Interview

  • DIE ZEIT: »Olympia ist eine riskante Wette«

    Olympia soll Hamburg fast fünf Milliarden Euro kosten. Der Ökonom Alexander Budzier forscht seit Jahren zu Olympia-Budgets – und warnt: Es könnte viel teurer werden.
    Interview: Annika Lasarzik, Hamburg

    Am 31. Mai stimmen die Hamburgerinnen und Hamburger bei einem Volksreferendum ab: Soll sich die Stadt um die Austragung der Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben? Der Hamburger Senat wirbt mit vergleichsweise kostengünstigen Spielen und hat im März ein Finanzkonzept vorgelegt, das genau das verspricht. Doch wie belastbar sind die Zahlen? Der Ökonom Alexander Budzier forscht an der Saïd Business School der University of Oxford seit Jahren zu Kosten und Risiken von Großprojekten. Gemeinsam mit seinem Kollegen Bent Flyvbjerg hat er mehrere Olympische Spiele untersucht. Im Gespräch erklärt Budzier, warum vermeintliche Gewinne oft nur auf dem Papier stehen, inwiefern die Wirtschaft tatsächlich profitiert – und wo besonders Kostenfallen drohen.

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  • Jessica Sturmberg (Deutschlandfunk): Olympia 2026 – Finanzdefizit in Cortina: Kollegengespräch mit [dem Ökonom] Matthias Fett

    »Zumindest bei den Studien, die ich gelesen habe zu Sportgroßveranstaltungen, ist das schon so, dass wenn die im Vorfeld erstellt werden, dann werden die von Unternehmensberatungen oder anderen Instituten erstellt. Natürlich auf Anfrage der Organisatoren oder der Komitees, die sich um olympische Spiele oder auch Fußballweltmeisterschaften – es ist ein gleiche Problem – bewerben wollen. Und da steht das Ergebnis schon vorher fest. Man muss dann nur irgendwie finden, wie kommt man halbwegs wissenschaftlich nun dahin zu diesem Ergebnis. Und wenn man sich dann dann im Nachhinein mit diesen Studien näher auseinandersetzt, dann fällt auf, dass nicht nur das Ergebnis zu positiv gerechnet ist und dass man mit Millionen- oder Milliardengewinnen rechnet, das dann schön klingt, sondern die Studien weisen regelmäßig auch methodische Fehler auf, wo man als Ökonom teilweise die Hände über dem Kopf schlägt« (Ökonom Matthias Fett)
    https://www.deutschlandfunk.de/olympia-2026-finanzdefizit-in-cortina-kollegengespraech-mit-matthias-fett-100.html (26. April 2026, 19:36 Uhr)

    Vgl. auch Matthias Fett: Olympische Spiele in Deutschland, lohnt sich das? Von Olympia würde die ganze Republik profitieren, behauptet Vizekanzler Lars Klingbeil. Dabei sagen die Zahlen etwas anderes. In: Spiegel, 23.02.2026, 20.41 Uhr [€]

    Kumulative Dissertation von Matthias Fett: High life – the FIFA World Cup and its economic effects (2021)
    Aufsätze hierin:
    The game has changed – a systematic approach to classify FIFA World Cups, S. 7-23
    High life – new empirical evidence on the economic boost of the FIFA World Cup, S. 24-58
    Does the FIFA World Cup boost economies around the world? : an empirical analysis, S. 59-101
    Outlands : a case study on the 2014 FIFA World Cup in Brazil, S. 102-142

  • rbb: Olympia-Anlauf stößt auf Widerstand. Bündnis NOlympia Berlin startet Unterschriftensammlung

    »Berlin und Olympia, das war schon immer eine schwierige Kombination. 1936 nutzten die Nazis die Spiele als Propaganda-Show, eine Bewerbung für das Jahr 2000 endete in einem Desaster. Jetzt will die Stadt sich erneut für die Spiele bewerben. Eine Gesamtbefragung der Berliner gibt es aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht, stattdessen haben ausgewählte Berliner gestern Handlungsempfehlungen an den Senat übergeben. Das Bündnis NOlympia Berlin beginnt heute offiziell mit einer Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren gegen eine Olympia-Bewerbung. darüber sprechen wir mit Gabriele Hiller, eine der Sprecherinnen und Gründungsmitglied von ›NOlympia Berlin‹.«

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    Hier die Unterschriftsliste (pdf)

    Ausdrucken – unterschreiben – 4 weitere Unterzeichner*innen finden – Brief an NaturFreunde Berlin, Paretzer Str. 7, 19713 Berlin  schicken oder bei einer Sammelstelle abgeben 🙂

  • Rachel Beroggi (SRF): Geschlechtertests für Olympia – Sorgt ein Gentest für mehr Fairness im Frauensport? Interview mit Soziologen Dennis Krämer

    »Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verschärft die Regeln für den Frauensport: Athletinnen müssen künftig einen genetischen Geschlechtertest machen, Transfrauen werden ausgeschlossen. Die neuen Richtlinien sollen die Fairness im Frauensport gewährleisten, heisst es vom IOC. Tun sie das wirklich? Der Soziologe Dennis Krämer sieht das kritisch. Er forscht zur Geschlechterdiversität im Sport.«

    Dennis Krämer: »[…] Für die Spiele 2028 bedeutet das konkret: Rund 5600 Personen werden getestet, um über ihre Teilnahme zu entscheiden. Gleichzeitig zeigen sportmedizinische Metastudien, dass es über Disziplinen hinweg keine signifikanten Leistungsunterschiede zwischen trans- und nicht­trans­geschlechtlichen Personen gibt. Das kann man alles diskutieren und kritisch sehen, aber man muss es zumindest zur Kenntnis nehmen. […] In meinen Augen sollte die Partizipation von inter- und transgeschlechtlichen Personen stärker an Selbstbestimmungsgesetzen orientiert werden. Dem Argument, dass das unfair sei, würde ich begegnen mit: Sport ist immer unfair. Neben biologischen Faktoren spielen auch Grösse, Alter, Training, Talent oder Ehrgeiz eine Rolle. Diese Dimensionen bildet ein SRY-Gen überhaupt nicht ab.«
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  • Deutschlandfunk: Olympiabewerbung – Wie ehrlich sind die Städte-Kampagnen? Interview mit Ben Bendrich

    »Das Problem bei eigentlich allen Bewerbern ist, dass es zu einer einseitigen Darstellung ohne Gegenargumente kommt. Wir sehen in den einzelnen Broschüren, dass besonderer Wert auf die Pro-Argumente oder die vermeintlichen positiven Auswirkungen der Spiele gelegt wird, aber eben auf die Kontra-Argumente wenig bzw. gar keinen Wert gelegt wird und das sehe ich als problematisch an.

    Da gibt es keinen einzigen Risikohinweis in Bezug auf die Bewerbung. Es fehlen Szenarien zu der Kostenüberschreitung und, was mich besonders entsetzt, muss ich sagen, dass wenig auf die sozialen Folgen eingegangen wird und diese nahezu nicht erwähnt werden….

    Wir haben eine massive Gentrifizierung in den Olympiastädten. Das heißt, es gibt einen unheimlichen Mietpreisanstieg in den Austragungsorten, aber auch die Immobilienpreise steigen stark an. Es kommt zur Verdrängung von der einkommensschwächeren Bevölkerung in den Innenstädten.

    Wir haben massive Sicherheitsmaßnahmen, die vonstatten gehen, die sich mittlerweile im Milliardenbereich befinden, aber von den Bewerbern.. überhaupt nicht erwähnt werden.

    Dann kommt es zu einer Militarisierung der Polizei. Das hat auch Auswirkungen auf die örtliche Bevölkerung, aber eben auch für den Mittelstand, da viele der kleinen Unternehmen mal eben gar keine Kundschaft haben durch die massiven Sicherheitsabsperrungen…

    Wir haben einen massiven Eingriff in die demokratische Willensbildung…

    Die Gewinne werden privatisiert, aber die Kosten werden weiterhin sozialisiert« Zum ganzen Interview

    Zur Website von Dr. Benjamin Bendrich
    https://derballluegtnicht.com/eine-seite/

  • BUND Berlin: Interview mit dem Olympioniken Christoph Harting. »Da knallen zwei Welten aufeinander«

    Diskuswerfer und NOlympia-Unterstützer Christoph Harting über desillusionierende Erlebnisse in Brasilien, marode Turnhallen in Berlin und sinnvolle Alternativen zu einer Olympia-Bewerbung

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