Die sozial kalten und politisch kurzsichtigen schwarz-roten Haushaltskürzungen der letzten zwei Jahre gefährden den Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit Berlins. Eine mögliche Austragung der Olympischen Spiele würde die Lage ungemein verschärfen, zumal allein für die Bewerbung und unter Berücksichtigung der schlechten Aussichtschancen Berlins, zusätzliche Milliarden zum Fenster rausgeworfen werden.
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Mietensteigerung
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BUNDjugend: Die Olympischen Spiele führen in die nächste Kürzungswelle!
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Statement der Berliner MieterGemeinschaft e.V.: Olympia-Bewerbung muss gestoppt werden
Die Berliner MieterGemeinschaft (BMG e.V.) unterstützt das Volksbegehren gegen die Bewerbung Berlins für die Ausrichtung der Olympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Dazu BMG-Vorstand Marek Schauer:»Es ist unverantwortlich und nahezu abenteuerlich, die finanziell und infrastrukturell ausgeblutete und von wachsender Armut geprägte Stadt auf den Präsentierteller für ein profitgetriebenes Mega-Spektakel zu legen. Und es ist nahezu zynisch, von der ›Sportstadt Berlin‹ zu fabulieren, während der Schul- und Breitensport auf der letzten Rille läuft. Berlin braucht massive öffentliche Investitionen in den Bau bezahlbarer Wohnungen und die Ertüchtigung der Infrastruktur sowie der sozialen Daseinsvorsorge in allen Bereichen, und kein milliardenschweres Prestigeprojekt«.
Die Unterschriftensammlung des Bündnisses »NOlympia« für die 1. Stufe des Volksbegehrens beginnt offiziell am Mittwoch um 11 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Roten Rathaus, (https://nolympia.berlin/)
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PM Linksfraktion Tempelhof-Schöneberg: Mehrheiten für CDU-Antrag nur mit AfD – Protokoll der BVV bestätigt: Zu Olympia fällt Brandmauer in Tempelhof-Schöneberg
Das heutige Protokoll mit der namentlichen Abstimmung bestätigt: die sogenannte „Brandmauer“ ist in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg gefallen. Der CDU-Antrag „Olympische und Paralympische Spiele für Berlin“ hätte ohne die AfD keine Mehrheit gehabt. Linke und Grüne stimmten gegen den Antrag, die SPD hatte sich enthalten. Die Christdemokraten hatten eine Sondersitzung am 25. März beantragt. Auf Antrag der CDU sollte sich das Bezirksamt geschlossen hinter eine Berliner Olympiabewerbung stellen. Das Ergebnis war politisch eindeutig. CDU und FDP kamen in dieser Sitzung zusammen auf nur 17 Stimmen. In der Debatte positionierten sich jedoch Linke, Grüne und das BSW gegen den Pro-Olympia-Antrag der CDU. Die SPD-Fraktion enthielt sich. Insgesamt votierten 17 Bezirksverordnete mit Nein. Der Antrag erhielt am Ende jedoch 20 Ja-Stimmen, 17 Nein-Stimmen und 11 Enthaltungen. Damit hat die CDU in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg nur mit den drei Stimmen der AfD eine Mehrheit gefunden. Auf die Verkündung des Ergebnisses reagierte die CDU-Fraktion mit lautem Beifall.
Dazu die sportpolitische Sprecherin der Linken Tempelhof-Schöneberg, Katharina Marg: „Es gibt keine demokratischen Mehrheiten mit Faschisten und Menschenfeinden. Dass die Union dies offenbar billigend in Kauf nimmt, ist ein fatales Zeichen. CDU und AfD handeln damit wieder gegen die Interessen der Allgemeinheit. Eine Bewerbung Berlins für Olympia ist objektiv betrachtet für unsere Stadt finanziell, schul- und sportpolitisch, sowie ökologisch unsinnig[1]. Olympische Spiele 2036 wären geschichtsvergessen.[2] Während das IOC T-Shirts mit Originalplakaten aus der Nazi-Diktatur im Onlineshop verkauft[3], auf denen der Schriftzug „Germany Berlin 1936 Olympic Games“ zu lesen ist, schafft die CDU in Tempelhof-Schöneberg für schlecht gemachte Anträge die Mehrheiten mit der AfD für eine Politik, die den Menschen in Berlin schadet. Die Mieten steigen, Leute mit weniger Geld werden verdrängt, der reguläre Tourismus geht zurück und der Nahverkehr, der jetzt schon personell und finanziell überlastet ist, droht unter die Räder zu kommen. Wir unterstützten den Volksentscheid NOlympia.“
[1] https://www.gew-berlin.de/aktuelles-beschluesse/detailseite-beschluesse/ablehnung-einer-bewerbung-der-stadt-berlin-fuer-die-olympischen-spiele
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Olympiateilnehmern,_die_in_NS-Konzentrationslagern_starben
[3] https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/trotz-kritik-ioc-verkauft-shirts-zu-olympia-1936-in-berlin,VAzzqdN
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Deutschlandfunk: Olympiabewerbung – Wie ehrlich sind die Städte-Kampagnen? Interview mit Ben Bendrich
»Das Problem bei eigentlich allen Bewerbern ist, dass es zu einer einseitigen Darstellung ohne Gegenargumente kommt. Wir sehen in den einzelnen Broschüren, dass besonderer Wert auf die Pro-Argumente oder die vermeintlichen positiven Auswirkungen der Spiele gelegt wird, aber eben auf die Kontra-Argumente wenig bzw. gar keinen Wert gelegt wird und das sehe ich als problematisch an.
Da gibt es keinen einzigen Risikohinweis in Bezug auf die Bewerbung. Es fehlen Szenarien zu der Kostenüberschreitung und, was mich besonders entsetzt, muss ich sagen, dass wenig auf die sozialen Folgen eingegangen wird und diese nahezu nicht erwähnt werden….
Wir haben eine massive Gentrifizierung in den Olympiastädten. Das heißt, es gibt einen unheimlichen Mietpreisanstieg in den Austragungsorten, aber auch die Immobilienpreise steigen stark an. Es kommt zur Verdrängung von der einkommensschwächeren Bevölkerung in den Innenstädten.
Wir haben massive Sicherheitsmaßnahmen, die vonstatten gehen, die sich mittlerweile im Milliardenbereich befinden, aber von den Bewerbern.. überhaupt nicht erwähnt werden.
Dann kommt es zu einer Militarisierung der Polizei. Das hat auch Auswirkungen auf die örtliche Bevölkerung, aber eben auch für den Mittelstand, da viele der kleinen Unternehmen mal eben gar keine Kundschaft haben durch die massiven Sicherheitsabsperrungen…
Wir haben einen massiven Eingriff in die demokratische Willensbildung…
Die Gewinne werden privatisiert, aber die Kosten werden weiterhin sozialisiert« Zum ganzen Interview
Zur Website von Dr. Benjamin Bendrich
https://derballluegtnicht.com/eine-seite/ -

NOlympia Berlin »sitzt am längeren Hebel«. Nicht unsere Spiele. Florian Kasiske von NOlympia im Talk mit Emily Laquer
»Geld, Macht und Spiele: Wer kassiert, wer zahlt, wer wird verdrängt?
Wir haben mit Florian Kasiske von NOlympia Hamburg diskutiert.«
Zum Youtube-Video (3.3.2026)
Florians Einschätzung zur Berliner Olympiabewerbung: »Die Bewegung [NOlympia] sitzt am längeren Hebel«. (1:32:44) -
André Zuschlag (taz): Olympia-Kritik für alle
»[…] Die Initiative ›Nolympia‹, die für ein ›Nein‹ beim Referendum wirbt, bemängelt .., dass der rot-grüne Senat und die städtische Projektgruppe die Nachteile und Risiken einer Austragung verschweigen: Die Liste der Kritik ist lang: von hohen Kosten einer Durchführung über steigende Mieten in Folge städtischer Aufwertung bis hin zu Umweltbelastungen.
Hamburg gebe viele Millionen allein für die aktuelle Bewerbung aus, spare aber an anderen Stellen, sagte Ihring: »Wir leben in einer Stadt mit maroden Schulen und Turnhallen, soziale Einrichtungen kämpfen ums Überleben, die Hochschulen sind unterfinanziert.‹ […]«
Zum Artikel (22. Februar 2026) -
Karen Krüger (FAZ): Wie Italien auf Olympia blickt [€]
»[…] Als Bürger jedoch, die unter abgesperrten Straßen und vollen Metrozügen leiden, sind die Mailänder genervt und fragen sich, wann diese Winterspiele endlich zu Ende sein werden.[…]«
Zum Artikel
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Benedikt Paetzholdt (Tagesspiegel): Olympia macht Mailands Probleme sichtbar: »Man muss sich schon fragen, ob es das alles wert ist« [€]
»Am Samstag kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei. Der Widerstand gegen die Olympischen Spiele hat viele Ursachen. Ein Ortsbericht. […] Die Gewerkschaften sind ganz grundlegende Akteure des Widerstandes. Dass für große Sportereignisse Geld vorhanden ist, während im Gesundheitswesen, in Schulen und im öffentlichen Verkehr gespart werde, sei nicht hinnehmbar. Olympia, so ihr Tenor, verschärfe soziale Schieflagen, statt sie zu lindern. […]«
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Lisa Weiß (ARD): Teure Winterspiele, teurer Wintersport
»Ski-Touristen, die während Olympia in den italienischen Alpen urlauben wollen, müssen tief in die Tasche greifen: Für Übernachtungen werden saftige Preise verlangt. Und auch alles andere ist teuer. […] Aber nicht nur die Hoteliers, auch ganz normale Wohnungsbesitzer versuchen, aus Olympia Kapital zu schlagen. Schon im September hätte sie Schwierigkeiten gehabt, eine Mietwohnung in Predazzo für das ganze Schuljahr zu finden, erzählt zum Beispiel eine Lehrerin. Die meisten hofften, ihre Wohnung während Olympia teuer an Touristen zu vermieten […]«
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Martin Krauss (ND): Olympische Verschwendung
Raubbau an Ressourcen, unsinnige Bauten, mafiöse Geschäfte: Das alles gehört mit zu den Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo
»[…] Das Grundprinzip von Events wie Olympischen Spielen – manche sprechen von ›Celebration Capitalism‹ – ist, dass öffentliche Gelder in private Taschen umgeleitet werden. […]«
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NOlympia Hamburg: ST. PAULI sagt NEIN zu Olympia!
»Zahlreiche Fanclubs des FC Sankt Pauli positionieren sich in einem gemeinsamen Statement zu der Olympia-Bewerbung Hamburgs
[…]
›Wir Fanclubs des FC St. Pauli wollen unsere Freiräume erhalten, unsere Läden sollen noch lange bestehen bleiben. Wir wollen uns weiterhin im und rund ums Stadion ausleben, durchdrehen und unser Team anfeuern können. Bezahlbare Wohnungen und der Erhalt von sozialen Einrichtungen im Viertel wie in der gesamten Stadt sind uns wichtig. Keinen Fußbreit dem korrupten und rein profitgierigen IOC! Und wir lassen uns nicht blenden: Für die zahlreiche Versprechungen der Politiker*innen darüber hinaus braucht es keine Olympischen Spiele! Wir haben keinen Bock auf die katastrophalen Auswirkungen im Viertel und in der gesamten Stadt und sagen: NEIN zu Olympia!‹«
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rainews: Preise für Kurzzeitmieten verdoppeln sich wegen Olympia.
In Mailand kostet eine Mietwohnung während der olympischen Winterspiele zwischen 1.900 und 2.800 Euro, pro Woche. In Bormio sogar noch mehr.
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