Kosten

  • André Zuschlag (taz): Olympia-Referendum in Hamburg. Rot-Grün will bei Olympia lieber nicht nachrechnen

    »Den Antrag der Linken, den Rechnungshof um eine Einschätzung zu möglichen Olympia-Kosten zu bitten, will Rot-Grün ablehnen. Das passt leider ins Bild…. Auf welchen Informationen und Einschätzungen basierend sollen sich die Ham­bur­ge­r:in­nen eigentlich eine Meinung bilden? Da will Rot-Grün nicht dabei helfen, allzu tief ins Konkrete und in mögliche Lücken des Konzepts zu blicken. […]«

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  • The Oxford Olympics Study 2024: Are Cost and Cost Overrun at the Games Coming Down? (2024)

    The present paper is an update and extension of the „The Oxford Olympics Study 2016“ (Flyvbjerg et al. 2016). We document that the Games remain costly and continue to have large cost overruns, to a degree that threatens their viability. The IOC is aware of the problem and has initiated reform. We assess the reforms and find: (a) Olympic costs are statistically significantly increasing; prior analyses did not show this trend; it is a step in the wrong direction. (b) Cost overruns were decreasing until 2008, but have increased since then; again a step in the wrong direction. (c) At present, the cost of Paris 2024 is USD 8.7 billion (2022 level) and cost overrun is 115% in real terms; this is not the cheaper Games that were promised. (d) Cost overruns are the norm for the Games, past, present, and future; they are the only project type that never delivered on budget, ever. We assess a new IOC policy of reducing cost by reusing existing venues instead of building new ones. We find that reuse did not have the desired effect for Tokyo 2020 and also looks ineffective for Paris 2024. Finally, we recommend that the Games look to other types of megaprojects for better data, better forecasting, and how to generate the positive learning curves that are necessary for bringing costs and overrun down. Only if this happens are Los Angeles 2028 and Brisbane 2032 likely to live up to the IOC’s intentions of a more affordable Games that more cities will want to host.

    [Übersetzung:
    Der vorliegende Beitrag ist eine Aktualisierung und Erweiterung der Studie „The Oxford Olympics Study 2016“ (Flyvbjerg et al. 2016). Wir dokumentieren, dass die Olympischen Spiele weiterhin extrem kostspielig sind und erhebliche Kostenüberschreitungen aufweisen, die ihre langfristige Tragfähigkeit gefährden. Das IOC ist sich des Problems bewusst und hat Reformen eingeleitet. Wir bewerten diese Reformen und stellen fest:

    (a) Die Kosten für Olympische Spiele steigen statistisch signifikant – frühere Analysen zeigten diesen Trend nicht; dies ist ein Schritt in die falsche Richtung.
    (b) Die Kostenüberschreitungen gingen bis 2008 zurück, sind seitdem jedoch wieder gestiegen – erneut ein Schritt in die falsche Richtung.
    (c) Derzeit belaufen sich die Kosten für Paris 2024 auf 8,7 Milliarden US-Dollar (auf das Niveau von 2022 bezogen), wobei die Kostenüberschreitung realwertmäßig bei 115 % liegt – dies entspricht nicht den versprochenen günstigeren Spielen.
    (d) Kostenüberschreitungen sind bei den Olympischen Spielen die Regel – in der Vergangenheit, gegenwärtig und zukünftig. Sie sind das einzige Projekt, das bisher niemals innerhalb des Kostenrahmens abgeschlossen wurde.

    Wir prüfen eine neue IOC-Strategie, die auf der Wiederverwendung bestehender Stadien statt Neubauten basiert, um die Kosten zu senken. Unser Ergebnis: Die Wiederverwendung hatte für Tokio 2020 nicht die gewünschte Wirkung und scheint auch für Paris 2024 wirkungslos zu sein.

    Abschließend empfehlen wir, dass die Olympischen Spiele sich an anderen Megaprojekten orientieren, um bessere Daten, genauere Prognosen und Ansätze für positive Lernkurven zu übernehmen – Voraussetzungen dafür, dass Kosten und Überschreitungen sinken. Erst wenn dies gelingt, werden die Spiele in Los Angeles 2028 und Brisbane 2032 den IOC-Zielen einer erschwinglicheren Ausgabe gerecht, die mehr Städte dazu motivieren, die Spiele auszurichten.]

    Zur Studie

    Budzier, Alexander and Flyvbjerg, Bent, The Oxford Olympics Study 2024: Are Cost and Cost Overrun at the Games Coming Down? (May 30, 2024). Available at SSRN: https://ssrn.com/abstract=4850085 or http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.4850085
  • Berlin träumt von Olympia – Neukölln sperrt Turnhallen wegen etwas Schnee

    Schwarz-Rot verkennt mit Olympiabewerbung tatsächliche Bedarfe der Stadt.

    Von einer Schneekatastrophe ist Berlin mit aktuellen Schneehöhen zwischen sechs und zwölf Zentimetern weit entfernt, dennoch hat der Bezirk Neukölln neun Schulturnhallen „aufgrund der aktuellen Witterungsbedingungen und der dadurch entstandenen Schneelast“ für den Trainings- und Spielbetrieb gesperrt, bis der Schnee beräumt wurde. Das ist in der dem BUND Berlin vorliegenden E-Mail des Bezirks an die Nutzenden der Hallen zu lesen.

    Dazu erklärt Carmen Schultze, Vertrauensperson des geplanten Volksbegehrens »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung zu Olympischen Spielen in den Jahren 2036, 2040 und 2044«:

    „Der Berliner Senat will sich im Licht eines internationalen Sportevents sonnen, während gleichzeitig die Grundvoraussetzungen für den Schul- und Breitensport immer weiter vor sich hinbröckeln. Die im Haushalt 2026 reservierten sechs Millionen Euro für die Berliner Olympiabewerbung wären offensichtlich wesentlich besser in vordringlichen Instandsetzungsarbeiten der bestehenden Sportinfrastruktur aufgehoben.

    Olympische Spiele in Berlin wären weder finanziell noch ökologisch nachhaltig. Schon in der Anbahnungsphase fressen sie wertvolle Ressourcen. Diese braucht gerade Berlin dringend, um die Stadt zukunftsfest umzubauen. Wärmewende, Mobilitätswende, Klimaanpassung – die Liste der Aufgaben ist gewaltig und wird nicht oder kaum abgearbeitet. Da passt die Bewerbung für ein Mega-Event wie die Olympischen Spiele überhaupt nicht.“

    Am 15. Dezember 2025 haben die Vertrauenspersonen des geplanten Volksbegehrens »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung zu Olympischen Spielen in den Jahren 2036, 2040 und 2044« bei der Senatsinnenverwaltung den offiziellen Antrag auf eine amtliche Kostenschätzung eingereicht. Die Verwaltung unter der Leitung von Iris Spranger (SPD) hat nun zwei Monate Zeit, ihre Schätzung abzugeben. Frühestens Mitte Februar kann mit dem Sammeln von den 20.000 benötigten Unterschriften für den Antrag auf Einleitung des Volksbegehrens begonnen werden.

    Betroffen von der Sperrung in Neukölln sind laut vorliegender Mail die Turnhallen von Christoph-Ruden-Schule, Hermann-Boddin-Schule, Bruno-Taut-Schule, Elbe-Schule, Hans-Fallada-Schule, Karlsgarten-Schule, Thomas-Morus-Schule, Albert-Einstein-Schule und Theodor-Storm-Schule.

    Zur Pressemitteilung