Olympische Sommerspiele

  • Website: Le revers de la medaille (Olympische Spiele Paris 2024)

    »Wir, die Vereine, Schauspieler und Schauspielerinnen der Solidarität, machen auf die sozialen Auswirkungen der Organisation der Olympischen und Paralympischen Spiele aufmerksam und setzen uns für ein positives Vermächtnis im Kampf gegen Ausgrenzung ein.
    […] Kann die Feier der Olympischen Spiele freudig und populär sein, wenn während der Spiele Tausende von Menschen, darunter Familien und Kinder, jede Nacht auf der Straße schlafen müssen?

    Die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 in Paris werden die größte Veranstaltung sein, die jemals in Frankreich stattgefunden hat. Konzipiert als ein großes Fest für alle, bergen diese Spiele auch ein beispielloses soziales Engagement für eine inklusivere Gesellschaft.

    Die Zahl der Obdachlosen und Menschen in extremer Armut nimmt jedoch alarmierend zu. Vor Ort beobachten wir in der Region Île-de-France sehr besorgniserregende Auswirkungen der Vorbereitungen für die Spiele: Zwangsräumungen von Menschen in informellen und prekären Wohnverhältnissen sowie die Entfernung von Obdachlosen oder Menschen, die aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden sollen.

    Zahlreiche Veröffentlichungen belegen, dass frühere Ausgaben der Spiele erhebliche soziale Verwerfungen in den Gastgeberstädten zur Folge hatten. Um das Versprechen eines positiven sozialen Erbes einzulösen, muss Paris 2024 anders sein! […]«

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  • Sigrun Franzen / Rainer Schmitz (Spiegel): Berliner Olympia-Debatte. Warum Berlin auf die Spiele verzichten sollte (2015)

    Soll sich die deutsche Hauptstadt für die Olympischen Sommerspiele 2024 beziehungsweise 2028 bewerben? Hier erklären zwei Mitglieder des Berliner NOlympia-Bündnisses, warum sie dagegen sind.
    27.02.2015, 13.21 Uhr
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  • Pressemitteilung: LSB-»Volksinitiative« ist ein Plebiszit ›von oben‹. Echte Bürgerbefragung geht anders

    Der Landessportbund Berlin (LSB) hat am 2. Juli 2025 seine Volksinitiative zur Austragung Olympischer Spiele (OS) in Berlin gestartet. Damit sich das Berliner Abgeordnetenhaus (AGH) mit dem Anliegen befasst, müssen innerhalb von sechs Monaten mindestens 20.000 wahlberechtigte Berliner*innen ab 16 Jahren den Aufruf unterstützen. Ziel der Initiative ist es, einen Beschluss des AGH für eine Bewerbung für OS zu erreichen.

    Dazu das Bündnis NOlympia Berlin:

    Die vom Landessportbund gestartete Volksinitiative ist nichts weiter als eine Demokratiesimulation. Dem LSB geht es als Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nicht um echte Mitbestimmung, sondern vor allem darum, dem Senat Rückendeckung zu verschaffen und eine Bewerbung politisch abzusichern.

    Echte Beteiligung der BerlinerInnen setzt Diskussion voraus. Sie erfordert die Offenlegung aller Pläne und eine seriöse Folgenabschätzung. Eine echte Beteiligung der Bevölkerung würde auch Alternativentscheidungen zulassen. Eine Bewerbung wie die zu Olympischen Spielen, die sich über einen Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren erstreckt, braucht die Unterstützung einer großen Mehrheit der Bevölkerung. Eine Volksinitiative reicht nicht. Wenn sich Berlin bewirbt, muss, so wie es auch der DOSB fordert, eine echte Bürgerbefragung stattfinden.

    Dass eine Olympiabewerbung, wie behauptet wird, den Schul- und Breitensport fördert, ist ein oft wiederholtes Märchen. Das zeigen auch die Spiele in London 2012, wo das Versprechen, die Nation insgesamt fitter zu machen, krachend gescheitert ist. Wir sind überzeugt: Es wird kein einziges Schwimmbad, keine neue Schulsportanlage für die Berliner Bevölkerung entstehen. Neubauten stünden ohnehin im eklatanten Widerspruch zu allen Einsparungsmaßnahmen, die in der Stadt gegenwärtig in allen gesellschaftlichen Bereichen vorgenommen werden.

    Ökonom Oliver Holtemöller warnt: Berlin würde wirtschaftlich unter Olympia leiden

    Berlin hat bereits jetzt über 67 Mrd. EU Schulden. Die Finanzierung der Spiele mit ungeklärten Beteiligungen durch das privatwirtschaftlich agierende IOC, durch unbekannte private Investoren und durch die Bundesregierung würde den Schuldenberg massiv erhöhen und unsere Stadt tiefer in die Abhängigkeit von Banken treiben. Die Konzentration auf die Olympischen Spiele zöge unweigerlich Benachteiligungen in allen anderen Bereichen nach sich, so in der Bildung, in der Kultur, im Sozialen, in der Verkehrsinfrastruktur. Die soziale Schieflage in der Stadt würde weiter verstärkt. Es darf Berlin nicht so gehen wie beispielsweise Rio de Janeiro nach den Spielen 2016: »An Olympia ist die Stadt […] zerbrochen. Sie hat für eine knapp dreiwöchige Party ihre letzten Finanzreserven zusammengekratzt. Das Geld fehlt jetzt in den Schulen, den Unis, in den Krankenhäusern und der Rentenkasse und vor allem bei der öffentlichen Sicherheit.« (SZ, 13.7.2018)

    • Olympische Spiele lösen in Berlin kein einziges Problem!
    • Im Gegenteil: Olympische Spiele schaffen neue Probleme!

    Ein NEIN zu Olympischen Spielen ist ein JA zu Berlin!

  • Thomas Kroh (RBB): Draufgehalten. Olympia-Bewerbung: Ein Spiel, das Berlin nicht gewinnen kann

    In Berlin wird wieder einmal um Olympische Spiele gestritten. Die Befürworter klatschen Beifall, die Gegner schlagen die Hände über den Köpfen zusammen. So auch Thomas Kroh.
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  • NOlympia Berlin Ankündigung

    Das Bündnis NOlympia Berlin hat angekündigt, ein Volksbegehren gegen die Austragung der Olympischen Spiele in Berlin zu starten. Hintergrund ist die geplante Bewerbung Berlins gemeinsam mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Das Bündnis kritisiert unter anderem die hohen Kosten, die soziale Ungerechtigkeit und die ökologischen Auswirkungen einer solchen Großveranstaltung. Unterstützt wird NOlympia Berlin von verschiedenen Organisationen, darunter Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE, Grüne Jugend, Jusos, NABU, NaturFreunde Berlin und Berliner Wassertisch.

    Mehr Informationen finden Sie in der Pressemitteilung der NaturFreunde Berlin: https://www.naturfreunde-berlin.de/nolympia-berlin-buendnis-kuendigt-volksbegehren-gegen-austragung-olympischen-spiele-berlin

     

  • Kommentar: Stimmungsmache für Olympia im Tagesspiegel. Olympiablindheit in Zeiten des Mangels

    Anke Myrrhe entwirft in ihrem Kommentar vom 25. Juli 2025 ein glitzerndes Bild von Olympia in Berlin: ein Sportfest, das angeblich allen guttut. Doch ihr Plädoyer verkennt grundlegende Realitäten, die gerade den Berliner Breitensport und die sozialen Grundlagen der Sportförderung betreffen.

    Die Autorin feiert die Fantasie, mit der sich Berlin „Olympia-Meilen“ und „unvergessliche Bilder“ schaffen könnte – und übergeht dabei, dass die sportliche Infrastruktur dieser Stadt seit Jahren verfällt. In zahllosen Stadtteilen bröckeln Turnhallen, Schwimmbäder sind marode oder geschlossen, und bereits heute fehlt das Geld für die Sanierung dringend benötigter Anlagen. Der vom Landessportbund selbst bezifferte Sanierungsstau in Höhe von 411 Millionen Euro ist kein ideologisches Argument der Grünen, sondern ein Ausdruck jahrelanger Austeritätspolitik, die öffentlichen Raum und soziale Infrastruktur systematisch unterfinanziert hat.

    Gleichzeitig fehlt es nicht nur an funktionierenden Orten, sondern auch an Menschen, die dort arbeiten: Trainer*innen, Übungsleiter*innen, Sozialarbeiter*innen in Sportkontexten – sie alle kämpfen mit prekären Beschäftigungsverhältnissen. Viele sind als Honorarkräfte tätig, oft ohne soziale Absicherung, mit zu geringen Stundenkontingenten und kaum Aufstiegschancen. Diese Personen sollen laut Myrrhe von Olympia „mitgerissen“ werden. Doch wie, wenn ihnen bereits heute die Zeit und Mittel fehlen, um das existierende Vereinsleben aufrechtzuerhalten?

    Gerade Kinder und Jugendliche profitieren von kontinuierlicher, pädagogisch fundierter Betreuung – nicht von einem Strohfeuer medialer Großereignisse. Dass kurzfristige Mitgliederanstiege in Frankreich nach Olympia ein nachhaltiges Engagement bedeuten, ist keineswegs belegt. Ohne stabile Strukturen, ausreichende Finanzierung und Personal werden solche Effekte verpuffen. Olympia wäre hier vor allem eins: ein gigantisches Schaufensterprojekt, das Geld bindet, das an anderer Stelle viel dringender gebraucht wird.

    Besonders problematisch ist der antidemokratische Unterton des Kommentars. Die Forderung, das Volk nicht zu befragen, klingt nicht nur elitär, sie ist auch ein gefährlicher Rückschritt in einer Stadt, die bereits mehrfach deutlich gemacht hat, dass sie kein Olympia will. Statt mit „weniger schlechter Laune“ braucht es mehr Bürgerbeteiligung, mehr demokratische Debatte und ein klares Bekenntnis zu einem sozial gerechten, solidarisch finanzierten Sport für alle – nicht für ein paar VIPs auf der Olympia-Meile.

    Olympia als Lösung zu präsentieren, während die Fundamente des Sportsystems – Personal, Räume, Ausstattung – fehlen, ist zynisch. Es verschiebt den Fokus von den Alltagsproblemen der Sportförderung auf spektakuläre Visionen, die in der Realität kaum einen nachhaltigen Effekt haben werden. Wer tatsächlich will, dass Berlin eine Sportstadt für alle ist, muss nicht Millionen in Bewerbungspapiere und Marketing investieren, sondern in Turnhallen, Löhne und langfristige Förderung.