• »Macht mit und unterschreibt beim Power-Unterschriftensammeln für NOlympia!« Mit Unterstützung aus Hamburg startet NOlympia Berlin in ein Aktionswochenende

    »Macht mit und unterschreibt beim Power-Unterschriftensammeln für NOlympia!« Mit Unterstützung aus Hamburg startet NOlympia Berlin in ein Aktionswochenende

    (Berlin, 4. September 2026) Das überparteiliche Bündnis NOlympia Berlin sammelt Unterschriften für die erste Phase des Volksbegehrens »Für Berlin – gegen Olympia«, für die 20.000 Stimmen benötigt werden. Drei Wochen vor der Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) über die deutsche Ausrichterstadt für Olympische Spiele 2036/40/44 startet es in ein Aktionswochenende vom 4. bis 6. September. Dabei bekommt es Unterstützung von Hamburger NOlympia-Aktiven, die dafür eigens anreisen. Trotz einer medialen Überwältigungskampagne des Hamburger Senats konnte NOlympia Hamburg das Olympia-Referendum am 31. Mai für sich entscheiden und damit die Stadt aus dem Rennen nehmen.

    Dr. Gabriele Hiller (Vertrauensperson des Volksbegehrens): »Auch wir werden dem Olympiagrößenwahn des Berliner Senats einen Riegel vorschieben. Der große Zuspruch, den wir auf den Straßen erfahren, bestärkt unser Bündnis NOlympia, weiter auf die Bürger*innen zuzugehen und Stimmen für das Volksbegehren gegen Olympische Spiele zu sammeln.«

    Am Aktionswochenende können wahlberechtigte Berliner*innen an folgenden Stellen unterschreiben:

    • vom 4. bis 6. September rund um den Anton-Saefkow-Platz in Lichtenberg, wo Claudia Engelmann (Linke, MdA) zu »Kiez-Sanierung statt Olympia-Roulette – wir sammeln Unterschriften!«  einlädt (1),
    • am 4. September auf dem »Festival für das Tempelhofer Feld« (2),
    • am 5. September auf der großen Mietendemonstration »Her mit den Wohnungen« Vor dem Roten Rathaus (3),
    • am 5. September auf dem Park- und Nachbarschaftsfest im Wriezener Park, »Gleisbeet-Fest« (Nähe S-Bahnhof Warschauer Straße) (4),
    • am 6. September bei »Feldmusik« auf dem Tempelhofer Feld am Haus 104 (5).

    Die Stimmung auf den Straßen Berlins ist ausgesprochen kritisch gegenüber den Regierenden von CDU und SPD. Das betrifft auch die Olympiabewerbung Berlins, die über die Köpfe der Berliner*innen hinweg erfolgt ist. Viele Menschen schicken uns ihre Unterschriften gegen Olympia per Post zu, doch viele erfahren auch erst durch uns davon. Aber die meisten empfinden es als skandalös, anmaßend und geschichtsvergessen, dass sich Berlin um die Spiele 2036 – 100 Jahre nach den Nazispielen – bewirbt, als wäre es ein Datum wie alle anderen auch. Sie kritisieren zudem, dass der Berliner Senat Millionen für ein Prestigeprojekt ausgibt, obwohl die Stadt hochverschuldet ist und mal wieder an allen Ecken gespart wird, bis es quietscht. Sie ärgern sich, dass die Kosten für das nationale Bewerbungsverfahren explodiert sind und sie sorgen sich, dass bei einer Entscheidung für Berlin weitere Milliarden EUR verbrannt werden.

    Prof. Dr Johannes Verch (Vertrauensperson des Volksbegehrens): »NOlympia lädt alle herzlich ein, ihren Protest gegen das Vorgehen des Berliner Senats und die Bewerbung kundzutun und das Volksbegehren mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Gerne auch per Post an die Naturfreunde Berlin, Paretzer Str. 7, 10713 Berlin

    Bündnis NOlympia
    NaturFreunde Berlin, BUND Berlin, GEW Landesverband Berlin, Grüne Liga Berlin, Berliner MieterGemeinschaft, BI 100% Tempelhofer Feld, Berliner Wassertisch, NABU Berlin, BUNDjugend Berlin, Kotti&Co, Roter Stern Berlin, BI A100, BI Wuhlheide, FridaysForFuture Berlin, Bündnis gegen Verdrängung und #Mietenwahnsinn, BI Jahnsportpark, Bündnis UNSERE STADT!, BerlinZusammen, Die Linke Berlin, Bündnis 90 / Die Grünen Berlin, Tierschutzpartei Berlin, Mera 25 Berlin, Grüne Jugend Berlin, Linksjugend Berlin, Jusos Berlin

     

  • BI Jahnsportpark: »Der Senator kam für Bilder vom Baufortschritt. Bekommen hat er Bilder von Protest!«

    »Am Montag haben wir gemeinsam mit den NaturFreunden Berlin und NOlympia im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gegen die geplante Versiegelung der Sportwiese und den Stadionneubau protestiert. Die Kundgebung unter dem Titel ›Naturwiese statt Plastikrasen – kein Olympia in Berlin!‹ fand parallel zum Presserundgang von Bausenator Christian Gaebler (SPD) statt.

    Ein Millionengrab mit falschen Prioritäten

    Das Projekt hat inzwischen ein Volumen von rund 300 Millionen Euro erreicht – in Zeiten von knappen Kassen und sich zuspitzender Klimakrise ein völliger Irrweg.

    Gaeblers Prioritäten sind eindeutig: Viele Millionen Euro für Rückbau und Neubau des Vorzeige-Stadions. Der dritte Bauabschnitt dagegen – genau der Teil, der dem Breiten-, Schul- und Inklusionssport dienen soll – wurde massiv gekürzt und ist im Haushalt 2026/27 gar nicht veranschlagt. Für den Kunstrasen auf rund 6.500 Quadratmetern möchte Gaebler über 3 Millionen Euro ausgeben; nach Branchenstandard wären selbst bei hochwertiger Ausführung ein Kunstrasenplatz für nur rund 600.000 Euro zu erwarten.

    Tatsachen schaffen vor der Wahl

    Im Zentrum unseres Protests stand der Vorwurf, Gaebler möchte die Vergabe an einen Bau-Generalunternehmer noch vor der Abgeordnetenhauswahl abschließen. Das ist kein Verfahrensdetail: Ist der Auftrag erteilt, sind Neubau, Versiegelung und Baumfällungen vertraglich gebunden – unabhängig vom Wahlausgang. Kurz vor einer Wahl Fakten zu schaffen, die schwer rückgängig zumachen sind, nimmt den Wählerinnen und Wählern die Entscheidung über dieses teuere Millionen-Projekt. An diesem undemokratischen Verhalten werden sich Senator Gaebler und die Berliner SPD bei der Wahl nun messen lassen müssen.

    Worum es auf dieser Wiese geht

    Rund 10.000 Quadratmeter, etwa 20 Sportarten – kostenlos, ohne Vereinsbeitrag, barrierefrei. Unsere Messungen während der Hitzewelle zeigen, was der Austausch bedeuten würde: rund 39 °C auf der Naturwiese, bis zu 65 °C auf Kunstrasen unter gleichen Bedingungen. Trotzdem will Senator Gaebler die Wiese zu 2/3 mit einem Plastik-Rasen-Platz überbauen und die Fläche damit versiegeln. Damit würde er die Hitzewellen im Kiez massiv verstärken und gleichzeitg die kostenlose Nutzung zurückdrängen.

    Unsere Forderungen bleiben

    Sofortiger Vergabestopp vor der Wahl, vollständiger Erhalt der Naturwiese in ihrer heutigen Größe, keine weiteren Baumfällungen.
    Offenlegung der Fördergrundlagen und eine ergebnisoffene Prüfung von Alternativen ohne kostenintensiven Stadionneubau.

    Wie ein klimafreundlicher und nachhaltieger Sportpark für alle gehen kann, zeigt unser Alternativszenario RESTART JSP

    Danke an alle, die gekommen sind. Die nächsten Wochen entscheiden – solange die Vergabe nicht erfolgt ist, ist nichts endgültig.

    Zum Originalbeitrag

  • Unser Bündnispartner GEW hat einen schönen Artikel in seiner Mitgliederzeitschrift eingestellt

    »NOlympia-Kampagne nimmt an Fahrt auf. Statt des Millionengrabs Olympia braucht es Investitionen in die Bildung.

    Mit dem Beschluss der Landesdelegiertenversammlung im Herbst vergangenen Jahres beteiligt sich die GEW BERLIN aktiv an der NOlympia-Kampagne gegen eine mögliche Olympiabewerbung Berlins. Gemeinsam mit einer Reihe an Vereinen, Initiativen und Parteien setzt sich unser Landesverband für eine kritische Debatte über die so­zialen, finanziellen und ökologischen Folgen ein.

    In den vergangenen Monaten hat die Kampagne deutlich an Fahrt aufgenommen. Ein zentraler Schritt war der Auftakt der Unterschriftensammlung zur Einleitung eines Volksbegehrens am 22. April. Ziel ist es, eine breite demokratische Beteiligung sicherzustellen und den Berliner*innen die Möglichkeit zu geben, selbst über die Bewerbung der Stadt zu entscheiden.

    Die Kritik an Olympia ist aus Sicht vieler Kolleg*innen berechtigt: Während Schulen unter Personalmangel, maroden Gebäuden und fehlender Ausstattung leiden, sollen Milliardenbeträge in ein internationales Großevent fließen. Olympische Spiele gehören weltweit zu den kostenintensivsten Großprojekten überhaupt. Laut der »Oxford Olympics Study 2024« lagen die durchschnittlichen Kosten der Spiele seit 1960 bei über 12 Milliarden US-Dollar, mit einer durchschnitt­lichen Kostenüberschreitung von 172 Prozent.

    Auch Berlin müsste nach internen Berechnungen der Senatsfinanzverwaltung mit bis zu 16 Milliarden Euro rechnen, ohne langfristige Gewinngarantien.

    Gerade Beschäftigte im Bildungsbereich erleben täglich, wie dringend Investitionen in Bildung, soziale Infrastruktur und gute Arbeitsbedingungen gebraucht werden. Die Erfahrungen an anderen Austragungsorten zeigen zudem, dass die versprochenen positiven Effekte für die Berliner Infrastruktur häufig ausbleiben, während öffentliche Kosten und soziale Verdrängung langfristig bestehen bleiben.

    Was du tun kannst

    Die Beteiligung der GEW BERLIN an der NOlympia-Kampagne knüpft unmittelbar an gewerkschaftliche Forderungen an: Öffentliche Daseinsvorsorge stärken statt Prestigeprojekte finanzieren. Bildung, Wohnen und soziale Infrastruktur müssen Vorrang vor milliardenschweren Eventplanungen haben.

    Damit das Volksbegehren erfolgreich wird, braucht die Kampagne jetzt breite Unterstützung in den Betrieben und Schulen. Jede Unterschrift hilft, den Druck für eine soziale und demokratische Stadtpolitik zu erhöhen.

    Deshalb unser Appell an die Kolleg*innen: Lasst die Unterschriftenlisten in euren Gesamtkonferenzen, Team- oder Fachbereichssitzungen herumgehen! Hängt die Unterschriftenliste an euer GEW-Brett! Nutzt die Gelegenheit, mit Kolleg*innen ins Gespräch zu kommen und für die Unterstützung des Volksbegehrens zu werben!«

    Zum Beitrag von Oliver Claas Heinbockel

  • Der Spitzenkandidat der Grünen bei den Berliner Abgeordnetenhauswahlen im September, Werner Graf, hat am Montag öffentlich den Aufruf für unser Volksbegehren gegen Olympia in Berlin unterschrieben!

    Dazu gab es einen kleinen Beitrag im Deutschlandfunk: »NOlympia-Initiative sammelt in Berlin Unterschriften für Volksbegehren«.

  • Ringen um Olympia: Könnte Berlin das größte Sportereignis der Welt stemmen?

    Anja Volkwein (Augsburger Allgemeine):

    Hamburg ist nach einem Volksentscheid raus, bleiben München, die Rhein-Ruhr-Region und Berlin. Doch ausgerechnet in der Hauptstadt klemmt es noch. Der Stand der Olympiapläne.

    Zum Artikel

  • Umfrage des DOSB ergibt: Zustimmung für Olympische Spiele in Berlin sinkt.

    Berliner Bär sitzt vor verlassenem Olympia StadionPünktlich zur Einreichung des Berliner Bewerbungskonzepts Berlin+ wurden die Ergebnisse einer neuen Umfrage des Mitveranstalters der Olympischen Spiele veröffentlicht. Der DOSB-Umfrage nach sinkt die Zustimmung für die Durchführung der Olympischen Spiele in Berlin. Neutralere Umfragen belegen ohnehin die mehrheitliche Ablehnung der Spiele. 
    Johannes Verch, Vertrauensperson des Volksbegehrens: »Wir sind davon überzeugt, dass mit dem gerade veröffentlichen Armutsbericht* die Zustimmung in Berlin weiter sinken wird. Die Berliner*innen verstehen sehr wohl, dass milliardenverschlingende Olympische Spiele die soziale Ungleichheit weiter verschärfen würden. Bei unseren Sammelaktionen kommen viele Menschen, die sich bislang nicht repräsentiert fühlten, auf uns zu und danken uns, dass wir ein Volksbegehren gestartet haben.«
    Gabriele Hiller, Vertrauensperson des Volksbegehrens erklärt: »Der Berliner Senat kann auch Bürgerbeteiligung nicht! Ergebnisoffene Gesprächsforen, faire Pro-Kontra-Diskussionen und eine wertschätzende Einbeziehung der Berliner*innen haben zu keinem Zeitpunkt stattgefunden. Auf meine schriftliche Aufforderung an den Regierenden Bürgermeister, unsere Volksbefragung zu unterstützen, reagiert Wegner nicht einmal. Stattdessen sollen bunte Computeranimationen, intransparente, kleingerechnete Kostenvoranschläge, klimageschönte Nachhaltigkeitsversprechen und vollmundiges Heraufbeschwören nationaler Mythen die Inhaltsleere und Dürftigkeit des Berlin+-Konzepts überdecken.«
    Das Bewerbungskonzept Berlins steht auf tönernen Füßen. Es wurde an den Interessen unserer Stadt vorbei entwickelt. Mit einem solchen Ansatz in das DOSB-Bewerbungsverfahren hineinzugehen, zeugt von Größenwahn und Überheblichkeit oder einfach nur von Unvermögen. Wir hoffen, dass die Verantwortlichen im DOSB dieses bemerken und entsprechend honorieren werden.
    Auf dem Umweltfestival der Grünen Liga Berlin am 7. Juni auf der Straße des 17. Juni sammeln unsere Bündnisorganisationen für das Volksbegehren »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung um Olympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044!«
  • Olympia – Konzept zum Scheitern

    NOlympia Berlin Logo

    Pressemitteilung:

    Berlin, 1.6.2026: Der Berliner Senat stellt gemeinsam mit Vertreter*innen von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Leipzig und Rostock das Bewerbungskonzept Berlin+ vor. Das Konzept soll am 4. Juni beim DOSB eingereicht werden.

    Kosten sind intransparent: Den Berliner*innen soll die Katze im Sack verkauft werden. Das Konzept enthält keine belastbare und vollständige Kostenaufstellung. Die Kosten für die Ausrichtung der Olympischen Spiele werden auf vier Bereiche verteilt. Zu zweien – dem Bereich »öffentliche Dienstleistungen« sowie zu den »zusätzlichen, nicht verpflichtenden Maßnahmen« – werden überhaupt keine Summen genannt. Auch die anderen Kalkulationen sind zweifelhaft. 
    Kostensteigerungen sind programmiert: Die Kosten für Olympische Spiele verdoppeln und verdreifachen sich erfahrungsgemäß. Bereits die Bewerbungskosten haben sich schon während des Verfahrens rasant von 500.000 € auf 6 Millionen € verzwölffacht. Insbesondere Baumaßnahmen, egal ob temporärer Neu- oder Umbau, bergen in Berlin immer die Gefahr, mit dem ›BER-Faktor‹ multipliziert zu werden. Das Konzept macht jedoch weder Aussagen zum Verlustpotenzial der Olympischen Wettkämpfe insgesamt noch dazu, wer die zu erwartenden Kostensteigerungen bis zu welcher Summe übernehmen soll. 
    Wohnen wird noch teurer: Die Wohnungsmieten verteuern sich erfahrungsgemäß bereits mit der Nominierung zur Ausrichtung der Wettkämpfe. Durch die mit Olympia regelmäßig verbundenen Gentrifizierungsprozesse wird das Wohnen noch unbezahlbarer, als es ohnehin schon ist. Das Konzept macht keine Angaben, wie es das verhindern will. An die Mieter*innen, immerhin die Mehrheit in der Stadt, denkt der Senat offenbar überhaupt nicht.
    Mangelhafte demokratische Grundlage: Der Senat präsentiert Olympia als Angebot, das man nicht ablehnen kann. Bei Bürgerbeteiligungen fehlt durchgängig die Möglichkeit, die Spiele abzulehnen. Stattdessen beruft sich das Konzept auf eine DOSB-Umfrage als Nachweis einer »tragfähigen demokratischen Grundlage«. Umfragen von neutraleren Akteuren ergeben jedoch regelmäßig negative Ergebnisse für Olympia. Nach der ersten Vorstellung des Bewerbungskonzepts sahen einer Civey-Umfrage gemäß nur 32% der Befragten in den Olympischen Wettkämpfen »eindeutig« oder »eher« eine »Chance« für Berlin. Das ist weniger als ein Drittel!
    Greenwashing: Die Aussage, »klimapositive« Spiele ausrichten zu wollen, ist reines Greenwashing. Mega-Events und Nachhaltigkeit sind ein Widerspruch in sich. Das wird nicht besser, wenn der Senat rund 80mal das Wort »nachhaltig« über sein Olympiakonzept verteilt. Berlin verfehlt bereits jetzt seine Klimaziele und steht vor großen Herausforderungen beim Umwelt- und Klimaschutz.
    »Das Hamburger Ergebnis zeigt, dass die Bürger*innen sehr gut verstehen, dass Großevents wie Olympische Spiele keine Möglichkeit darstellen, strukturelle Probleme der Städte – auch nicht von Rostock, Cottbus oder Leipzig – zu lösen. Dass dieser Hilferuf allerdings durch die Regierenden in Berlin verstanden wird, ist leider nicht zu erwarten. Das Bewerbungskonzept wird die Berliner*innen nicht überzeugen. Spätestens bei dem im April gestarteten Volksbegehren ›Für Berlin – gegen Olympia‹ wird die Olympiabewerbung in Berlin genauso krachend scheitern wie die Hamburgs«, so Gabriele Hiller, Vertrauensfrau des Volksbegehrens des NOlympia-Bündnis.
    NOlympia Berlin sammelt Unterschriften für das Volksbegehren: 
    »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung um Olympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044!« 
    Unterschriftsliste zum Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens:
    Herunterladen – handschriftlich und gut lesbar ausfüllen – das Originaldokument per Post in einem frankierten Brief an die Trägerin des Volksbegehrens senden:
    NaturFreunde Berlin e.V.
    Paretzer Str. 7
    10713 Berlin
  • Mehrheit der Bevölkerung sieht die Spiele als Belastung statt als Chance

    Daniel Böldt (Tagesspiegel):

    Am Donnerstag stimmt das Abgeordnetenhaus über die Berliner Olympia-Bewerbung ab, eine Mehrheit gilt als sicher. Eine neue Civey-Umfrage zeigt jedoch, dass die Berliner kritischer auf das Mega-Event blicken.
    Zum Artikel

  • »Wer für die eigenen Beamten kein Geld hat, kann nicht auf unsere Unterstützung zählen«. Polizeigewerkschaft ruft zu »Nein« beim Hamburger Olympia-Referendum auf

    »[…] Die Gewerkschaft wirft dem Senat vor, Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes zu missachten. Deshalb ruft Jungfer jetzt alle Polizeibeamtinnen und -beamte auf, mit ›Nein‹ beim Hamburger Olympia-Referendum zu stimmen. ›Wer für die eigenen Beamten kein Geld hat, kann nicht auf unsere Unterstützung zählen‹, so der Gewerkschaftschef. […]«
    Zum NDR-Beitrag, 14.5.2026

    »NOlympia – ohne Wenn und Aber!« Zur Pressemitteilung (pdf) DPolG Hamburg vom 13.5.2026

  • Rainer Balcerowiak (der Freitag): Olympia in Berlin? Die meinen das wirklich ernst! Eine Posse aus einem Paralleluniversum [€]

    In einem Atemzug sperrt Berlin das TU-Hauptgebäude, weil dieses den Studierenden auf den Kopf zu fallen droht – und fabuliert von Olympia an der Spree. Inklusive einer goldenen Zuschauer-Pyramide. Was könnte dabei schon schiefgehen?
    Zum Beitrag [€]

    Vgl. dazu

    Wiarda-Blog: »Die TU ist jetzt nicht nur pleite, sondern obdachlos« (11. Mai 2026)
    Nach der Vollsperrung des Hauptgebäudes der Technischen Universität Berlin streiten Senat und Hochschulen über Schuld, Geld und Bauorganisation. Der Fall hat bundesweit Symbolkraft: marode Hochschulbauten, politische Prioritätenprobleme – und eine Wissenschaftspolitik, die Exzellenz feiert, während die Decken tropfen.
    Zum Beitrag

  • Über die Lernresistenz der Olympischen Spiele: Atif Ansar, Bent Flyvbjerg & Alexander Budzier: Do projects learn across space and time? [Spoiler: nein!] Evidence from the Olympics (4.4.2026)

    ABSTRACT
    Do projects learn across space and time? The Olympics, themselves among the largest publicly funded programmes in the world, offer a unique empirical setting. Theoretically, the Games seem ideal for generating ‘positive learning curves’, driving down costs from one iteration to the next. In practice, they do not. Drawing on the concept of ‘myopia of learning’, we argue that spatiotemporality (geographic distance, temporal gaps, and the temporary organizational form of each host committee) combines to block higher-level learning. Our analysis of cost overruns from 1960 to 2024 reveals no sustained improvement over 64 years. Tactical learning abounds, but none aggregates into strategic improvement. We propose four strategies for overcoming the spatiotemporal barrier (incremental, centralizing, decentralizing, and real options), arguing that radical reform is required.

    Received 11 Jun 2024, Accepted 18 Mar 2026, Published online: 04 Apr 2026

    Lernen Projekte über Raum und Zeit hinweg? Die Olympischen Spiele, selbst eine der größten öffentlich finanzierten Programme weltweit, bieten eine einzigartige empirische Grundlage. Theoretisch scheinen die Spiele ideal, um „positive Lernkurven“ zu erzeugen und die Kosten von einer Austragung zur nächsten zu senken. In der Praxis geschieht dies jedoch nicht. Ausgehend vom Konzept der „Lernblindheit“ (myopia of learning) argumentieren wir, dass die spatiotemporale Distanz – also geografische Entfernung, zeitliche Lücken sowie die vorübergehende Organisationsform jedes Gastgeberkomitees – gemeinsam ein höheres Lernen verhindert. Unsere Analyse der Kostenüberschreitungen von 1960 bis 2024 zeigt, dass sich über 64 Jahre hinweg keine nachhaltige Verbesserung ergab. Taktisches Lernen ist reichlich vorhanden, doch es aggregiert sich nicht zu strategischer Verbesserung. Wir schlagen vier Strategien zur Überwindung der spatiotemporalen Barrieren vor – inkrementell, zentralisierend, dezentralisierend und über Realoptionen – und argumentieren, dass radikale Reformen notwendig sind. [KI-Übersetzung]

    Zur Studie

  • rbb: Was kostet uns Olympia? Der ultimative Guide zur Rechnung mit den Ringen

    »Seit dieser Woche liegt nun das finale Konzept vor, mit dem sich Berlin beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als nationaler Olympia-Kandidat empfehlen will. Damit gibt es nun erstmals konkrete Aussagen darüber, mit welchen Summen der Senat rechnet – und wie er sie ausgeben will. …. Das POB, kurz für ›Public Operations Budget‹ ist die große Unbekannte in der olympischen Gleichung: Hier stecken vor allem die Ausgaben für Sicherheitsmaßnahmen drin. Wie hoch die sein werden, hänge ›in erheblichem Maße von der konkreten Ausgestaltung der Spiele‹ ab, so der Senat. Und fügt entschuldigend hinzu: Seriös lasse sich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht schätzen, deswegen müsse hier auch keine Summe genannt werden. Zur Wahrheit gehört auch: Es ist der Teil des Budgets, der am ehesten die Gesamtrechnung vermiesen kann.«

    Zum Artikel

  • Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus: Olympia in Berlin: statt nachhaltige Verbesserungen, nur wirre Event-Träume und verschleierte Kosten

    Der Senat hat in seiner heutigen Sitzung ein Konzept für die Bewerbung um die Ausrichtung Olympischer Spiele beschlossen. Die Behauptung des Senats, das sogenannte „BERLIN+“-Konzept sei finanziell tragfähig und bringe der Stadt sogar Gewinne ein, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als dreister politischer Bluff auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.

    Dazu erklärt Elif Eralp, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion Die Linke:

    »Das Olympiakonzept des Senats entlarvt all die vollmundigen Ankündigungen von Kai Wegner zu nachhaltigen Spielen als leere Worte. Eine Riesenrampe statt bezahlbarer Wohnungen, eine goldene Pyramide statt einer sauberen Spree. Statt nachhaltige Verbesserungen für die Berlinerinnen und Berliner enthält das Konzept offenbar vor allem viele wirre Event-Träume aus der Mottenkiste des Stadtmarketings.

    Unsere Stadt braucht keine kostspieligen Großveranstaltungen, während die soziale Infrastruktur bröckelt. Marode Turnhallen und geschlossene Schwimmbäder repariert man nicht mit einem olympischen Luftschloss. Während Millionen für eine PR-Kampagne und für ein zweiwöchiges Spektakel verplant werden, verfällt Berlins sportliche Basis. Das werde ich ändern. Was unsere Stadt jetzt braucht, sind Investitionen in den Breitensport und in die soziale Infrastruktur, bezahlbare Wohnungen, gute Schulen und Krankenhäuser und kein Mega-Projekt, das viel Geld kostet und das Leben der Berlinerinnen und Berliner kein bisschen verbessert.«

    Claudia Engelmann, sportpolitische Sprecherin der Linksfraktion Berlin, ergänzt:

    »Wer sich das Olympia-Konzept genau ansieht, erkennt den gigantischen Bluff sofort. Der Senat brüstet sich auf der einen Seite mit einem angeblichen Überschuss von 420 Millionen Euro im operativen Geschäft. Gleichzeitig werden die wahren, milliardenschweren Kosten für die zwingend notwendigen Sanierungen von Olympiastadion, Jahnsportpark, Velodrom und anderen Sportstätten dreist aus dem offiziellen Olympia-Budget herausgerechnet – getarnt als Investitionen für den ›laufenden Betrieb‹. Allein beim Jahnsportpark sind die Kosten bereits auf absurde 349 Millionen Euro explodiert, weshalb man dort ausgerechnet bei der Inklusion den Rotstift ansetzt.

    Die echten Rechnungen, auch für die derzeit völlig unkalkulierten Sicherheitskosten, will der Senat dem Parlament erst Ende 2026 präsentieren. Das ist lange nachdem die Bewerbung am 4. Juni beim DOSB eingereicht werden muss. Hier wird ein ungedeckter Scheck nach dem anderen ausgestellt.«

    Pressemitteilung

  • NOlympia Berlin: Gigantomanie in Zeiten leerer Kassen

    Berlin, 5.5.2026: Der Berliner Senat stellt heute offiziell sein Olympiakonzept vor, mit dem er den innerdeutschen Wettbewerb gewinnen möchte. Obwohl die Berliner*innen in vielen Umfragen und auch im gerade gestartenen Volksbegehren von Nolympia Berlin ihren Widerwillen gegen den Glitzerevent deutlich zeigten und zeigen, verschleudert der Senat erneut hohe Geldsummen, während andernorts der Rotstift angesetzt wird.

    Dazu sagen die Vertrauenspersonen des Volksbegehrens und die Bürgerinitiative 100% Tempelhofer Feld:

    Prof. Dr. Johannes Verch (Sportwissenschaftler): »Die Olympiapläne zeigen, dass es dem Berliner Senat nicht um nachhaltigkeitsbezogene Investitionen in die Zukunft der Stadt geht, sondern darum, ohne Rücksicht auf Verluste ein gigantisches symbolaufgeladenes Großevent auszurichten.«

    Carmen Schultze (BUND Berlin): »Es werden uns CO2-neutrale und klimapositive Spiele versprochen. Allerdings sind die Ringe um den Fernsehturm, die temporäre Brücke aufs Brandenburger Tor oder die goldene Pyramide auf dem Tempelhofer Feld noch nicht einmal im symbolischen Sinn nachhaltig.«

    Dr. Gabriele Hiller (Die Linke Berlin): »Der Berliner Senat wünscht sich eine ›Hauptstadt der Ringe‹ und unterwirft die ganze Stadt symbolisch dem IOC. Doch Berlin ist nicht Disneyland. Hier wohnen Menschen. Und diese Menschen zahlen am Ende die Zeche!«

    Uwe Hiksch (NaturFreunde Berlin): »Schon die geplante Lichterinszenierung auf dem Tempelhofer Feld erinnert unweigerlich an Albert Speers Lichtdome und demonstriert, warum Berlin die Finger von 100 Jahre Nazi-Spiele lassen sollte.«

    Klara Schedlich (B’90/Die Grünen Berlin): »Der Senat verpulvert Milliarden für einen Event, während nicht einmal alle Kinder in dieser Stadt schwimmen lernen können? Solange es an funktionierenden Bädern und Sportstätten fehlt, darf Olympia nicht wichtiger sein als der Breitensport für unsere Kinder. Möge er erst die Schultoiletten und die Schulhallen vergolden, bevor er die Schauseite der Stadt vergoldet!«

    Christoph Witt von 100% Tempelhofer Feld e.V. fügt hinzu: »CDU und SPD lassen keinen Vorwand aus, um das Tempelhofer Feld zu bebauen – jetzt also eine goldene Pyramide für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele. Wenn die Regierung etwas für den Sport in Berlin tun will, soll sie das Feld schützen, denn es ist der wichtigste Ort für vereinsungebundenen Breitensport in ganz Berlin.«

     

    Am 26. September wird der DOSB entscheiden, wer den Zuschlag zur Bewerbung erhält. NOlympia Berlin sammelt derzeit Unterschriften für ein Volksbegehren, mit dem die Bürger*innen selbst abstimmen dürfen, ob sie sich die Spiele ans Bein binden.

    Unterschriftsbögen für das Volksbegehren zum Download (ausdrucken-handschriftlich unterschreiben-per Post abschicken)

    https://nolympia.berlin/wp-content/uploads/2026/04/Unterschriftsliste_NOlympia.pdf

     

    Die Bündnis-Organisationen sammeln in den nächsten Wochen Unterschiften bei unterschiedlichen Veranstaltungen, so am 8. Mai beim Demokratiefest auf dem Tempelhofer Feld, am 9. Mai auf der Langen Buchnacht in der Oranienstraße, auf dem Karneval der Kulturen und am 7. Juni auf dem Umweltfestival am Brandenburger Tor.

  • BUNDjugend: Die Olympischen Spiele führen in die nächste Kürzungswelle!

    Die sozial kalten und politisch kurzsichtigen schwarz-roten Haushaltskürzungen der letzten zwei Jahre gefährden den Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit Berlins. Eine mögliche Austragung der Olympischen Spiele würde die Lage ungemein verschärfen, zumal allein für die Bewerbung und unter Berücksichtigung der schlechten Aussichtschancen Berlins, zusätzliche Milliarden zum Fenster rausgeworfen werden.
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  • DIE ZEIT: »Olympia ist eine riskante Wette«

    Olympia soll Hamburg fast fünf Milliarden Euro kosten. Der Ökonom Alexander Budzier forscht seit Jahren zu Olympia-Budgets – und warnt: Es könnte viel teurer werden.
    Interview: Annika Lasarzik, Hamburg

    Am 31. Mai stimmen die Hamburgerinnen und Hamburger bei einem Volksreferendum ab: Soll sich die Stadt um die Austragung der Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben? Der Hamburger Senat wirbt mit vergleichsweise kostengünstigen Spielen und hat im März ein Finanzkonzept vorgelegt, das genau das verspricht. Doch wie belastbar sind die Zahlen? Der Ökonom Alexander Budzier forscht an der Saïd Business School der University of Oxford seit Jahren zu Kosten und Risiken von Großprojekten. Gemeinsam mit seinem Kollegen Bent Flyvbjerg hat er mehrere Olympische Spiele untersucht. Im Gespräch erklärt Budzier, warum vermeintliche Gewinne oft nur auf dem Papier stehen, inwiefern die Wirtschaft tatsächlich profitiert – und wo besonders Kostenfallen drohen.

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  • Robert Matthies (taz): Drohnenshow für Olympia. In Hamburg kommt Olympia von oben

    »Der Senat will das Olympia-Nein der Ham­bur­ge­r*in­nen von 2015 einfach nicht akzeptieren. Jetzt buhlt er um sie mit Drohnen – und der Breitensport? …
    Drohnen sind per Definition seelenlose Maschinen, die stumpf das tun, was man ihnen einprogrammiert hat. In ihrer sterilen Perfektion passen sie damit wiederum hervorragend zum modernen IOC-Zirkus, bei dem es schon lange nicht mehr um Schweiß und Fairness geht, sondern um lückenlose Vermarktung und Profitmaximierung….«
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  • GRÜNE LIGA Berlin: Bündnis für Berlin, gegen die Olympischen Spiele

    NOlympia Startaktion vor demroten Rathaus in Berlin

    Seit dem 22.04.2026 sammelt das Bündnis NOlympia Berlin Unterschriften für das Volksbegehren „Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung um Olympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044!“. NOlympia Berlin ist ein Bündnis von Menschen und Organisationen, die sich gegen eine Bewerbung für die Olympischen Spiele in Berlin einsetzen. Zu diesem Bündnis gehört auch die GRÜNE LIGA Berlin.

    Ziel ist es, in den nächsten Monaten mehr als 20.000 Unterschriften zu sammeln, um ein starkes Signal an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zu senden, dass es aus der Bevölkerung durchaus Widerstand gegen die Bewerbung gibt. Der DOSB wird im September darüber entscheiden, wer für Deutschland zur Ausrichtung der Olympischen Spiele ins Rennen geschickt wird.

    Berlin ist schon jetzt mit 60 Milliarden € verschuldet

    Schon jetzt gibt zu wenig Gelder für Investitionen in  die soziale Infrastruktur und für den Breitensport, zum Beispiel für Schwimm- und Turnhallen. Wenn Berlin Olympiastadt werden würde, hätte dies zur Folge, dass noch weniger Gelder bereit stehen würden, aber auch, dass noch mehr Schulden aufgenommen werden.

    Wichtige Infrastrukturprojekte müssen unabhängig von Olympischen Spielen nach Dringlichkeit und Haushaltslage durchgeführt werden. Der Senat knüpft nun jedoch Zusagen zur Finanzierung von längst überfälligen Projekten in den Bezirken an eine positive Haltung gegenüber der Bewerbung Berlins für 2024 oder 2028.

    Teilt ihr unsere Meinung? Dann unterschreibt bei uns in der Geschäftsstelle, auf dem Ökomarkt am Kollwitzplatz oder am 7. Juni beim UMWELTFESTIVAL am Brandenburger Tor.

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  • Jessica Sturmberg (Deutschlandfunk): Olympia 2026 – Finanzdefizit in Cortina: Kollegengespräch mit [dem Ökonom] Matthias Fett

    »Zumindest bei den Studien, die ich gelesen habe zu Sportgroßveranstaltungen, ist das schon so, dass wenn die im Vorfeld erstellt werden, dann werden die von Unternehmensberatungen oder anderen Instituten erstellt. Natürlich auf Anfrage der Organisatoren oder der Komitees, die sich um olympische Spiele oder auch Fußballweltmeisterschaften – es ist ein gleiche Problem – bewerben wollen. Und da steht das Ergebnis schon vorher fest. Man muss dann nur irgendwie finden, wie kommt man halbwegs wissenschaftlich nun dahin zu diesem Ergebnis. Und wenn man sich dann dann im Nachhinein mit diesen Studien näher auseinandersetzt, dann fällt auf, dass nicht nur das Ergebnis zu positiv gerechnet ist und dass man mit Millionen- oder Milliardengewinnen rechnet, das dann schön klingt, sondern die Studien weisen regelmäßig auch methodische Fehler auf, wo man als Ökonom teilweise die Hände über dem Kopf schlägt« (Ökonom Matthias Fett)
    https://www.deutschlandfunk.de/olympia-2026-finanzdefizit-in-cortina-kollegengespraech-mit-matthias-fett-100.html (26. April 2026, 19:36 Uhr)

    Vgl. auch Matthias Fett: Olympische Spiele in Deutschland, lohnt sich das? Von Olympia würde die ganze Republik profitieren, behauptet Vizekanzler Lars Klingbeil. Dabei sagen die Zahlen etwas anderes. In: Spiegel, 23.02.2026, 20.41 Uhr [€]

    Kumulative Dissertation von Matthias Fett: High life – the FIFA World Cup and its economic effects (2021)
    Aufsätze hierin:
    The game has changed – a systematic approach to classify FIFA World Cups, S. 7-23
    High life – new empirical evidence on the economic boost of the FIFA World Cup, S. 24-58
    Does the FIFA World Cup boost economies around the world? : an empirical analysis, S. 59-101
    Outlands : a case study on the 2014 FIFA World Cup in Brazil, S. 102-142

  • Basismitglieder der SPD Lindweiler starten Petition: Offener Brief an den Deutschen Olympischen Sportbund

    »Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir wenden uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten aus der Breite der Parteibasis an Sie, um unsere begründete Ablehnung einer möglichen Ausrichtung Olympischer Spiele in Köln bzw NRW zum Ausdruck zu bringen.

    Olympische Spiele sind ein Fest des Sports, der internationalen Verständigung und gesellschaftlich, kulturübergreifender Begegnung. Für eine erfolgreiche Durchführung ist eine Bewerbung auf Grundlage von realistischen, transparenten und belastbaren Rahmenbedingungen unabdingbar. Eine Betrachtung der Rahmendaten in NRW / Köln zeigt gravierende Mängel in vielen Bereichen operativer Mindestanforderungen.

    Die von der Stadt Köln und weiteren Akteuren vorgetragenen Argumente erscheinen in zentralen Punkten nicht tragfähig und teilweise eventpolitisch konstruiert. Besonders schwer wiegt für uns das Fehlen eines seriösen und nachvollziehbaren Kostendarstellung. Die Erfahrungen vergangener Olympischer Spiele zeigen deutlich, dass Kosten regelmäßig unterschätzt werden und erheblichen Steigerungen unterliegen. Ohne ein belastbares, transparentes und überprüfbares Finanzkonzept ist eine Bewerbung politisch unverantwortlich – gerade gegenüber den BürgerInnen, denen grundlegende Bereiche von Daseinsversorgung zukunftsorientiert und nachhaltig zu gewähren ist.

    Bei den infrastrukturellen Versprechen wird für die Region Rhein/Ruhr suggeriert, dass innerhalb Nordrhein-Westfalens alle relevanten Sportstätten vom Olympischen Dorf aus in kürzester Zeit erreichbar seien. Die Behauptung, sämtliche Austragungsorte könnten innerhalb einer Stunde erreicht werden, entbehrt aus unserer Sicht jeder realistischen Grundlage. Marode Verkehrssysteme in der Region stoßen regelmäßig an ihre Grenzen, eine verlässliche ÖPNV-Nutzung im Kölner Norden wird aktuell nicht gewährleistet. Inwieweit notwendige, alltagstaugliche Aus- und Neubauten den Voraussetzungen einer gelingenden Olympiade genügen, erscheint mehr als fraglich.

    Zusätzlich erschüttert uns die Umsetzung der Bürgerbeteiligung. Schon bei der Auszählung der Bürgerbefragungen kam es zu eklatanten Pannen. So war die Stadt Köln nicht in der Lage, einen simplen Livestream aufrechtzuerhalten, und das Auszählungschaos dauerte bis nachts um 3 Uhr, während alle anderen beteiligten Städte ihre Ergebnisse bereits deutlich früher vollständig vorgelegt hatten. Ein solches Vorgehen trägt nicht dazu bei, Vertrauen in ein Projekt dieser Größenordnung zu schaffen.

    Das Ergebnis der Bürgerbefragung selbst gibt Anlass zu großer Skepsis. Trotz einer massiven und kostspieligen Werbekampagne, die einseitig auf Zustimmung ausgerichtet war und den Bürgerinnen und Bürgern kaum eine ausgewogene, faktenbasierte Entscheidungsgrundlage bot, wurde eines der schwächsten Zustimmungsergebnisse in ganz Nordrhein-Westfalen erzielt. Die Projekt-Kommunikation geschah zuwachsorientiert ohne Darstellung zu erbringender Voraussetzungen in prestigeträchtigen Innenstadt-Locations. Ein Gespräch mit direkt betroffenen Bürgern (Olympiadorf /temporäres Stadion – Ableger vom geplanten neuen Stadtviertel, 16km außerhalb der Stadt) wurde bislang nicht gesucht. Eine vorliegende mit hoher Expertise und Bürgerbeteiligung erstellte Stadtteilplanung wird olympiaabhängig unnötig verzögert.

    Die geringe Zustimmung und eine Ablehnungsquote von 42,6% in Köln sollte als deutliches Signal verstanden werden, dass es in der Bevölkerung erhebliche Vorbehalte gegenüber dem Vorhaben gibt.

    Darüber hinaus blicken wir mit großer Skepsis auf die bisherige Umsetzung großer Infrastruktur- und Kulturprojekte in Köln. In der Vergangenheit wurden zahlreiche Vorhaben weder im geplanten Zeitrahmen noch innerhalb der vorgesehenen Kosten realisiert. Beispiele hierfür sind Opernhaus, Römisch-Germanisches Museum, Ost-West U-Bahn, Nord-Süd-Bahn, Villa Culturalis, Jüdisches Museum, sowie Zeughaus. Diese wiederkehrenden Verzögerungen und Kostensteigerungen werfen erhebliche Zweifel auf, ob ein Projekt der Größenordnung Olympischer Spiele in Köln verlässlich umgesetzt werden kann.

    Zusammenfassend sehen wir in prinzipieller Zustimmung gelebter olympischer Praxis die Gefahr, dass vor Ort Erwartungen geweckt werden, die weder organisatorisch noch finanziell eingelöst werden können. Eine solche Entwicklung würde das Vertrauen der Bevölkerung in politische Entscheidungsprozesse weiter beschädigen.

    Als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen wir für eine verantwortungsvolle Haushaltsführung, für Transparenz und für eine Politik, die sich am Gemeinwohl orientiert. Vor diesem Hintergrund lehnen wir eine Bewerbung Kölns für Olympische Spiele in der derzeit diskutierten Form entschieden ab.

    Wir fordern den Deutschen Olympischen Sportbund auf, vorgelegte Detailpläne des Bewerbers Köln/NRW kritisch abwägend in Sachen Realisierbarkeit zu prüfen. Nur Bewerbungen, die auf soliden, überprüfbaren und ungeschönten Grundlagen basieren können einen gewünscht optimalen Veranstaltungsverlauf gewährleisten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten von der Basis

    Erstzeichner:

    Wolfgang Steves
    Matthias Vilgis
    Karola Fischer-Wolff
    Gerhard Wolff
    Dirk Bachhausen

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