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  • »Für Berlin – gegen Olympische Spiele«. Bündnis NOlympia Berlin startet offiziell mit der Vorbereitung des Volksbegehrens

    Nach einer aktuellen, repräsentativen Umfrage spricht sich eine überwältigende Mehrheit gegen Olympische Spiele in Berlin aus. Dennoch hält der Berliner CDU-SPD-Senat weiterhin an der Bewerbung fest. Darum hat das Bündnis NOlympia Berlin mit der Vorbereitung eines Volksbegehrens begonnen.

    Als Vertrauenspersonen des Volksbegehrens haben sich bereiterklärt: Uwe Hiksch (NaturFreunde Berlin), Dr. Gabriele Hiller (ehem. Linksfraktion Berlin), Klara Schedlich (Grüne Fraktion Berlin), Carmen Schultze (BUND Berlin), Prof. Dr. Johannes Verch (Sportwissenschaftler).

    Das Bündnis freut sich außerdem, in dem Olympiasieger Christoph Harting einen prominenten Unterstützer des Volksbegehrens gewonnen zu haben. Der Olympik betont:

    »Leistungssportförderung beginnt in der Breite, mit einem funktionierenden Kinder-, Jugend- und Breitensport. Die Lücken dort durch eine aufwendige, kostspielige Bewerbung für Olympische Spiele schließen zu wollen, ist absurd und populistisch.«

    Die Vertrauensperson des Volksbegehrens Klara Schedlich (Grüne Fraktion Berlin) erklärt:

    »Während Kinder und Vereine vor geschlossenen Turnhallen und gesperrten Schwimm­bädern stehen, träumt der Senat von Olympischen Spielen. Berlin hat einen Sanierungsstau von einer Milliarde Euro bei Sportstätten und Bädern. Trotzdem sollen Millionen in die aussichtslose Bewerbung für Olympia fließen, statt in die Sportstätten, die wir jeden Tag dringend brauchen. In Zeiten knapper Kassen ist das verantwortungslos. Weil ich Sport liebe, fordere ich: Investiert zuerst in intakte Hallen, Plätze und Bäder für den Breiten- und Nachwuchssport! Bevor wir über Olympia reden, müssen alle Berliner*innen Sport treiben können.«

    Nachhaltig sind nur die Schäden

    Es wird von Olympiaseite seit Jahren behauptet, dass Nachhaltigkeit ein großes Thema für den IOC sei. Doch gelten noch die Olympischen Winterspiele in Peking als die »unnachhaltigsten Olympischen Spiele aller Zeiten«1 und auch für die Olympischen Spiele 2024 in Paris wies Greenpeace in einer Analyse nach, dass »viele Versprechen der einstigen Nachhaltigkeitsstrategie gebrochen oder nicht eingehalten [wurden]«2. Warum sollte das in Berlin anders sein?

    Dazu erklärt die Vertrauensperson des Volksbegehrens Uwe Hiksch (NaturFreunde Berlin):

    »Die heutige Form der Ausrichtung der Olympischen Spiele ist in keiner Weise mit einer klimagerechten und ökologischen Entwicklung Berlins vertretbar. Durch die Olympischen Spiele würden weitere Flächen sinnlos versiegelt und durch die Schaffung von temporären Spielstätten würden der Energie- und Ressourcenverbrauch weiter ansteigen. Nachhaltige Olympische Spiele gibt es nicht, solange das IOC mit seinen Auflagen die Ausrichterstädte für die Sportstätten zu riesigen Modernisierungs- oder Neubaumaßnahmen zwingt.«

    Kontakt:

    Bündnis NOlympia Berlin

    c/o NaturFreunde Landesverband Berlin e.V., Paretzer Str. 7, Tel. 030-810560250, nolympia@naturfreunde-berlin.de

     

    1 Carmen de Jong (Professorin für Hydrologie), in: Michael Fröhlingsdorf: Kritik an Greenwashing im Sport. »Die unnachhaltigsten Olympischen Spiele aller Zeiten«. DER SPIEGEL 4/2022.

    2 Greenpeace Österreich: Grüner Schein: Greenwashing bei den Olympischen Spielen, [2024], https://bn-muenchen.de/wp-content/uploads/2025/08/Gruener-Schein_Greenwashing-bei-Olympia-2024.pdf.

    Pressemitteilung als pdf

  • NOlympia-Rap (Version 2025) von grimo

    »Olympiadas en la luna / the olympics on the moon / les jeux sur la lune / aber niemals niemals wieder in BERLIN«

  • Kommenatar: Ergebnis einer neuen Umfrage: »Eine klare Mehrheit der Berliner ist gegen Olympia in Berlin«

    Dieses erfreuliche Ergebnis einer selbst in Auftrag gegebenen Umfrage hat der Tagesspiegel heute veröffentlicht.

    Wie er dazu etwas sauertöpfisch brummelt, habe es »Schwarz-Rot in den vergangenen Jahren verpasst«, die Möglichkeit für eine Befragung der Bürger*innen durch die Regierung zu schaffen. So ein »Volksentscheid von oben«, der dem »Volk« die Worte regierungsgerecht in den Mund legt, ist in Berlin tatsächlich nicht möglich. Und zwar aus guten Gründen:

    Wie Professor Hermann K. Heußner in »Prämie auf die Macht« schreibt, ist ein solches Plebizit »keine Form der direkten Demokratie, denn nicht die BürgerInnen entscheiden, wann und über was sie abstimmen. Damit bekommt die Regierung bzw. die Parlamentsmehrheit entscheidende Trümpfe in die Hand: Sie entscheidet einseitig über Inhalt, Formulierung und Zeitpunkt der Abstimmung.«

    Auch aus diesem Grund hatten beispielsweise die NOlympia-Aktiven in München kaum eine Chance (s. dazu unsere Pressemitteilung vom 27. Oktober 2025). Wen wunderts, dass der von oben »betreute« Volksentscheid besonders bei Akteuren beliebt ist, die ansonsten eher nicht als Fans der direkten Demokratie in Erscheinung treten.

    Christian Latz (Tagesspiegel): »Neue Umfrage zu Olympia: Klare Mehrheit der Berliner lehnt Spiele in der Hauptstadt ab« (24.11.2025), Professor Hermann K. Heußner: »Prämie auf die Macht«

  • Kommentar: Bei Visionen empfehlen wir einen Arztbesuch!

    „Berlin könne sich nur auf Expo 2035 oder Olympische Spiele bewerben, hieß es bislang vom Senat. Mittlerweile wünscht sich auch der Regierende Bürgermeister mehrere internationale Großveranstaltungen…“ (Kevin P. Hoffmann und Christian Latz (Tagesspiegel): Sinneswandel im Berliner Senat: Jetzt will auch Kai Wegner die Expo plus Olympia, 01.11.2025; Paywall)

    Dazu der Kommentar von NOlympia Berlin:

    Der vom Tagesspiegel so bezeichnete „Sinneswandel“ beruht unseres Erachtens auf einer Sinnestäuschung in Verbindung mit fortschreitendem Realitätsverlust und Größenwahn. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) scheinen es tatsächlich für wünschenswert und möglich zu halten, dass Berlin ein Großereignis nach dem anderen feiert.

    Es ist die Rede von einer Expo 2035, einer Internationalen Bauausstellung (IBA) 2036, dem 800. Stadtjubiläum 2037 und zu schlechter Letzt den Olympischen Spielen 2040. Und das bei den unzähligen Problemen, vor denen die Stadt steht und die nicht angegangen werden! Man kann es nicht glauben….

    Diese „Bausteine einer gemeinsamen Vision“ kommen uns vor wie zu groß geratene Duplo-Bausteine, die der kleine Kai und die kleine Franziska vergeblich versuchen, auf eine handelsübliche Legoplatte zu klemmen. Liegengelassen haben sie dabei noch die Bausteine Internationale Gartenbauausstellung und Kirchentag.

    Wir halten es mit Helmut Schmidt und empfehlen bei Visionen einen Arztbesuch!

  • Pressemitteilung: Blauer Dunst in München. »Volksbefragungen von oben« taugen nichts

    Das Bündnis NOlympia Berlin erklärt zum Ergebnis der Olympia-Volksabstimmung in München:

    Nachdem die Münchner Bevölkerung monatelang unter medialem Olympiadauerfeuer stand, haben sich am Sonntag rund 300.000 Menschen (66,4%) in einem von der Münchner Gemeinde initiierten Bürgerentscheid für eine Bewerbung für die Olympischen Wettkämpfe 2036/40/44 ausgesprochen.

    Das Ergebnis bestätigt die Warnung von Verfassungsrechtlern, dass Regierungen keine »Volksbefragungen von oben« durchführen sollten. Solche Plebiszite sind keine gute Form der direkten Demokratie, da die Regierung einseitig über den Inhalt, die Formulierung und den Zeitpunkt der Abstimmung entscheidet und das Blaue vom Münchner Himmel herunter versprechen kann. Die Gegenseite ist strukturell benachteiligt, ihre Argumente finden wenig Gehör.

    Angesichts dieses strategischen Vorteils der Münchner Regierung sind die 33,6 % Nein-Stimmen immer noch ein zu schlechtes Ergebnis in Anbetracht der zu erwartenden Milliardenausgaben und der sonstigen, üblicherweise mit Olympia verbundenen Probleme. Es ist auch damit zu rechnen, dass die Begeisterung nachlässt, wenn sich die Versprechen allmählich als blauer Dunst erweisen und die Nachteile deutlich werden.

    Eine Berliner Bewerbung wird jedenfalls ad absurdum geführt. Sie soll von einem schwachen, erfolglos agierenden Senat ohne jegliche demokratische Legitimierung durchgezogen werden. Der Senat will – noch vor der kommenden Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses – vollendete Tatsachen schaffen. Das erfolgt angesichts einer deutlich höheren Verschuldung Berlins mit fast 70 Mrd. EU (München 10 Mrd. EU), trotz riesiger ungelöster Aufgaben in fast allen Politikfeldern der Stadt.

    Wir fordern den Senat auf: Ziehen Sie die nationale Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036/40/44 sofort zurück! Beenden Sie alle Aktivitäten in der Berliner Verwaltung, die diese Bewerbung weiter forcieren könnten. Ersparen Sie den Berlinerinnen und Berlinern diesen lächerlichen millionenschweren Krampf! Es gibt viel zu tun in Berlin außerhalb olympischer Spielereien, packen Sie dort an!

  • Pressemitteilung: Das gigantische Umverteilungsprojekt Olympia wirft seine Schatten voraus. CDU-SPD-Senat will Millionen für Bewerbung verschleudern

    Der Senat beschließt heute, eine sogenannte »zentrale Steuerungseinheit« für die Bewerbung um Olympische Spiele einzurichten. Die voraussichtlichen Kosten bis 2027 betragen derzeit 6 Millionen Euro.

    Bereits jetzt zeigt sich, dass die Olympiabewerbung zulasten des regulären Sportbetriebs und anderer dringender Aufgaben in der Stadt geht. Stellen, die dringend für andere Aufgaben benötigt werden, werden einfach der »Steuerungseinheit« zugeschlagen. Wo diese nun eingespart werden sollen, bleibt unklar. Das Umverteilen der Ressourcen zeigt: Berlin hat kein Geld für dieses elitäre Prestigeprojekt.

    Die Hauptfunktion der »Steuerungseinheit« und des dazugehörigen Kuratoriums – die »Einbindung und Überzeugung der Berliner Bevölkerung« von der Notwendigkeit Olympischer Spiele – zeugt von einem defizitären Politikverständnis. Bezeichnend ist, dass der Senat die Stadtgemeinschaft lediglich »einbinden« will – ein Begriff, der verdeutlicht, wie fern ihm echte Beteiligung der Bürger*innen ist. Die Bevölkerung wird nicht als mündiger Akteur verstanden, sondern soll offenbar durch das neue »Indoktrinationskomitee« gesteuert werden. Seinem Olympiakonzept scheint er in dieser Beziehung selbst nicht viel zuzutrauen. Immerhin hier zeigt er Realitätssinn.

    Tatsächlich meidet der Senat systematisch die Beteiligung von Abgeordnetenhaus und Zivilgesellschaft an zentralen Entscheidungsprozessen. Der Grund liegt auf der Hand: Frühere Bewerbungsversuche haben gezeigt, dass die Berliner*innen wohlweislich keine Olympischen Spiele in ihrer Stadt wollen.

    Dazu Klara Schedlich (MdA Bündnis 90 / Die Grünen):

    »Diese 6 Millionen Euro werden an anderer Stelle fehlen! Man sollte das Geld jetzt lieber in die Sanierung und den Bau von Sportstätten stecken. Da gibt es große Bedarfe und es sollte die Priorität sein, dafür zu sorgen, dass alle Schulen und Vereine gute Hallen und Plätze zur Verfügung haben. Für eine nicht besonders aussichtsreiche Bewerbung so viel Geld auszugeben, ist mehr als verantwortungslos.«

    Dazu Dr. Gabriele Hiller (DIE LINKE):

    »Der vom Senat vorgelegte Beschluss widerspricht dem Prinzip demokratischer Mitbestimmung durch das Parlament. Hier sollen Mittel zur freien Verfügung gestellt werden – ohne parlamentarische Kontrolle. Der Senat will Fakten schaffen, ohne Bevölkerung und Parlament einzubeziehen. Wir lehnen ein solches Vorgehen entschieden ab!«

  • Pressemitteilung: Nein zur Olympiabewerbung! Berlin hat andere Probleme

    Der Senat hat heute einen Beschluss gefasst, der die Bewerbung Berlins für Olympische Spiele 2036/40/44 unwiderruflich machen soll. Es werden Maßnahmen, Veranstaltungen, Mittel in ungenannter Höhe angekündigt, die dazu zur Verfügung stehen sollen. Personal, ja eine Zentrale Steuerungseinheit, wird in Aussicht gestellt, um die Bewerbung zu forcieren. Im September 2026, also kurz vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin, soll die endgültige Bewerbung eingereicht werden.

    Man wundert sich. Hat dieser Senat keine anderen Probleme? Weiß er um die Beschaffenheit des öffentlichen Nahverkehrs? Kennt er die über siebzig maroden Brücken dieser Stadt? Kennt er den Sanierungsbedarf von Schule, Schwimmbädern, Sportanlagen in dieser Stadt? Weiß er um die Beschaffenheit der Hochschulen, der Theater, Museen? Kennt er die Wohnungsnot? Weiß er, wie geflüchtete Menschen hier untergebracht werden? Und dann setzt er solche Prioritäten?

    Wir als Bündnis NOlympia Berlin halten diesen Beschluss für einen perfiden Versuch, von den Problemen des Landes Berlin abzulenken. Stattdessen manövriert er die Stadt noch tiefer in die Schuldenfalle.

    Es geht dem Senat nicht wirklich um die Verbesserung der Lebensbedingungen der Berliner*innen, sondern darum, von diesen abzulenken, sich zu inszenieren und vermeintliche Erfolgsmeldungen vermitteln zu können. Die Olympiabewerbung ist nichts anderes als eine kollektive Realitätsflucht der gescheiterten CDU-SPD-Regierung.

    Wir von NOlympia Berlin werden es dazu nicht kommen lassen.

    Volksentscheid jetzt!

  • Pressemitteilung: LSB-»Volksinitiative« ist ein Plebiszit ›von oben‹. Echte Bürgerbefragung geht anders

    Der Landessportbund Berlin (LSB) hat am 2. Juli 2025 seine Volksinitiative zur Austragung Olympischer Spiele (OS) in Berlin gestartet. Damit sich das Berliner Abgeordnetenhaus (AGH) mit dem Anliegen befasst, müssen innerhalb von sechs Monaten mindestens 20.000 wahlberechtigte Berliner*innen ab 16 Jahren den Aufruf unterstützen. Ziel der Initiative ist es, einen Beschluss des AGH für eine Bewerbung für OS zu erreichen.

    Dazu das Bündnis NOlympia Berlin:

    Die vom Landessportbund gestartete Volksinitiative ist nichts weiter als eine Demokratiesimulation. Dem LSB geht es als Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nicht um echte Mitbestimmung, sondern vor allem darum, dem Senat Rückendeckung zu verschaffen und eine Bewerbung politisch abzusichern.

    Echte Beteiligung der BerlinerInnen setzt Diskussion voraus. Sie erfordert die Offenlegung aller Pläne und eine seriöse Folgenabschätzung. Eine echte Beteiligung der Bevölkerung würde auch Alternativentscheidungen zulassen. Eine Bewerbung wie die zu Olympischen Spielen, die sich über einen Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren erstreckt, braucht die Unterstützung einer großen Mehrheit der Bevölkerung. Eine Volksinitiative reicht nicht. Wenn sich Berlin bewirbt, muss, so wie es auch der DOSB fordert, eine echte Bürgerbefragung stattfinden.

    Dass eine Olympiabewerbung, wie behauptet wird, den Schul- und Breitensport fördert, ist ein oft wiederholtes Märchen. Das zeigen auch die Spiele in London 2012, wo das Versprechen, die Nation insgesamt fitter zu machen, krachend gescheitert ist. Wir sind überzeugt: Es wird kein einziges Schwimmbad, keine neue Schulsportanlage für die Berliner Bevölkerung entstehen. Neubauten stünden ohnehin im eklatanten Widerspruch zu allen Einsparungsmaßnahmen, die in der Stadt gegenwärtig in allen gesellschaftlichen Bereichen vorgenommen werden.

    Ökonom Oliver Holtemöller warnt: Berlin würde wirtschaftlich unter Olympia leiden

    Berlin hat bereits jetzt über 67 Mrd. EU Schulden. Die Finanzierung der Spiele mit ungeklärten Beteiligungen durch das privatwirtschaftlich agierende IOC, durch unbekannte private Investoren und durch die Bundesregierung würde den Schuldenberg massiv erhöhen und unsere Stadt tiefer in die Abhängigkeit von Banken treiben. Die Konzentration auf die Olympischen Spiele zöge unweigerlich Benachteiligungen in allen anderen Bereichen nach sich, so in der Bildung, in der Kultur, im Sozialen, in der Verkehrsinfrastruktur. Die soziale Schieflage in der Stadt würde weiter verstärkt. Es darf Berlin nicht so gehen wie beispielsweise Rio de Janeiro nach den Spielen 2016: »An Olympia ist die Stadt […] zerbrochen. Sie hat für eine knapp dreiwöchige Party ihre letzten Finanzreserven zusammengekratzt. Das Geld fehlt jetzt in den Schulen, den Unis, in den Krankenhäusern und der Rentenkasse und vor allem bei der öffentlichen Sicherheit.« (SZ, 13.7.2018)

    • Olympische Spiele lösen in Berlin kein einziges Problem!
    • Im Gegenteil: Olympische Spiele schaffen neue Probleme!

    Ein NEIN zu Olympischen Spielen ist ein JA zu Berlin!

  • NOlympia Berlin Ankündigung

    Das Bündnis NOlympia Berlin hat angekündigt, ein Volksbegehren gegen die Austragung der Olympischen Spiele in Berlin zu starten. Hintergrund ist die geplante Bewerbung Berlins gemeinsam mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Das Bündnis kritisiert unter anderem die hohen Kosten, die soziale Ungerechtigkeit und die ökologischen Auswirkungen einer solchen Großveranstaltung. Unterstützt wird NOlympia Berlin von verschiedenen Organisationen, darunter Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE, Grüne Jugend, Jusos, NABU, NaturFreunde Berlin und Berliner Wassertisch.

    Mehr Informationen finden Sie in der Pressemitteilung der NaturFreunde Berlin: https://www.naturfreunde-berlin.de/nolympia-berlin-buendnis-kuendigt-volksbegehren-gegen-austragung-olympischen-spiele-berlin

     

  • Kommentar: »Berlin kann sich nicht mal die Schuhe zubinden?« – Dann lasst uns doch einfach barfuß bleiben!

    Atila Altun hat es am 28. Mai 2025 im Tagesspiegel auf den Punkt gebracht: Olympia in Berlin? Na klar – direkt nach dem BER-Update 2048 und dem finalen Pflasterstein in der Friedrichstraße! 🥇

    Aus Sicht des NOlympia-Bündnisses möchten wir an dieser Stelle einfach mal sagen: Danke! Danke für diese ehrliche Momentaufnahme einer Stadt, die so charmant-chaotisch ist, dass sie schon beim Bewerbungsschreiben ins Stolpern gerät. Und das ist nicht mal böse gemeint – wir lieben Berlin ja gerade deshalb.

    Die Leser*innen-Kommentare unter dem Artikel? Ein Goldregen aus Alltagswitz und Realismus. Von „Schuhe zubinden klappt nicht“ bis „Olympia? Eher ein Seilspringen mit Bürokratie und Haushaltslöchern“ ist viel Humor dabei. Dabei wird nicht vergessen, was Berlin aktuell hat; nämlich bröckelnde Turnhallen, überforderte Sportvereine und Trainerinnen, die mit einem Fuß im Ehrenamt und dem anderen in der maroden Sportstätte stehen.

    Was wir vorschlagen? Statt Milliarden für fünf Ringe und das IOC lieber Investitionen in das, was schon da ist – echte Teilhabe für alle Berliner*innen, faire Bezahlung im Sport, barrierefreie Zugänge und eine Sportstadt für alle. Berlin braucht keine Olympischen Spiele, um sportlich zu sein. Berlin braucht Mut zur Realität – und die fängt bei Schuhen an, die man sich selbst gebunden hat.

     

  • Kommentar: Oops, we did it again?

    1993 war kein Ende – sondern der Anfang einer anderen Vision für Berlin.

    Der Traum von Olympia ist in Berlin nicht neu – genauso wenig wie seine Brüche. 1993 platzte die Bewerbung für die Spiele 2000, mitten im Berliner Aufbruch nach der Wende. Der Artikel auf goolazo.berlin erinnert eindrücklich daran, wie sich Hoffnungen, aber auch Ängste und Widersprüche in der Stadt verdichteten. Damals fehlte es an Transparenz, an Beteiligung, an einem realistischen Blick auf das, was Olympia wirklich bedeutet. Die Absage war kein Zufall – sie war ein Ausdruck des demokratischen Widerstands gegen eine Idee, die über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden wurde.

    Heute, 2025, stehen wir wieder an diesem Punkt – und wieder ruft eine Berliner Stadtregierung nach den Olympischen Spielen. Doch vieles hat sich verändert: Die sozialen Verwerfungen sind sichtbarer denn je, unsere Sportinfrastruktur bröckelt, Trainer*innen und Vereine arbeiten am Limit, während Prestigeprojekte die öffentliche Aufmerksamkeit binden.

    Aber auch der Widerstand hat sich verändert. Aus der Erfahrung von 1993 ist ein Bewusstsein gewachsen. Das NOlympia-Bündnis 2025 ist kein bloßes „Dagegen“, sondern ein Raum für neue Perspektiven: für demokratische Mitbestimmung, für den Schutz unserer Lebensräume, für eine Sportstadt, die von unten kommt – inklusiv, solidarisch und nachhaltig.

    Was 1993 als Scheitern galt, begreifen wir heute als Chance. Es liegt an uns, diesen Weg fortzusetzen – mit Mut, mit klarem Blick und mit der Hoffnung, dass Berlin mehr sein kann als nur eine Kulisse für ein Milliarden-Event.

    Für eine Sporthauptstadt für alle – nicht nur für Olympia.

     

  • Kommentar: Stimmungsmache für Olympia im Tagesspiegel. Olympiablindheit in Zeiten des Mangels

    Anke Myrrhe entwirft in ihrem Kommentar vom 25. Juli 2025 ein glitzerndes Bild von Olympia in Berlin: ein Sportfest, das angeblich allen guttut. Doch ihr Plädoyer verkennt grundlegende Realitäten, die gerade den Berliner Breitensport und die sozialen Grundlagen der Sportförderung betreffen.

    Die Autorin feiert die Fantasie, mit der sich Berlin „Olympia-Meilen“ und „unvergessliche Bilder“ schaffen könnte – und übergeht dabei, dass die sportliche Infrastruktur dieser Stadt seit Jahren verfällt. In zahllosen Stadtteilen bröckeln Turnhallen, Schwimmbäder sind marode oder geschlossen, und bereits heute fehlt das Geld für die Sanierung dringend benötigter Anlagen. Der vom Landessportbund selbst bezifferte Sanierungsstau in Höhe von 411 Millionen Euro ist kein ideologisches Argument der Grünen, sondern ein Ausdruck jahrelanger Austeritätspolitik, die öffentlichen Raum und soziale Infrastruktur systematisch unterfinanziert hat.

    Gleichzeitig fehlt es nicht nur an funktionierenden Orten, sondern auch an Menschen, die dort arbeiten: Trainer*innen, Übungsleiter*innen, Sozialarbeiter*innen in Sportkontexten – sie alle kämpfen mit prekären Beschäftigungsverhältnissen. Viele sind als Honorarkräfte tätig, oft ohne soziale Absicherung, mit zu geringen Stundenkontingenten und kaum Aufstiegschancen. Diese Personen sollen laut Myrrhe von Olympia „mitgerissen“ werden. Doch wie, wenn ihnen bereits heute die Zeit und Mittel fehlen, um das existierende Vereinsleben aufrechtzuerhalten?

    Gerade Kinder und Jugendliche profitieren von kontinuierlicher, pädagogisch fundierter Betreuung – nicht von einem Strohfeuer medialer Großereignisse. Dass kurzfristige Mitgliederanstiege in Frankreich nach Olympia ein nachhaltiges Engagement bedeuten, ist keineswegs belegt. Ohne stabile Strukturen, ausreichende Finanzierung und Personal werden solche Effekte verpuffen. Olympia wäre hier vor allem eins: ein gigantisches Schaufensterprojekt, das Geld bindet, das an anderer Stelle viel dringender gebraucht wird.

    Besonders problematisch ist der antidemokratische Unterton des Kommentars. Die Forderung, das Volk nicht zu befragen, klingt nicht nur elitär, sie ist auch ein gefährlicher Rückschritt in einer Stadt, die bereits mehrfach deutlich gemacht hat, dass sie kein Olympia will. Statt mit „weniger schlechter Laune“ braucht es mehr Bürgerbeteiligung, mehr demokratische Debatte und ein klares Bekenntnis zu einem sozial gerechten, solidarisch finanzierten Sport für alle – nicht für ein paar VIPs auf der Olympia-Meile.

    Olympia als Lösung zu präsentieren, während die Fundamente des Sportsystems – Personal, Räume, Ausstattung – fehlen, ist zynisch. Es verschiebt den Fokus von den Alltagsproblemen der Sportförderung auf spektakuläre Visionen, die in der Realität kaum einen nachhaltigen Effekt haben werden. Wer tatsächlich will, dass Berlin eine Sportstadt für alle ist, muss nicht Millionen in Bewerbungspapiere und Marketing investieren, sondern in Turnhallen, Löhne und langfristige Förderung.

  • Presseschau: Kritik an Olympia und den Olympischen Spielen

    Diese Presseschau bietet eine Auswahl an Artikeln, Analysen und Beiträgen, die sich kritisch mit der Ausrichtung der Olympischen Spiele auseinandersetzen – mit Fokus auf Medienkritik, Menschenrechte, politische Instrumentalisierung und Umweltaspekte.


    Medienkritik & PR

    – Jens Weinreich (uebermedien): „Alles Schönfärberei“ – Wie deutsche Medien Olympia-PR verbreiten (05.09.2024)
    Jens Weinreich kritisiert, dass viele Medien Olympia-Bewerbungen unkritisch begleiten und PR-Narrative übernehmen.

    – Monitor: Propaganda und Profite“ – Monitor über Olympia in China (20.01.2022)
    Ein Beitrag des WDR-Magazins Monitor zu den Winterspielen 2022 in Peking als Machtdemonstration des Regimes.

    – 4imedia:  Umweltschutz bei Olympia stärken – Rolle der Medien
    Wie PR und Marketing den Fokus auf Nachhaltigkeit mitgestalten könnten.


    Menschenrechte & politische Instrumentalisierung

    – Freiheit: Das Märchen vom unpolitischen Sport (pdf)
    Dossier der Friedrich-Naumann-Stiftung über Sportgroßveranstaltungen als politische Bühne

    – Anne Brasseur (Freiheit): Zwischen Sport und Politik – Warum IOC und FIFA auf Autokratien setzen
    Ein Bericht über die systematische Vergabe an autoritäre Regime.

    – Matthias Friebe und Marina Schweizer (Deutschlandfunk): IOC, FIFA und die Menschenrechte – Der Sündenfall als Wendepunkt?
    Analyse über die Komplizenschaft der Verbände mit autoritären Regimen.


    Umwelt & Nachhaltigkeit

    – Stern: Surfwettbewerb auf Tahiti wegen Umweltzerstörung in Kritik (27.07.2024)
    Proteste gegen Eingriffe in Natur und Küstenlandschaft.

    – Forschung und Lehre: Die unnachhaltigsten Spiele aller Zeiten – Peking 2022 (17.02.2022)
    Kritik am massiven Einsatz von Kunstschnee und ökologischer Bilanz.

    – MDR: Klimabilanz Olympia Paris 2024 (26.07.2024)
    Bericht über die Nachhaltigkeitsversprechen und deren Glaubwürdigkeit.


    Olympia in Deutschland: Historische Last & aktuelle Debatten

    – Sigrun Franzen und Rainer Schmitz (SPIEGEL): Warum Berlin auf die Spiele verzichten sollte. Soll sich die deutsche Hauptstadt für die Olympischen Sommerspiele 2024 beziehungsweise 2028 bewerben? Hier erklären zwei Mitglieder des Berliner NOlympia-Bündnisses, warum sie dagegen sind. (27.02.2015)

    – Udo Ludwig, Thilo Neumann und Jens Weinreich (SPIEGEL): Olympische Spiele in Deutschland – ist das noch realistisch? (13.12.2021) [Paywall]
    Der SPIEGEL analysiert die gesunkene Begeisterung für Olympia in Deutschland.


    Wirtschaftliche Belastungen, Kostenexplosion & Steuergeldverschwendung

    Alexander Kraus (Bund der Steuerzahler): Millionenaufträge waren mündlich erteilt worden. Bund der Steuerzahler Berlin erinnert an beispiellose Steuergeldverschwendung bei Bewerbung um Olympia 2000. (05.07.2025)
    Der Bund der Steuerzahler Berlin nimmt die erneute Diskussion um eine Olympia-Bewerbung Berlins zum Anlass, an die beispiellose Verschwendung von Steuergeldern durch die damalige ,Olympia Berlin 2000 GmbH‘ zu erinnern. ,Es darf diesmal der Regierung nicht wieder so leicht gemacht werden, zusammen mit den beteiligten Wirtschaftsunternehmen die Staatskasse zu plündern‘, sagte der Berliner Vorsitzende des Steuerzahlerbundes, Alexander Kraus. […]
    – Jens Weinreich (SPIEGEL): Olympiabewerbung? Wieviel Steuermillionen/milliarden darf es diesmal kosten? Warum arbeitet dieselbe Agentur für den DOSB und das IOC? Wo ist die angebliche Transparenz? Warum gibt es weder eine Analyse des Dauer-Scheiterns noch gehaltvolle Vorarbeiten? (07.07.2023) [Paywall]

    – Süddeutsche Zeitung: Die Welt ist von Olympia desillusioniert (23.02.2017)
    Überblick über gescheiterte Bewerbungen und Bürgerproteste in Budapest, Graubünden und Hamburg.

    – Boris Herrmann (Süddeutsche Zeitung): Vom Fußballfest in den tödlichen Drogenkrieg. Vor vier Jahren feierte Brasilien ein riesiges Fußballfest, vor zwei Jahren trafen sich die Olympioniken in Rio. Und heute? Eskaliert in der Millionenstadt die Gewalt. Über das Vermächtnis sportlicher Mega-Events. (13.07.2018)
    „[…] An Olympia ist die Stadt dann zerbrochen. Sie hat für eine knapp dreiwöchige Party ihre letzten Finanzreserven zusammengekratzt. Das Geld fehlt jetzt in den Schulen, den Unis, in den Krankenhäusern und der Rentenkasse und vor allem bei der öffentlichen Sicherheit.“
    „[…] Beginnen möchte ich mit […] dem Bericht des Landesrechnungshofes Berlin zu Verschleuderung von öffentlichen Mitteln während der Berliner Olympiabewerbung 2000. Es wurden weitgehend unkontrolliert 51.305.684,12 DM verpulvert […]
     

    Soziale Folgen & Stadtentwicklung

    – Oe24: Mailand verdoppelt Miet-Preise für Olympia. Drei Monate vor den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina explodieren die Mietpreise. Kurzzeitmieten in zentralen Lagen haben sich im Schnitt verdoppelt, in Bormio sogar vervierfacht. (11.11.2025)

    – Zula Götting (Jacobin): Die »soziale Säuberung« von Paris. Paris präsentierte sich während der Olympischen Spiele als Stadt ohne Makel. Für diese postkartenreife Inszenierung wurden Tausende Wohnungslose aus der Innenstadt vertrieben und Menschen ohne Papiere ausgebeutet. (13.08.2024)

    – André Zuschlag (taz): Französischer Aktivist über Olympia „Migranten sollten die Postkartenkulisse nicht stören“. Die Olympischen Spiele von Paris 2024 gelten den nun konkurrierenden deutschen Bewerberstädten und -regionen als Vorbild. Davor warnt Paul Alauzy. (08.08.2025)

    – Oliver Pohlisch (taz): Gentrifizierung vor Olympia. Von New Labour zu New London. Ist der Londoner Olympia-Traum ein humaner Gegenentwurf zu Thatchers unsozialer Docklands-Sanierung? Anspruch und Wirklichkeit einer städtischen Metamorphose. (27.07.2012)

    – rioonwatch: Olympic Legacy in East London: Displacement & Gentrification (25.01.2013)

    – Charlotte Baxter (The Guardian): Displaced by London’s Olympics. (02.06.2008)

    – Centre on Housing Rights and Evictions (COHRE): Fair Play for Housing Right. Schweiz 2007 (pdf).


    Korruptionsaffären

    – ORF: Vor Olympia. Korruptionsaffäre erschüttert Mailand. Rund sieben Monate vor den Olympischen Winterspielen in Italien steht mit Mailand einer der Austragungsorte im Mittelpunkt eines ausgewachsenen Skandals. Es geht um illegale Bauabsprachen und andere Vorwürfe, auch betreffend den Bau des olympischen Dorfs. Die Behörden ermitteln nun gegen Mailands Bürgermeister, den Architekten Stefano Boeri und einen Immobilienentwickler, der die Skyline der Finanzmetropole mitgeprägt hat. (17.07.2025)

    – Felix Lill (ND): Der dunkle Schatten der Sommerspiele von Tokio… Tokios Olympia wurde aber nur für einige wenige eine große Party. Sponsoren bestachen Organisatoren im großen Stil. Im Frühjahr 2023 kamen dann die ersten Gerichtsurteile: Einige Manager von Olympia-Partnern, beispielsweise vom Kleidungshersteller Aoki oder der PR-Firma ADK, haben bereits Haftstrafen erhalten. (23.07.2024)

    – Tim Kanning (FAZ): Tokios Korruption mit Bilderbuch. Neue Volte im Korruptionsskandal rund um die Olympischen Spiele 2020 in Tokio: Ein Politiker der Regierungspartei verteilte offenbar teure Geschenke an die Wahlmänner des IOC. (28.11.2023) [Paywall]

    – Christiane Kaess (Deutschlandfunk): Olympische Spiele Paris 2024. Razzia bei Olympia-OK. Die französische Polizei hat Räume der Organisatoren der Olympischen Spiele in Paris 2024 durchsucht – aufgrund von Korruptionsverdacht bei der Auftragsvergabe. Zudem gibt es Berichte über die Beschäftigung von Arbeitern ohne Aufenthaltspapiere auf den Baustellen. (20.06.2023)

    – Andrea Schültke (Deutschlandfunk): Spiele in Tokio. Anklagen im Olympia-Korruptionsskandal. Der Korruptionsskandal im Zusammenhang mit den Olympischen Sommerspielen 2021 in Tokio weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft Tokio hat mehrere Anklagen erhoben, sowohl gegen Unternehmen als auch gegen Einzelpersonen. (28.02.2023)

    – Tobias Käufer (rnd): Die Fußball-WM und die Olympischen Sommerspiele sollten ein modernes Brasilien zeigen. Doch die Großevents sind vor allem ein Lehrstück für Korruption und Misswirtschaft – sie haben Bauruinen und gesellschaftliche Wunden hinterlassen. (23.01.2022)

    – David Karasek (SRF): Der Geist von Olympia ist in Rio zum Gespenst geworden…. Wenige Wochen nach den Spielen wurde der Gouverneur von Rio, Sérgio Cabral verhaftet. Er verdiente Unsummen bei den olympischen Bauvorhaben mit, was ihm wegen Korruption 300 Jahre Haft einbrachte. Auch Carlos Nuzman, der Chef des brasilianischen Olympischen Komitees, wurde nach den Spielen wegen Korruption verhaftet. (23.07.2021)

    – Jake Adelstein (asiatimes): French probe casts light on dark practices in Tokyo’s Olympics bid. Possible bribes to buy support for Tokyo’s Olympic bid are just the latest scandal to hit the 2020 event (31.01.2019)


    Sponsoring – oft zum Nachteil der regionalen Anbieter

    – Jana Blümler (gründer): Das ist der Goldbrunnen der Olympischen Spiele! Die Olympia-Sponsoren 2024: So profitiert das IOC. (22.07.2024)

    – Florian Puth (Frankfurter Rundschau): Politiker empört über Bier-Entscheidung für Olympia 2026. (21.02.2025)  
    Die großen Sponsoren des IOC dürfen exklusiv ihre Produkte bei den Olympischen Spielen verkaufen. So wird beispielsweise bei den Biathlonwettbewerben in Antholz (Olympische Winterspiele 2026) ausschließlich alkoholfreies Bier vom belgischen Braukonzern Anheuser-Busch InBev (AB InBev), der größten Brauereigruppe der Welt, verkauft werden, da dieser Hauptsponsor der Olympischen Spiele (Worldwide Olympic Partner) ist. Das benachteiligt lokale Brauereien. Zur ,weltweiten olympischen Partnerschaft‘ von IOC und Anheuser-Busch InBev (AB InBev) siehe hier

     


    Eine fragwürdige Organisation: das IOC

    – Nico Horn (DIE ZEIT): Olympiabewerbung: Das IOC bleibt ein Erpresserverein. Die Bundesregierung unterstützt eine deutsche Olympiabewerbung 2040. Das könnte eine gute Idee sein, doch mit diesem IOC darf man sich auf keinen Fall einlassen…. Das IOC bleibt eine Bande. Mit ihr darf sich Deutschland nicht einlassen. (25.07.2025)

    –  Tilo Jung (Jung & Naiv, Folge 722): Jens Weinreich* über das System IOC, Olympische Spiele & Thomas Bach (14.08.2024) (youtube)
    * vgl. auch Jens Weinreichs Blog Sports & Politics, das „führende investigative olympische Medium
    –  Jens Weinreich (Sports & Politics): Vertraulich: alle Bürgschaften und Garantien, die deutsche Volksvertreter dem IOC für München 2018 geben (05.10.2010)

    –  Christian Spiller (DIE ZEIT): Sportrecht. Fünf Ringe zum Geldverdienen. (07.04.2011)


    Militarisierung und Überwachung

    – Théophane Hartmann (Euractiv): Olympische Spiele: Frankreich erlässt umstrittenes Sicherheitsgesetz (19.05.2023)
    Cyprian Lothringer und Roland Götz (DIE ZEIT): Sicherheit in Sotschi: Olympische Festung (30.01.2014)

    Christian Bunke (TELEPOLIS): Olympische Spiele: Chaos durch Privatisierung der Sicherung (26.07.2012)

     

    Podcasts & Analysen

    – WDR5: Das IOC und China – eine unheilige Allianz (Podcast vom 22.01.2022)
    Ein Blick auf Macht, Menschenrechte und Medaillen.

    – Toni Skorić (Freiheit): Wie politisch sind die Olympischen Spiele in Paris? (26.7.2025)
    Ein Beitrag zur politischen Bedeutung der Spiele 2024.

  • Pressemitteilung: Keine Spiele in Berlin. Bündnis NOlympia Berlin kündigt Widerstand an

    Es ist wieder so weit: Der Berliner CDU-SPD-Senat will wieder einmal die Olympischen Spiele in Berlin durchführen. Der Berliner CDU-SPD-Senat will gemeinsam mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein Olympische Spiele nach Deutschland holen. Das Bündnis NOLYMPIA Berlin spricht sich gegen eine Bewerbung Berlins um die Olympische Spiele aus und kündigt seinen Widerstand an. 

    Das Bündnis NOLYMPIA BERLIN wird gegen diese finanzielle Gigantonomie eine breite Öffentlichkeit der BerlinerInnen gegen eine Ausrichtung der Spiele mobilisieren. Das Bündnis NOLYMPIA BERLIN wird dafür sorgen, dass die Berliner*innen demokratisch entscheiden können, ob sie diese Spiele in Berlin wollen. Das Bündnis wird ein Volksbegehren gegen die Austragung der Olympischen Spiele starten. Die Aktiven im Bündnis NOLYMPIA sind sich sicher, dass die überwiegende Mehrheit der Berliner*innen Olympische Spiele in Berlin ablehnen wird.

    Berlin zählt zu den am höchsten verschuldeten Städten Deutschlands. Über 65 Mrd. Euro Schulden mit stetig wachsender Tendenz sind nicht geeignet, erneut schuldenträchtige Großevents in unserer Stadt zu finanzieren und auszurichten. Der Berliner Senat hat zwischenzeitlich mehrere Sparhaushalte vorgelegt, bei denen er bei Schulen und Hochschulen dreistellige Millionenbeträge gestrichen hat. Gleichzeitig gibt es riesigen Finanzbedarf für die Bildung und die Kultur. Durch diese Politik wird das Leben in der Stadt noch teurer und sozial ungerechter.

    Berlin hat gegenwärtig viele Probleme zu bewältigen, die die Stadt auf Jahrzehnte vor große Herausforderungen stellen werden. Genannt seien hier Wohnungsnot, Verkehrskollaps, Infrastruktur, Bildungsmisere, Digitalisierungsstau, Verwaltungskrise, Trockenheit/Klimaschäden. Noch immer erreicht die Stadt ihre Klima-/Nachhaltigkeitsziele nicht. Vielmehr werden die Klima- und Nachhaltigkeitsziele durch die Austragung der Olympischen Spiele in Berlin noch mehr verfehlt. 

    Berlin steht beim Schul- und Nachwuchssport schlecht da. Marode Sportanlagen, zu geringe Kapazitäten für den Schul- und Nachwuchssport, fehlende Übungsleiter*innen sowie schlecht bezahlte Trainer*innen und eine magere leistungssportliche Bilanz bei internationalen Vergleichen weisen auf grundlegende Probleme der Entwicklung eines vielseitigen Sports in Berlin hin. Die Ausrichtung auf die Austragung von Olympischen Spielen würde deren Lösung noch mehr in Richtung der Unterstützung von Profi- und Leistungssport verlagern. Berlin wird seine Probleme in der allgemeinen sportlichen Infrastruktur nicht durch Großprojekte für die Olympischen Spiele lösen können!

    Wir wollen das IOC nicht in unserer Stadt. Das IOC und seine Strukturen sind nicht geeignet, demokratische, ökonomische und ökologische Veranstaltungen zu organisieren. Undurchsichtige Geschäftsgebaren und intransparente Entscheidungen prägen heute das Bild dieser privatkapitalistisch organisierten Organisation. Dieser sollte man die Entwicklung unserer Stadt auf keinen Fall überlassen.