Kirsty Coventry

  • Raphael Späth (Sportschau): Geschlechtertests für Sportlerinnen. Kein Schritt nach vorne, dafür drei Schritte zurück

    »Das IOC führt Gentests für Frauen ein und schließt transgender Athletinnen aus. Es ist ein Schritt zurück in die Vergangenheit, der auch politisch motiviert ist…. Anstatt Regularien zu finden, die diese Erkenntnisse und die gesellschaftliche Entwicklung in den vergangenen Jahren mit einbeziehen, schiebt das IOC allen Athletinnen einen Riegel vor, die nicht der weiblichen Norm entsprechen. Als Grundlage hierfür soll der sogenannte SRY-Gentest dienen – ein Test, der selbst vom Erfinder und vielen anderen wissenschaftlichen Expertinnen und Experten als unzureichend bezeichnet wurde, um sportliche Leistungsfähigkeit festzustellen. Auf welchen wissenschaftlichen Studien die Entscheidung des IOC basiert, ist nicht öffentlich einsehbar. Auch, wer genau Teil der Arbeitsgruppe war, die diese neuen Regularien erarbeitet hat, weiß nur der erlesene innere Kreis des IOC…. Was aber transparent dargelegt wurde, ist, dass diese Entscheidung auch mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele 2028 getroffen wurde. 2028 finden die Spiele in den USA statt, es ist das letzte große Sportereignis mit Donald Trump als Präsidenten, dem Vorreiter im US-Kulturkampf gegen transgender Sportlerinnen. Schon im Wahlkampf 2024 war der Ausschluss von transgender Athletinnen eines der wichtigsten Themen der Republikaner – obwohl die Anzahl an trans* Leistungssportlerinnen in den USA an einer Hand abgezählt werden kann.

    Seit seinem Amtsantritt hat die US-Regierung dann auch entsprechende Gesetze erlassen, in vielen Bundesstaaten und quasi im gesamten Collegesport-System ist transgender Athletinnen der Start in der Frauen-Kategorie inzwischen untersagt. Donald Trump hat auch klar gemacht, dass er keine trans* Athletinnen in Los Angeles am Start sehen will. Diesen Wunsch hat die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry ihm jetzt erfüllt. Anders als Vorgänger Thomas Bach bewegt sie sich voll auf Trump-Linie und verwendet dabei die gleichen diskriminierenden Formulierungen, spricht immer wieder von biologischen Männern anstatt von transgender Frauen.

    Die neuen Regeln sind ein klarer Verstoß gegen bestehende Menschenrechtskonventionen und Datenschutzverordnungen, selbst die Vereinten Nationen haben in den vergangenen Wochen gegen die Einführung verpflichtender Gentests plädiert. Vielmehr sind sie ein Schritt zurück in die Vergangenheit, in schon längst vergessen geglaubte Zeiten. Ausschluss anstatt Inklusion – das ist seit heute das neue Motto im Weltsport.«

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  • »Das IOC ist ein Meister im Fassadenschwindel, behauptet Gemeinnützigkeit, ist aber im Grunde eine Kommerzmaschine« (Klaus Zeyringer)

    »Das IOC ist ein Meister im Fassadenschwindel« Der österreichische Publizist und Moderator Klaus Zeyringer sieht das Großereignis »olympische Winterspiele« mit kritischem Blick. Zum Artikel in Rainews (20.2.2026)

  • Peter Filzmaier (profil): Die olympischen Widersprüche

    Bei Olympischen Spielen geht es um mehr als nur Gold, Silber und Bronze. Kein globales Ereignis stellt für die Politik eine größere Bühne dar. Doch darüber spricht man nicht. Und über die politischen Widersprüche der Spiele schon gar nicht.

    1. Einerseits gibt das Internationale Olympische Komitee (IOC) in der Präambel seiner Prinzipienerklärung und in den Regeln 1 und 2 – also ganz vorn – politische Ziele wie Frieden, Internationalität und Völkerverständigung, Menschenwürde und Menschenrechte sowie Antidiskriminierung vor. Andererseits gibt es das Gerede vom unpolitischen Sport. Was objektiv ein GAU ist: der größte anzunehmende Unsinn. […]
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  • Christoph Becker (FAZ): Der DOSB wählt den Gleichschritt [€]

    »[…] Allerdings sollten Weikert und Co. darauf achten, mit welchem Weltbild Frau Coventry Olympische Spiele aufzieht. Dass das IOC und die Olympischen Spiele von 1936 keinen Beitrag zur Propaganda der Nationalsozialisten geleistet haben, sie ebenso wenig Wladimir Putin 2014 beim Winterfestival an seiner Sommerresidenz in Sotschi in die Karten spielten, ist eine Sicht, die in ihrer Geschichtsvergessenheit und Verantwortungslosigkeit nicht satisfaktionsfähig ist.«

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  • Christoph Becker (FAZ): IOC-Politik unter Coventry: Frohe Botschaft für Moskau [€]

    Mord und Totschlag in der Ukraine zum Trotz: Die olympische Welt unter IOC-Präsidentin Kirsty Coventry betreibt eine aktive Resozialisierung von Putins Sportsystem. Darin spielt die Armee die zentrale Rolle.

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    Siehe dazu auch

    Weiß sie überhaupt, was mit Menschenrechten gemeint ist? [€]
    Von Christoph Becker
    30.01.2026, 14:47

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  • Robert Kempe/Jochen Leufgens (WDR-Doku): Kirsty Coventry – Vom Golden Girl auf den olympischen Thron (2026)

    »Robert Kempe und Jochen Leufgens zeichnen den beispiellosen Aufstieg einer Weltklasseathletin vom Les-Brown-Pool in Harare bis auf den IOC- Thron in Lausanne nach. In der WDR-Doku gehen sie den Fragen nach, die bisher noch niemand öffentlich beantwortet hat. Denn während Kirsty Coventry in Lausanne die olympischen Werte hochhält, blickt ihre Heimat Simbabwe mit anderen Augen auf sie.«
    Video verfügbar bis 28.01.2031
    Video

    Dazu der Kommentar in der FAZ:
    IOC-Chefin Kirsty Coventry: Weiß sie überhaupt, was mit Menschenrechten gemeint ist?
    Von Christoph Becker, 30.01.2026
    »….Die WDR-Journalisten Robert Kempe und Jochen Leufgens liefern mit ihrer Dokumentation ›Die Präsidentin‹ eine konzise Antwort: Kirsty Coventry ist zutiefst kompromittiert. ›Sie ist die letzte Person, die über Menschenrechte sprechen sollte‹, sagt die von der Regierung Simbabwes inhaftierte, von der Polizei misshandelte Anwältin Beatrice Mtetwa: ›Ich glaube, sie weiß nicht einmal, was mit Menschenrechten gemeint ist.‹…“
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