NOlympia Hamburg

  • NOlympia Hamburg: Die Stauolympiade kommt nach Hamburg – und wir haben bereits Gold

    »Gold für die Hansestadt – aber leider die falsche Medaille.

    Herzlichen Glückwunsch an Hamburg: Mit 236 Staustunden pro Autobahnkilometer ist Hamburg 2025 Spitzenreiter in Deutschland. Das ist ein imposantes Ergebnis, das wir ehrlich würdigen müssen. Noch beeindruckender ist die Dynamik: Hamburg verzeichnete einen Zuwachs von rund 30 Prozent mehr Staus als 2024. Das ist nicht nur eine Bilanz – das ist ein Auftakt.

    Vor diesem Hintergrund stellt sich eine zwingende Frage für die Befürworter der Olympiabewerbung 2036, 2040, 2044: Warum sollten wir nicht gleich die Stauolympiade zur Normalveranstaltung machen? Hamburg hat die Qualifikation längst bestanden.

    Die Realität der NOlympia-Kritik wird zur Prophezeiung
    Die Gegner der Olympiabewerbung warnen vor genau diesem Szenario: Ein Mega-Event wie Olympia würde die Infrastruktur der Stadt ans Limit treiben. Und dabei sprechen wir nicht vom Sommer 2036 – wir sprechen vom Alltag von 2026. Wenn Hamburg bereits jetzt unter enormem Mobilitätsstress leidet, welche Folgerungen sollten wir daraus ziehen?

    Schleswig-Holstein verzeichnete ebenfalls 30 Prozent mehr Staus – auch Hamburg ist von dieser regionalen Problematik betroffen. Das deutet auf strukturelle Probleme hin, nicht auf Kurzfristprobleme. Sprich: Mit Olympia wird es nicht besser, sondern schlecht. […]
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  • NOlympia Hamburg: Teure Tickets: Die »Ich muss leider draußen bleiben« Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2026

    »Am 6. Februar, von 20:00-23:00 werden die Olympischen Winterspiele 2026 im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand eröffnet. Das Stadion verfügt über 75.725 Zuschauerplätze. Für die Eröffnungsfeier stehen reguläre Tickets für 260 Euro, 700 Euro, 1.400 Euro und 2026 Euro zum Verkauf. Unter 26-jährige können für den Preis eines 260 Euro-Tickets zwei Karten erhalten.

    Die Firma On Location verkauft exklusiv für die Spiele sogenannte ›Hospitality Packages‹. Die Premium-Variante für 8.950 Euro pro Kopf inkludiert ein Stadionticket der teuersten Kategorie, ein italienisch inspiriertes drei-Gänge Menü sowie Buffet mit Wein, Bier und Softdrinks in einer vom Sportthema geleiteten Atmosphäre, die kuratierte Kunst, authentische Memorabilia enthalten und Live ›Coverage‹ ermöglichen soll.

    On Location ist der ›Premium Experiential Hospitality‹ Ableger des an der New Yorker Börse notierten Premium Sport- und Unterhaltungskonzerns TKO, zu deren größten Anteilseignern der ehemalige Arbeitgeber des Bundeskanzlers und weltweit größte Vermögensverwalter Blackrock sowie Vanguard und die US amerikanische Investmentbank Morgan Stanley gehören. Bislang gingen die 2.8 Milliarden US-Doller Umsätze von TKO primär auf Ultimate Fighting Championship, World Wrestling Entertainment und Professional Bull Riders zurück. Das ändert sich nun. On Location und das IOC haben einen Vierjahresvertrag von 2025 bis 2028 geschlossen, der die Spiele von Mailand 2026 und LA 2028 enthält. Für diesen Zeitraum erwartet TKO 2 Milliarden US-Dollar IOC-Umsätze bzw. jährlich 490 Millionen US-Dollar.

    In Abhängigkeit von der In-/Exklusion der Hospitality Pakete, des Caterings, des Sekundärmarkets und von Promorabatten variieren die Umsatzschätzungen für die Eröffnungszeremonie zwischen 66 Millionen und 90 Millionen Euro, was einem Durchschnittspreis von ca. 870 Euro oder 1200 Euro pro Zuschauer entspricht. Das ist das 20 bis 27-fache eines durchschnittlichen HSV Heimspielpreises von ca. 42 Euro. Oder: alle 17 Heimspiele einer Saison und mehr als die Hälfte der nächsten Saison zusammen.

    Die Kosten für die olympischen Übertragungsrechte von ARD und ZDF im Zeitraum von 2018 bis 2024 betrugen 221.5 Millionen Euro + MwSt. Die Kosten für die Übertragung von Mailand 2026 bis Brisbane 2032 sind bislang noch nicht veröffentlicht. Die Übertragungsrechte sind der größte Einnahmeposten des IOCs.

    Dazu Eckart Maudrich, Pressesprecher von NOlympia: ›Seit die Olympic Charter 1991 den Gestaltsprung der Olympischen Spiele von einem Amateur- zu einem reinen Profisportevent besiegelt hat, hat der findige Schweizer Privatverein IOC seine Marke zu einer Eventplattform ausgebaut, zu dessen Ökosystem in 2026 nun auch Investmentbanker und Vermögensverwalter gehören, deren Firmenbeteiligungen lukrative Umsätze und Profite wittern. Mit Durchschnittspreisen von rund 900 bis 1200 Euro pro Zuschauer setzt die Eröffnungszeremonie der Winterspiele ein klares Zeichen dafür, wer zur Olympischen Familie dazu gehört – und wer nicht. Auch zukünftige Eisprinzessinnen und -prinzen werden das 280 Euro Einsteigerticket für ein Vororterlebnis der billigsten Eiskunstlaufwettbewerbe mit ihren Familien sowie viele andere Wettbewerbe wohl kaum lösen können. Es bleibt die Mattscheibe zu Hause für die die GEZ-Zahler via ARD und ZDF ja auch zahlen. Die Hamburger sollten diese Realität der Einlösung der Teilhabeversprechen beim Bürgerschaftsreferendum am 31.05. im Kopf behalten.‹«

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  • NOlympia Hamburg: Zur Mitgliederversammlung des DOSB / Kritik an »operativen Mindestanforderungen«

    Olympia in Hamburg: Verkehrschaos und Sicherheit auf Steuerzahlerkosten – Mindestanforderungen der Stadt nicht erfüllt.

    Im Rahmen der sogenannten »operativen Mindestanforderungen« hat der DOSB die vier Bewerberstädte auf Eventdurchführungstauglichkeit und Plausibilität des Gesamtkonzeptes geprüft. Hamburg und alle anderen Städte haben bestanden. Die Ergebnisse werden am 6. Dezember den DOSB-Mitgliedern vorgestellt. NOlympia Hamburg und der Bund der Steuerzahler Hamburg e.V. sehen ihre Mindestanforderungen nicht erfüllt.

    Dazu Eckart Maudrich, Sprecher von NOlympia Hamburg:

    »Nach der Prüfmethode des DOSB1 würden zentrale Hamburger Verkehrsadern zu Nadelöhren für die Hamburger*innen werden – wie der Elbtunnel, die Elbbrücken, die Lombardsbrücke, sowie die Willy-Brandt-, Budapester-, Stresemann- und Billhorner Brückenstraße. Auf diesen Straßen würden eigene Fahrspuren für das IOC sowie Akkreditierte eingerichtet werden, sogenannte Olympic Lanes. Das Chaos wäre vorprogrammiert, die Stadt gelähmt. Auch bei der Risiko- und Lastenverteilung akzeptiert der Senat den Status Quo des IOC, anstatt für Hamburg zu kämpfen: Weihnachtsmarktveranstalter zahlen für die Sicherheit ihrer Veranstaltung. Bei den Spielen ist jedoch die Stadt bereit, gigantische Summen dafür zu zahlen – wie Paris, wo die Sicherung der Spiele den öffentlichen Haushalt 1,4 Milliarden2 kostete. Der Senat hat sich noch nicht einmal mit der Idee beschäftigt, zumindest die Hochrisikokosten vom IOC bezahlen zu lassen.3 Dass in den sogenannten Beteiligungsformaten nicht darüber informiert wurde, spricht Bände.«4

    Sascha Mummenhoff, Landesvorsitzender des Bund der Steuerzahler Hamburg e.V.:

    »Dass der DOSB Hamburg bei der Eventtauglichkeit durchwinkt, beantwortet die entscheidende Frage nicht: Welche konkreten Belastungen kommen auf die Stadt zu und wer trägt am Ende die Risiken und Kosten, besonders bei Verkehr und Sicherheit? Ohne vollständige Transparenz ist eine verantwortliche Bewertung unmöglich. Der Bund der Steuerzahler Hamburg e.V. erwartet daher eine lückenlose, öffentlich zugängliche Kostendarstellung, vom ersten Euro der Bewerbungsphase bis zu Infrastruktur-, Organisations- und Sicherheitsausgaben. Jede finanzielle Verpflichtung muss nachvollziehbar offengelegt werden, bevor politische Festlegungen getroffen werden. Und ausgerechnet bei den Sicherheitskosten erleben wir seit Jahren eine Mauer des Schweigens: Die Hamburger Innenbehörde verweigert echte Transparenz darüber, welche Polizeikosten bei Großveranstaltungen tatsächlich entstehen und wie sie sich zusammensetzen. Wer beim Tagesgeschäft mauert, darf erst recht keine zusätzlichen Milliardenrisiken eingehen. Beim Profifußball fordern wir seit Jahren das Verursacherprinzip: Wer zusätzliche Polizeieinsätze auslöst, soll die Mehrkosten tragen. Für Olympia muss derselbe Maßstab gelten. Es ist nicht vermittelbar, dass Steuerzahlerinnen und Steuerzahler die olympiabedingten Sicherheits-Mehrkosten eines globalen Milliardenevents schultern sollen, während das IOC wirtschaftlich profitiert. Unsere Position lautet daher: Die olympiabedingten Sicherheits-Mehrkosten, insbesondere Hochrisiko- und Zusatzaufwände, müssen vom IOC übernommen werden. Der Hamburger Senat muss die Realität des eigenen Haushalts im Blick behalten. Wenn parallel weitere große Vorhaben (Naturkundemuseum im Elbtower, Kühne-Oper, Sanierung der bestehenden Oper, Hafenmuseum und Zukunftsentscheid) anstehen, steigt die Pflicht zu Transparenz, Prioritäten und klarer Risikobegrenzung. Das ist kein Votum gegen Olympia. Aber Olympia kann in Hamburg nur seriös diskutiert werden, wenn alle Risiken offen auf dem Tisch liegen und die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nicht zum Selbstbedienungsladen für ein internationales Prestigeprojekt werden.«

    1 siehe DOSB Anleitung im Anhang [hier nicht angehängt]
    2 Cours de Compte: Les Jeux Olympiques et Paralympiques de Paris 2024. Rapport au Parlement. S.18. Zusätzliche Infrastrukturkosten: 300 Millionen für Sicherheitsequipment
    3 BDrs 23-02040
    4 Der DOSB bestätigt am 30.09.2025, dass die Minimumkriterien erfüllt sind – inkl. Olympic Lanes.

  • NOlympia Hamburg: Zehn Jahre Nein zu Olympia: Hamburger Senat ist lernresistent

    Am Samstag jährt sich das Referendum über die Hamburger Olympiabewerbung für die Sommerspiele 2024 zum zehnten Mal. Trotz einer knapp 22 Millionen Werbekampagne stimmten damals 51,6 Prozent der Hamburger*innen gegen Olympia. Zehn Jahre später sieht sich der Hamburger Senat nicht mehr an diesen Entscheid gebunden und plant erneut 18 Millionen für seine Olympiakampagne ein. Kampagnenauftakt waren die sogenannten Bürgerbeteiligungen im November 2025.

    Dazu Eckart Maudrich, Sprecher von NOlympia Hamburg: „2015 haben die Hamburger*innen den größenwahnsinnigen Plänen des Senats einen Riegel vorgeschoben. Eigentlich müsste sich der Hamburger Senat bei den Gegner*innen der Spiele bedanken. Zwischen 2015 und 2024 sind infolge von Coronapandemie und Ukrainekrieg die Bau[1]– und Sicherheitskosten[2] explodiert. Ein gigantisches Milliardenloch im Haushalt wäre die Folge gewesen. Aber der Hamburger Senat ist lernresistent und verschwendet schon wieder Unsummen für eine neue Hamburger Olympiabewerbung“

    „Olympia erzielt 76 Millionen Gewinne”,[3] behauptete Steffen Rülke, Leiter der Hamburger Olympiaprojektgruppe bei der Auftaktveranstaltung der „Bürgerdialoge“ und verschweigt die 6,3 Milliarden Verluste für die öffentliche Hand. Das IOC sei reformiert, die Verträge transparent und das Organisationskomitee zahle nationale Steuern, heißt es von Senatsseite. Unerwähnt bleibt, dass der Senat selbst durch seine Unterschrift unter den Host City Vertrag[4] und die Olympic Charter[5] dafür sorgt, dass die Milliardeneinnahmen des IOC[6] direkt in die Schweiz fließen. Der Hamburger Senat behauptet, der Bund stehe hinter der Bewerbung und verschweigt, dass er zu den derzeitigen Bewerbungskosten keinen Cent an Hamburg überweist[7]. Angesprochen auf die durchschnittlich 1.333 Euro, die ein Ticket bei der Eröffnungsfeier in Paris kostete,[8] konstatiert Rülke (Jahresgehalt 250.000 Euro) zynisch, dass alle Hamburger*innen bei den Langstreckenevents an der Strecke stehen könnten.

    Maudrich: „Olympia ist eine Projekt für die Eliten – nur wenige profitieren davon, enorme finanzielle, soziale und ökologische Folgekosten sind die Kehrseite der Medaille. Schon jetzt driften Mieten in Hamburg in immer krassere Dimensionen ab. Die Armut[9] wächst und immer mehr Menschen bekommen die Folgen des Klimawandels zu spüren. Vor 10 Jahren haben die Hamburger Verantwortung übernommen. Beim Zukunftsentscheid dieses Jahr auch. Wir hoffen, dass sie dies im Mai 2026 bei Olympia ebenso tun werden.”

     

    [1] Cours de Compt: Les Jeux Olympiques et Paralympiques de Paris 2024.Rapport au Parlement. S.36 Der öffentliche Bau-Zuschuss mute um 175% auf knapp eine 500 Millionen erhöht werden

    [2] ebenda: S32 und 34: Das Sicherheitsbudget stieg von 200 Millionen auf auf gut 1.700 Millionen.

    [3] S. Endnote 1. Das zitierte Budget betrifft nur die Eventveranstalterperspektive der Durchführung. Das Ergebnis kommt zustande, weil a) die öffentliche Hand auch dazu bereits gut 200 Millionen zugeschossen hat (S 18 iVm S26) und b) die Sicherheitskosten i.H.v. 1.700 Millionen auf die öffentliche Hand abgewälzt wurden (s. FN 2)

    [4] “…necessary for the Host City, the Host NOC and the OCOG to coordinate with competent Host Country Authorities so that the tax legislation of the Host Country is implemented and applied in a manner that guarantees the achievement of the objectives and results described in §22.2-22.5.” HCC Principles 22.1ff. Gleichlautend auch LA28 und Brisbane32

    [5] 1. Olympic Charter = lex superior. The nat’l gov´t of the country… must submit to the IOC a legally binding instrument by which the said government… guarantees that the country …will comply with & respect the Olympic Charter”; OCR 33 III. 2. Das Organisationskomitee (also auch Hamburg) ist IOC weisungsgebunden,OCR 35, BLR 35. 3. Finanzielle und organisatorische Verantwortung liegt beim Ausrichter: Immediately upon the election…, the IOC enters into an agreement with the elected host and the NOC …”;OCR 36 I 1. The IOC shall have no financial responsibility in respect of the organisation, financing and staging of the Olympic Games other than the contribution determined in the Olympic Host Contract…; OCR 36 II 2

    [6] IOC. Annual Report 2024. Games of a New Era. S.197

    [7] BDrs .23-02040

    [8] s. Endnote 1, S128

    [9] 497 tsd Menschen fallen unter die wohnkostenbereinigte Armutsquote in Hamburg. Der Paritätische 2024: Wohnen macht arm. 2024. 38 tsd Menschen sind wohnungslos in Hamburg. Nagel 2024. Überwindung der Wohnungslosigkeit bis 2030.

    Über NOlympia Hamburg

    NOlympia Hamburg hat sich anlässlich Hamburgs Olympiabewerbung 2015 formiert, um über Risiken und Nebenwirkungen von Spielen in Hamburg kritisch zu informieren. Mitte 2025 musste die Arbeit erneut aufgenommen werden, weil der Senat sich wieder massiv Steuermittel hat genehmigen lassen, um seine Wahrheit über alle Stimmen und Abstimmungsergebnisse hinweg durchzusetzen und dadurch eine ausgewogene Information akut gefährdet ist.