• Olympia – Konzept zum Scheitern

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    Pressemitteilung:

    Berlin, 1.6.2026: Der Berliner Senat stellt gemeinsam mit Vertreter*innen von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Leipzig und Rostock das Bewerbungskonzept Berlin+ vor. Das Konzept soll am 4. Juni beim DOSB eingereicht werden.

    Kosten sind intransparent: Den Berliner*innen soll die Katze im Sack verkauft werden. Das Konzept enthält keine belastbare und vollständige Kostenaufstellung. Die Kosten für die Ausrichtung der Olympischen Spiele werden auf vier Bereiche verteilt. Zu zweien – dem Bereich »öffentliche Dienstleistungen« sowie zu den »zusätzlichen, nicht verpflichtenden Maßnahmen« – werden überhaupt keine Summen genannt. Auch die anderen Kalkulationen sind zweifelhaft. 
    Kostensteigerungen sind programmiert: Die Kosten für Olympische Spiele verdoppeln und verdreifachen sich erfahrungsgemäß. Bereits die Bewerbungskosten haben sich schon während des Verfahrens rasant von 500.000 € auf 6 Millionen € verzwölffacht. Insbesondere Baumaßnahmen, egal ob temporärer Neu- oder Umbau, bergen in Berlin immer die Gefahr, mit dem ›BER-Faktor‹ multipliziert zu werden. Das Konzept macht jedoch weder Aussagen zum Verlustpotenzial der Olympischen Wettkämpfe insgesamt noch dazu, wer die zu erwartenden Kostensteigerungen bis zu welcher Summe übernehmen soll. 
    Wohnen wird noch teurer: Die Wohnungsmieten verteuern sich erfahrungsgemäß bereits mit der Nominierung zur Ausrichtung der Wettkämpfe. Durch die mit Olympia regelmäßig verbundenen Gentrifizierungsprozesse wird das Wohnen noch unbezahlbarer, als es ohnehin schon ist. Das Konzept macht keine Angaben, wie es das verhindern will. An die Mieter*innen, immerhin die Mehrheit in der Stadt, denkt der Senat offenbar überhaupt nicht.
    Mangelhafte demokratische Grundlage: Der Senat präsentiert Olympia als Angebot, das man nicht ablehnen kann. Bei Bürgerbeteiligungen fehlt durchgängig die Möglichkeit, die Spiele abzulehnen. Stattdessen beruft sich das Konzept auf eine DOSB-Umfrage als Nachweis einer »tragfähigen demokratischen Grundlage«. Umfragen von neutraleren Akteuren ergeben jedoch regelmäßig negative Ergebnisse für Olympia. Nach der ersten Vorstellung des Bewerbungskonzepts sahen einer Civey-Umfrage gemäß nur 32% der Befragten in den Olympischen Wettkämpfen »eindeutig« oder »eher« eine »Chance« für Berlin. Das ist weniger als ein Drittel!
    Greenwashing: Die Aussage, »klimapositive« Spiele ausrichten zu wollen, ist reines Greenwashing. Mega-Events und Nachhaltigkeit sind ein Widerspruch in sich. Das wird nicht besser, wenn der Senat rund 80mal das Wort »nachhaltig« über sein Olympiakonzept verteilt. Berlin verfehlt bereits jetzt seine Klimaziele und steht vor großen Herausforderungen beim Umwelt- und Klimaschutz.
    »Das Hamburger Ergebnis zeigt, dass die Bürger*innen sehr gut verstehen, dass Großevents wie Olympische Spiele keine Möglichkeit darstellen, strukturelle Probleme der Städte – auch nicht von Rostock, Cottbus oder Leipzig – zu lösen. Dass dieser Hilferuf allerdings durch die Regierenden in Berlin verstanden wird, ist leider nicht zu erwarten. Das Bewerbungskonzept wird die Berliner*innen nicht überzeugen. Spätestens bei dem im April gestarteten Volksbegehren ›Für Berlin – gegen Olympia‹ wird die Olympiabewerbung in Berlin genauso krachend scheitern wie die Hamburgs«, so Gabriele Hiller, Vertrauensfrau des Volksbegehrens des NOlympia-Bündnis.
    NOlympia Berlin sammelt Unterschriften für das Volksbegehren: 
    »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung um Olympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044!« 
    Unterschriftsliste zum Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens:
    Herunterladen – handschriftlich und gut lesbar ausfüllen – das Originaldokument per Post in einem frankierten Brief an die Trägerin des Volksbegehrens senden:
    NaturFreunde Berlin e.V.
    Paretzer Str. 7
    10713 Berlin
  • Analyse von David Gogishvili und Martin Müller: Past Carbon Emissions and Future Targets for the Olympic Games

    The global visibility, and political weight of the Olympic Games can inspire climate change action. Yet, at the same time, the
    Olympics are also significant carbon emitters, potentially undermining their credibility as sustainability leaders. To date, how-
    ever, there is a lack of a systematic assessment of past carbon emissions and extrapolation of future targets considering inter-
    national agreements. Our analysis shows Olympics-related carbon emissions ranged from 1.59 to 4.5 million tonnes of CO 2 e in
    recent editions. Paris 2024 set emission-reduction targets aligned with the 2015 Paris Agreement. Our analysis suggests that the
    IOC and future Olympic host cities should commit to verifiable emissions targets and change the delivery model of the event to
    meet the Paris Agreement.

    [Übersetzung: Die globale Sichtbarkeit und politische Bedeutung der Olympischen Spiele können Ansporn für Maßnahmen zum Klimaschutz sein. Gleichzeitig sind die Spiele jedoch auch erhebliche CO₂-Emitter und gefährden damit ihre Glaubwürdigkeit als Vorbilder für Nachhaltigkeit. Bisher fehlt es jedoch an einer systematischen Bewertung der vergangenen Treibhausgasemissionen sowie an der Prognose zukünftiger Ziele unter Berücksichtigung internationaler Vereinbarungen. Unsere Analyse zeigt, dass die klimarelevanten Emissionen der Olympischen Spiele in den jüngsten Ausgaben zwischen 1,59 und 4,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent lagen. Paris 2024 hat Emissionsreduktionsziele festgelegt, die mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 übereinstimmen. Unsere Untersuchung zeigt, dass das IOC sowie zukünftige Austragungsorte der Spiele verifizierbare Emissionsziele übernehmen und ihr Veranstaltungsmodell grundlegend verändern müssen, um den Anforderungen des Pariser Abkommens gerecht zu werden.]

    Institute of British Geographers.
    https://doi.org/10.1111/geoj.70068open_in_new
    ISSN0016-7398
    eISSN1475-4959

    Received 24 July 2024
    Revised28 October 2025
    Accepted16 January 2026

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