Geschichtsvergessenheit

  • PM NOlympia Hamburg: NOlympische Bilanz Milano Cortina 26

    »Heute enden die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Die Bilanz spricht klar gegen das IOC und Olympische Spiele und ist für die Debatte um eine Hamburger Olympiabewerbung relevant:

    Öffentlicher Haushalt
    Geplant: 1.3 Milliarden Euro. Realisiert: 5.7 Milliarden Euro[1].

    Eintrittspreise
    Zutritt zur Eröffnungsfeier: Durchschnittspreis ca. 870–1200 Euro. Sportereignisse: ganz überwiegend ab 100 Euro[2].

    Freiheitsrechte
    Einführung von ›Sicherheitsdekret‹ in Italien. Ein präventiver Sicherheitsgewahrsam ermöglicht, die ›Feinde Italiens‹ , also diejenigen, die gegen Olympia demonstrieren, bei Verdacht wegzusperren[3].

    Klimaschutz
    Das CO2 Schätzbudget von Milano Cortina beträgt eine Millionen Tonnen CO2 – für 14 Tage.[4] Das ist mehr als das Doppelte des C02-Budgets Hamburgs in 2040 & 2044 für 365 Tage und alle Sektoren (0.4 Millionen Tonnen CO2). Im Unterschied zum Hamburger Klimaschutzgesetz ermächtigen die IOC Bilanzregeln dazu, mittels Zertifikatekauf CO2 zu kompensieren. – Paris 2024 (2.1 Millionen Tonnen CO2) entsprach dem fünffachen der in Hamburg 2040 und 2044 zulässigen Menge.

    Neutralität des Sports
    Das IOC kaufte die Filmrechte für Leni Riefenstahls Aufnahmen von 1936. Während der Winterspiele konnten Motive der 1936er Spiele im Fan-Shop erworben werden.[5]

    Immobilienpreise
    Daten des Immobilienportals Idealista weisen in eine ähnliche Richtung wie die Studie zu PyeongChang 2018[6], die eine deutliche Verteuerung von Immobilien aufgrund der Spiele nachwies. Die Idealista-Daten, die auch nicht-olympische Effekte enthalten, zeigen eine Beschleunigung von 6–8% jährlich gegenüber der vor-olympischen Periode.

    Dazu Eckart Maudrich, Pressesprecher von NOlympia: ›Ob Winter– oder Sommerspiele – die Altlasten der Spiele ähneln sich: die Allgemeinheit zahlt massive Ausgabenüberschreitungen, die Top 10%, die sich die hohen Eintrittspreise leisten können, haben Spaß, während für alle die Immobilienpreise nachhaltig durch die Decke gehen, Freiheitsrechte beschränkt werden und ein CO2-Fußabdruck erzeugt wird, der nur im Wege des Ablasshandels zukunftsfähig ist. Mit dem Kauf der Filmrechte für Leni Riefenstahls Aufnahmen der 1936er Spiele, sowie dem Verkauf von Motiven der Nazi-Spiele sollte nun auch dem letzten klar sein, welche Werte das IOC vertritt.‹

    [1] https://www.theintelbriefing.com/p/why-a-staggering-57-billion-price

    [2] s. PM vom 6.02.

    [3] https://taz.de/Rechtswende-in-Italien/!6153398/

    [4] Fondazione Milano Cortina 2026: GHG Management Strategy, S12

    [5] https://www.sportandpolitics.de/olympic-heritage-coventrys-failure-riefenstahl-nazi-olympics/

    [6] Hur/Kim:The anticipated legacies of mega sporting events. 2022. Gastgeberdistrikte lagen um 6.6% über Nicht-Gastgeberdistrikten«

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  • Christoph Becker (FAZ): Der DOSB wählt den Gleichschritt [€]

    »[…] Allerdings sollten Weikert und Co. darauf achten, mit welchem Weltbild Frau Coventry Olympische Spiele aufzieht. Dass das IOC und die Olympischen Spiele von 1936 keinen Beitrag zur Propaganda der Nationalsozialisten geleistet haben, sie ebenso wenig Wladimir Putin 2014 beim Winterfestival an seiner Sommerresidenz in Sotschi in die Karten spielten, ist eine Sicht, die in ihrer Geschichtsvergessenheit und Verantwortungslosigkeit nicht satisfaktionsfähig ist.«

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  • Küppersbusch TV: Kein Gold für Olympia

    »… endlich ist es wieder soweit. Ich rufe die Luden der Welt […]. Jedenfalls, wo von Zuhältern die Rede ist, darf das Internationale Olympische Komitee, man nennt es ja auch den ›Epstein unter den Sportverbänden‹, nicht abseits der Piste wedeln. Das lukrative Geschäft mit dem frostigen kleinen Bruder Winterspiele kontrastiert auf das Frustigste mit der Lebenssituation von Spitzensportlern in Deutschland, z.B. nach dieser Studie von 2019 lag der durchschnittliche Stundenlohn für ›Dabeisein ist alles‹ bei 7,38 €, inzwischen knapp ein halber Mindestlohn.

    Und das empört nicht zuletzt die Sender, die eine geheimgehaltene dreistellige Millionensumme für diese und die nächsten Sommer- und Winterspiele zusammen gezahlt haben sollen.

    So traurig.

    Zum Trost kann man für nur fünf Spitzensportler Stundenlöhne auf der Merchandise Seite des IOC das schmucke Herren-T-Shirt – Erbe der Olympischen Spiele ’36 in Berlin – kaufen. Da prankt das historische Logo der ja allgemein als Nazi-PR-Show geächteten Olympiade von Franz Theodor Würbel. Das ist ein österreichischer Kunstmaler gewesen, der sein Glück in Berlin fand. Das machte man damals so. Das IOC befleißigt sich im Begleittext klarzustellen, der erhobene rechte Arm des Athleten auf dem T-Shirt-Motiv sei der Olympische Gruß und dergestalt geläutert war der gesinnungsstarke Lappen binnen kürzester Frist ausverkauft. Sport Heil«

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    Nachweise unter Google-Docs https://docs.google.com/document/d/e/2PACX-1vQKLo4NhsqWem30Q8psC0y7hov6hb44NiE7l3h7WWGSim2ZfP74paZ34vphHwlpWwawUHgEPHX9KVt6/pub

  • RBB: Kritik aus der Politik NS-Ästhetik? IOC verteidigt Verkauf von Shirts zu Olympia 1936 in Berlin

    »Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verkauft ein T-Shirt mit einem Motiv zu den Olympischen Spielen von 1936 in Berlin
    Kritik aus der Politik: Shirt würde ästhetisch an NS-Regime anknüpfen
    IOC verteidigt den Verkauf, stellt den Sport [??? wohl eher das Markenrecht = Geld] in den Vordergrund
    […] Das IOC betonte, dass es damit auch sein geistiges Eigentum schütze. Dass diese Markenrechte weiterhin gültig seien, hänge davon ab, dass diese weiter genutzt werden. Ansonsten könnten diese von anderen genutzt werden. […]«
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  • Berliner Morgenpost: Inzwischen ausverkauft. Fragwürdiges Geschäft: IOC verkauft Shirt zu Olympischen Spielen 1936 in Berlin

    »Im offiziellen Shop der Olympischen Spiele wird ein T-Shirt mit dem Motiv der Nazi-Spiele 1936 in Berlin angeboten. Binnen kurzer Zeit war es ausverkauft.[…] Dass das IOC mit einem solchen T-Shirt Geld macht, kann man durchaus als skandalös bezeichnen. […]«
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