• Eine Leseempfehlung zum 90. Jahrestag der Olympischen Spiele 1936!!!

    Hauptsache, ein Olympia mit dem Kürzel ’36.

    Zum Jahrestag der Propagandaspiele findet kein Erinnern statt. Wie geschichtsvergessen ist die Stadt Berlin, die vom IOC den Zuschlag für 2036 möchte? … Nach Einschätzung von »NOlympia Berlin« sind keine Bemühungen der Olympiaplaner zu erkennen, sich mit der Rolle des IOCs oder dem konkreten Konzept der 1936er Spiele zu beschäftigen….

    Zum Artikel von Martin Krauss (taz), 1.8.2026

  • Wer mag noch den Offenen Brief mitzeichnen? »Für einen Sport für alle Geschlechter und gegen Geschlechtertests des IOC«

    »Liebe Kolleg*innen in der Sportwissenschaft, in Sportverbänden, Sportvereinen und Sportorganisationen, liebe sportinteressierte Menschen,

    am 26. März 2026 veröffentlichte das Internationale Olympische Komitee (IOC) die neue, bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles, USA, in Kraft tretende Policy on the Protection of the Female (Women’s) Category in Olympic Sport and Guiding Considerations for International Federations and Sports Governing Bodies (Dt.: Regelwerk zum Schutz der weiblichen (Frauen-) Kategorie im Olympischen Sport und leitende Hinweise für internationale Sportverbände und -organisationen) (IOC, 2026).

    Das neue Regelwerk ersetzt den seit 2021 geltenden «Framework on Fairness, Inclusion and Non-Discrimination on the Basis of Gender Identity and Sex Variations» des IOC. Damit vollzieht das IOC einen deutlichen Kurswechsel hin zu einem restriktiven und rückschrittlichen Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt und geschlechtsbezogener Diskriminierung im Sport.

    Als Wissenschaftler*innen und Mitglieder der Kommission «Geschlechter- und Diversitätsforschung» innerhalb der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) setzen wir uns seit vielen Jahren differenziert mit Fragen der Teilhabe und Diskriminierung von Menschen im Sport auseinander. In dem hier sowie untenstehend verlinkten, offenen Brief machen wir auf zentrale Probleme und soziale Ausschlüsse des neuen Regelwerks des IOC aufmerksam.

    Wir möchten Kolleg*innen aus den Sportwissenschaften sowie Menschen in Sportverbänden, Sportvereinen und Sportorganisationen auffordern, sich in kritisch-konstruktiver Weise mit den neuen Regularien des IOC auseinanderzusetzen und das Ziel eines geschlechtergerechten und geschlechterinklusiven Sports in den Fokus zu rücken.

    Wie ist es möglich, dass wir Sport als einen gesellschaftlichen Kontext gestalten, in dem Menschen aller Geschlechter gleichberechtigt aktiv sein, sich sicher fühlen und Erfolge feiern können?

    Der offene Brief (https://zenodo.org/records/20629581) kann von Ihnen und euch hier auf openPetition mitunterzeichnet werdet. Wir danken Ihnen und euch für eure Unterstützung!
     
    Mit den besten Grüßen
     
    Erstunterzeichner*innen:

    Dr. Karolin Heckemeyer (Sprecherin der dvs-Kommission Geschlechter- und Diversitätsforschung; Pädagogische Hochschule FHNW)
    Prof. Dr. Bettina Rulofs (Leiterin der Abteilung Diversitätsforschung im Institut für Soziologie und Genderforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln)
    Dr. Birgit Braumüller (Abt. Diversitätsforschung im Institut für Soziologie und Genderforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln)
    Dr. Fabienne Bartsch (stellv. Sprecherin der dvs- Kommission Geschlechter- und Diversitätsforschung, Abt. Diversitätsforschung im Institut für Soziologie und Genderforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln)
    Dr. des. Annika Schwark (Sprecherin für Wissenschaftler*innen in der Qualifikationsphase der dvs- Kommission Geschlechter- und Diversitätsforschung, Leibniz Universität Hannover)
    Prof. Dr. Tina Nobis (Leiterin des Arbeitsbereichs Sportsoziologie, Institut für Sportwissenschaft, Bergische Universität Wuppertal)
    PD Dr. Dennis Krämer (Institut für Soziologie / Fachbereich 06 Erziehungswissenschaft und Sozialwissenschaften, Universität Münster)
    Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews (Professorin (em.) für Soziologie / Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Soziologie und Genderforschung, Vorstand Safe Sport e.V.)
    Prof. Dr. Judith Frohn (Leiterin des Arbeitsbereichs Sportdidaktik, Institut für Sportwissenschaft, Bergische Universität Wuppertal)
    Prof. Dr. Sandra Günter (Arbeitsbereich Sport und Gesellschaft, Institut für Sportwissenschaft, Leibniz Universität Hannover)
    Prof. Dr. Anne-Christin Roth (Fachrichtung Sportwissenschaft und Sport, Pädagogische Hochschule Freiburg)
    Dr. Birgit Palzkill
    Dr. Heidi Scheffel (Queer-Beauftragte des Landessportbund NRW)

    Begründung

    Der offene Brief bezieht sich auf die vom IOC publizierte Policy on the Protection of the Female (Women’s) Category in Olympic Sport and Guiding Considerations for International Federations and Sports Governing Bodies (Dt.: Regelwerk zum Schutz der weiblichen (Frauen-) Kategorie im Olympischen Sport und leitende Hinweise für internationale Sportverbände und -organisationen) (IOC, 2026).

    Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Karolin Heckemeyer, Windisch«
    Hier gehts zur Petition
    Vgl. auch den Artikel: Annika Becker: »Offener Brief gegen das IOC: Geschlechtertests haben Auswirkungen auf Kinder- und Jugendsport. Wissenschaftler*innen der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft kritisieren in einem offenen Brief die neue IOC-Policy zu Geschlechtertests und rufen alle Interessierten zur Mitzeichnung auf. Die Regelung trifft nicht nur den Spitzensport….«
    Weiter hier
  • 100 Jahre Nazi-Olympia. Nein danke und nie wieder!

    Am 1. August jährt sich zum 90. Mal die Eröffnung der Olympischen Spiele von 1936, die von der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) in Berlin durchgeführt wurden. Olympia 1936 war ein stimmungsmäßiger Höhepunkt der NS-Diktatur und ein propagandistischer Meilenstein auf dem Weg zum folgenden Vernichtungskrieg und Holocaust.
    (Berlin, 31. Juli 2026) Ausgerechnet jetzt hat der Senat beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eine Bewerbung für die Olympischen Spiele von 2036, 40 und 44 eingereicht. Ist die Bewerbung für 2036 erfolgreich, wird das IOC genau 100 Jahre nach den Nazi-Spielen seinen Kampf der Nationen mit Turnschuhen, Säbeln und Sportpistolen im Sinne der Völkerfreundschaft erneut in Berlin präsentieren. Viele Berliner*innen dagegen gruselt der Gedanke, dass 100 Jahre nach 1936 erneut ein IOC-Präsident [oder eine Präsidentin] im Olympiastadion die »Jugend der Welt« begrüßen könnte. Eine Jugend, die damals – als aus scheinbar harmlosen »Spiel« blutiger Ernst wurde – auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs verheizt wurde. 
    Das mangelnde Problembewusstsein des Senats bezüglich der Nazi-Spiele und der damit verbundenen Komplizenschaft des IOC verstärkt diese Bedenken. Eine spezielle inhaltliche Auseinandersetzung mit den ideologischen Schnittmengen zwischen Nazis und IOC führt der schwarz/rote Senat nicht. CDU und SPD bewerben sich nunmehr seit Jahrzehnten um Olympische Wettkämpfe. Das Jahr der hundertjährigen Wiederkehr der »Nazi-Spiele« ist da einfach nur der nächste Termin in der Reihe.
    Der schwarz/rote Senat ist der historischen Verantwortung des Datums nicht gewachsen. Das Olympia-Bewerbungskonzept beispielsweise geht lediglich mit einem einzigen Wort auf »1936« ein – ohne die damit verbundenen Begriffe wie »Nationalsozialismus«, »Rechtsextremismus«, »Nationalismus«, »Rassismus«, »Antisemitismus«, »Antisozialismus« oder »Antidemokratismus« auch nur anzuschneiden. Mit keinem Wort wird der Beitrag des IOC zum Gelingen der Naziherrschaft eingeordnet. Die ideologischen Schnittmengen zwischen Nationalsozialisten und Olympisten, die die damalige enge und langjährige Zusammenarbeit möglich machte, werden nicht reflektiert. Doch die Nazi-Spiele waren kein olympischer Betriebsunfall: noch nach der »Reichspogromnacht« 1938 plante das IOC, die Winterspiele für 1940 erneut nach Hitlerdeutschland zu vergeben.
    Der Sportwissenschaftler Prof. Johannes Verch weist darauf hin, »dass die Bewerbung schon allein vor dem Hintergrund problematisch ist, dass 2036 eine rechtsextreme Partei die Regierungsgeschäfte in Deutschland führen könnte. Das Olympiakonzept des Senats sieht in einem solchen Fall keine Absicherung vor, dass die hundertjährige Wiederkehr der Nazi-Spiele nicht erneut zur rechtsextremen Propagandashow wird.«
    Auch das IOC, dessen Gründer Pierre de Coubertin meinte, dass die Berliner Spiele von 1936 der Olympischen Idee ihre Weihe gegeben hätten, lässt eine ausreichende Aufarbeitung seiner Kooperation mit faschistischen und antisemitischen Diktaturen missen. Im IOC-Webshop werden noch heute T-Shirts mit dem Motiv der Hitler-Spiele von 1936 angeboten. Und auch gegenwärtig können sich zweifelhafte Regierungen anscheinend problemlos beim IOC mit Milliardensummen auf Kosten ihrer Bürger*innen propagandistischen Support einkaufen, um ihre Herrschaft zu festigen. 
    Dazu sagt die Vertrauensperson des NOlympia-Volksbegehrens Dr. Gabriele Hiller: »Angesichts der problematischen Geschichte des IOC in Berlin und seiner propagandistischen Beteiligung am Erfolg der nationalsozialistischen Herrschaft verbietet sich eine erneute Veranstaltung von Olympischen Wettkämpfen in Berlin.«
    Aus aktuellem Anlass weist Claudia Engelmann, Unterstützerin des Volksbegehrens »Für Berlin – gegen Olympia« und Sprecherin für feministische Politik, Gleichstellung, Sport der Linksfraktion Berlin darauf hin, dass der Senat auch in anderer HInsicht seiner Verantwortung nicht gerecht wird: »Es gibt beim Senat kein Problembewusstsein für die Situation damaliger Opfergruppen wie der durch das CSD-Attentat in den Fokus gerückten Queers. Zwar sieht der Senat nach eigener Aussage die neuen transdiskriminierenden Regelungen des IOC kritisch. Wie so oft folgen auf ein derartiges Bekenntnis keine Taten. In der Olympiabewerbung tritt der Berliner Senat mit keiner Zeile für die Rechte von trans Personen ein. So ist der Weg frei für Olympische Spiele, die nicht nur zum haushaltspolitischen Fiasko, sondern auch zur Bühne von trans- und intersexuellen Personen diskriminierendem Gedankengut werden.«
    Das Bündnis NOlympia wendet sich gegen eine Rückkehr des IOC nach Berlin 100 Jahre nach den Nazi-Spielen. Laut wissenschaftlichen Studien ist die einzige nachhaltige Wirkung Olympischer Wettkämpfe eine Steigerung nationaler Gefühle. Eine weltoffene Metropole wie Berlin sollte dagegen vorrangig Veranstaltungen finanzieren, die nationale Ressentiments vermeiden und den produktiven und vorurteilsfreien Austausch ihrer Bewohner*innen fördern. 
    Aus diesem und zahlreichen anderen Gründen haben wir das Volksbegehren »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung um Olympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044!« gestartet, mit dem die Berliner*innen gegen die Olympiabewerbung des Senats stimmen können.
    Unterschriftsbögen für das Volksbegehren zum Download: 
    Bündnis NOlympia
  • Sport als Propagandawerkzeug. MAGA unter den Ringen

    »Nach der WM steht mit den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles das nächste Großevent in den USA an. Die PR-Maschine läuft widerspruchslos weiter…Spitzensport will Geld. Geld gibt es vor allem für unethisches Verhalten. Und das passende Personal dafür findet sich immer….«

    Zum Taz-Artikel

  • Rabe Ralf: Olympia­märchen 36, 40, 44. Hundert Jahre Nazi-Spiele?

    Cartoon Bär

    »Seit mehr als 30 Jahren versuchen Berliner Senate, der Stadt die olympischen Wettkämpfe aufzudrängen. Doch allem Hurra-Olympismus der jeweiligen Bewerbungskonzepte zum Trotz blieb den Berliner*innen der olympische Elitenkult bislang ziemlich schnurzpiepe. Das ist bei der diesjährigen Kampagne für die Spiele von 2036, 2040 oder 2044 nicht anders. Auch in der jüngsten Civey-Umfrage vom 21. Mai sehen weniger als ein Drittel (32 Prozent) die Wettkämpfe ›eindeutig‹ oder ›eher‹ als ›Chance‹.

    Hundert Jahre Nazi-Spiele

    Geschmacklos wird die jetzige Bewerbung durch den mitanvisierten Termin 2036 – genau 100 Jahre nach den Nazi-Spielen von 1936, die laut dem Politikwissenschaftler und Historiker Peter Reichel einen „stimmungsmäßigen Höhepunkt nationalsozialistischer Herrschaft“ darstellten. Der Gründer des Internationalen Olympische Komitees (IOC), Pierre de Coubertin, formulierte damals in seiner Schlussrede, dass die olympische Idee 1936 ihre Weihe erhalten habe. Allein wegen der propagandistischen Beihilfe für die Hitlerdiktatur wäre eigentlich ein ewiges Betätigungsverbot für das IOC in Berlin angemessen…..«
    Zum ganzen Beitrag

  • André Zuschlag (taz): Infrastruktur kaum zu realisieren. Droht Hamburg 2036 Olympia auf der Baustelle? (18.5.26)

    Eigentlich will Hamburg Olympia noch nicht 2036 haben, sich aber dennoch dafür bewerben. Unklar ist, wie so schnell die Infrastruktur gebaut werden soll.
    Zum Artikel

  • »Olympia wird veranstaltet von einer über Jahrzehnte kriminellen Organisation, die Allmacht und Steuerfreiheit verlangt« (Jan Kahlcke, taz)

    Hamburg braucht die Spiele nicht. Olympia ins Fernsehen!
    Olympia ist ein Kommerz-Monstrum, das nirgends stattfinden sollte. Schon gar nicht dort, wo es mit Erpressung und Trickserei durchgesetzt werden muss.
    Zum Kommentar

  • Michail Nelken (Bürgerverein Gleimviertel): Läuferzeit im Cantianstadion?

    »[…] Für Olympia 2036 ff soll das ›Kleine Stadion‹ zu einer 10.000-Zuschauer-Arena für die olympischen Hockey Wettkämpfe hochgerüstet werden. Wie das gehen soll, ist bislang ein Geheimnis der Berliner Olympiabewerber. Die Nachbarn winken beruhigend ab, Berlin hat doch ohnehin keine Chance. Aber in diesen irren Zeiten multipler Unsicherheiten, sollte man darauf nicht vertrauen.

    Olympiade in Berlin würde zumindest für viele Monate das Aus für die Freizeitläufer bedeuten. Die Zuschauertribünen sollen Rings um das Feld über der Laufbahn errichtet werden. Noch redet der Senat von einer temporären Maßnahme. Nach den Olympischen Spielen würden die Zuschauerränge wieder abgebaut. Aber es gibt sicher einige Vereine, die sich ein solches mittleres Stadion ohne Laufbahn mit steilen Zuschauerrängen sehr gut für ihre Wettkämpfe vorstellen könnten.

    Freizeitläufer, die eine langfristige Perspektive für das freie Laufen im Cantianstadion sicherstellen wollen und nicht auf die Weisheit von DOSB und IOC vertrauen, können dem Volksbegehren NOlympia ihre Stimme geben, das eine Volksabstimmung über Berlins Olympiabewerbung erreichen will. […]«

    Zum Beitrag

     

  • Klingbeil und die magischen Geldquellen

    An Klima und Sozialem sparen, aber den IOC-Bossen großspurig unsere Kohle hinterherschmeißen. Zynisch.
    »Klingbeil gibt Hamburg auf der Bühne noch die Garantie, dass der Bund sich an den rund 4,6 Milliarden kalkulierten Kosten für eine Olympiade in der Stadt beteiligen würde – ›und zwar, egal wie leer die Kassen sind‹« (Ann-Kathrin Leclère, taz, 7.5.2026)
    Passend dazu Ökonom Budzier: »Der Bund hat keine magischen Geldquellen für Olympia. Wenn mehr nach Hamburg [oder München/Berlin/NRW] fließt, wird woanders gekürzt. Hinzu kommt: Der Bund müsste im Zweifel auch für Kostenrisiken geradestehen.« (Zeit, 30.4.2026)

  • Gerhard Matzig (SZ): Berlins Olympia-Bewerbung. So alt sah die Zukunft noch nie aus

    100 Jahre nach den NS-Spielen: Deutschlands Hauptstadt will sich um Olympia ab 2036 bewerben – unter anderem mit einer kindlichen Ringelreih-Idee…. Die Design-Idee der Hauptstadt, die mit den Ringen spielt, in einem Wort? Sondermüll.
    Zum Artikel

  • DIE ZEIT: »Olympia ist eine riskante Wette«

    Olympia soll Hamburg fast fünf Milliarden Euro kosten. Der Ökonom Alexander Budzier forscht seit Jahren zu Olympia-Budgets – und warnt: Es könnte viel teurer werden.
    Interview: Annika Lasarzik, Hamburg

    Am 31. Mai stimmen die Hamburgerinnen und Hamburger bei einem Volksreferendum ab: Soll sich die Stadt um die Austragung der Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben? Der Hamburger Senat wirbt mit vergleichsweise kostengünstigen Spielen und hat im März ein Finanzkonzept vorgelegt, das genau das verspricht. Doch wie belastbar sind die Zahlen? Der Ökonom Alexander Budzier forscht an der Saïd Business School der University of Oxford seit Jahren zu Kosten und Risiken von Großprojekten. Gemeinsam mit seinem Kollegen Bent Flyvbjerg hat er mehrere Olympische Spiele untersucht. Im Gespräch erklärt Budzier, warum vermeintliche Gewinne oft nur auf dem Papier stehen, inwiefern die Wirtschaft tatsächlich profitiert – und wo besonders Kostenfallen drohen.

    Zum Artikel

  • Jessica Sturmberg (Deutschlandfunk): Olympia 2026 – Finanzdefizit in Cortina: Kollegengespräch mit [dem Ökonom] Matthias Fett

    »Zumindest bei den Studien, die ich gelesen habe zu Sportgroßveranstaltungen, ist das schon so, dass wenn die im Vorfeld erstellt werden, dann werden die von Unternehmensberatungen oder anderen Instituten erstellt. Natürlich auf Anfrage der Organisatoren oder der Komitees, die sich um olympische Spiele oder auch Fußballweltmeisterschaften – es ist ein gleiche Problem – bewerben wollen. Und da steht das Ergebnis schon vorher fest. Man muss dann nur irgendwie finden, wie kommt man halbwegs wissenschaftlich nun dahin zu diesem Ergebnis. Und wenn man sich dann dann im Nachhinein mit diesen Studien näher auseinandersetzt, dann fällt auf, dass nicht nur das Ergebnis zu positiv gerechnet ist und dass man mit Millionen- oder Milliardengewinnen rechnet, das dann schön klingt, sondern die Studien weisen regelmäßig auch methodische Fehler auf, wo man als Ökonom teilweise die Hände über dem Kopf schlägt« (Ökonom Matthias Fett)
    https://www.deutschlandfunk.de/olympia-2026-finanzdefizit-in-cortina-kollegengespraech-mit-matthias-fett-100.html (26. April 2026, 19:36 Uhr)

    Vgl. auch Matthias Fett: Olympische Spiele in Deutschland, lohnt sich das? Von Olympia würde die ganze Republik profitieren, behauptet Vizekanzler Lars Klingbeil. Dabei sagen die Zahlen etwas anderes. In: Spiegel, 23.02.2026, 20.41 Uhr [€]

    Kumulative Dissertation von Matthias Fett: High life – the FIFA World Cup and its economic effects (2021)
    Aufsätze hierin:
    The game has changed – a systematic approach to classify FIFA World Cups, S. 7-23
    High life – new empirical evidence on the economic boost of the FIFA World Cup, S. 24-58
    Does the FIFA World Cup boost economies around the world? : an empirical analysis, S. 59-101
    Outlands : a case study on the 2014 FIFA World Cup in Brazil, S. 102-142

  • Deutschlandfunk: Olympia 2026: Defizit von 310 Millionen Euro erwartet

    Die Olympischen Winterspiele 2026 haben in Italien ein großes Haushaltsdefizit hinterlassen. Italienische Medien berichten, dass die Stiftung Mailand-Cortina, die alle mit Olympia verbundenen Veranstaltungen durchführte, mit einem Minus von rund 310 Millionen Euro rechnet.
    Zum Artikel

  • rbb: Olympia-Anlauf stößt auf Widerstand. Bündnis NOlympia Berlin startet Unterschriftensammlung

    »Berlin und Olympia, das war schon immer eine schwierige Kombination. 1936 nutzten die Nazis die Spiele als Propaganda-Show, eine Bewerbung für das Jahr 2000 endete in einem Desaster. Jetzt will die Stadt sich erneut für die Spiele bewerben. Eine Gesamtbefragung der Berliner gibt es aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht, stattdessen haben ausgewählte Berliner gestern Handlungsempfehlungen an den Senat übergeben. Das Bündnis NOlympia Berlin beginnt heute offiziell mit einer Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren gegen eine Olympia-Bewerbung. darüber sprechen wir mit Gabriele Hiller, eine der Sprecherinnen und Gründungsmitglied von ›NOlympia Berlin‹.«

    Zum Beitrag

    Hier die Unterschriftsliste (pdf)

    Ausdrucken – unterschreiben – 4 weitere Unterzeichner*innen finden – Brief an NaturFreunde Berlin, Paretzer Str. 7, 19713 Berlin  schicken oder bei einer Sammelstelle abgeben 🙂

  • Martha Lippert (taz): Interview mit Uwe Hiksch (NaturFreunde Berlin und Vertrauensperson des NOlympia-Volksbegehrens): »Lasst die Finger von Berlin!«

    NOlympia setzt sich gegen eine Bewerbung Berlins als Austragungsort für Olympische Spiele ein. Das Geld werde dringend woanders benötigt, sagt Mit-Initiator Uwe Hiksch.
    Zum Artikel

  • PM Linksfraktion Tempelhof-Schöneberg: Mehrheiten für CDU-Antrag nur mit AfD – Protokoll der BVV bestätigt: Zu Olympia fällt Brandmauer in Tempelhof-Schöneberg

    Das heutige Protokoll mit der namentlichen Abstimmung bestätigt: die sogenannte „Brandmauer“ ist in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg gefallen.  Der CDU-Antrag „Olympische und Paralympische Spiele für Berlin“ hätte ohne die AfD keine Mehrheit gehabt. Linke und Grüne stimmten gegen den Antrag, die SPD hatte sich enthalten. Die Christdemokraten hatten eine Sondersitzung am 25. März beantragt. Auf Antrag der CDU sollte sich das Bezirksamt geschlossen hinter eine Berliner Olympiabewerbung stellen. Das Ergebnis war politisch eindeutig. CDU und FDP kamen in dieser Sitzung zusammen auf nur 17 Stimmen. In der Debatte positionierten sich jedoch Linke, Grüne und das BSW gegen den Pro-Olympia-Antrag der CDU. Die SPD-Fraktion enthielt sich. Insgesamt votierten 17 Bezirksverordnete mit Nein. Der Antrag erhielt am Ende jedoch 20 Ja-Stimmen, 17 Nein-Stimmen und 11 Enthaltungen. Damit hat die CDU in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg nur mit den drei Stimmen der AfD eine Mehrheit gefunden. Auf die Verkündung des Ergebnisses reagierte die CDU-Fraktion mit lautem Beifall.

    Dazu die sportpolitische Sprecherin der Linken Tempelhof-Schöneberg, Katharina Marg: „Es gibt keine demokratischen Mehrheiten mit Faschisten und Menschenfeinden. Dass die Union dies offenbar billigend in Kauf nimmt, ist ein fatales Zeichen. CDU und AfD handeln damit wieder gegen die Interessen der Allgemeinheit. Eine Bewerbung Berlins für Olympia ist objektiv betrachtet für unsere Stadt finanziell, schul- und sportpolitisch, sowie ökologisch unsinnig[1]. Olympische Spiele 2036 wären geschichtsvergessen.[2] Während das IOC T-Shirts mit Originalplakaten aus der Nazi-Diktatur im Onlineshop verkauft[3], auf denen der Schriftzug „Germany Berlin 1936 Olympic Games“ zu lesen ist, schafft die CDU in Tempelhof-Schöneberg für schlecht gemachte Anträge die Mehrheiten mit der AfD für eine Politik, die den Menschen in Berlin schadet. Die Mieten steigen, Leute mit weniger Geld werden verdrängt, der reguläre Tourismus geht zurück und der Nahverkehr, der jetzt schon personell und finanziell überlastet ist, droht unter die Räder zu kommen. Wir unterstützten den Volksentscheid NOlympia.“

    [1] https://www.gew-berlin.de/aktuelles-beschluesse/detailseite-beschluesse/ablehnung-einer-bewerbung-der-stadt-berlin-fuer-die-olympischen-spiele

    [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Olympiateilnehmern,_die_in_NS-Konzentrationslagern_starben

    [3] https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/trotz-kritik-ioc-verkauft-shirts-zu-olympia-1936-in-berlin,VAzzqdN

  • köln.t-online: Olympia in Köln: Böhmermann geht OB an

    »TV-Moderator Jan Böhmermann hat in seinem Podcast [spotify.com: ›Fest und Flauschig‹] eine klare Absage an die Kölner Olympia-Bewerbung erteilt – und dabei kein Blatt vor den Mund genommen. „Aus irgendwelchen Gründen hat die Stadt Köln sich in den Kopf gesetzt, Olympiastadt zu werden“, so Böhmermann und machte deutlich, dass er beim anstehenden Bürgerentscheid dagegen stimmen wolle. Seine Vermutung für die kölsche Olympia-Bewerbung: die DOSB-Vergangenheit von Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD). […]«
    Zum Artikel

    Zum Hintergrund:
    »Vom 1. Februar 2022 bis Dezember 2024 war Torsten Burmester Vorstandsvorsitzender des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). In dieser Funktion führte er für knapp zwei Jahre die operative Leitung des Verbands. Burmester vertrat den DOSB auf Bundesebene und war 2024 Mitglied der Delegationsleitung für die Olympischen Spiele in Paris. Zeitgleich zur Bekanntgabe seiner Kandidatur als Kölner Oberbürgermeister wurde Burmester am 3. Dezember 2024 mit sofortiger Wirkung als DOSB-Vorstandsvorsitzender abberufen.« (wikipedia, Stand: 31.3.2026, 17:39)

  • Rachel Beroggi (SRF): Geschlechtertests für Olympia – Sorgt ein Gentest für mehr Fairness im Frauensport? Interview mit Soziologen Dennis Krämer

    »Das Internationale Olympische Komitee (IOC) verschärft die Regeln für den Frauensport: Athletinnen müssen künftig einen genetischen Geschlechtertest machen, Transfrauen werden ausgeschlossen. Die neuen Richtlinien sollen die Fairness im Frauensport gewährleisten, heisst es vom IOC. Tun sie das wirklich? Der Soziologe Dennis Krämer sieht das kritisch. Er forscht zur Geschlechterdiversität im Sport.«

    Dennis Krämer: »[…] Für die Spiele 2028 bedeutet das konkret: Rund 5600 Personen werden getestet, um über ihre Teilnahme zu entscheiden. Gleichzeitig zeigen sportmedizinische Metastudien, dass es über Disziplinen hinweg keine signifikanten Leistungsunterschiede zwischen trans- und nicht­trans­geschlechtlichen Personen gibt. Das kann man alles diskutieren und kritisch sehen, aber man muss es zumindest zur Kenntnis nehmen. […] In meinen Augen sollte die Partizipation von inter- und transgeschlechtlichen Personen stärker an Selbstbestimmungsgesetzen orientiert werden. Dem Argument, dass das unfair sei, würde ich begegnen mit: Sport ist immer unfair. Neben biologischen Faktoren spielen auch Grösse, Alter, Training, Talent oder Ehrgeiz eine Rolle. Diese Dimensionen bildet ein SRY-Gen überhaupt nicht ab.«
    Zum Artikel

  • Johannes Kopp (taz): IOC führt Geschlechtertests wieder ein. Kulturkampf wird olympische Disziplin

    »Frauen müssen sich künftig vor Olympia einem Geschlechtertest unterziehen. Grundlage für die Entscheidung ist eine konstruierte Bedrohung. […] Den Ausschluss von Sportlerinnen nun als ein Ergebnis zu präsentieren, das auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse gefällt wurde, die in der Arbeitsgruppe zusammengetragen wurden, zeugt von einer gewissen Unverfrorenheit. Der Ausschluss ist vielmehr Ergebnis eines Kulturkampfes, der auch den Sport erreicht hat und besonders intensiv bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris entbrannte. […]«
    Zum Artikel

  • Raphael Späth (Sportschau): Geschlechtertests für Sportlerinnen. Kein Schritt nach vorne, dafür drei Schritte zurück

    »Das IOC führt Gentests für Frauen ein und schließt transgender Athletinnen aus. Es ist ein Schritt zurück in die Vergangenheit, der auch politisch motiviert ist…. Anstatt Regularien zu finden, die diese Erkenntnisse und die gesellschaftliche Entwicklung in den vergangenen Jahren mit einbeziehen, schiebt das IOC allen Athletinnen einen Riegel vor, die nicht der weiblichen Norm entsprechen. Als Grundlage hierfür soll der sogenannte SRY-Gentest dienen – ein Test, der selbst vom Erfinder und vielen anderen wissenschaftlichen Expertinnen und Experten als unzureichend bezeichnet wurde, um sportliche Leistungsfähigkeit festzustellen. Auf welchen wissenschaftlichen Studien die Entscheidung des IOC basiert, ist nicht öffentlich einsehbar. Auch, wer genau Teil der Arbeitsgruppe war, die diese neuen Regularien erarbeitet hat, weiß nur der erlesene innere Kreis des IOC…. Was aber transparent dargelegt wurde, ist, dass diese Entscheidung auch mit Blick auf die Olympischen Sommerspiele 2028 getroffen wurde. 2028 finden die Spiele in den USA statt, es ist das letzte große Sportereignis mit Donald Trump als Präsidenten, dem Vorreiter im US-Kulturkampf gegen transgender Sportlerinnen. Schon im Wahlkampf 2024 war der Ausschluss von transgender Athletinnen eines der wichtigsten Themen der Republikaner – obwohl die Anzahl an trans* Leistungssportlerinnen in den USA an einer Hand abgezählt werden kann.

    Seit seinem Amtsantritt hat die US-Regierung dann auch entsprechende Gesetze erlassen, in vielen Bundesstaaten und quasi im gesamten Collegesport-System ist transgender Athletinnen der Start in der Frauen-Kategorie inzwischen untersagt. Donald Trump hat auch klar gemacht, dass er keine trans* Athletinnen in Los Angeles am Start sehen will. Diesen Wunsch hat die neue IOC-Präsidentin Kirsty Coventry ihm jetzt erfüllt. Anders als Vorgänger Thomas Bach bewegt sie sich voll auf Trump-Linie und verwendet dabei die gleichen diskriminierenden Formulierungen, spricht immer wieder von biologischen Männern anstatt von transgender Frauen.

    Die neuen Regeln sind ein klarer Verstoß gegen bestehende Menschenrechtskonventionen und Datenschutzverordnungen, selbst die Vereinten Nationen haben in den vergangenen Wochen gegen die Einführung verpflichtender Gentests plädiert. Vielmehr sind sie ein Schritt zurück in die Vergangenheit, in schon längst vergessen geglaubte Zeiten. Ausschluss anstatt Inklusion – das ist seit heute das neue Motto im Weltsport.«

    Zum Kommentar