Kostenüberschreitung

  • Über die Lernresistenz der Olympischen Spiele: Atif Ansar, Bent Flyvbjerg & Alexander Budzier: Do projects learn across space and time? [Spoiler: nein!] Evidence from the Olympics (4.4.2026)

    ABSTRACT
    Do projects learn across space and time? The Olympics, themselves among the largest publicly funded programmes in the world, offer a unique empirical setting. Theoretically, the Games seem ideal for generating ‘positive learning curves’, driving down costs from one iteration to the next. In practice, they do not. Drawing on the concept of ‘myopia of learning’, we argue that spatiotemporality (geographic distance, temporal gaps, and the temporary organizational form of each host committee) combines to block higher-level learning. Our analysis of cost overruns from 1960 to 2024 reveals no sustained improvement over 64 years. Tactical learning abounds, but none aggregates into strategic improvement. We propose four strategies for overcoming the spatiotemporal barrier (incremental, centralizing, decentralizing, and real options), arguing that radical reform is required.

    Received 11 Jun 2024, Accepted 18 Mar 2026, Published online: 04 Apr 2026

    Lernen Projekte über Raum und Zeit hinweg? Die Olympischen Spiele, selbst eine der größten öffentlich finanzierten Programme weltweit, bieten eine einzigartige empirische Grundlage. Theoretisch scheinen die Spiele ideal, um „positive Lernkurven“ zu erzeugen und die Kosten von einer Austragung zur nächsten zu senken. In der Praxis geschieht dies jedoch nicht. Ausgehend vom Konzept der „Lernblindheit“ (myopia of learning) argumentieren wir, dass die spatiotemporale Distanz – also geografische Entfernung, zeitliche Lücken sowie die vorübergehende Organisationsform jedes Gastgeberkomitees – gemeinsam ein höheres Lernen verhindert. Unsere Analyse der Kostenüberschreitungen von 1960 bis 2024 zeigt, dass sich über 64 Jahre hinweg keine nachhaltige Verbesserung ergab. Taktisches Lernen ist reichlich vorhanden, doch es aggregiert sich nicht zu strategischer Verbesserung. Wir schlagen vier Strategien zur Überwindung der spatiotemporalen Barrieren vor – inkrementell, zentralisierend, dezentralisierend und über Realoptionen – und argumentieren, dass radikale Reformen notwendig sind. [KI-Übersetzung]

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  • rbb: Was kostet uns Olympia? Der ultimative Guide zur Rechnung mit den Ringen

    »Seit dieser Woche liegt nun das finale Konzept vor, mit dem sich Berlin beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) als nationaler Olympia-Kandidat empfehlen will. Damit gibt es nun erstmals konkrete Aussagen darüber, mit welchen Summen der Senat rechnet – und wie er sie ausgeben will. …. Das POB, kurz für ›Public Operations Budget‹ ist die große Unbekannte in der olympischen Gleichung: Hier stecken vor allem die Ausgaben für Sicherheitsmaßnahmen drin. Wie hoch die sein werden, hänge ›in erheblichem Maße von der konkreten Ausgestaltung der Spiele‹ ab, so der Senat. Und fügt entschuldigend hinzu: Seriös lasse sich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht schätzen, deswegen müsse hier auch keine Summe genannt werden. Zur Wahrheit gehört auch: Es ist der Teil des Budgets, der am ehesten die Gesamtrechnung vermiesen kann.«

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  • BUNDjugend: Die Olympischen Spiele führen in die nächste Kürzungswelle!

    Die sozial kalten und politisch kurzsichtigen schwarz-roten Haushaltskürzungen der letzten zwei Jahre gefährden den Zusammenhalt und die Zukunftsfähigkeit Berlins. Eine mögliche Austragung der Olympischen Spiele würde die Lage ungemein verschärfen, zumal allein für die Bewerbung und unter Berücksichtigung der schlechten Aussichtschancen Berlins, zusätzliche Milliarden zum Fenster rausgeworfen werden.
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  • DIE ZEIT: »Olympia ist eine riskante Wette«

    Olympia soll Hamburg fast fünf Milliarden Euro kosten. Der Ökonom Alexander Budzier forscht seit Jahren zu Olympia-Budgets – und warnt: Es könnte viel teurer werden.
    Interview: Annika Lasarzik, Hamburg

    Am 31. Mai stimmen die Hamburgerinnen und Hamburger bei einem Volksreferendum ab: Soll sich die Stadt um die Austragung der Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben? Der Hamburger Senat wirbt mit vergleichsweise kostengünstigen Spielen und hat im März ein Finanzkonzept vorgelegt, das genau das verspricht. Doch wie belastbar sind die Zahlen? Der Ökonom Alexander Budzier forscht an der Saïd Business School der University of Oxford seit Jahren zu Kosten und Risiken von Großprojekten. Gemeinsam mit seinem Kollegen Bent Flyvbjerg hat er mehrere Olympische Spiele untersucht. Im Gespräch erklärt Budzier, warum vermeintliche Gewinne oft nur auf dem Papier stehen, inwiefern die Wirtschaft tatsächlich profitiert – und wo besonders Kostenfallen drohen.

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  • Jessica Sturmberg (Deutschlandfunk): Olympia 2026 – Finanzdefizit in Cortina: Kollegengespräch mit [dem Ökonom] Matthias Fett

    »Zumindest bei den Studien, die ich gelesen habe zu Sportgroßveranstaltungen, ist das schon so, dass wenn die im Vorfeld erstellt werden, dann werden die von Unternehmensberatungen oder anderen Instituten erstellt. Natürlich auf Anfrage der Organisatoren oder der Komitees, die sich um olympische Spiele oder auch Fußballweltmeisterschaften – es ist ein gleiche Problem – bewerben wollen. Und da steht das Ergebnis schon vorher fest. Man muss dann nur irgendwie finden, wie kommt man halbwegs wissenschaftlich nun dahin zu diesem Ergebnis. Und wenn man sich dann dann im Nachhinein mit diesen Studien näher auseinandersetzt, dann fällt auf, dass nicht nur das Ergebnis zu positiv gerechnet ist und dass man mit Millionen- oder Milliardengewinnen rechnet, das dann schön klingt, sondern die Studien weisen regelmäßig auch methodische Fehler auf, wo man als Ökonom teilweise die Hände über dem Kopf schlägt« (Ökonom Matthias Fett)
    https://www.deutschlandfunk.de/olympia-2026-finanzdefizit-in-cortina-kollegengespraech-mit-matthias-fett-100.html (26. April 2026, 19:36 Uhr)

    Vgl. auch Matthias Fett: Olympische Spiele in Deutschland, lohnt sich das? Von Olympia würde die ganze Republik profitieren, behauptet Vizekanzler Lars Klingbeil. Dabei sagen die Zahlen etwas anderes. In: Spiegel, 23.02.2026, 20.41 Uhr [€]

    Kumulative Dissertation von Matthias Fett: High life – the FIFA World Cup and its economic effects (2021)
    Aufsätze hierin:
    The game has changed – a systematic approach to classify FIFA World Cups, S. 7-23
    High life – new empirical evidence on the economic boost of the FIFA World Cup, S. 24-58
    Does the FIFA World Cup boost economies around the world? : an empirical analysis, S. 59-101
    Outlands : a case study on the 2014 FIFA World Cup in Brazil, S. 102-142

  • Basismitglieder der SPD Lindweiler starten Petition: Offener Brief an den Deutschen Olympischen Sportbund

    »Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir wenden uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten aus der Breite der Parteibasis an Sie, um unsere begründete Ablehnung einer möglichen Ausrichtung Olympischer Spiele in Köln bzw NRW zum Ausdruck zu bringen.

    Olympische Spiele sind ein Fest des Sports, der internationalen Verständigung und gesellschaftlich, kulturübergreifender Begegnung. Für eine erfolgreiche Durchführung ist eine Bewerbung auf Grundlage von realistischen, transparenten und belastbaren Rahmenbedingungen unabdingbar. Eine Betrachtung der Rahmendaten in NRW / Köln zeigt gravierende Mängel in vielen Bereichen operativer Mindestanforderungen.

    Die von der Stadt Köln und weiteren Akteuren vorgetragenen Argumente erscheinen in zentralen Punkten nicht tragfähig und teilweise eventpolitisch konstruiert. Besonders schwer wiegt für uns das Fehlen eines seriösen und nachvollziehbaren Kostendarstellung. Die Erfahrungen vergangener Olympischer Spiele zeigen deutlich, dass Kosten regelmäßig unterschätzt werden und erheblichen Steigerungen unterliegen. Ohne ein belastbares, transparentes und überprüfbares Finanzkonzept ist eine Bewerbung politisch unverantwortlich – gerade gegenüber den BürgerInnen, denen grundlegende Bereiche von Daseinsversorgung zukunftsorientiert und nachhaltig zu gewähren ist.

    Bei den infrastrukturellen Versprechen wird für die Region Rhein/Ruhr suggeriert, dass innerhalb Nordrhein-Westfalens alle relevanten Sportstätten vom Olympischen Dorf aus in kürzester Zeit erreichbar seien. Die Behauptung, sämtliche Austragungsorte könnten innerhalb einer Stunde erreicht werden, entbehrt aus unserer Sicht jeder realistischen Grundlage. Marode Verkehrssysteme in der Region stoßen regelmäßig an ihre Grenzen, eine verlässliche ÖPNV-Nutzung im Kölner Norden wird aktuell nicht gewährleistet. Inwieweit notwendige, alltagstaugliche Aus- und Neubauten den Voraussetzungen einer gelingenden Olympiade genügen, erscheint mehr als fraglich.

    Zusätzlich erschüttert uns die Umsetzung der Bürgerbeteiligung. Schon bei der Auszählung der Bürgerbefragungen kam es zu eklatanten Pannen. So war die Stadt Köln nicht in der Lage, einen simplen Livestream aufrechtzuerhalten, und das Auszählungschaos dauerte bis nachts um 3 Uhr, während alle anderen beteiligten Städte ihre Ergebnisse bereits deutlich früher vollständig vorgelegt hatten. Ein solches Vorgehen trägt nicht dazu bei, Vertrauen in ein Projekt dieser Größenordnung zu schaffen.

    Das Ergebnis der Bürgerbefragung selbst gibt Anlass zu großer Skepsis. Trotz einer massiven und kostspieligen Werbekampagne, die einseitig auf Zustimmung ausgerichtet war und den Bürgerinnen und Bürgern kaum eine ausgewogene, faktenbasierte Entscheidungsgrundlage bot, wurde eines der schwächsten Zustimmungsergebnisse in ganz Nordrhein-Westfalen erzielt. Die Projekt-Kommunikation geschah zuwachsorientiert ohne Darstellung zu erbringender Voraussetzungen in prestigeträchtigen Innenstadt-Locations. Ein Gespräch mit direkt betroffenen Bürgern (Olympiadorf /temporäres Stadion – Ableger vom geplanten neuen Stadtviertel, 16km außerhalb der Stadt) wurde bislang nicht gesucht. Eine vorliegende mit hoher Expertise und Bürgerbeteiligung erstellte Stadtteilplanung wird olympiaabhängig unnötig verzögert.

    Die geringe Zustimmung und eine Ablehnungsquote von 42,6% in Köln sollte als deutliches Signal verstanden werden, dass es in der Bevölkerung erhebliche Vorbehalte gegenüber dem Vorhaben gibt.

    Darüber hinaus blicken wir mit großer Skepsis auf die bisherige Umsetzung großer Infrastruktur- und Kulturprojekte in Köln. In der Vergangenheit wurden zahlreiche Vorhaben weder im geplanten Zeitrahmen noch innerhalb der vorgesehenen Kosten realisiert. Beispiele hierfür sind Opernhaus, Römisch-Germanisches Museum, Ost-West U-Bahn, Nord-Süd-Bahn, Villa Culturalis, Jüdisches Museum, sowie Zeughaus. Diese wiederkehrenden Verzögerungen und Kostensteigerungen werfen erhebliche Zweifel auf, ob ein Projekt der Größenordnung Olympischer Spiele in Köln verlässlich umgesetzt werden kann.

    Zusammenfassend sehen wir in prinzipieller Zustimmung gelebter olympischer Praxis die Gefahr, dass vor Ort Erwartungen geweckt werden, die weder organisatorisch noch finanziell eingelöst werden können. Eine solche Entwicklung würde das Vertrauen der Bevölkerung in politische Entscheidungsprozesse weiter beschädigen.

    Als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen wir für eine verantwortungsvolle Haushaltsführung, für Transparenz und für eine Politik, die sich am Gemeinwohl orientiert. Vor diesem Hintergrund lehnen wir eine Bewerbung Kölns für Olympische Spiele in der derzeit diskutierten Form entschieden ab.

    Wir fordern den Deutschen Olympischen Sportbund auf, vorgelegte Detailpläne des Bewerbers Köln/NRW kritisch abwägend in Sachen Realisierbarkeit zu prüfen. Nur Bewerbungen, die auf soliden, überprüfbaren und ungeschönten Grundlagen basieren können einen gewünscht optimalen Veranstaltungsverlauf gewährleisten.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten von der Basis

    Erstzeichner:

    Wolfgang Steves
    Matthias Vilgis
    Karola Fischer-Wolff
    Gerhard Wolff
    Dirk Bachhausen

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  • Matthias Fett (Spiegel): Olympische Spiele in Deutschland, lohnt sich das?

    »Manche Akteure wollen Megaevents unbedingt ausrichten – also passen sie die Daten so an, dass sie ihre Argumente stützen. Schlimmer noch ist, dass die Menschen ihnen so oft glauben.« (Sven Daniel Wolfe, Professor von der Universität Neuchâtel)
    Von Olympia würde die ganze Republik profitieren, behauptet Vizekanzler Lars Klingbeil. Dabei sagen die Zahlen etwas anderes.
  • Deutschlandfunk: Olympia 2026: Defizit von 310 Millionen Euro erwartet

    Die Olympischen Winterspiele 2026 haben in Italien ein großes Haushaltsdefizit hinterlassen. Italienische Medien berichten, dass die Stiftung Mailand-Cortina, die alle mit Olympia verbundenen Veranstaltungen durchführte, mit einem Minus von rund 310 Millionen Euro rechnet.
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  • Matthias Rüb, Rom (FAZ): Mailand-Cortina zieht Bilanz : Olympische Winterspiele mit 310 Millionen Euro Defizit [€]

    (21.4.2026) Der erste Kassensturz nach den Spielen von Mailand-Cortina liefert tiefrote Zahlen. Das entfacht in Italien die Debatte über den Sinn der Ausrichtung von Großereignissen neu.

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  • Marie Gogoll (Sportschau): Millionenschwerer Wettstreit um deutsche Olympiabewerbung

    »Wer geht für Deutschland ins Rennen um Olympische Spiele? München, Hamburg, Berlin und „KölnRheinRuhr“ kämpfen darum, der deutsche Olympiabewerber zu werden, und geben dafür schon jetzt viel Geld aus. […] Roland Schüler hält es dennoch für falsch, dass Länder und Kommunen so viel Geld in die Bewerbung investieren. Er ist Bezirksbürgermeister des Kölner Stadtteils Lindenthal und engagiert sich im Bündnis „NOlympia Colonia“. Für die Bewerbung um die nationale Kandidatur als Austragungsort rechnet die Stadt Köln mit Ausgaben von etwa 2,5 Millionen Euro. Rund 85 Prozent davon übernimmt das Land NRW. So eine Summe, meint Schüler, wäre besser in Kölner Fußballplätze, Schwimmbäder oder Schulsporthallen investiert. […]«
    Geplante Ausgaben für die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele bis zum nationalen Entscheid im Herbst 2026: über 50 Millionen
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  • BUND-Kreisgruppe Köln: NOlympia – Fragen und Antworten (24. Februar 2026)

    Welche Auswirkungen hätten die Olympischen Spiele auf Stadt, Finanzen, Klima und Verkehr?

    Der BUND Köln hat einen Q&A-Katalog zum Thema NOlympia zusammengestellt, der die Auswirkungen eines Austragungsort Köln hätte, gruppiert nach den Themenfeldern:

    – Stadtnatur und Flächenverbrauch
    – Kosten und kommunale Finanzen
    – Verkehr und Alltag
    – Demokratie und Mitbestimmung
    – Nachhaltigkeit und Greenwashing

    Die Publikation kann hier heruntergeladen werden.

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    Hier die Fragen und Antworten aus der downloadbaren PDF als Fließtext:

    Stand: Februar 2026

    Fragen und Antworten zum Ratsbürgerentscheid im März/April 2026

    Bewerbung der Stadt Köln für Olympische Spiele 2036, 2040, 2044

    Stadtnatur und Flächenverbrauch

    Frage 1: Befürworter der Olympischen Spiele behaupten, dass 90% der benötigten Sportstätten bereits vorhanden seien. Wie sieht es in Köln aus?

    Antwort: Das Gegenteil ist in Köln der Fall. Olympiastadion und Olympisches Dorf müssen neu errichtet werden!

    Frage 2: Welche Auswirkungen sind damit verbunden?

    Antwort: Im Kölner Norden in Kreuzfeld sollen dafür über 88 ha wertvoller landwirtschaftlicher Flächen, durchsetzt mit Hecken und Säumen, geopfert werden. Die Bodenzerstörung durch Siedlungsneubau gilt als eines der größten Umweltprobleme.

    Obwohl der Rat der Stadt Köln am 9. Juli 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat, soll in Kreuzfeld ein wichtiges Kaltluftentstehungsgebiet beseitigt werden, ebenso Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten.

    Frage 3: Sollte Kreuzfeld nicht ohnehin bebaut werden?

    Antwort: Die Planungen für einen neuen Stadtteil mit ca. 8.000 Einwohnern laufen schon länger. Dabei wird dieser gar nicht benötigt.

    Das Potential für zusätzlichen Wohnraum ist durch Aufstockungen auf Bestandsgebäuden, höhere Geschossigkeit bei Neubauten, die Nutzung von Baulücken und mindergenutzten Grundstücken in den Stadtteilen, die neuen Stadtquartiervorhaben Parkstadt Süd und Deutzer Hafen, die Nutzung bisheriger industrieller Konversionsflächen, etwa in Mülheim und die Überbauung von Parkplätzen um ein Mehrfaches höher.

    Kosten und kommunale Finanzen

    Frage 4: Welche Kosten kommen auf die Stadt Köln bei einer Durchführung der Olympischen Spiele zu?

    Antwort: Bisher sind lediglich die Kosten für den Bürgerentscheid in Köln bekannt. Diese betragen nach Angaben der Stadt Köln 2,5 Millionen Euro. Hiervon will 85% das Land NRW übernehmen. Zu den eigentlichen Kosten der Durchführung der Olympischen Spiele in Köln gibt es bisher keine Angaben.

    Das Rechnungsprüfungsamt der Stadt Köln verlangt deswegen eine zeitnahe Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.

    Erfahrungsgemäß werden die ursprünglichen Kostenprognosen systematisch zu niedrig angesetzt – nicht zuletzt, um politische Zustimmung und öffentliche Akzeptanz zu sichern. Tatsächlich liegen die Gesamtkosten Olympischer Spiele im Durchschnitt um 156% über den veranschlagten Budgets.

    Die finanziellen Risiken werden in die Zukunft verlagert, zu Lasten der öffentlichen Haushalte.

    Frage 5: Welche Erfahrungen mit den Kosten bei den Olympischen Spielen 2024 hat die Stadt Paris gemacht?

    Antwort: Der französische Rechnungshof beziffert die öffentlichen Kosten auf 6,6 Milliarden Euro. 2023 wurde noch mit lediglich 2,44 Milliarden Euro gerechnet. 3,63 Milliarden entfielen auf die Infrastruktur und 3,02 Milliarden für die Organisation, darunter allein 1,44 Milliarden für Sicherheit.

    Frage 6: Wie wirken sich die Kosten durch die Olympischen Spiele auf den Haushalt der Stadt Köln aus?

    Antwort: Durch Olympische Spiele würde das vorhandene Haushaltsdefizit der Stadt Köln weiter erhöht. Bereits für 2024 weist der Kölner Stadthaushalt ein Defizit von 293,4 Millionen Euro aus, 2025 waren es sogar 582 Millionen Euro.

    Auch für die folgenden Jahre bis 2029 fallen zusätzlich jedes Jahr erhebliche Millionenbeträge an Verlusten an.

    Es droht eine Haushaltssicherung. Zentrale Entscheidungen für die Stadt trifft dann die Bezirksregierung und nicht mehr der gewählte Stadtrat. Ende 2025 musste eine Haushaltssperre verhängt und die Grundsteuer erhöht werden.

    Es ist nicht verantwortbar, dass Finanzmittel für eine leistungsfähige KVB, zur Sanierung von Schwimmbädern, Schulen und Brücken und zur personellen Ausstattung von Kitas weiterhin fehlen, während gleichzeitig die Durchführung Olympischer Spiele das Haushaltsdefizit der Stadt Köln weiter ansteigen lässt!

    Verkehr und Alltag

    Frage 7: Wie soll das zusätzliche Verkehrsaufkommen durch die Olympischen Spiele in Köln bewältigt werden?

    Antwort: Das geplante Olympische Dorf und das Olympiastadion in Köln Kreuzfeld auf der linken Rheinseite sind über die Eisenbahnstrecke Köln-Neuss erreichbar. Diese Strecke ist bereits heute mit Güterverkehr, zwei Regionalbahnen und einer S-Bahn völlig überlastet und ein Kapazitätsausbau kaum möglich.

    Auf der rechten Rheinseite wird das Verkehrskonzept Rhein-Ruhr-Express geplant und gebaut und soll bis 2040 die derzeit ausgeschöpften Kapazitäten vergrößern. Ob aber angesichts des sanierungsbedürftigen Schienennetzes in NRW die Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) eingehalten werden können, erscheint mehr als fraglich.

    Der DOSB verlangt, dass die Fahrwege zwischen Olympischen Dorf und Wettkampfstätten in weniger als einer Stunde erreichbar bzw. die Entfernungen kleiner als 50 km sind.

    Frage 8: Was bedeutet das zusätzliche Verkehrsaufkommen für die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB)?

    Antwort: Die KVB hat seit 2023 wegen fehlender Fahrer/innen und Wagen ihr Verkehrsangebot deutlich reduziert. Mit diesem verringerten Angebot ist es kaum noch möglich, Menschen für den Umstieg auf den ÖPNV zu gewinnen. Die Kapazität der KVB stößt an ihre Grenzen.

    Gleichzeitig steckt die KVB in einer wirtschaftlichen Krise. Über Jahrzehnte hat der Kölner Stadtwerkekonzern die jährlichen KVB-Defizite im Rahmen des steuerlichen kommunalen Querverbunds durch die Überschüsse vor allem der GEW/RheinEnergie ausgeglichen. Dies wird zukünftig in vollem Umfang nicht mehr möglich sein.

    Der zu erwartende Zusatzverkehr durch die Olympischen Spiele würde das System überfordern zu Lasten der regulären Fahrgäste und mit erheblichen Beeinträchtigungen für den Alltagsverkehr.

    Frage 9: Was bedeuten zusätzliche Sicherheitsanforderungen bei den Olympischen Spielen für die lokale Bevölkerung?

    Antwort: Olympische Spiele gelten als „High Risk Events“. Dies ist mit weitreichenden Sicherheitszonen, Zugangsbeschränkungen und umfassenden Kontrollmaßnahmen verbunden. Es kommt zu Eingriffen in den Alltag und in gewohnte Freiheitsräume.

    Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris berichteten Anwohner/innen von erheblichen Zugangsbeschränkungen in ihrem eigenen Stadtteil. Bereits im Vorfeld kam es zu einer massiven Verlagerung obdachloser Menschen aus Pariser Stadtteilen in entfernte Regionen Frankreichs.

    Demokratie und Mitbestimmung

    Frage 10: Hat die Stadt Köln gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ausreichend Mitsprachemöglichkeiten?

    Antwort: Leider nein. Das IOC nutzt seine unkontrollierte Monopolstellung für Regelungen, die Vertragspartner einseitig belasten. Der Host-City-Vertrag gilt als Knebelvertrag.

    Er lastet nahezu alle Risiken der Stadt an und gibt fast alle Rechte an das IOC.

    Frage 11: Kann die Stadt Köln im Rahmen ihres kommunalen Selbstverwaltungsrechts beim Bau der Sportstätten mitbestimmen?

    Antwort: Praktisch nicht, da die Standards vom IOC vorgegeben werden.

    Nachhaltigkeit und Greenwashing

    Frage 12: Warum betonen die Befürworter der Olympischen Spiele die Bedeutung der Nachhaltigkeit?

    Antwort: Der Nachhaltigkeitsbegriff ist deswegen so bedeutsam, weil die ökologische Gesamtbilanz bisheriger Olympischer Spiele verheerend ist und die gesellschaftliche Akzeptanz der Olympischen Spiele ohne dieses Label kaum noch erreichbar wäre. So blieb bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro die zugesagte Reduzierung der Gewässerverschmutzung in der Guanabara-Bucht bei den Segelwettbewerben aus. Zudem wurde der Olympische Golfplatz in einem Naturschutzgebiet errichtet.

    Frage 13: Was ist erforderlich, um frühzeitig, systematisch und transparent die Umweltauswirkungen der Olympischen Spiele zu ermitteln?

    Antwort: Vor einer Bewerbung und weiteren Planungsschritten ist zwingend eine Strategische Umweltprüfung (SUP) durchzuführen.

    Eine solche Prüfung sollte vor einer verbindlichen politischen Grundsatzentscheidung, wie etwa dem Bürgerentscheid, vorliegen, damit die Öffentlichkeit auf der Grundlage belastbarer Informationen abstimmen kann.

    Die SUP untersucht umfassend, welche Folgen die Olympischen Spiele für Menschen und Umwelt hätten. Sie bewertet die Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung, Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt, auf Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft, auf Kultur und sonstige Sachgüter sowie die Wechselwirkungen zwischen den genannten Schutzgütern.

    Dabei müssen auch Alternativen geprüft werden, einschließlich der Frage, ob auf die Bewerbung ganz verzichtet werden sollte (sog. „Null-Option“).

    Frage 14: Wie sind die Auswirkungen Olympischer Spiele auf die Wirtschaft?

    Antwort: Wirtschaftsforschungsinstitute wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin sprechen von meist begrenzten gesamtwirtschaftlichen Effekten.

    Der französische Rechnungshof geht bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris von einem Anstieg des BSP von 0,07%, etwa 1,9 Milliarden Euro aus.

    Öffentliche Investitionen in Milliardenhöhe erzeugen zwar kurzfristig zusätzliche Nachfrage und Beschäftigung. Ihnen stehen aber erhebliche Folgekosten für den Betrieb, Instandhaltung, Sicherheit und ggf. den Rückbau der Anlagen gegenüber.

    Der gezielte Einsatz vergleichbarer finanzieller Mittel in Bildung, klimafreundliche Infrastruktur, energetische Sanierung von Gebäuden oder nachhaltige Mobilität hätte voraussichtlich höhere Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte als die Durchführung Olympischer Spiele.

    Frage 15: Gibt es einen Vorschlag für am ehesten nachhaltige Olympische Spiele?

    Antwort: Um den alle vier Jahre stattfindenden weltweiten Wettbewerb um die Ausrichtungsorte mit all den bekannten schädlichen ökologischen und finanziellen Auswirkungen zu vermeiden, sollten die Olympischen Spiele an einem festen, dafür geeigneten Standort stattfinden.

  • PM NOlympia Hamburg: NOlympische Bilanz Milano Cortina 26

    »Heute enden die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Die Bilanz spricht klar gegen das IOC und Olympische Spiele und ist für die Debatte um eine Hamburger Olympiabewerbung relevant:

    Öffentlicher Haushalt
    Geplant: 1.3 Milliarden Euro. Realisiert: 5.7 Milliarden Euro[1].

    Eintrittspreise
    Zutritt zur Eröffnungsfeier: Durchschnittspreis ca. 870–1200 Euro. Sportereignisse: ganz überwiegend ab 100 Euro[2].

    Freiheitsrechte
    Einführung von ›Sicherheitsdekret‹ in Italien. Ein präventiver Sicherheitsgewahrsam ermöglicht, die ›Feinde Italiens‹ , also diejenigen, die gegen Olympia demonstrieren, bei Verdacht wegzusperren[3].

    Klimaschutz
    Das CO2 Schätzbudget von Milano Cortina beträgt eine Millionen Tonnen CO2 – für 14 Tage.[4] Das ist mehr als das Doppelte des C02-Budgets Hamburgs in 2040 & 2044 für 365 Tage und alle Sektoren (0.4 Millionen Tonnen CO2). Im Unterschied zum Hamburger Klimaschutzgesetz ermächtigen die IOC Bilanzregeln dazu, mittels Zertifikatekauf CO2 zu kompensieren. – Paris 2024 (2.1 Millionen Tonnen CO2) entsprach dem fünffachen der in Hamburg 2040 und 2044 zulässigen Menge.

    Neutralität des Sports
    Das IOC kaufte die Filmrechte für Leni Riefenstahls Aufnahmen von 1936. Während der Winterspiele konnten Motive der 1936er Spiele im Fan-Shop erworben werden.[5]

    Immobilienpreise
    Daten des Immobilienportals Idealista weisen in eine ähnliche Richtung wie die Studie zu PyeongChang 2018[6], die eine deutliche Verteuerung von Immobilien aufgrund der Spiele nachwies. Die Idealista-Daten, die auch nicht-olympische Effekte enthalten, zeigen eine Beschleunigung von 6–8% jährlich gegenüber der vor-olympischen Periode.

    Dazu Eckart Maudrich, Pressesprecher von NOlympia: ›Ob Winter– oder Sommerspiele – die Altlasten der Spiele ähneln sich: die Allgemeinheit zahlt massive Ausgabenüberschreitungen, die Top 10%, die sich die hohen Eintrittspreise leisten können, haben Spaß, während für alle die Immobilienpreise nachhaltig durch die Decke gehen, Freiheitsrechte beschränkt werden und ein CO2-Fußabdruck erzeugt wird, der nur im Wege des Ablasshandels zukunftsfähig ist. Mit dem Kauf der Filmrechte für Leni Riefenstahls Aufnahmen der 1936er Spiele, sowie dem Verkauf von Motiven der Nazi-Spiele sollte nun auch dem letzten klar sein, welche Werte das IOC vertritt.‹

    [1] https://www.theintelbriefing.com/p/why-a-staggering-57-billion-price

    [2] s. PM vom 6.02.

    [3] https://taz.de/Rechtswende-in-Italien/!6153398/

    [4] Fondazione Milano Cortina 2026: GHG Management Strategy, S12

    [5] https://www.sportandpolitics.de/olympic-heritage-coventrys-failure-riefenstahl-nazi-olympics/

    [6] Hur/Kim:The anticipated legacies of mega sporting events. 2022. Gastgeberdistrikte lagen um 6.6% über Nicht-Gastgeberdistrikten«

    Download PDF mit ergänzenden Grafiken

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  • Amanda Shendruk: Hosting the Olympics: The world’s most expensive participation trophy

    The Milano Cortina Olympics, happening now across Northern Italy, cost more than expected. Which, honestly, really should have been expected. That’s because every single Olympics goes over budget. (At least, every one with available data — nearly 70% of all Games since 1960.)

    [Übersetzung: Die Olympischen Spiele in Mailand-Kortina, die derzeit in Norditalien stattfinden, kosten mehr als erwartet. Was, ehrlich gesagt, eigentlich hätte erwartet werden können. Denn jede einzelne Olympiade geht über das Budget hinaus. (Zumindest alle, für die Daten vorliegen – fast 70 Prozent aller Spiele seit 1960.)]

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  • NOlympia-Volksbegehren: Amtliche Kostenschätzung oder Faschingsscherz?

    NOlympia Berlin Senat rechnet sich Olympia mit Phantom-Milliarden schön.

    Die vom Berliner Senat vorgelegte amtliche Kostenschätzung zum Volksbegehren gegen die Olympia-Bewerbung gleicht eher einer Büttenrede zum politischen Aschermittwoch als einer seriösen finanzpolitischen Analyse. Anstatt die realen Risiken für den Landeshaushalt zu benennen, operiert die Innenverwaltung mit völlig unbelegten Gewinnen und blendet die historische Kostenexplosion von Olympischen Spielen komplett aus.

    In der Kostenschätzung wird behauptet, bei einem Stopp der Bewerbung würden dem Land Berlin Investitionen in einem »hohen einstelligen Milliardenbereich« entgehen. Gleichzeitig gibt der Senat selbst zu, dass eine belastbare Gesamtkalkulation »zurzeit nicht möglich« sei und zentrale Merkmale zur Finanzierung noch gar nicht feststünden.

    Dazu erklärt Gabriele Hiller, Sprecherin des Bündnisses NOlympia Berlin:
    »Diese Kostenschätzung ist eine politische Nebelkerze. Der Senat versucht, den Berlinerinnen und Berlinern weiszumachen, dass es teurer sei, die Spiele nicht auszurichten, als sie durchzuführen. Das ist eine klassische Milchmädchenrechnung. Es wird mit fiktiven Einnahmen aus der Wirtschaft und vom IOC argumentiert, die durch nichts belegt sind, während die realen Kostensteigerungen, die bei Olympischen Spielen die Regel sind, völlig unter den Tisch fallen.«

    Unsere Kritikpunkte im Detail:

    Phantom-Gewinne statt Risikoanalyse: Der Senat behauptet, durch den Verzicht würden »langfristige wirtschaftliche Effekte« und Investitionen entfallen. Diese Annahme ignoriert sämtliche unabhängigen Studien, die belegen, dass Olympische Spiele für die Austragungsorte fast immer ein Verlustgeschäft sind.

    Ausblendung der Folgekosten: Während der Senat zugibt, dass Ausgaben im »mittleren einstelligen Milliardenbereich« eingespart würden, wenn man die Bewerbung stoppt, fehlt jeder Hinweis auf die typischen Kostenexplosionen bei Infrastruktur und Sicherheit. Wer heute von 5 Milliarden Kosten spricht, landet bei Olympia erfahrungsgemäß am Ende bei 15 oder 20 Milliarden Steuergeldern.

    Absurde Drohkulisse: Die Warnung vor einem »erheblichen internationalen Imageverlust« ist reine Panikmache. Der wahre Imagegewinn für Berlin wäre eine demokratische Absage an Gigantismus und Steuerverschwendung.

    Verwaltungskosten: Die veranschlagten Kosten von »bis zu einer Million Euro« für die Rücknahme der Bewerbung sind vernachlässigbar im Vergleich zu den Milliardenrisiken, die Berlin bei einer Fortsetzung drohen.

    Das Bündnis fordert den Senat auf, zur Sachlichkeit zurückzukehren und die Bevölkerung nicht mit schönfärberischen Rechnungen in die Irre zu führen. Wir werden das Volksbegehren mit aller Kraft vorantreiben, um Berlin vor diesem finanziellen Abenteuer zu bewahren.

    Zur Kostenschätzung des Berliner Senats (pdf)

    Im Bündnis NOlympia Berlin arbeiten zusammen:
    BUND, BUNDjugend, Grüne Liga, NABU, NaturFreunde, Bürgerinitiative Jahnsportpark, Berliner Wassertisch, Fridays for Future, Roter Stern, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE, Grüne Jugend, Linksjugend, Jusos

  • The Oxford Olympics Study 2024: Are Cost and Cost Overrun at the Games Coming Down? (2024)

    The present paper is an update and extension of the „The Oxford Olympics Study 2016“ (Flyvbjerg et al. 2016). We document that the Games remain costly and continue to have large cost overruns, to a degree that threatens their viability. The IOC is aware of the problem and has initiated reform. We assess the reforms and find: (a) Olympic costs are statistically significantly increasing; prior analyses did not show this trend; it is a step in the wrong direction. (b) Cost overruns were decreasing until 2008, but have increased since then; again a step in the wrong direction. (c) At present, the cost of Paris 2024 is USD 8.7 billion (2022 level) and cost overrun is 115% in real terms; this is not the cheaper Games that were promised. (d) Cost overruns are the norm for the Games, past, present, and future; they are the only project type that never delivered on budget, ever. We assess a new IOC policy of reducing cost by reusing existing venues instead of building new ones. We find that reuse did not have the desired effect for Tokyo 2020 and also looks ineffective for Paris 2024. Finally, we recommend that the Games look to other types of megaprojects for better data, better forecasting, and how to generate the positive learning curves that are necessary for bringing costs and overrun down. Only if this happens are Los Angeles 2028 and Brisbane 2032 likely to live up to the IOC’s intentions of a more affordable Games that more cities will want to host.

    [Übersetzung:
    Der vorliegende Beitrag ist eine Aktualisierung und Erweiterung der Studie „The Oxford Olympics Study 2016“ (Flyvbjerg et al. 2016). Wir dokumentieren, dass die Olympischen Spiele weiterhin extrem kostspielig sind und erhebliche Kostenüberschreitungen aufweisen, die ihre langfristige Tragfähigkeit gefährden. Das IOC ist sich des Problems bewusst und hat Reformen eingeleitet. Wir bewerten diese Reformen und stellen fest:

    (a) Die Kosten für Olympische Spiele steigen statistisch signifikant – frühere Analysen zeigten diesen Trend nicht; dies ist ein Schritt in die falsche Richtung.
    (b) Die Kostenüberschreitungen gingen bis 2008 zurück, sind seitdem jedoch wieder gestiegen – erneut ein Schritt in die falsche Richtung.
    (c) Derzeit belaufen sich die Kosten für Paris 2024 auf 8,7 Milliarden US-Dollar (auf das Niveau von 2022 bezogen), wobei die Kostenüberschreitung realwertmäßig bei 115 % liegt – dies entspricht nicht den versprochenen günstigeren Spielen.
    (d) Kostenüberschreitungen sind bei den Olympischen Spielen die Regel – in der Vergangenheit, gegenwärtig und zukünftig. Sie sind das einzige Projekt, das bisher niemals innerhalb des Kostenrahmens abgeschlossen wurde.

    Wir prüfen eine neue IOC-Strategie, die auf der Wiederverwendung bestehender Stadien statt Neubauten basiert, um die Kosten zu senken. Unser Ergebnis: Die Wiederverwendung hatte für Tokio 2020 nicht die gewünschte Wirkung und scheint auch für Paris 2024 wirkungslos zu sein.

    Abschließend empfehlen wir, dass die Olympischen Spiele sich an anderen Megaprojekten orientieren, um bessere Daten, genauere Prognosen und Ansätze für positive Lernkurven zu übernehmen – Voraussetzungen dafür, dass Kosten und Überschreitungen sinken. Erst wenn dies gelingt, werden die Spiele in Los Angeles 2028 und Brisbane 2032 den IOC-Zielen einer erschwinglicheren Ausgabe gerecht, die mehr Städte dazu motivieren, die Spiele auszurichten.]

    Zur Studie

    Budzier, Alexander and Flyvbjerg, Bent, The Oxford Olympics Study 2024: Are Cost and Cost Overrun at the Games Coming Down? (May 30, 2024). Available at SSRN: https://ssrn.com/abstract=4850085 or http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.4850085
  • Katja Weber (RBB): Die Weber: OHlympia oder NOlympia – in welchem Team sind Sie?

    »[…] Gegner der Spiele, wie das Bündnis NOlympia Berlin, fordern: Statt prestigeträchtige Sportstätten zu bauen, solle lieber im großen Stil in die Sanierung von Schulsporthallen investiert werden. Frei nach dem Motto: Breitensport statt Spitzensport. Auch bezweifeln die Gegner der Olympiabewerbung, dass etwa der öffentliche Nahverkehr Olympia gewachsen wäre. Nicht zuletzt verweisen sie auf unklare Kostenrisiken für den ohnehin klammen Berliner Haushalt und die Gefahr, dass Olympia die Verdrängung auf dem Berliner Wohnungsmarkt weiter verschärft.[…]«
    Zum Beitrag
    Zum Podcast (Beitrag von NOlympia-Sprecher Uwe Hiksch ab Minute 22:30)

  • NDR: »NOlympia«-Sprecher: Kosten für Spiele in Hamburg unkalkulierbar

    Aus der Vergangenheit wisse man, dass Olympische Spiele immer doppelt so teuer geworden seien, wie projektiert, sagte Eckart Maudrich, Sprecher der Hamburger Bürgerinitiative.
    Zum Podcast (6 Min | Verfügbar bis 06.02.2027)

  • SAJE (Strategic Actions for a Just Economy): Verdammt, wenn man es tut, verdammt, wenn man es nicht tut: Die Risiken für Los Angeles bei der Ausrichtung oder dem Rückzug aus den Olympischen Spielen 2028

    »L.A. steht in beiden Fällen vor einer potenziellen finanziellen Katastrophe, und die Entscheidung, ob man versucht, die Olympischen Spiele abzusagen
    oder die Bedingungen für die Ausrichtung neu zu verhandeln, hängt davon ab, welches Risiko man lieber eingehen möchte: Verluste in Milliardenhöhe durch die Ausrichtung der Spiele oder Strafen in Milliardenhöhe für die Nicht-Ausrichtung.

    […] Die Olympischen Spiele werden nicht nur zu einer erheblichen Erhöhung der Zahl der Bundespolizisten, einschließlich ICE-Beamten, auf unseren Straßen führen, sondern auch die vom DHS geplanten und durchgesetzten Sicherheitszonen werden das tägliche Leben der Einwohner von Los Angeles im Jahr 2028 zunehmend beeinträchtigen. Die Sicherheitszonen erstrecken sich bis in die Nachbarschaften, die an die ausgewiesenen olympischen Veranstaltungsorte grenzen, und werden für die dort lebenden und arbeitenden Menschen eine verstärkte Überwachung, Massenrazzien gegen Obdachlose, regelmäßige Straßensperrungen, invasive Fahrzeugdurchsuchungen und sogar Körperkontrollen wie am Flughafen mit sich bringen.

    Allein aus diesen Gründen befürwortet SAJE weiterhin eine Absage. Wir verstehen auch, dass Menschen ernsthafte Bedenken hinsichtlich der damit verbundenen Kosten haben.

    Dieser Bericht ist daher ein Versuch, die sehr realen finanziellen Risiken zu quantifizieren, die die Olympischen Sommerspiele 2028 auch für die Einwohner von Los Angeles mit sich bringen. Und da es bis zum Beginn der Spiele weniger als 900 Tage sind, sollten wir uns alle Sorgen machen: Mehr denn je drohen die Spiele unserem Stadtbudget sowie den Menschen, die hier leben, irreparablen Schaden zuzufügen. Wenn die Spiele 2028 mit den gleichen Kostenüberschreitungen wie andere
    Olympische Spiele der letzten Zeit enden, könnten die Steuerzahler in L.A. am Ende 6,6 Milliarden Dollar oder mehr an Kosten tragen müssen.

    […]
    Und obwohl das Olympische Komitee von Los Angeles (LA28) den Verantwortlichen in L.A. versprochen hatte, dass sich die Spiele 2028 wie schon 1984 selbst finanzieren würden, sieht die Lage diesmal ganz anders aus: Die Sicherheitskosten sind auf Milliarden Dollar angestiegen, während der Vertrag der Stadt mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ihr nicht mehr die Kontrolle über die Sponsoring-Einnahmen garantiert – und vor allem L.A. dazu zwingt, Kostenüberschreitungen zu decken. […]

    Die Finanzen der Spiele 2028 sind weitgehend eine Black Box: Wie viel die Olympischen Spiele letztendlich kosten und wie viel sie einbringen werden, ist noch unbekannt. Das Budget für die Ausgaben des L.A. Olympic Komitee ist seit 2017 von 5,3 Milliarden Dollar auf 7,149 Milliarden Dollar gestiegen, aber niemand weiß, wie genau diese Prognosen sind.«

    « (Übersetzung mit deepl.com, kostenlose Version)

    Zum Bericht (englisch): Damned if You Do, Damned if You Don’t: The Risks to L.A. of Hosting or Withdrawing from the 2028 Olympics
    pdf

  • The Oxford Olympics Study 2024: Are Cost and Cost Overrun at the Games Coming Down? July 2024

    The Oxford Olympics Study 2024: Are Cost and Cost Overrun at the Games Coming Down? July 2024

    27 Pages Posted: 31 May 2024
    Alexander Budzier

    University of Oxford – Saïd Business School
    Bent Flyvbjerg

    University of Oxford – Said Business School; IT University of Copenhagen; St Anne’s College, University of Oxford

    Multiple version iconThere are 2 versions of this paper

    Date Written: May 30, 2024
    Abstract

    The present paper is an update and extension of the „The Oxford Olympics Study 2016“ (Flyvbjerg et al. 2016). We document that the Games remain costly and continue to have large cost overruns, to a degree that threatens their viability. The IOC is aware of the problem and has initiated reform. We assess the reforms and find: (a) Olympic costs are statistically significantly increasing; prior analyses did not show this trend; it is a step in the wrong direction. (b) Cost overruns were decreasing until 2008, but have increased since then; again a step in the wrong direction. (c) At present, the cost of Paris 2024 is USD 8.7 billion (2022 level) and cost overrun is 115% in real terms; this is not the frugal Games that were promised. (d) Cost overruns are the norm for the Olympics, past, present, and future; the Games are the only project type that never delivered on budget, ever. We assess a new IOC policy of reducing cost by reusing existing venues instead of building new ones. We find that reuse did not have the desired effect for Tokyo 2020 and also looks ineffective for Paris 2024. Finally, we recommend that the Games look to other types of megaproject for better data, better forecasting, and better methods for generating the positive learning curves that are necessary for bringing costs and overrun down. Only if this happens are Los Angeles 2028 and Brisbane 2032 likely to live up to the IOC’s intentions of a more affordable Games that more cities will want to host.

    [Der vorliegende Beitrag ist eine Aktualisierung und Erweiterung der ›Oxford Olympics Study 2016‹ (Flyvbjerg et al. 2016). Wir dokumentieren, dass die Spiele nach wie vor kostspielig sind und weiterhin erhebliche Kostenüberschreitungen aufweisen, die ihre Durchführbarkeit gefährden. Das IOC ist sich des Problems bewusst und hat Reformen eingeleitet. Wir bewerten die Reformen und stellen Folgendes fest: (a) Die Kosten der Olympischen Spiele steigen statistisch signifikant an; frühere Analysen haben diesen Trend nicht gezeigt; dies ist ein Schritt in die falsche Richtung. (b) Die Kostenüberschreitungen gingen bis 2008 zurück, sind seitdem jedoch wieder gestiegen; auch dies ist ein Schritt in die falsche Richtung. (c) Derzeit belaufen sich die Kosten für Paris 2024 auf 8,7 Milliarden US-Dollar (Stand 2022) und die Kostenüberschreitung beträgt real 115 %; dies sind nicht die versprochenen sparsamen Spiele. (d) Kostenüberschreitungen sind bei den Olympischen Spielen die Norm, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart und Zukunft; die Spiele sind die einzige Art von Projekt, bei der das Budget noch nie eingehalten wurde. Wir bewerten eine neue IOC-Politik zur Kostensenkung durch die Wiederverwendung bestehender Veranstaltungsorte anstelle des Baus neuer. Wir stellen fest, dass die Wiederverwendung bei Tokio 2020 nicht den gewünschten Effekt hatte und auch für Paris 2024 unwirksam zu sein scheint. Abschließend empfehlen wir, dass die Spiele sich an anderen Arten von Megaprojekten orientieren, um bessere Daten, bessere Prognosen und bessere Methoden zur Erzeugung positiver Lernkurven zu erhalten, die notwendig sind, um Kosten und Überschreitungen zu senken. Nur wenn dies geschieht, werden Los Angeles 2028 und Brisbane 2032 wahrscheinlich den Absichten des IOC gerecht werden, günstigere Spiele zu veranstalten, die mehr Städte ausrichten wollen. (Übersetzt mit deepl.com)]

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