IOC

  • Pressemitteilung: LSB-»Volksinitiative« ist ein Plebiszit ›von oben‹. Echte Bürgerbefragung geht anders

    Der Landessportbund Berlin (LSB) hat am 2. Juli 2025 seine Volksinitiative zur Austragung Olympischer Spiele (OS) in Berlin gestartet. Damit sich das Berliner Abgeordnetenhaus (AGH) mit dem Anliegen befasst, müssen innerhalb von sechs Monaten mindestens 20.000 wahlberechtigte Berliner*innen ab 16 Jahren den Aufruf unterstützen. Ziel der Initiative ist es, einen Beschluss des AGH für eine Bewerbung für OS zu erreichen.

    Dazu das Bündnis NOlympia Berlin:

    Die vom Landessportbund gestartete Volksinitiative ist nichts weiter als eine Demokratiesimulation. Dem LSB geht es als Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nicht um echte Mitbestimmung, sondern vor allem darum, dem Senat Rückendeckung zu verschaffen und eine Bewerbung politisch abzusichern.

    Echte Beteiligung der BerlinerInnen setzt Diskussion voraus. Sie erfordert die Offenlegung aller Pläne und eine seriöse Folgenabschätzung. Eine echte Beteiligung der Bevölkerung würde auch Alternativentscheidungen zulassen. Eine Bewerbung wie die zu Olympischen Spielen, die sich über einen Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren erstreckt, braucht die Unterstützung einer großen Mehrheit der Bevölkerung. Eine Volksinitiative reicht nicht. Wenn sich Berlin bewirbt, muss, so wie es auch der DOSB fordert, eine echte Bürgerbefragung stattfinden.

    Dass eine Olympiabewerbung, wie behauptet wird, den Schul- und Breitensport fördert, ist ein oft wiederholtes Märchen. Das zeigen auch die Spiele in London 2012, wo das Versprechen, die Nation insgesamt fitter zu machen, krachend gescheitert ist. Wir sind überzeugt: Es wird kein einziges Schwimmbad, keine neue Schulsportanlage für die Berliner Bevölkerung entstehen. Neubauten stünden ohnehin im eklatanten Widerspruch zu allen Einsparungsmaßnahmen, die in der Stadt gegenwärtig in allen gesellschaftlichen Bereichen vorgenommen werden.

    Ökonom Oliver Holtemöller warnt: Berlin würde wirtschaftlich unter Olympia leiden

    Berlin hat bereits jetzt über 67 Mrd. EU Schulden. Die Finanzierung der Spiele mit ungeklärten Beteiligungen durch das privatwirtschaftlich agierende IOC, durch unbekannte private Investoren und durch die Bundesregierung würde den Schuldenberg massiv erhöhen und unsere Stadt tiefer in die Abhängigkeit von Banken treiben. Die Konzentration auf die Olympischen Spiele zöge unweigerlich Benachteiligungen in allen anderen Bereichen nach sich, so in der Bildung, in der Kultur, im Sozialen, in der Verkehrsinfrastruktur. Die soziale Schieflage in der Stadt würde weiter verstärkt. Es darf Berlin nicht so gehen wie beispielsweise Rio de Janeiro nach den Spielen 2016: »An Olympia ist die Stadt […] zerbrochen. Sie hat für eine knapp dreiwöchige Party ihre letzten Finanzreserven zusammengekratzt. Das Geld fehlt jetzt in den Schulen, den Unis, in den Krankenhäusern und der Rentenkasse und vor allem bei der öffentlichen Sicherheit.« (SZ, 13.7.2018)

    • Olympische Spiele lösen in Berlin kein einziges Problem!
    • Im Gegenteil: Olympische Spiele schaffen neue Probleme!

    Ein NEIN zu Olympischen Spielen ist ein JA zu Berlin!

  • Pressemitteilung: Keine Spiele in Berlin. Bündnis NOlympia Berlin kündigt Widerstand an

    Es ist wieder so weit: Der Berliner CDU-SPD-Senat will wieder einmal die Olympischen Spiele in Berlin durchführen. Der Berliner CDU-SPD-Senat will gemeinsam mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein Olympische Spiele nach Deutschland holen. Das Bündnis NOLYMPIA Berlin spricht sich gegen eine Bewerbung Berlins um die Olympische Spiele aus und kündigt seinen Widerstand an. 

    Das Bündnis NOLYMPIA BERLIN wird gegen diese finanzielle Gigantonomie eine breite Öffentlichkeit der BerlinerInnen gegen eine Ausrichtung der Spiele mobilisieren. Das Bündnis NOLYMPIA BERLIN wird dafür sorgen, dass die Berliner*innen demokratisch entscheiden können, ob sie diese Spiele in Berlin wollen. Das Bündnis wird ein Volksbegehren gegen die Austragung der Olympischen Spiele starten. Die Aktiven im Bündnis NOLYMPIA sind sich sicher, dass die überwiegende Mehrheit der Berliner*innen Olympische Spiele in Berlin ablehnen wird.

    Berlin zählt zu den am höchsten verschuldeten Städten Deutschlands. Über 65 Mrd. Euro Schulden mit stetig wachsender Tendenz sind nicht geeignet, erneut schuldenträchtige Großevents in unserer Stadt zu finanzieren und auszurichten. Der Berliner Senat hat zwischenzeitlich mehrere Sparhaushalte vorgelegt, bei denen er bei Schulen und Hochschulen dreistellige Millionenbeträge gestrichen hat. Gleichzeitig gibt es riesigen Finanzbedarf für die Bildung und die Kultur. Durch diese Politik wird das Leben in der Stadt noch teurer und sozial ungerechter.

    Berlin hat gegenwärtig viele Probleme zu bewältigen, die die Stadt auf Jahrzehnte vor große Herausforderungen stellen werden. Genannt seien hier Wohnungsnot, Verkehrskollaps, Infrastruktur, Bildungsmisere, Digitalisierungsstau, Verwaltungskrise, Trockenheit/Klimaschäden. Noch immer erreicht die Stadt ihre Klima-/Nachhaltigkeitsziele nicht. Vielmehr werden die Klima- und Nachhaltigkeitsziele durch die Austragung der Olympischen Spiele in Berlin noch mehr verfehlt. 

    Berlin steht beim Schul- und Nachwuchssport schlecht da. Marode Sportanlagen, zu geringe Kapazitäten für den Schul- und Nachwuchssport, fehlende Übungsleiter*innen sowie schlecht bezahlte Trainer*innen und eine magere leistungssportliche Bilanz bei internationalen Vergleichen weisen auf grundlegende Probleme der Entwicklung eines vielseitigen Sports in Berlin hin. Die Ausrichtung auf die Austragung von Olympischen Spielen würde deren Lösung noch mehr in Richtung der Unterstützung von Profi- und Leistungssport verlagern. Berlin wird seine Probleme in der allgemeinen sportlichen Infrastruktur nicht durch Großprojekte für die Olympischen Spiele lösen können!

    Wir wollen das IOC nicht in unserer Stadt. Das IOC und seine Strukturen sind nicht geeignet, demokratische, ökonomische und ökologische Veranstaltungen zu organisieren. Undurchsichtige Geschäftsgebaren und intransparente Entscheidungen prägen heute das Bild dieser privatkapitalistisch organisierten Organisation. Dieser sollte man die Entwicklung unserer Stadt auf keinen Fall überlassen.