• Statement der Berliner MieterGemeinschaft e.V.: Olympia-Bewerbung muss gestoppt werden

    Die Berliner MieterGemeinschaft (BMG e.V.) unterstützt das Volksbegehren gegen die Bewerbung Berlins für die Ausrichtung der Olympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Dazu BMG-Vorstand Marek Schauer:

    »Es ist unverantwortlich und nahezu abenteuerlich, die finanziell und infrastrukturell ausgeblutete und von wachsender Armut geprägte Stadt auf den Präsentierteller für ein profitgetriebenes Mega-Spektakel zu legen. Und es ist nahezu zynisch, von der ›Sportstadt Berlin‹ zu fabulieren, während der Schul- und Breitensport auf der letzten Rille läuft. Berlin braucht massive öffentliche Investitionen in den Bau bezahlbarer Wohnungen und die Ertüchtigung der Infrastruktur sowie der sozialen Daseinsvorsorge in allen Bereichen, und kein milliardenschweres Prestigeprojekt«.

    Die Unterschriftensammlung des Bündnisses »NOlympia« für die 1. Stufe des Volksbegehrens beginnt offiziell am Mittwoch um 11 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Roten Rathaus, (https://nolympia.berlin/)

  • PM Linksfraktion Tempelhof-Schöneberg: Mehrheiten für CDU-Antrag nur mit AfD – Protokoll der BVV bestätigt: Zu Olympia fällt Brandmauer in Tempelhof-Schöneberg

    Das heutige Protokoll mit der namentlichen Abstimmung bestätigt: die sogenannte „Brandmauer“ ist in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg gefallen.  Der CDU-Antrag „Olympische und Paralympische Spiele für Berlin“ hätte ohne die AfD keine Mehrheit gehabt. Linke und Grüne stimmten gegen den Antrag, die SPD hatte sich enthalten. Die Christdemokraten hatten eine Sondersitzung am 25. März beantragt. Auf Antrag der CDU sollte sich das Bezirksamt geschlossen hinter eine Berliner Olympiabewerbung stellen. Das Ergebnis war politisch eindeutig. CDU und FDP kamen in dieser Sitzung zusammen auf nur 17 Stimmen. In der Debatte positionierten sich jedoch Linke, Grüne und das BSW gegen den Pro-Olympia-Antrag der CDU. Die SPD-Fraktion enthielt sich. Insgesamt votierten 17 Bezirksverordnete mit Nein. Der Antrag erhielt am Ende jedoch 20 Ja-Stimmen, 17 Nein-Stimmen und 11 Enthaltungen. Damit hat die CDU in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg nur mit den drei Stimmen der AfD eine Mehrheit gefunden. Auf die Verkündung des Ergebnisses reagierte die CDU-Fraktion mit lautem Beifall.

    Dazu die sportpolitische Sprecherin der Linken Tempelhof-Schöneberg, Katharina Marg: „Es gibt keine demokratischen Mehrheiten mit Faschisten und Menschenfeinden. Dass die Union dies offenbar billigend in Kauf nimmt, ist ein fatales Zeichen. CDU und AfD handeln damit wieder gegen die Interessen der Allgemeinheit. Eine Bewerbung Berlins für Olympia ist objektiv betrachtet für unsere Stadt finanziell, schul- und sportpolitisch, sowie ökologisch unsinnig[1]. Olympische Spiele 2036 wären geschichtsvergessen.[2] Während das IOC T-Shirts mit Originalplakaten aus der Nazi-Diktatur im Onlineshop verkauft[3], auf denen der Schriftzug „Germany Berlin 1936 Olympic Games“ zu lesen ist, schafft die CDU in Tempelhof-Schöneberg für schlecht gemachte Anträge die Mehrheiten mit der AfD für eine Politik, die den Menschen in Berlin schadet. Die Mieten steigen, Leute mit weniger Geld werden verdrängt, der reguläre Tourismus geht zurück und der Nahverkehr, der jetzt schon personell und finanziell überlastet ist, droht unter die Räder zu kommen. Wir unterstützten den Volksentscheid NOlympia.“

    [1] https://www.gew-berlin.de/aktuelles-beschluesse/detailseite-beschluesse/ablehnung-einer-bewerbung-der-stadt-berlin-fuer-die-olympischen-spiele

    [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Olympiateilnehmern,_die_in_NS-Konzentrationslagern_starben

    [3] https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/trotz-kritik-ioc-verkauft-shirts-zu-olympia-1936-in-berlin,VAzzqdN

  • Meredith Haaf und Christoph Koopmann (SZ): Klamme Kassen, große Erwartungen [€]

    Berlins Regierender Bürgermeister Wegner will Olympia in die Hauptstadt holen – für die Kinder. NRW-Ministerpräsident Wüst hofft an Rhein und Ruhr gleich auf die größten Spiele jemals. Aber wollen die Bürger das überhaupt? […] „In Berlin bekommen Kinder wegen verrotteter Schulsporthallen keinen Unterricht“, hält Carmen Schultze vom BUND (Bund Naturschutz) Berlin dagegen, „und keine einzige davon wird wegen Olympia saniert werden.“ […]
    Zum Artikel (€)

  • Marie Gogoll (Sportschau): Millionenschwerer Wettstreit um deutsche Olympiabewerbung

    »Wer geht für Deutschland ins Rennen um Olympische Spiele? München, Hamburg, Berlin und „KölnRheinRuhr“ kämpfen darum, der deutsche Olympiabewerber zu werden, und geben dafür schon jetzt viel Geld aus. […] Roland Schüler hält es dennoch für falsch, dass Länder und Kommunen so viel Geld in die Bewerbung investieren. Er ist Bezirksbürgermeister des Kölner Stadtteils Lindenthal und engagiert sich im Bündnis „NOlympia Colonia“. Für die Bewerbung um die nationale Kandidatur als Austragungsort rechnet die Stadt Köln mit Ausgaben von etwa 2,5 Millionen Euro. Rund 85 Prozent davon übernimmt das Land NRW. So eine Summe, meint Schüler, wäre besser in Kölner Fußballplätze, Schwimmbäder oder Schulsporthallen investiert. […]«
    Geplante Ausgaben für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele bis zum nationalen Entscheid im Herbst 2026: über 50 Millionen
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  • Dr. Benjamin Benrich: Taschenspielertricks an der Elbe? Das Argument, das keines ist – wie Hamburg seine Bürger*innen mit Wissenschaft von Olympia überzeugen will

    »[…] Es ist alarmierend, wie viele Millionen Euro die Bewerberstädte und Regionen für den internen deutschen Wettbewerb aus Steuergeldern bereits investiert haben, insbesondere angesichts der häufig angespannten finanziellen Situation der Bewerberstädte und der Kürzungen der Fördermittel im Breitensport (siehe Berlin).[…]«
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  • Die LINKE, Fraktion in der BVV Pankow: Keine Olympischen Spiele in Berlin und Pankow – Für eine Sportpolitik im Interesse der Bürger*innen

    »Im September wurde im Ausschuss für Schule und Sport erstmals vorgestellt, dass Berlin eine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036 oder 2040 prüft. Präsentiert wurden dabei auch mögliche Austragungsorte in Pankow – darunter der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, das Velodrom, Arkenberge und die Max-Schmeling-Halle. Die präsentierenden Vertreter*innen des Senats sprachen von Modernisierung, internationaler Strahlkraft und Impulsen für den Sport. Wiederholt wurde betont, ein erheblicher Teil der Investitionen könne durch private Investor*innen getragen werden. Konkrete, belastbare Aussagen zu Gesamtkosten, Risiken, tatsächlicher Nutzung durch Bürger*innen und möglicher Entlastung der öffentlichen Haushalte blieben jedoch offen.

    Der Widerstand gegen eine Olympiabewerbung beschränkt sich längst nicht auf unseren – berlinweit wächst die Kritik deutlich. Initiativen sowie engagierte Bürger*innen bereiten bereits Unterschriftensammlungen vor, um ein klares Signal gegen die Bewerbung zu setzen. Sie fordern Transparenz und eine ehrliche Debatte über unsere Prioritäten: Milliarden für ein Großereignis – oder gezielte Investitionen in Bildung, soziale Infrastruktur und Breitensport? Für uns ist klar: Eine Olympiabewerbung verschiebt den Fokus weg von den realen Bedarfen im Bezirk.

    Pankow steht vor erheblichen Herausforderungen im Breiten-, Schul- und Vereinssport. Sporthallen sind überlastet oder sanierungsbedürftig, Hallenzeiten sind knapp, Schwimmkapazitäten fehlen. Schulen benötigen verlässliche Bedingungen für den Sportunterricht, Sportvereine ausreichende Trainingsflächen. Diese Defizite lassen sich nicht durch ein Großprojekt beheben – vielmehr müssen genau sie im Zentrum politischer Prioritätensetzung stehen. Auch die internationale Erfahrung mahnt zur Vorsicht Die „Oxford Olympics Study 2024“ zeigt: Seit 1992 waren die Kosten für Olympische Sommerspiele im Schnitt mehr als doppelt so hoch wie angesetzt. Selbst wenn Teile der Organisation über das IOC refinanziert werden, verbleiben Ausgaben für Infrastruktur, Sicherheit und Bauwerke bei der öffentlichen Hand.

    Zudem sind die versprochenen Effekte auf Wirtschaft und Breitensport wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Eine Studie des ifo Instituts aus dem Jahr 2024 kommt zu dem Ergebnis, dass sportliche Großereignisse – wenn überhaupt – nur begrenzte und selten nachhaltige wirtschaftliche Impulse auslösen. Auch ein dauerhafter Motivationsschub für den Breiten- und Vereinssport ist nicht nachweisbar. Besonders kritisch sehen wir die politische Schwerpunktsetzung. Eine Bewerbung bedeutet, Planungen, Ressourcen und Aufmerksamkeit an internationalen Normen auszurichten: Stadionkapazitäten, Sicherheitskonzepte, Vermarktungsinteressen. Damit verschiebt sich die Perspektive von Gemeinwohlorientierung zu Großeventlogik.

    Für den sich aktuell im Umbau befindenden Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark würde eine olympische Einbindung zusätzlichen Zeitdruck und funktionale Anpassungen bedeuten. Statt langfristig bedarfsgerechter Lösungen für Schüler*innen, Vereinsmitglieder und Freizeitsportler*innen droht die Orientierung an internationalen Wettkampfvorgaben. Auch das Argument umfangreicher privater Finanzierung überzeugt uns nicht. Private Investitionen sind immer an Renditeerwartungen gebunden. Risiken und Folgekosten verbleiben erfahrungsgemäß dennoch bei der öffentlichen Hand – insbesondere bei Infrastruktur und Betrieb. Hinzu kommen soziale und ökologische Aspekte: zusätzlicher Flächendruck, Verkehrsbelastung und Energieverbrauch. In einer wachsenden Stadt mit angespanntem Wohnungsmarkt und begrenzten Haushaltsmitteln halten wir es für nicht verantwortbar, Milliardenrisiken für ein einmaliges Großereignis einzugehen.

    Für uns haben die Sanierung von Schulen und Sporthallen, wohnortnahe Bewegungsangebote, barrierefreie Anlagen und verlässliche Strukturen für den Vereins- und Freizeitsport Priorität. Pankow braucht keine Olympischen Spiele. Pankow braucht verlässliche Investitionen in Bildung, soziale Infrastruktur und gemeinwohlorientierten Sport.« (Dr. Jaana Stiller)
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  • +++ GEW Berlin unterstützt NOlympia-Bündnis: Gemeinsam gegen Olympia – für eine Stadt, die für alle da ist +++

    Ein klares Signal aus der Bildungs- und Wissenschaftspolitik: Der Landesvorstand der GEW Berlin hat am 23. Februar 2026 den Beschluss gefasst, das Bündnis NOlympia Berlin zu unterstützen.

    Diese Entscheidung ist mehr als eine politische Erklärung – sie ist ein Mahnung an die Politik, ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Berlin und ein klarer Appell für eine Stadt, die für alle da ist.

    Warum die GEW Berlin das Bündnis unterstützt

    Die GEW – die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – steht für:
    – Gute Bildung für alle
    – Faire Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte und Beschäftigte
    – Demokratische Mitbestimmung in Schule, Hochschule und Verwaltung

    Diese Werte sind genau das, was die Olympischen Spiele in Frage stellen:
    – Milliardenkosten statt Investitionen in Schulen und Kitas
    – Vertreibung von Menschen für Bauprojekte
    – Kostenüberschreitungen und finanzielle Risiken für die Stadt

    Dass die GEW Berlin diese Risiken erkannt hat und sich klar gegen eine Bewerbung der Stadt für die Olympischen Spiele ausspricht, ist ein wichtiger Meilenstein.

    Vorläufige Entscheidung – jetzt wird es konkret

    Bereits im Dezember 2025 hatte die Landesdelegiertenversammlung der GEW Berlin die Ablehnung einer Bewerbung der Stadt Berlin für die Olympischen Spiele beschlossen:

    »Die GEW Berlin spricht sich gegen eine Bewerbung der Stadt Berlin für die Austragung der Olympischen Spiele aus. Sie fordert den Berliner Senat auf, von einer Bewerbung abzusehen und stattdessen die öffentlichen Mittel für den Ausbau und die Sanierung von Bildungseinrichtungen, Sportstätten an Schulen, für sozialen Wohnungsbau sowie für Erhaltung und Ausbau der sozialen Infrastruktur zu verwenden.«

    Die Begründung der GEW findest du hier!

    Wir danken der GEW Berlin – und bleiben gemeinsam stark

    Wir vom Bündnis NOlympia Berlin freuen uns sehr über diese Unterstützung.
    Die GEW ist eine der wichtigsten Stimmen in der Bildungs- und Wissenschaftspolitik – und ihre Stellungnahme ist ein starkes Zeichen der Solidarität.

    Denn:
    – Bildung ist kein Luxus – sie ist eine Grundvoraussetzung für eine gerechte Gesellschaft.
    – Die Stadt braucht keine Spiele – sie braucht eine Zukunft, die für alle da ist.

    Was jetzt kommt: Die Vorbereitung zu einem Volksbegehren

    Mit der Unterstützung der GEW Berlin wird unsere Kampagne noch stärker.
    Wir arbeiten weiter an der Vorbereitung eines Volksbegehrens, das sicherstellt:
    »Keine Olympiabewerbung ohne Beteiligung der Bürger*innen!«

  • André Zuschlag (taz): Olympia-Kritik für alle

    »[…] Die Initiative ›Nolympia‹, die für ein ›Nein‹ beim Referendum wirbt, bemängelt .., dass der rot-grüne Senat und die städtische Projektgruppe die Nachteile und Risiken einer Austragung verschweigen: Die Liste der Kritik ist lang: von hohen Kosten einer Durchführung über steigende Mieten in Folge städtischer Aufwertung bis hin zu Umweltbelastungen.

    Hamburg gebe viele Millionen allein für die aktuelle Bewerbung aus, spare aber an anderen Stellen, sagte Ihring: »Wir leben in einer Stadt mit maroden Schulen und Turnhallen, soziale Einrichtungen kämpfen ums Überleben, die Hochschulen sind unterfinanziert.‹ […]«
    Zum Artikel (22. Februar 2026)

  • BUND Berlin: Interview mit dem Olympioniken Christoph Harting. »Da knallen zwei Welten aufeinander«

    Diskuswerfer und NOlympia-Unterstützer Christoph Harting über desillusionierende Erlebnisse in Brasilien, marode Turnhallen in Berlin und sinnvolle Alternativen zu einer Olympia-Bewerbung

    Zum Interview

  • RBB: Berliner Senatsverwaltung. Rückzug von Olympia-Bewerbung würde eine Million Euro kosten

    »… Allerdings räumte der Senat auch ein, dass Olympische Spiele das Land einen mittleren einstelligen [?] Milliardenbetrag kosten würden. Genauere Zahlen zu den Kosten habe man allerdings nicht.«

    Zum Beitrag

  • Benedikt Paetzholdt (Tagesspiegel): Olympia macht Mailands Probleme sichtbar: »Man muss sich schon fragen, ob es das alles wert ist« [€]

    »Am Samstag kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei. Der Widerstand gegen die Olympischen Spiele hat viele Ursachen. Ein Ortsbericht. […] Die Gewerkschaften sind ganz grundlegende Akteure des Widerstandes. Dass für große Sportereignisse Geld vorhanden ist, während im Gesundheitswesen, in Schulen und im öffentlichen Verkehr gespart werde, sei nicht hinnehmbar. Olympia, so ihr Tenor, verschärfe soziale Schieflagen, statt sie zu lindern. […]«
    Zum Artikel

  • Tagesschau: Mailand. Krawalle bei Demonstration gegen Olympia

    »[…] Tausende Demonstrierende zogen am ersten vollen Wettkampftag durch Mailand, um für eine Vielzahl von Anliegen Stellung zu beziehen. Eine von Gewerkschaften und Umweltschützern organisierte Kundgebung richtete sich unter anderem gegen explodierende Mieten und wachsende soziale Ungleichheit. […] Auch Umweltbelastungen durch die Winterspiele standen im Fokus der Proteste. Olympia-Gegner bemängeln vor allem die Auswirkungen der Großveranstaltung auf das Ökosystem sowie den wasser- und energieintesiven Einsatz von Kunstschnee. […]«
    Zum Artikel

  • Katja Weber (RBB): Die Weber: OHlympia oder NOlympia – in welchem Team sind Sie?

    »[…] Gegner der Spiele, wie das Bündnis NOlympia Berlin, fordern: Statt prestigeträchtige Sportstätten zu bauen, solle lieber im großen Stil in die Sanierung von Schulsporthallen investiert werden. Frei nach dem Motto: Breitensport statt Spitzensport. Auch bezweifeln die Gegner der Olympiabewerbung, dass etwa der öffentliche Nahverkehr Olympia gewachsen wäre. Nicht zuletzt verweisen sie auf unklare Kostenrisiken für den ohnehin klammen Berliner Haushalt und die Gefahr, dass Olympia die Verdrängung auf dem Berliner Wohnungsmarkt weiter verschärft.[…]«
    Zum Beitrag
    Zum Podcast (Beitrag von NOlympia-Sprecher Uwe Hiksch ab Minute 22:30)

  • NDR: »NOlympia«-Sprecher: Kosten für Spiele in Hamburg unkalkulierbar

    Aus der Vergangenheit wisse man, dass Olympische Spiele immer doppelt so teuer geworden seien, wie projektiert, sagte Eckart Maudrich, Sprecher der Hamburger Bürgerinitiative.
    Zum Podcast (6 Min | Verfügbar bis 06.02.2027)

  • SAJE (Strategic Actions for a Just Economy): Verdammt, wenn man es tut, verdammt, wenn man es nicht tut: Die Risiken für Los Angeles bei der Ausrichtung oder dem Rückzug aus den Olympischen Spielen 2028

    »L.A. steht in beiden Fällen vor einer potenziellen finanziellen Katastrophe, und die Entscheidung, ob man versucht, die Olympischen Spiele abzusagen
    oder die Bedingungen für die Ausrichtung neu zu verhandeln, hängt davon ab, welches Risiko man lieber eingehen möchte: Verluste in Milliardenhöhe durch die Ausrichtung der Spiele oder Strafen in Milliardenhöhe für die Nicht-Ausrichtung.

    […] Die Olympischen Spiele werden nicht nur zu einer erheblichen Erhöhung der Zahl der Bundespolizisten, einschließlich ICE-Beamten, auf unseren Straßen führen, sondern auch die vom DHS geplanten und durchgesetzten Sicherheitszonen werden das tägliche Leben der Einwohner von Los Angeles im Jahr 2028 zunehmend beeinträchtigen. Die Sicherheitszonen erstrecken sich bis in die Nachbarschaften, die an die ausgewiesenen olympischen Veranstaltungsorte grenzen, und werden für die dort lebenden und arbeitenden Menschen eine verstärkte Überwachung, Massenrazzien gegen Obdachlose, regelmäßige Straßensperrungen, invasive Fahrzeugdurchsuchungen und sogar Körperkontrollen wie am Flughafen mit sich bringen.

    Allein aus diesen Gründen befürwortet SAJE weiterhin eine Absage. Wir verstehen auch, dass Menschen ernsthafte Bedenken hinsichtlich der damit verbundenen Kosten haben.

    Dieser Bericht ist daher ein Versuch, die sehr realen finanziellen Risiken zu quantifizieren, die die Olympischen Sommerspiele 2028 auch für die Einwohner von Los Angeles mit sich bringen. Und da es bis zum Beginn der Spiele weniger als 900 Tage sind, sollten wir uns alle Sorgen machen: Mehr denn je drohen die Spiele unserem Stadtbudget sowie den Menschen, die hier leben, irreparablen Schaden zuzufügen. Wenn die Spiele 2028 mit den gleichen Kostenüberschreitungen wie andere
    Olympische Spiele der letzten Zeit enden, könnten die Steuerzahler in L.A. am Ende 6,6 Milliarden Dollar oder mehr an Kosten tragen müssen.

    […]
    Und obwohl das Olympische Komitee von Los Angeles (LA28) den Verantwortlichen in L.A. versprochen hatte, dass sich die Spiele 2028 wie schon 1984 selbst finanzieren würden, sieht die Lage diesmal ganz anders aus: Die Sicherheitskosten sind auf Milliarden Dollar angestiegen, während der Vertrag der Stadt mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ihr nicht mehr die Kontrolle über die Sponsoring-Einnahmen garantiert – und vor allem L.A. dazu zwingt, Kostenüberschreitungen zu decken. […]

    Die Finanzen der Spiele 2028 sind weitgehend eine Black Box: Wie viel die Olympischen Spiele letztendlich kosten und wie viel sie einbringen werden, ist noch unbekannt. Das Budget für die Ausgaben des L.A. Olympic Komitee ist seit 2017 von 5,3 Milliarden Dollar auf 7,149 Milliarden Dollar gestiegen, aber niemand weiß, wie genau diese Prognosen sind.«

    « (Übersetzung mit deepl.com, kostenlose Version)

    Zum Bericht (englisch): Damned if You Do, Damned if You Don’t: The Risks to L.A. of Hosting or Withdrawing from the 2028 Olympics
    pdf

  • taz: Grünen-Abgeordnete über Olympia. »Für Berlin ist der Zug eh abgefahren«

    In Berlin fehlt das Konzept für Olympische Spiele und die Zustimmung der Bevölkerung, sagt Sportpolitikerin Klara Schedlich. Knackpunkt: die Finanzen.
    Klara Schedlich: »…. warum sollte auch nur eine Schwimmhalle im Ostteil der Stadt saniert werden, weil in Berlin-Westend olympische Schwimmwettbewerbe ausgetragen werden? Es gibt überhaupt keinen gesicherten positiven Effekt auf die Infrastruktur. In erster Linie gibt das Internationale Olympische Komitee, das IOC, vor, wie Olympia auszutragen ist….«
    Zum Interview

  • NOlympia Colonia: Es bröckelt bei der Olympia-Bewerbung in NRW: Zwei Städte [hoffentlich] raus aus der Bewerbung

    »Eine der 16 beteiligten NRW-Städte bei der Olympia-Bewerbung Köln-Rhein-Ruhr schert aus. Im Rat der Stadt Herten kam am Mittwochabend nicht die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit für den Bürgerentscheid zustande, der wiederum Voraussetzung für die Teilnahme an der Bewerbung ist….« zitiert NOlympia Colonia in einem Beitrag die Kölnische Rundschau vom 30. Januar 2026. Fairspielen schreibt dazu: »Olympia Köln-Rhein-Ruhr@NRW – SPD Herten steigt aus« und verlinkt auf die lesenswerte Begründung (pdf) der SPD-Fraktion Herten. »Die Folge: Auch Recklinghausen ist damit raus aus dem Bewerbungskonzept, weil beide Städte irgendwie verbunden im Konzept beteiligt waren.«

    Ein Auszug aus der Presseerklärung: »Olympia. Licht und Schatten« der SPD-Fraktion Herten vom 28. Januar 2026 (pdf):

    »Wie kann es sein, dass landesweit im sozialen Bereich, in der Bildung und bei kommunalen Leistungen gespart wird, gleichzeitig aber mehrere Millionen Euro für die Durchführung von Bürgerentscheiden bereitgestellt werden?…. Mit Blick auf Herten hat der Kämmerer gerade eine Teilhaushaltssperre verhängt und diesbezüglich wird der Rat im März über einen Nachtragshaushalt zu entscheiden haben. Darüber hinaus hat die Politik in der letzten Ratssitzung unter großen Bauchschmerzen mit Mehrheit weitere Gebührenerhöhungen beschlossen. In dieser Situation den Bürgerinnen und Bürgern zu sagen, es gehe ›ja nur um den eigenen 15-prozentigen Anteil beim Ratsbürgerentscheid (Anteilshöhe abhängig von Beteiligung), damit wir uns vielleicht bewerben können‹, halten wir für nicht vertretbar. Nicht berücksichtigt bei der Kostenübersicht ist hierbei der erhöhte personelle Verwaltungsaufwand, der einhergeht mit Leistungskürzungen bzw. Einschränkungen für Hertener Bürgerinnen und Bürger.« 👍

  • DIE PARTEI Essen: NEIN zu Olympia – JA zu Essen

    Die PARTEI Essen spricht sich gegen eine Beteiligung der Stadt Essen an einer Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele aus.- NOlympia für die Stadt Essen!

    »Nachdem man aus dem STEAG Abenteuer mit 2 blauen Augen davongekommen ist, verfällt Essens Politik erneut in Großmannssucht! Nicht weniger als die Olympischen Spiele möchte man auch nach Essen holen -2036, 2040 oder 2044, egal…
    […] Das Geld, was für eine Olympia Bewerbung rausgepulvert wird, könnte stattdessen besser für eine nachhaltige Förderung des Breiten- und Schulsports in unserer Stadt verwendet werden.

    Deshalb beim BÜRGERENTSCHEID am 19.04.2026 konsequent mit NEIN stimmen […]«
    [Zum Artikel]

  • Berlin träumt von Olympia – Neukölln sperrt Turnhallen wegen etwas Schnee

    Schwarz-Rot verkennt mit Olympiabewerbung tatsächliche Bedarfe der Stadt.

    Von einer Schneekatastrophe ist Berlin mit aktuellen Schneehöhen zwischen sechs und zwölf Zentimetern weit entfernt, dennoch hat der Bezirk Neukölln neun Schulturnhallen „aufgrund der aktuellen Witterungsbedingungen und der dadurch entstandenen Schneelast“ für den Trainings- und Spielbetrieb gesperrt, bis der Schnee beräumt wurde. Das ist in der dem BUND Berlin vorliegenden E-Mail des Bezirks an die Nutzenden der Hallen zu lesen.

    Dazu erklärt Carmen Schultze, Vertrauensperson des geplanten Volksbegehrens »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung zu Olympischen Spielen in den Jahren 2036, 2040 und 2044«:

    „Der Berliner Senat will sich im Licht eines internationalen Sportevents sonnen, während gleichzeitig die Grundvoraussetzungen für den Schul- und Breitensport immer weiter vor sich hinbröckeln. Die im Haushalt 2026 reservierten sechs Millionen Euro für die Berliner Olympiabewerbung wären offensichtlich wesentlich besser in vordringlichen Instandsetzungsarbeiten der bestehenden Sportinfrastruktur aufgehoben.

    Olympische Spiele in Berlin wären weder finanziell noch ökologisch nachhaltig. Schon in der Anbahnungsphase fressen sie wertvolle Ressourcen. Diese braucht gerade Berlin dringend, um die Stadt zukunftsfest umzubauen. Wärmewende, Mobilitätswende, Klimaanpassung – die Liste der Aufgaben ist gewaltig und wird nicht oder kaum abgearbeitet. Da passt die Bewerbung für ein Mega-Event wie die Olympischen Spiele überhaupt nicht.“

    Am 15. Dezember 2025 haben die Vertrauenspersonen des geplanten Volksbegehrens »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung zu Olympischen Spielen in den Jahren 2036, 2040 und 2044« bei der Senatsinnenverwaltung den offiziellen Antrag auf eine amtliche Kostenschätzung eingereicht. Die Verwaltung unter der Leitung von Iris Spranger (SPD) hat nun zwei Monate Zeit, ihre Schätzung abzugeben. Frühestens Mitte Februar kann mit dem Sammeln von den 20.000 benötigten Unterschriften für den Antrag auf Einleitung des Volksbegehrens begonnen werden.

    Betroffen von der Sperrung in Neukölln sind laut vorliegender Mail die Turnhallen von Christoph-Ruden-Schule, Hermann-Boddin-Schule, Bruno-Taut-Schule, Elbe-Schule, Hans-Fallada-Schule, Karlsgarten-Schule, Thomas-Morus-Schule, Albert-Einstein-Schule und Theodor-Storm-Schule.

    Zur Pressemitteilung

  • Beschluss Landesdelegiertenkonferenz GEW Berlin: Ablehnung einer Bewerbung der Stadt Berlin für die Olympischen Spiele

    Die GEW Berlin spricht sich gegen eine Bewerbung der Stadt Berlin für die Austragung der Olympischen Spiele aus. Sie fordert den Berliner Senat auf, von einer Bewerbung abzusehen und stattdessen die öffentlichen Mittel für den Ausbau und die Sanierung von Bildungseinrichtungen, Sportstätten an Schulen, für sozialen Wohnungsbau sowie für Erhaltung und Ausbau der sozialen Infrastruktur zu verwenden.

    Begründung

    1. Finanzielle Risiken

    Olympische Spiele gehören weltweit zu den kostenintensivsten Großprojekten überhaupt. Laut der OxfordOlympics Study 2024 lagen die durchschnittlichen Kosten der Spiele seit 1960 bei über 12 Mrd. USD, mit einer durchschnittlichen Kostenüberschreitung von 172 %. (Flyvbjerg, Bent/ Budzier, Alexander, The Oxford Olympics Study 2024. Cost and Cost Overrun at the Games, Oxford 2024.) Für Paris 2024 werden die Gesamtausgaben auf einen Betrag von 8,7 bis 11 Mrd. Euro geschätzt – über 115 % mehr als ursprünglich veranschlagt. (Lutaud, Emmanuelle/Mouterde, Philippe, Les Jeux de Paris 2024 coûtent déjà 8,7 milliards d’euros; in: Le Monde, 6. Juli 2024.) Auch Berlin müsste nach internen Berechnungen der Senatsfinanzverwaltung mit bis zu 16 Mrd. Euro rechnen, ohne langfristige Gewinngarantien. (Hettfleisch, Anne, Olympia-PR in Berlin. Millionen für Stimmungsmache; in: Der Tagesspiegel, 18. März 2024.)

    2. Bildungs- und sportpolitische Argumente gegen Olympia

    Eine Olympia-Bewerbung gefährdet dringend benötigte Investitionen in Bildung. Schon heute besteht ein Sanierungsstau an Berliner Schulen von über 5 Mrd. Euro ( Rechnungshof Berlin (Hrsg.), Schulbau und Sanierungsstau; in: Jahresbericht 2024, Kap. III Nr. 3, Berlin 2024.). Eine Großveranstaltung dieser Dimension würde Haushaltsmittel binden, die für Schulbau, Kitas, Ganztagsangebote und den Breitensport fehlen. Sporthallen und Schwimmbäder müssten temporär für den Schulsport gesperrt werden – mit unmittelbaren Folgen für Unterricht und Vereine. Investitionen in Bildung und Sportstätten vor Ort wären nachhaltiger und kämen Schüler*innen und Beschäftigten direkt zugute. Auch ein positiver Impuls Olympischer Spiele für den Breitensport lässt sich nicht nachweisen: In einer Olympiastadt wird nach den Spielen nicht mehr Sport getrieben als zuvor.

    3. Sozialpolitische Belastungen
    Erfahrungen aus anderen Austragungsorten zeigen, dass Olympia soziale Ungleichheit verschärft. In London 2012 stiegen die Mieten im Umfeld der Wettkampfstätten um bis zu 400 % (Wainwright, Oliver, London Olympic legacy. House prices soar by 400 % around the Park; in: The Guardian, 5. August 2013.). Viele Anwohner*innen wurden verdrängt. Auch in Berlin ist der Wohnungsmarkt bereits angespannt – temporäre Profite für Immobilienkonzerne würden den Druck weiter erhöhen. Ausbau und Erhalt von sozialem Wohnungsbau und sozialer Infrastruktur bedarf keiner zusätzlichen Großveranstaltungen und nützt der gesamten Stadtgesellschaft direkt.

    4. Ökologische Belastungen

    Olympische Spiele verursachen erhebliche Umweltbelastungen. Trotz Nachhaltigkeitsversprechen führen Bau- und Infrastrukturmaßnahmen zu hohen CO2-Emissionen, Flächenversiegelung und Energieverbrauch. Der BUND Berlin warnt, dass eine Berliner Olympiabewerbung ein falsches Signal in Zeiten der Klimakrise wäre und den Fokus von dringend nötiger nachhaltiger Stadtentwicklung ablenke. (Fleckenstein, Hanno/Peter, Erik, Olympia- Pläne in Berlin. NOlympia gilt immer noch; in: taz , 4. Dezember 2024.) Bestehende Sportstätten und Grünflächen würden umgebaut oder übernutzt, während temporäre Bauten nach den Spielen oft leer stehen. Die Mittel sollten stattdessen in klimaneutrale Schulgebäude und öffentliche Sportstätten fließen.

    5. Fragwürdiges Vorgehen beim Volksentscheid

    Das Ergebnis des am 26. Oktober 2025 durchgeführten Referendums über eine Olympiabewerbung der Stadt München kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Versand der Abstimmungsunterlagen ein Werbeprospekt für die Ausrichtung der Veranstaltung beilag, hingegen keinerlei kritische Informationen. Das dürfte einer differenzierten Meinungsbildung nicht geholfen haben (Effern, Heiner, Streit über Münchner Olympia- Votum. Kritiker drohen mit Klage; in: SZ , 22. September 2025.). Bisher hat auch der Berliner Senat alle Hinweise auf die finanziellen, ökologischen und sozialen Risiken solcher Großprojekte ignoriert. Stattdessen wurden bereits 6 Mio. Euro öffentlicher Mittel für PR- und Werbekampagnen eingeplant, um eine positive Grundstimmung zu erkaufen und die Bevölkerung von einer Bewerbung zu überzeugen, bevor eine Debatte überhaupt stattgefunden hat. (Thewalt, Anna, Bis zu sechs Millionen Euro. Berliner Senat will Olympia-Bewerbung mit zusätzlichem Geld und neuem Gremium Schwung verleihen; in: Der Tagesspiegel , 30. September 2025). Notwendig ist aber ein Volksentscheid auf breiter Informationsbasis, weil nur so ein transparentes Verfahren und demokratische Mitbestimmung über Milliardeninvestitionen möglich ist.

    6. Undemokratisches und intransparentes Vorgehen des IOC

    Das Internationale Olympische Komitee (IOC) agiert als privatwirtschaftlicher Akteur ohne demokratische Kontrolle. Das IOC zählt zu den intransparentesten globalen Organisationen. Kommunen haben bei der Vertragsgestaltung in der Vergangenheit kaum Einfluss, obwohl sie die Hauptkosten tragen. Im Falle eines Defizits müssen sie für die Kosten haften. Die Gewinne aber streichen in der Masse das IOC und privatwirtschaftliche Unternehmen ein. Ein solches Finanzmodell steht im Widerspruch zu demokratischer Selbstbestimmung und verantwortlicher Haushaltsführung. (Bendrich, Benjamin, Olympische Spiele in Hamburg? Link zum Artikel letzter Zugriff am 28.10.2025, 11:02 Uhr.)

    7. Mangelnde historische und politische Kontextualisierung

    Olympische Spiele gelten in der Öffentlichkeit oft als unpolitisches Sportereignis und werden mit Assoziationen von „olympischem Frieden“ oder „friedlicher Begegnung der Völker“ beworben. Doch dienen sie der politischen Repräsentation oft diktatorischer Staaten. Das IOC hat sich seiner Verantwortung für die Kooperation mit Diktatoren und Diktaturen weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart gestellt. Es folgte stets seinen materiellen Interessen. Nach den Spielen von 1936 unter den Bedingungen des NS- Regimes und des danach jahrzehntelang verfehlten Umgangs mit diesem Erbe bedürfen neuerliche Spiele besonderer Aufarbeitung und Kontextualisierung. Deutsche Sportverbände und Berliner Bewerber*innen versagten hier in der Vergangenheit schon wiederholt. Auch heute ist zu befürchten, dass die Spiele von 1936 nachträglich mit positiven Eindrücken überschrieben werden sollen. Von den Olympiawilligen wurde ein Konzept für den Umgang mit dem historischen Erbe nicht einmal andiskutiert. Das ist einer demokratischen Stadtgesellschaft unwürdig und nährt Zweifel am Horizont der Entscheider*innen.

    Zum Beschluss der Landesdelegiertenkonferenz GEW Berlin hier