolischen Sinn nachhaltig.«

    Dr. Gabriele Hiller (Die Linke Berlin): »Der Berliner Senat wünscht sich eine ›Hauptstadt der Ringe‹ und unterwirft die ganze Stadt symbolisch dem IOC. Doch Berlin ist nicht Disneyland. Hier wohnen Menschen. Und diese Menschen zahlen am Ende die Zeche!«

    Uwe Hiksch (NaturFreunde Berlin): »Schon die geplante Lichterinszenierung auf dem Tempelhofer Feld erinnert unweigerlich an Albert Speers Lichtdome und demonstriert, warum Berlin die Finger von 100 Jahre Nazi-Spiele lassen sollte.«

    Klara Schedlich (B’90/Die Grünen Berlin): »Der Senat verpulvert Milliarden für einen Event, während nicht einmal alle Kinder in dieser Stadt schwimmen lernen können? Solange es an funktionierenden Bädern und Sportstätten fehlt, darf Olympia nicht wichtiger sein als der Breitensport für unsere Kinder. Möge er erst die Schultoiletten und die Schulhallen vergolden, bevor er die Schauseite der Stadt vergoldet!«

    Christoph Witt von 100% Tempelhofer Feld e.V. fügt hinzu: »CDU und SPD lassen keinen Vorwand aus, um das Tempelhofer Feld zu bebauen – jetzt also eine goldene Pyramide für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. Wenn die Regierung etwas für den Sport in Berlin tun will, soll sie das Feld schützen, denn es ist der wichtigste Ort für vereinsungebundenen Breitensport in ganz Berlin.«

     

    Am 26. September wird der DOSB entscheiden, wer den Zuschlag zur Bewerbung erhält. NOlympia Berlin sammelt derzeit Unterschriften für ein Volksbegehren, mit dem die Bürger*innen selbst abstimmen dürfen, ob sie sich die Spiele ans Bein binden.

    Unterschriftsbögen für das Volksbegehren zum Download (ausdrucken-handschriftlich unterschreiben-per Post abschicken)

    https://nolympia.berlin/wp-content/uploads/2026/04/Unterschriftsliste_NOlympia.pdf

     

    Die Bündnis-Organisationen sammeln in den nächsten Wochen Unterschiften bei unterschiedlichen Veranstaltungen, so am 8. Mai beim Demokratiefest auf dem Tempelhofer Feld, am 9. Mai auf der Langen Buchnacht in der Oranienstraße, auf dem Karneval der Kulturen und am 7. Juni auf dem Umweltfestival am Brandenburger Tor.

  • BUNDjugend: Die Olympischen Spiele führen in die nächste Kürzungswelle!

    Die sozial kalten und politisch kurzsichtigen schwarz-roten Haushaltskürzungen der letzten zwei Jahre gefährden den Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit Berlins. Eine mögliche Austragung der Olympischen Spiele würde die Lage ungemein verschärfen, zumal allein für die Bewerbung und unter Berücksichtigung der schlechten Aussichtschancen Berlins, zusätzliche Milliarden zum Fenster rausgeworfen werden.
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  • Christoph Becker (FAZ): Der DOSB wählt den Gleichschritt [€]

    »[…] Allerdings sollten Weikert und Co. darauf achten, mit welchem Weltbild Frau Coventry Olympische Spiele aufzieht. Dass das IOC und die Olympischen Spiele von 1936 keinen Beitrag zur Propaganda der Nationalsozialisten geleistet haben, sie ebenso wenig Wladimir Putin 2014 beim Winterfestival an seiner Sommerresidenz in Sotschi in die Karten spielten, ist eine Sicht, die in ihrer Geschichtsvergessenheit und Verantwortungslosigkeit nicht satisfaktionsfähig ist.«

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  • Küppersbusch TV: Kein Gold für Olympia

    »… endlich ist es wieder soweit. Ich rufe die Luden der Welt […]. Jedenfalls, wo von Zuhältern die Rede ist, darf das Internationale Olympische Komitee, man nennt es ja auch den ›Epstein unter den Sportverbänden‹, nicht abseits der Piste wedeln. Das lukrative Geschäft mit dem frostigen kleinen Bruder Winterspiele kontrastiert auf das Frustigste mit der Lebenssituation von Spitzensportlern in Deutschland, z.B. nach dieser Studie von 2019 lag der durchschnittliche Stundenlohn für ›Dabeisein ist alles‹ bei 7,38 €, inzwischen knapp ein halber Mindestlohn.

    Und das empört nicht zuletzt die Sender, die eine geheimgehaltene dreistellige Millionensumme für diese und die nächsten Sommer- und Winterspiele zusammen gezahlt haben sollen.

    So traurig.

    Zum Trost kann man für nur fünf Spitzensportler Stundenlöhne auf der Merchandise Seite des IOC das schmucke Herren-T-Shirt – Erbe der Olympischen Spiele ’36 in Berlin – kaufen. Da prankt das historische Logo der ja allgemein als Nazi-PR-Show geächteten Olympiade von Franz Theodor Würbel. Das ist ein österreichischer Kunstmaler gewesen, der sein Glück in Berlin fand. Das machte man damals so. Das IOC befleißigt sich im Begleittext klarzustellen, der erhobene rechte Arm des Athleten auf dem T-Shirt-Motiv sei der Olympische Gruß und dergestalt geläutert war der gesinnungsstarke Lappen binnen kürzester Frist ausverkauft. Sport Heil«

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    Nachweise unter Google-Docs https://docs.google.com/document/d/e/2PACX-1vQKLo4NhsqWem30Q8psC0y7hov6hb44NiE7l3h7WWGSim2ZfP74paZ34vphHwlpWwawUHgEPHX9KVt6/pub

  • RBB: Kritik aus der Politik NS-Ästhetik? IOC verteidigt Verkauf von Shirts zu Olympia 1936 in Berlin

    »Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verkauft ein T-Shirt mit einem Motiv zu den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin
    Kritik aus der Politik: Shirt würde ästhetisch an NS-Regime anknüpfen
    IOC verteidigt den Verkauf, stellt den Sport [??? wohl eher das Markenrecht = Geld] in den Vordergrund
    […] Das IOC betonte, dass es damit auch sein geistiges Eigentum schütze. Dass diese Markenrechte weiterhin gültig seien, hänge davon ab, dass diese weiter genutzt werden. Ansonsten könnten diese von anderen genutzt werden. […]«
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  • Berliner Morgenpost: Inzwischen ausverkauft. Fragwürdiges Geschäft: IOC verkauft Shirt zu Olympischen Spielen 1936 in Berlin

    »Im offiziellen Shop der Olympischen Spiele wird ein T-Shirt mit dem Motiv der Nazi-Spiele 1936 in Berlin angeboten. Binnen kurzer Zeit war es ausverkauft.[…] Dass das IOC mit einem solchen T-Shirt Geld macht, kann man durchaus als skandalös bezeichnen. […]«
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  • Markus Völker (taz): Nazi-Bewunderung durch Olympia-Begründer. Vom Führer beeindruckt

    Wie Baron Pierre de Coubertin, Gründervater der Olympischen Spiele der Neuzeit, zum Adolf-Hitler-Fan wurde.
    20.4.2024
    »[…] Ein Hitler-Telegramm zum Start der Spiele rahmt Coubertin ein und hängt es, mit Lorbeerkranz versehen, auf.«.
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  • Sigrun Franzen / Rainer Schmitz (Spiegel): Berliner Olympia-Debatte. Warum Berlin auf die Spiele verzichten sollte (2015)

    Soll sich die deutsche Hauptstadt für die Olympischen Sommerspiele 2024 beziehungsweise 2028 bewerben? Hier erklären zwei Mitglieder des Berliner NOlympia-Bündnisses, warum sie dagegen sind.
    27.02.2015, 13.21 Uhr
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