Material

  • Bund der Steuerzahler Berlin: Berlins Olympia-Bewerbung für die Sommerspiele 2024 oder 2028. »Es wird auch Milliarden kosten, auch das ist klar!« (2014)

    »Im rbb-Sommerinterview räumte der Regierende Bürgermeister mit Illusionen über die Kosten für eine Olympia-Austragung auf. ›Es wird auch Milliarden kosten, auch das ist klar!‹, sagte Klaus Wowereit. Vor 21 Jahren war die Hauptstadt schon einmal mit einer Bewerbung als Austragungsort für die Sommerspiele 2000 gescheitert. Allein die Bewerbung hatte Millionen gekostet. Ein Untersuchungsausschuss befasste sich noch Jahre später mit der Aufarbeitung von Misswirtschaft, Bestechung und Korruption. Viele Beweise hatte der Reißwolf der ›Olympia Berlin 2000 GmbH‹ damals allerdings nicht übrig gelassen. Eine derartige Plünderung von Steuergeldern darf sich keinesfalls wiederholen. […]«

    »Forderungen des Bundes der Steuerzahler:
    Sollte es zu einer Bewerbung Berlins um die Olympischen Spiele kommen, darf es der Regierung nicht wieder so leicht gemacht werden, zusammen mit den beteiligten Wirtschaftsunternehmen die Staatskasse zu plündern. Auch privatrechtliche Bewerbungsgesellschaften müssen ebenso wie deren Tochtergesellschaften dem Prüfungsrecht des Rechnungshofes unterliegen. Die Geschäftsführer müssen vertraglich bei voller Regresspflicht auf die Einhaltung der haushalts- und handelsrechtlicher Vorschriften verpflichtet werden. Es muss sichergestellt werden, dass sich kein Verantwortlicher durch das Schreddern von Akten und Belegen aus der Verantwortung stehlen kann.«

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  • SAJE (Strategic Actions for a Just Economy): Verdammt, wenn man es tut, verdammt, wenn man es nicht tut: Die Risiken für Los Angeles bei der Ausrichtung oder dem Rückzug aus den Olympischen Spielen 2028

    »L.A. steht in beiden Fällen vor einer potenziellen finanziellen Katastrophe, und die Entscheidung, ob man versucht, die Olympischen Spiele abzusagen
    oder die Bedingungen für die Ausrichtung neu zu verhandeln, hängt davon ab, welches Risiko man lieber eingehen möchte: Verluste in Milliardenhöhe durch die Ausrichtung der Spiele oder Strafen in Milliardenhöhe für die Nicht-Ausrichtung.

    […] Die Olympischen Spiele werden nicht nur zu einer erheblichen Erhöhung der Zahl der Bundespolizisten, einschließlich ICE-Beamten, auf unseren Straßen führen, sondern auch die vom DHS geplanten und durchgesetzten Sicherheitszonen werden das tägliche Leben der Einwohner von Los Angeles im Jahr 2028 zunehmend beeinträchtigen. Die Sicherheitszonen erstrecken sich bis in die Nachbarschaften, die an die ausgewiesenen olympischen Veranstaltungsorte grenzen, und werden für die dort lebenden und arbeitenden Menschen eine verstärkte Überwachung, Massenrazzien gegen Obdachlose, regelmäßige Straßensperrungen, invasive Fahrzeugdurchsuchungen und sogar Körperkontrollen wie am Flughafen mit sich bringen.

    Allein aus diesen Gründen befürwortet SAJE weiterhin eine Absage. Wir verstehen auch, dass Menschen ernsthafte Bedenken hinsichtlich der damit verbundenen Kosten haben.

    Dieser Bericht ist daher ein Versuch, die sehr realen finanziellen Risiken zu quantifizieren, die die Olympischen Sommerspiele 2028 auch für die Einwohner von Los Angeles mit sich bringen. Und da es bis zum Beginn der Spiele weniger als 900 Tage sind, sollten wir uns alle Sorgen machen: Mehr denn je drohen die Spiele unserem Stadtbudget sowie den Menschen, die hier leben, irreparablen Schaden zuzufügen. Wenn die Spiele 2028 mit den gleichen Kostenüberschreitungen wie andere
    Olympische Spiele der letzten Zeit enden, könnten die Steuerzahler in L.A. am Ende 6,6 Milliarden Dollar oder mehr an Kosten tragen müssen.

    […]
    Und obwohl das Olympische Komitee von Los Angeles (LA28) den Verantwortlichen in L.A. versprochen hatte, dass sich die Spiele 2028 wie schon 1984 selbst finanzieren würden, sieht die Lage diesmal ganz anders aus: Die Sicherheitskosten sind auf Milliarden Dollar angestiegen, während der Vertrag der Stadt mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ihr nicht mehr die Kontrolle über die Sponsoring-Einnahmen garantiert – und vor allem L.A. dazu zwingt, Kostenüberschreitungen zu decken. […]

    Die Finanzen der Spiele 2028 sind weitgehend eine Black Box: Wie viel die Olympischen Spiele letztendlich kosten und wie viel sie einbringen werden, ist noch unbekannt. Das Budget für die Ausgaben des L.A. Olympic Komitee ist seit 2017 von 5,3 Milliarden Dollar auf 7,149 Milliarden Dollar gestiegen, aber niemand weiß, wie genau diese Prognosen sind.«

    « (Übersetzung mit deepl.com, kostenlose Version)

    Zum Bericht (englisch): Damned if You Do, Damned if You Don’t: The Risks to L.A. of Hosting or Withdrawing from the 2028 Olympics
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  • Robert Kempe/Jochen Leufgens (WDR-Doku): Kirsty Coventry – Vom Golden Girl auf den olympischen Thron (2026)

    »Robert Kempe und Jochen Leufgens zeichnen den beispiellosen Aufstieg einer Weltklasseathletin vom Les-Brown-Pool in Harare bis auf den IOC- Thron in Lausanne nach. In der WDR-Doku gehen sie den Fragen nach, die bisher noch niemand öffentlich beantwortet hat. Denn während Kirsty Coventry in Lausanne die olympischen Werte hochhält, blickt ihre Heimat Simbabwe mit anderen Augen auf sie.«
    Video verfügbar bis 28.01.2031
    Video

    Dazu der Kommentar in der FAZ:
    IOC-Chefin Kirsty Coventry: Weiß sie überhaupt, was mit Menschenrechten gemeint ist?
    Von Christoph Becker, 30.01.2026
    »….Die WDR-Journalisten Robert Kempe und Jochen Leufgens liefern mit ihrer Dokumentation ›Die Präsidentin‹ eine konzise Antwort: Kirsty Coventry ist zutiefst kompromittiert. ›Sie ist die letzte Person, die über Menschenrechte sprechen sollte‹, sagt die von der Regierung Simbabwes inhaftierte, von der Polizei misshandelte Anwältin Beatrice Mtetwa: ›Ich glaube, sie weiß nicht einmal, was mit Menschenrechten gemeint ist.‹…“
    Zum Artikel

  • Neue Studie der Universitäten Waterloo, Innsbruck und Toronto: Zwi­schen Kli­ma­schutz und Schnee­si­cher­heit. Die Zukunft der Olym­pi­schen Win­ter­spiele

    »Olympische und Paralympische Winterspiele geraten durch die Klimakrise zunehmend unter Druck. Eine neue internationale Studie der Universitäten Waterloo, Innsbruck und Toronto zeigt, wie steigende Temperaturen und unsichere Schneeverhältnisse die Auswahl an möglichen Austragungsorten einschränken. Laut den Autor:innen sind Anpassungen nötig, damit die Spiele auch in Zukunft fair und sicher ausgetragen werden können. Federführend an der Analyse beteiligt ist Robert Steiger, Tourismusforscher an der Uni Innsbruck.

    […] Die Modelle zeigen, dass die Zahl der potenziellen Gastgeber ohne Beschneiung bis in die 2050er Jahre auf nur noch vier Orte weltweit sinken würde. ›Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder Kritik an der starken Nutzung von Kunstschnee, etwa in Peking‹, sagt Scott. ›Aber ein genereller Verzicht ist keine realistische Option, genauso wenig wie die Rückkehr von Eishockey, Eiskunstlauf oder Curling ins Freie. Ohne Beschneiung würden die Spiele sehr viel häufiger von unsicheren und unfairen Bedingungen oder abgesagten Bewerben geprägt sein, am Ende gäbe es Winterspiele ohne ‹ Robert Steiger betont, dass Beschneiung effizient und möglichst klimafreundlich organisiert werden müsse, mit moderner Technik, sparsamem Einsatz von Wasser und Energie und einem möglichst geringen Ausstoß von Treibhausgasen. […]«

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    Zur Studie Advancing climate change resilience of the Winter Olympic-Paralympic Games

  • Abgeordnetenhaus von Berlin. Antrag Grüne Fraktion Berlin: Transparenz im Bewerbungsverfahren zu Olympischen und Paralympischen Spielen sicherstellen

    Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

    Die Bewerbung für und die Ausrichtung von Olympischen und Paralympischen Spielen in Berlin ist mit erheblichen Kosten und finanziellen Risiken verbunden. Umso wichtiger sind Transparenz und eine Beteiligung der hiesigen Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund sind folgende Punkte umzusetzen:

    1. Der Senat schafft Transparenz hinsichtlich des Bewerbungsverfahrens für Olympische und Paralympische Spiele. Sämtliche vorhandenen Unterlagen zu Kosten, Konzepten, Risiken, Sportstätten und Verkehr werden dem Abgeordnetenhaus unverzüglich zur Verfügung gestellt.
    2. Der Senat legt dem Abgeordnetenhaus ab sofort quartalsweise und unaufgefordert schriftliche Berichte zu allen relevanten Aspekten der Bewerbung vor, einschließlich Kostenentwicklung, Zeitplan, Abstimmungen mit DOSB/IOC sowie Fortschritten und Defiziten bei Sportstätten. Im Bericht wird auch der aktuelle Zustand, der notwendige Sanierungsbedarf sowie die geplante Neubauten der Sportstätten übersichtlich dargestellt.
    3. Der Senat wird aufgefordert, eine verbindliche, frühzeitige und niedrigschwellige Bürgerbeteiligung für die Berliner Bevölkerung zu entwickeln, die über reine Informationsangebote hinausgeht und echte Mitbestimmung ermöglicht.
    4. Der Senat wird aufgefordert, vor weiteren finanziellen Verpflichtungen gegenüber DOSB oder IOC eine aktualisierte, öffentlich zugängliche Kosten-Nutzen-Analyse vorzulegen, die:
    a) den bestehenden Sanierungsstau im Berliner Sport realistisch berücksichtigt,
    b) Auswirkungen auf die Haushalts- und Finanzplanung des Landes darstellt,
    c) ökologische und soziale Risiken systematisch erfasst,
    d) die verkehrliche Machbarkeit prüfbar bewertet.
    5) Bis zur Vorlage dieser Informationen und regelmäßigen Updates soll der Senat keine weiteren finanziellen Mittel für das Bewerbungsverfahren bereitstellen oder vertragliche Bindungen eingehen.

    Dem Abgeordnetenhaus ist erstmals zum 31. März 2026 und danach regelmäßig alle zwei Monate zu berichten.

    Begründung
    Berlin steht vor finanziellen und infrastrukturellen Herausforderungen, die den Handlungsspielraum der Stadt erheblich einschränken. Während der Sanierungsstau im Bereich der Sportstätten rund eine Milliarde Euro umfasst und zahlreiche Hallen sowie Bäder geschlossen sind, plant der Senat, mindestens sechs Millionen Euro allein in die Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele zu investieren. Diese Mittel fehlen unmittelbar im Breitensport, der zentrale soziale, gesundheitliche und integrative Funktionen erfüllt.

    Die Risiken einer Bewerbung sind erheblich: fehlende Finanzierungspläne, unklare Konzepte zur Sportstättennutzung, ein überlastetes Verkehrssystem und ein nicht realisierbarer Zeitplan für das geplante Olympische und Paralympische Dorf. Gleichzeitig legt die Wissenschaft nahe, dass Olympische und Paralympische Spiele keine langfristig positiven finanziellen Effekte für Austragungsorte haben. Im Gegenteil: Erfahrungen aus London, Rio de Janeiro oder Paris zeigen drastische Kostensteigerungen, enormen öffentlichen Finanzierungsbedarf und nur kurzfristige ökonomische Effekte.

    Von zentraler Bedeutung ist die mangelnde Transparenz des Verfahrens. Weder sind die Kriterien des DOSB klar nachvollziehbar, noch liegt ein fortlaufendes Monitoring der wesentlichen Voraussetzungen – insbesondere der Sportstätten – vor. Genau das ist jedoch nötig, um politische Entscheidungen verantwortungsvoll treffen zu können und um zu verhindern, dass Gelder aus dem regulären Sporthaushalt in ein Prestigeprojekt umgelenkt werden. Ein systematisches, regelmäßiges Sportstättenmonitoring schafft Klarheit darüber, welche Anlagen ertüchtigt werden müssen, welche realistisch verfügbar sind und welche zusätzlichen Kosten entstehen würden.

    Auch demokratisch betrachtet ist das Vorgehen des Senats problematisch: Während andere Städte ihre Bevölkerung aktiv einbeziehen, fehlt in Berlin jede Form der verbindlichen Beteiligung. Das ist umso kritischer, als die Unterstützung in der Berliner Bevölkerung gering ist und das IOC den Rückhalt der Austragungsorte ausdrücklich als Auswahlkriterium nennt.

    Vor diesem Hintergrund ist eine Olympia-Bewerbung aus sozialer, ökologischer und finanzieller Sicht nicht verantwortbar. Berlin braucht jetzt planbare Investitionen in eine funktionierende Sportinfrastruktur, in barrierefreie Angebote für alle und in eine nachhaltige Mobilität – nicht die Verlagerung knapper Ressourcen in ein hochriskantes Großprojekt. Die geforderte Transparenz und regelmäßige Berichtspflicht sind deshalb unverzichtbar, um Schaden vom Berliner Sport und Haushalt abzuwenden.

    Berlin, den 06. Januar 2026
    Jarasch Graf Schedlich

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  • CiPRA: Olympische Winterspiele: Die Alpen sind mehr als nur ein Spielplatz

    »Grosse, globale Sportveranstaltungen haben die Kraft, zu faszinieren und zu begeistern. Wintersport hat in den Alpen mit seiner tief verwurzelten Tradition und seiner leidenschaftlichen Anhängerschaft einen besonderen Stellenwert. Wir sind jedoch der Meinung, dass die Olympischen Winterspiele in ihrer derzeitigen Form weder ökologisch noch sozial vertretbar sind. Trotz Reformversprechen zeigen die jüngsten Entwicklungen wie die Vorbereitungen für Mailand-Cortina 2026 und die Spiele 2030 in Frankreich sowie die «privilegierte Kandidatur» der Schweiz für die Winterspiele 2038, dass das olympische Modell nach wie vor nicht nachhaltig ist. In den letzten Jahrzehnten haben Referenden (z. B. in Innsbruck, Sion, München, Graubünden) mehrfach gezeigt, dass grosse Teile der Bevölkerung nicht mehr bereit sind, den Preis für Olympische Winterspiele zu zahlen.

    Die negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen der Olympischen Winterspiele sind in Gastgeberregionen auf der ganzen Welt dokumentiert und betreffen sowohl die Natur als auch die lokale Bevölkerung. In diesem Positionspapier konzentrieren wir uns jedoch auf die Alpen, wo diese Herausforderungen besonders akut sind und in direktem Zusammenhang mit unserer Mission für nachhaltige Entwicklung stehen. Die Alpen sind ein sensibler Natur- und Kulturraum, der für die Olympischen Winterspiele in ihrer derzeitigen Form ungeeignet ist. Die Verschärfung der Klima- und Umweltkrise in den letzten Jahrzehnten unterstreicht die Tatsache, dass gefährdete Bergregionen nicht mehr als Austragungsorte für umweltschädliche Grossveranstaltungen geeignet sind. Sie übersteigen die Tragfähigkeit der überwiegend kleinräumigen Alpenregionen. Die Anforderungen der Olympischen Winterspiele an die Verkehrsinfrastruktur, Sportanlagen und Unterkünfte sind so hoch, dass sie in den Alpen nicht auf nachhaltige Weise erfüllt werden können. Die negativen Auswirkungen der Olympischen Winterspiele auf Mensch und Natur überwiegen die Vorteile und sind daher nicht zu rechtfertigen.

    Olympische Agenda: leere Versprechungen

    Weder die Olympische Agenda 2020 noch die Olympische Agenda 2020+5 stellen einen wirklichen Fortschritt dar: Trotz ihrer ambitionierten Wortwahl und lobenswerten Absichten haben sie keine konkreten Veränderungen in der Planung und Durchführung der Olympischen Winterspiele bewirkt.Selbst wenn die neuen IOC-Richtlinien eine Verteilung der Spiele auf mehrere Austragungsorte und sogar Länder zulassen, werden diese von den Gastgeberländern nicht befolgt, wie im Fall von Mailand-Cortina 2026. Die Wahl Frankreichs als Austragungsort der Winterspiele 2030, einschliesslich Veranstaltungen in der Mittelmeerstadt Nizza, widerspricht dem Grundsatz der Klimawandelanpassung. Darüber hinaus sind Gastgeberländer nicht an die Mindestverpflichtungen in Bezug auf Nachhaltigkeit gebunden, die sie in ihren Bewerbungen zugesagt haben. Unserer Ansicht nach sind die in solchen Bewerbungen gemachten Versprechen als Mindeststandard zu betrachten, der möglichst übertroffen werden sollte. Länder, deren Nachhaltigkeitsbilanz unter diesen Standards liegt, sollten entlarvt und bestraft werden.

    Zunehmender Druck auf Natur und Landschaft

    Für Skipisten, Lifte und Seilbahnen, Stadien, Unterkünfte für die Teilnehmenden, Zufahrtsstrassen, Parkplätze und andere Infrastruktur wird immer mehr Platz benötigt. Das hat schwerwiegende Folgen für natürliche Lebensräume und Landschaften. Für die Entscheidungsträger:innen im IOC und viele Politiker:innen in den Gastgeberstädten und -ländern scheint der Klimawandel als eines der grössten Probleme im Alpenraum keine Rolle zu spielen. Veränderte Wettermuster und unzureichende Schneebedeckung werden entweder ignoriert oder als rein technische Herausforderung dargestellt. Um die notwendige Schneedecke zu gewährleisten, muss mit Hilfe einer immer aufwendigeren technischen Infrastruktur (einschliesslich Schneekanonen, Speicherbecken mit grossflächigen Entwässerungs- und Rohrsystemen, Kühltürmen sowie «Snowfarming») Kunstschnee (oder «technischer Schnee», wie sie ihn nennen) produziert werden. Solche Anlagen haben zunehmend negative Auswirkungen auf Landschaft, Energie- und Wasserhaushalt.

    Wirtschaftliche Katastrophe für periphere Regionen

    Eine ehrliche Kosten-Nutzen-Analyse kann für Steuerzahlende nur zu einem negativen Ergebnis führen. Es gibt keine einzige fundierte Studie, die belegt, dass Olympische Spiele in einer Alpenregion einen positiven, langfristigen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung für die Allgemeinheit geleistet haben. Im Gegenteil, die Erfahrung zeigt, dass Olympische Spiele, wenn überhaupt, nur kurzfristige wirtschaftliche Auswirkungen haben. Was sie für die Gastgeberstädte und -regionen am häufigsten bewirken, sind Verschuldung sowie Druck auf die Lebenshaltungskosten und den Wohnungsmarkt. Da sie olympische Disziplinen beherbergen müssen, die vom Schnee abhängig sind, bleiben entlegene Bergregionen nach den Spielen oft mit Schulden und Ruinen zurück: Ein typisches Beispiel dafür sind einige Sportanlagen von «Turin 2006», die in den italienischen Tälern Susa und Chisone errichtet wurden. Die Winterspiele 2026 in Italien haben erneut die Systemfehler des olympischen Modells offengelegt: Trotz der Verpflichtung zur Nachhaltigkeit und dem Versprechen, die öffentlichen Finanzen nicht zu belasten, werden über 5,7 Milliarden Euro in Infrastrukturprojekte investiert, während ursprünglich nur 1,5 Milliarden Euro vorgesehen waren. Viele dieser Projekte wurden ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und ohne langfristige Nutzenbetrachtung durchgeführt. Der Bau der neuen Bobbahn in Cortina – entgegen den Empfehlungen des IOC – ist ein Beispiel für diese Missachtung ökologischer und finanzieller Verantwortung.

    Umfassende Reformen des IOC erforderlich

    Das IOC arbeitet weiterhin ohne Transparenz und Rechenschaftspflicht. Seine Verträge mit den Austragungsorten untergraben demokratische Prozesse, während seine Nachhaltigkeitsagenda weitgehend symbolisch bleibt. Die Missachtung von Volksbefragungen, Umweltbelangen oder finanzieller Vernunft – wie bei den letzten Spielen zu beobachten – bestätigt, dass das IOC nicht bereit ist, sinnvolle Reformen umzusetzen. Darüber hinaus stehen Themen wie Nachhaltigkeit und Umwelt, die für die Gemeinden und Regionen der Alpen von grosser Bedeutung sind, nicht weit oben auf der Agenda des IOC. Die CIPRA fordert eine grundlegende Reform des IOC und der Rahmenbedingungen für die Planung und Durchführung der Winterspiele. Die Olympischen Winterspiele sollten als Symbol für Frieden und Freiheit dienen und auf transparente, inklusive sowie sozial und ökologisch vertretbare Weise geplant und durchgeführt werden.
    Mailand-Cortina 2026 und Frankreich 2030: Ein Ruf nach Verantwortung
    Wir werden die Planung und Durchführung der Olympischen Winterspiele 2026 in Italien und der Spiele 2030 in Frankreich genau beobachten. Diese Grossereignisse sind entscheidende Tests für die Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsverpflichtungen des IOC und die Bereitschaft der Gastgeberländer, langfristiges regionales Gemeinwohl über kurzfristiges Prestige zu stellen. Wir fordern alle verantwortlichen Behörden – von den regionalen Verwaltungen über die nationalen Olympischen Komitees bis hin zum IOC selbst – auf, dafür zu sorgen, dass bei diesen Spielen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden. Dazu gehören:

    • Keine Neubauten und Einhaltung von Grenzen zum Schutz der Umwelt
    • Sicherstellen vollständiger Transparenz bei Planung und Budgetierung
    • Ernsthafte Einbeziehung der Zivilgesellschaft und der betroffenen Gemeinden in die Entscheidungsprozesse
    • Vorrang für Klimaanpassung und nachhaltige Mobilität
    • Hinterlassen eines positiven, langfristigen Erbes sowohl für die Gastgeberregionen und ihre Einwohner:innen als auch für die Natur, einschliesslich Klimaschutz-Massnahmen.

    Die Alpen können sich kein weiteres Jahrzehnt gebrochener Versprechen leisten. Sie sind mehr als nur ein olympischer Spielplatz!«

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    Zum CIPRA-Positionspapier, verabschiedet vom Präsidium am 9. Dezember 2025 (pdf)

  • The Oxford Olympics Study 2024: Are Cost and Cost Overrun at the Games Coming Down? July 2024

    The Oxford Olympics Study 2024: Are Cost and Cost Overrun at the Games Coming Down? July 2024

    27 Pages Posted: 31 May 2024
    Alexander Budzier

    University of Oxford – Saïd Business School
    Bent Flyvbjerg

    University of Oxford – Said Business School; IT University of Copenhagen; St Anne’s College, University of Oxford

    Multiple version iconThere are 2 versions of this paper

    Date Written: May 30, 2024
    Abstract

    The present paper is an update and extension of the „The Oxford Olympics Study 2016“ (Flyvbjerg et al. 2016). We document that the Games remain costly and continue to have large cost overruns, to a degree that threatens their viability. The IOC is aware of the problem and has initiated reform. We assess the reforms and find: (a) Olympic costs are statistically significantly increasing; prior analyses did not show this trend; it is a step in the wrong direction. (b) Cost overruns were decreasing until 2008, but have increased since then; again a step in the wrong direction. (c) At present, the cost of Paris 2024 is USD 8.7 billion (2022 level) and cost overrun is 115% in real terms; this is not the frugal Games that were promised. (d) Cost overruns are the norm for the Olympics, past, present, and future; the Games are the only project type that never delivered on budget, ever. We assess a new IOC policy of reducing cost by reusing existing venues instead of building new ones. We find that reuse did not have the desired effect for Tokyo 2020 and also looks ineffective for Paris 2024. Finally, we recommend that the Games look to other types of megaproject for better data, better forecasting, and better methods for generating the positive learning curves that are necessary for bringing costs and overrun down. Only if this happens are Los Angeles 2028 and Brisbane 2032 likely to live up to the IOC’s intentions of a more affordable Games that more cities will want to host.

    [Der vorliegende Beitrag ist eine Aktualisierung und Erweiterung der ›Oxford Olympics Study 2016‹ (Flyvbjerg et al. 2016). Wir dokumentieren, dass die Spiele nach wie vor kostspielig sind und weiterhin erhebliche Kostenüberschreitungen aufweisen, die ihre Durchführbarkeit gefährden. Das IOC ist sich des Problems bewusst und hat Reformen eingeleitet. Wir bewerten die Reformen und stellen Folgendes fest: (a) Die Kosten der Olympischen Spiele steigen statistisch signifikant an; frühere Analysen haben diesen Trend nicht gezeigt; dies ist ein Schritt in die falsche Richtung. (b) Die Kostenüberschreitungen gingen bis 2008 zurück, sind seitdem jedoch wieder gestiegen; auch dies ist ein Schritt in die falsche Richtung. (c) Derzeit belaufen sich die Kosten für Paris 2024 auf 8,7 Milliarden US-Dollar (Stand 2022) und die Kostenüberschreitung beträgt real 115 %; dies sind nicht die versprochenen sparsamen Spiele. (d) Kostenüberschreitungen sind bei den Olympischen Spielen die Norm, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart und Zukunft; die Spiele sind die einzige Art von Projekt, bei der das Budget noch nie eingehalten wurde. Wir bewerten eine neue IOC-Politik zur Kostensenkung durch die Wiederverwendung bestehender Veranstaltungsorte anstelle des Baus neuer. Wir stellen fest, dass die Wiederverwendung bei Tokio 2020 nicht den gewünschten Effekt hatte und auch für Paris 2024 unwirksam zu sein scheint. Abschließend empfehlen wir, dass die Spiele sich an anderen Arten von Megaprojekten orientieren, um bessere Daten, bessere Prognosen und bessere Methoden zur Erzeugung positiver Lernkurven zu erhalten, die notwendig sind, um Kosten und Überschreitungen zu senken. Nur wenn dies geschieht, werden Los Angeles 2028 und Brisbane 2032 wahrscheinlich den Absichten des IOC gerecht werden, günstigere Spiele zu veranstalten, die mehr Städte ausrichten wollen. (Übersetzt mit deepl.com)]

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  • NOlympia-Rap (Version 2025) von grimo

    »Olympiadas en la luna / the olympics on the moon / les jeux sur la lune / aber niemals niemals wieder in BERLIN«

  • Website: Le revers de la medaille (Olympische Spiele Paris 2024)

    »Wir, die Vereine, Schauspieler und Schauspielerinnen der Solidarität, machen auf die sozialen Auswirkungen der Organisation der Olympischen und Paralympischen Spiele aufmerksam und setzen uns für ein positives Vermächtnis im Kampf gegen Ausgrenzung ein.
    […] Kann die Feier der Olympischen Spiele freudig und populär sein, wenn während der Spiele Tausende von Menschen, darunter Familien und Kinder, jede Nacht auf der Straße schlafen müssen?

    Die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 in Paris werden die größte Veranstaltung sein, die jemals in Frankreich stattgefunden hat. Konzipiert als ein großes Fest für alle, bergen diese Spiele auch ein beispielloses soziales Engagement für eine inklusivere Gesellschaft.

    Die Zahl der Obdachlosen und Menschen in extremer Armut nimmt jedoch alarmierend zu. Vor Ort beobachten wir in der Region Île-de-France sehr besorgniserregende Auswirkungen der Vorbereitungen für die Spiele: Zwangsräumungen von Menschen in informellen und prekären Wohnverhältnissen sowie die Entfernung von Obdachlosen oder Menschen, die aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden sollen.

    Zahlreiche Veröffentlichungen belegen, dass frühere Ausgaben der Spiele erhebliche soziale Verwerfungen in den Gastgeberstädten zur Folge hatten. Um das Versprechen eines positiven sozialen Erbes einzulösen, muss Paris 2024 anders sein! […]«

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  • Presseschau: Kritik an Olympia und den Olympischen Spielen

    Diese Presseschau bietet eine Auswahl an Artikeln, Analysen und Beiträgen, die sich kritisch mit der Ausrichtung der Olympischen Spiele auseinandersetzen – mit Fokus auf Medienkritik, Menschenrechte, politische Instrumentalisierung und Umweltaspekte.


    Medienkritik & PR

    – Jens Weinreich (uebermedien): „Alles Schönfärberei“ – Wie deutsche Medien Olympia-PR verbreiten (05.09.2024)
    Jens Weinreich kritisiert, dass viele Medien Olympia-Bewerbungen unkritisch begleiten und PR-Narrative übernehmen.

    – Monitor: Propaganda und Profite“ – Monitor über Olympia in China (20.01.2022)
    Ein Beitrag des WDR-Magazins Monitor zu den Winterspielen 2022 in Peking als Machtdemonstration des Regimes.

    – 4imedia:  Umweltschutz bei Olympia stärken – Rolle der Medien
    Wie PR und Marketing den Fokus auf Nachhaltigkeit mitgestalten könnten.


    Menschenrechte & politische Instrumentalisierung

    – Freiheit: Das Märchen vom unpolitischen Sport (pdf)
    Dossier der Friedrich-Naumann-Stiftung über Sportgroßveranstaltungen als politische Bühne

    – Anne Brasseur (Freiheit): Zwischen Sport und Politik – Warum IOC und FIFA auf Autokratien setzen
    Ein Bericht über die systematische Vergabe an autoritäre Regime.

    – Matthias Friebe und Marina Schweizer (Deutschlandfunk): IOC, FIFA und die Menschenrechte – Der Sündenfall als Wendepunkt?
    Analyse über die Komplizenschaft der Verbände mit autoritären Regimen.


    Umwelt & Nachhaltigkeit

    – Stern: Surfwettbewerb auf Tahiti wegen Umweltzerstörung in Kritik (27.07.2024)
    Proteste gegen Eingriffe in Natur und Küstenlandschaft.

    – Forschung und Lehre: Die unnachhaltigsten Spiele aller Zeiten – Peking 2022 (17.02.2022)
    Kritik am massiven Einsatz von Kunstschnee und ökologischer Bilanz.

    – MDR: Klimabilanz Olympia Paris 2024 (26.07.2024)
    Bericht über die Nachhaltigkeitsversprechen und deren Glaubwürdigkeit.


    Olympia in Deutschland: Historische Last & aktuelle Debatten

    – Sigrun Franzen und Rainer Schmitz (SPIEGEL): Warum Berlin auf die Spiele verzichten sollte. Soll sich die deutsche Hauptstadt für die Olympischen Sommerspiele 2024 beziehungsweise 2028 bewerben? Hier erklären zwei Mitglieder des Berliner NOlympia-Bündnisses, warum sie dagegen sind. (27.02.2015)

    – Udo Ludwig, Thilo Neumann und Jens Weinreich (SPIEGEL): Olympische Spiele in Deutschland – ist das noch realistisch? (13.12.2021) [Paywall]
    Der SPIEGEL analysiert die gesunkene Begeisterung für Olympia in Deutschland.


    Wirtschaftliche Belastungen, Kostenexplosion & Steuergeldverschwendung

    Alexander Kraus (Bund der Steuerzahler): Millionenaufträge waren mündlich erteilt worden. Bund der Steuerzahler Berlin erinnert an beispiellose Steuergeldverschwendung bei Bewerbung um Olympia 2000. (05.07.2025)
    Der Bund der Steuerzahler Berlin nimmt die erneute Diskussion um eine Olympia-Bewerbung Berlins zum Anlass, an die beispiellose Verschwendung von Steuergeldern durch die damalige ,Olympia Berlin 2000 GmbH‘ zu erinnern. ,Es darf diesmal der Regierung nicht wieder so leicht gemacht werden, zusammen mit den beteiligten Wirtschaftsunternehmen die Staatskasse zu plündern‘, sagte der Berliner Vorsitzende des Steuerzahlerbundes, Alexander Kraus. […]
    – Jens Weinreich (SPIEGEL): Olympiabewerbung? Wieviel Steuermillionen/milliarden darf es diesmal kosten? Warum arbeitet dieselbe Agentur für den DOSB und das IOC? Wo ist die angebliche Transparenz? Warum gibt es weder eine Analyse des Dauer-Scheiterns noch gehaltvolle Vorarbeiten? (07.07.2023) [Paywall]

    – Süddeutsche Zeitung: Die Welt ist von Olympia desillusioniert (23.02.2017)
    Überblick über gescheiterte Bewerbungen und Bürgerproteste in Budapest, Graubünden und Hamburg.

    – Boris Herrmann (Süddeutsche Zeitung): Vom Fußballfest in den tödlichen Drogenkrieg. Vor vier Jahren feierte Brasilien ein riesiges Fußballfest, vor zwei Jahren trafen sich die Olympioniken in Rio. Und heute? Eskaliert in der Millionenstadt die Gewalt. Über das Vermächtnis sportlicher Mega-Events. (13.07.2018)
    „[…] An Olympia ist die Stadt dann zerbrochen. Sie hat für eine knapp dreiwöchige Party ihre letzten Finanzreserven zusammengekratzt. Das Geld fehlt jetzt in den Schulen, den Unis, in den Krankenhäusern und der Rentenkasse und vor allem bei der öffentlichen Sicherheit.“
    „[…] Beginnen möchte ich mit […] dem Bericht des Landesrechnungshofes Berlin zu Verschleuderung von öffentlichen Mitteln während der Berliner Olympiabewerbung 2000. Es wurden weitgehend unkontrolliert 51.305.684,12 DM verpulvert […]
     

    Soziale Folgen & Stadtentwicklung

    – Oe24: Mailand verdoppelt Miet-Preise für Olympia. Drei Monate vor den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina explodieren die Mietpreise. Kurzzeitmieten in zentralen Lagen haben sich im Schnitt verdoppelt, in Bormio sogar vervierfacht. (11.11.2025)

    – Zula Götting (Jacobin): Die »soziale Säuberung« von Paris. Paris präsentierte sich während der Olympischen Spiele als Stadt ohne Makel. Für diese postkartenreife Inszenierung wurden Tausende Wohnungslose aus der Innenstadt vertrieben und Menschen ohne Papiere ausgebeutet. (13.08.2024)

    – André Zuschlag (taz): Französischer Aktivist über Olympia „Migranten sollten die Postkartenkulisse nicht stören“. Die Olympischen Spiele von Paris 2024 gelten den nun konkurrierenden deutschen Bewerberstädten und -regionen als Vorbild. Davor warnt Paul Alauzy. (08.08.2025)

    – Oliver Pohlisch (taz): Gentrifizierung vor Olympia. Von New Labour zu New London. Ist der Londoner Olympia-Traum ein humaner Gegenentwurf zu Thatchers unsozialer Docklands-Sanierung? Anspruch und Wirklichkeit einer städtischen Metamorphose. (27.07.2012)

    – rioonwatch: Olympic Legacy in East London: Displacement & Gentrification (25.01.2013)

    – Charlotte Baxter (The Guardian): Displaced by London’s Olympics. (02.06.2008)

    – Centre on Housing Rights and Evictions (COHRE): Fair Play for Housing Right. Schweiz 2007 (pdf).


    Korruptionsaffären

    – ORF: Vor Olympia. Korruptionsaffäre erschüttert Mailand. Rund sieben Monate vor den Olympischen Winterspielen in Italien steht mit Mailand einer der Austragungsorte im Mittelpunkt eines ausgewachsenen Skandals. Es geht um illegale Bauabsprachen und andere Vorwürfe, auch betreffend den Bau des olympischen Dorfs. Die Behörden ermitteln nun gegen Mailands Bürgermeister, den Architekten Stefano Boeri und einen Immobilienentwickler, der die Skyline der Finanzmetropole mitgeprägt hat. (17.07.2025)

    – Felix Lill (ND): Der dunkle Schatten der Sommerspiele von Tokio… Tokios Olympia wurde aber nur für einige wenige eine große Party. Sponsoren bestachen Organisatoren im großen Stil. Im Frühjahr 2023 kamen dann die ersten Gerichtsurteile: Einige Manager von Olympia-Partnern, beispielsweise vom Kleidungshersteller Aoki oder der PR-Firma ADK, haben bereits Haftstrafen erhalten. (23.07.2024)

    – Tim Kanning (FAZ): Tokios Korruption mit Bilderbuch. Neue Volte im Korruptionsskandal rund um die Olympischen Spiele 2020 in Tokio: Ein Politiker der Regierungspartei verteilte offenbar teure Geschenke an die Wahlmänner des IOC. (28.11.2023) [Paywall]

    – Christiane Kaess (Deutschlandfunk): Olympische Spiele Paris 2024. Razzia bei Olympia-OK. Die französische Polizei hat Räume der Organisatoren der Olympischen Spiele in Paris 2024 durchsucht – aufgrund von Korruptionsverdacht bei der Auftragsvergabe. Zudem gibt es Berichte über die Beschäftigung von Arbeitern ohne Aufenthaltspapiere auf den Baustellen. (20.06.2023)

    – Andrea Schültke (Deutschlandfunk): Spiele in Tokio. Anklagen im Olympia-Korruptionsskandal. Der Korruptionsskandal im Zusammenhang mit den Olympischen Sommerspielen 2021 in Tokio weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft Tokio hat mehrere Anklagen erhoben, sowohl gegen Unternehmen als auch gegen Einzelpersonen. (28.02.2023)

    – Tobias Käufer (rnd): Die Fußball-WM und die Olympischen Sommerspiele sollten ein modernes Brasilien zeigen. Doch die Großevents sind vor allem ein Lehrstück für Korruption und Misswirtschaft – sie haben Bauruinen und gesellschaftliche Wunden hinterlassen. (23.01.2022)

    – David Karasek (SRF): Der Geist von Olympia ist in Rio zum Gespenst geworden…. Wenige Wochen nach den Spielen wurde der Gouverneur von Rio, Sérgio Cabral verhaftet. Er verdiente Unsummen bei den olympischen Bauvorhaben mit, was ihm wegen Korruption 300 Jahre Haft einbrachte. Auch Carlos Nuzman, der Chef des brasilianischen Olympischen Komitees, wurde nach den Spielen wegen Korruption verhaftet. (23.07.2021)

    – Jake Adelstein (asiatimes): French probe casts light on dark practices in Tokyo’s Olympics bid. Possible bribes to buy support for Tokyo’s Olympic bid are just the latest scandal to hit the 2020 event (31.01.2019)


    Sponsoring – oft zum Nachteil der regionalen Anbieter

    – Jana Blümler (gründer): Das ist der Goldbrunnen der Olympischen Spiele! Die Olympia-Sponsoren 2024: So profitiert das IOC. (22.07.2024)

    – Florian Puth (Frankfurter Rundschau): Politiker empört über Bier-Entscheidung für Olympia 2026. (21.02.2025)  
    Die großen Sponsoren des IOC dürfen exklusiv ihre Produkte bei den Olympischen Spielen verkaufen. So wird beispielsweise bei den Biathlonwettbewerben in Antholz (Olympische Winterspiele 2026) ausschließlich alkoholfreies Bier vom belgischen Braukonzern Anheuser-Busch InBev (AB InBev), der größten Brauereigruppe der Welt, verkauft werden, da dieser Hauptsponsor der Olympischen Spiele (Worldwide Olympic Partner) ist. Das benachteiligt lokale Brauereien. Zur ,weltweiten olympischen Partnerschaft‘ von IOC und Anheuser-Busch InBev (AB InBev) siehe hier

     


    Eine fragwürdige Organisation: das IOC

    – Nico Horn (DIE ZEIT): Olympiabewerbung: Das IOC bleibt ein Erpresserverein. Die Bundesregierung unterstützt eine deutsche Olympiabewerbung 2040. Das könnte eine gute Idee sein, doch mit diesem IOC darf man sich auf keinen Fall einlassen…. Das IOC bleibt eine Bande. Mit ihr darf sich Deutschland nicht einlassen. (25.07.2025)

    –  Tilo Jung (Jung & Naiv, Folge 722): Jens Weinreich* über das System IOC, Olympische Spiele & Thomas Bach (14.08.2024) (youtube)
    * vgl. auch Jens Weinreichs Blog Sports & Politics, das „führende investigative olympische Medium
    –  Jens Weinreich (Sports & Politics): Vertraulich: alle Bürgschaften und Garantien, die deutsche Volksvertreter dem IOC für München 2018 geben (05.10.2010)

    –  Christian Spiller (DIE ZEIT): Sportrecht. Fünf Ringe zum Geldverdienen. (07.04.2011)


    Militarisierung und Überwachung

    – Théophane Hartmann (Euractiv): Olympische Spiele: Frankreich erlässt umstrittenes Sicherheitsgesetz (19.05.2023)
    Cyprian Lothringer und Roland Götz (DIE ZEIT): Sicherheit in Sotschi: Olympische Festung (30.01.2014)

    Christian Bunke (TELEPOLIS): Olympische Spiele: Chaos durch Privatisierung der Sicherung (26.07.2012)

     

    Podcasts & Analysen

    – WDR5: Das IOC und China – eine unheilige Allianz (Podcast vom 22.01.2022)
    Ein Blick auf Macht, Menschenrechte und Medaillen.

    – Toni Skorić (Freiheit): Wie politisch sind die Olympischen Spiele in Paris? (26.7.2025)
    Ein Beitrag zur politischen Bedeutung der Spiele 2024.