Privatisierung

  • Matthias Fett (Spiegel): Olympische Spiele in Deutschland, lohnt sich das?

    »Manche Akteure wollen Megaevents unbedingt ausrichten – also passen sie die Daten so an, dass sie ihre Argumente stützen. Schlimmer noch ist, dass die Menschen ihnen so oft glauben.« (Sven Daniel Wolfe, Professor von der Universität Neuchâtel)
    Von Olympia würde die ganze Republik profitieren, behauptet Vizekanzler Lars Klingbeil. Dabei sagen die Zahlen etwas anderes.
  • Deutschlandfunk: Olympiabewerbung – Wie ehrlich sind die Städte-Kampagnen? Interview mit Ben Bendrich

    »Das Problem bei eigentlich allen Bewerbern ist, dass es zu einer einseitigen Darstellung ohne Gegenargumente kommt. Wir sehen in den einzelnen Broschüren, dass besonderer Wert auf die Pro-Argumente oder die vermeintlichen positiven Auswirkungen der Spiele gelegt wird, aber eben auf die Kontra-Argumente wenig bzw. gar keinen Wert gelegt wird und das sehe ich als problematisch an.

    Da gibt es keinen einzigen Risikohinweis in Bezug auf die Bewerbung. Es fehlen Szenarien zu der Kostenüberschreitung und, was mich besonders entsetzt, muss ich sagen, dass wenig auf die sozialen Folgen eingegangen wird und diese nahezu nicht erwähnt werden….

    Wir haben eine massive Gentrifizierung in den Olympiastädten. Das heißt, es gibt einen unheimlichen Mietpreisanstieg in den Austragungsorten, aber auch die Immobilienpreise steigen stark an. Es kommt zur Verdrängung von der einkommensschwächeren Bevölkerung in den Innenstädten.

    Wir haben massive Sicherheitsmaßnahmen, die vonstatten gehen, die sich mittlerweile im Milliardenbereich befinden, aber von den Bewerbern.. überhaupt nicht erwähnt werden.

    Dann kommt es zu einer Militarisierung der Polizei. Das hat auch Auswirkungen auf die örtliche Bevölkerung, aber eben auch für den Mittelstand, da viele der kleinen Unternehmen mal eben gar keine Kundschaft haben durch die massiven Sicherheitsabsperrungen…

    Wir haben einen massiven Eingriff in die demokratische Willensbildung…

    Die Gewinne werden privatisiert, aber die Kosten werden weiterhin sozialisiert« Zum ganzen Interview

    Zur Website von Dr. Benjamin Bendrich
    https://derballluegtnicht.com/eine-seite/

  • ORF: Brisbane baut für Spiele 2032 doch neues Stadion (25. März 2025)

    »Im australischen Brisbane wird für die Olympischen Spiele 2032 entgegen früherer Pläne nun doch ein neues Stadion mit 63.000 Sitzplätzen gebaut. Der Neubau werde im für seine Grünflächen und Freizeiteinrichtungen bekannten Victoria Park entstehen, teilte der Premierminister des Bundesstaates Queensland, David Crisafulli, mit.

    Wütende Bürger protestierten gegen die Ankündigung. Im vergangenen Jahr hatte die Regionalregierung einen Stadionneubau noch ausgeschlossen.

    Die Entscheidung sei nach Abschluss einer 100-tägigen unabhängigen Prüfung der Austragungsorte und der Infrastruktur getroffen worden, sagte Crisafulli. Frühere Pläne, zwei bereits bestehende Stadien zu sanieren, wurden verworfen. Das legendäre Kricketstadion ›The Gabba‹, das ursprünglich Herzstück von Olympia 2032 werden sollte, werde nach den Spielen abgerissen, betonte der Politiker. Schätzungen zufolge soll das Stadion im Victoria Park rund 3,7 Milliarden Australische Dollar (rund 2,1 Milliarden Euro) kosten.«
    Zum Artikel

  • NOlympia Hamburg: ST. PAULI sagt NEIN zu Olympia!

    »Zahlreiche Fanclubs des FC Sankt Pauli positionieren sich in einem gemeinsamen Statement zu der Olympia-Bewerbung Hamburgs
    […]
    ›Wir Fanclubs des FC St. Pauli wollen unsere Freiräume erhalten, unsere Läden sollen noch lange bestehen bleiben. Wir wollen uns weiterhin im und rund ums Stadion ausleben, durchdrehen und unser Team anfeuern können. Bezahlbare Wohnungen und der Erhalt von sozialen Einrichtungen im Viertel wie in der gesamten Stadt sind uns wichtig. Keinen Fußbreit dem korrupten und rein profitgierigen IOC! Und wir lassen uns nicht blenden: Für die zahlreiche Versprechungen der Politiker*innen darüber hinaus braucht es keine Olympischen Spiele! Wir haben keinen Bock auf die katastrophalen Auswirkungen im Viertel und in der gesamten Stadt und sagen: NEIN zu Olympia!‹«
    Zum Beitrag

  • SPIEGEL: Brisbane baut doch neues Stadion – Demonstrationen gegen die Pläne

    2032 »richtet das australische Brisbane die Sommerspiele aus. Entgegen früherer Ankündigungen soll nun doch ein neues Stadion entstehen. Gegen den Standort gibt es aber bereits Proteste.
    25.03.2025, 16.14 Uhr
    Im australischen Brisbane wird für die Olympischen Spiele 2032 entgegen früherer Pläne nun doch ein neues Stadion mit 63.000 Sitzplätzen gebaut. Der Neubau werde im für seine Grünflächen und Freizeiteinrichtungen bekannten Victoria Park entstehen, teilte der Premierminister des Bundesstaates Queensland, David Crisafulli, mit. […] Schätzungen zufolge soll das Stadion im Victoria Park rund 3,7 Milliarden Australische Dollar (rund 2,1 Milliarden Euro) kosten. […] Gleichzeitig sollen für Olympia 2032 mehrere weitere Anlagen neu gebaut werden, darunter eine Tennisarena und ein Wassersportzentrum. […] Aber es gibt bereits Kritik. Demonstranten protestierten gegen die Pläne, das Stadion im Victoria Park zu errichten. Der Hauptvorwurf: Den Menschen würden immer mehr Grünflächen in der Stadt genommen. Zudem habe der Standort große Bedeutung für indigene Australier.«
    Zum Artikel