Olympische Sommerspiele

  • Bund der Steuerzahler Berlin: Berlins Olympia-Bewerbung für die Sommerspiele 2024 oder 2028. »Es wird auch Milliarden kosten, auch das ist klar!« (2014)

    »Im rbb-Sommerinterview räumte der Regierende Bürgermeister mit Illusionen über die Kosten für eine Olympia-Austragung auf. ›Es wird auch Milliarden kosten, auch das ist klar!‹, sagte Klaus Wowereit. Vor 21 Jahren war die Hauptstadt schon einmal mit einer Bewerbung als Austragungsort für die Sommerspiele 2000 gescheitert. Allein die Bewerbung hatte Millionen gekostet. Ein Untersuchungsausschuss befasste sich noch Jahre später mit der Aufarbeitung von Misswirtschaft, Bestechung und Korruption. Viele Beweise hatte der Reißwolf der ›Olympia Berlin 2000 GmbH‹ damals allerdings nicht übrig gelassen. Eine derartige Plünderung von Steuergeldern darf sich keinesfalls wiederholen. […]«

    »Forderungen des Bundes der Steuerzahler:
    Sollte es zu einer Bewerbung Berlins um die Olympischen Spiele kommen, darf es der Regierung nicht wieder so leicht gemacht werden, zusammen mit den beteiligten Wirtschaftsunternehmen die Staatskasse zu plündern. Auch privatrechtliche Bewerbungsgesellschaften müssen ebenso wie deren Tochtergesellschaften dem Prüfungsrecht des Rechnungshofes unterliegen. Die Geschäftsführer müssen vertraglich bei voller Regresspflicht auf die Einhaltung der haushalts- und handelsrechtlicher Vorschriften verpflichtet werden. Es muss sichergestellt werden, dass sich kein Verantwortlicher durch das Schreddern von Akten und Belegen aus der Verantwortung stehlen kann.«

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  • ORF: Brisbane baut für Spiele 2032 doch neues Stadion (25. März 2025)

    »Im australischen Brisbane wird für die Olympischen Spiele 2032 entgegen früherer Pläne nun doch ein neues Stadion mit 63.000 Sitzplätzen gebaut. Der Neubau werde im für seine Grünflächen und Freizeiteinrichtungen bekannten Victoria Park entstehen, teilte der Premierminister des Bundesstaates Queensland, David Crisafulli, mit.

    Wütende Bürger protestierten gegen die Ankündigung. Im vergangenen Jahr hatte die Regionalregierung einen Stadionneubau noch ausgeschlossen.

    Die Entscheidung sei nach Abschluss einer 100-tägigen unabhängigen Prüfung der Austragungsorte und der Infrastruktur getroffen worden, sagte Crisafulli. Frühere Pläne, zwei bereits bestehende Stadien zu sanieren, wurden verworfen. Das legendäre Kricketstadion ›The Gabba‹, das ursprünglich Herzstück von Olympia 2032 werden sollte, werde nach den Spielen abgerissen, betonte der Politiker. Schätzungen zufolge soll das Stadion im Victoria Park rund 3,7 Milliarden Australische Dollar (rund 2,1 Milliarden Euro) kosten.«
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  • Oliver Ohmann (BZ): Kiez-Tour gestartet. Berlin-Olympia: Auf die Plätze, fertig, aber leider nix los

    »Ende der Woche eine Mitteilung des Senats: ›Berlin treibt seine Olympiabewerbung weiter voran!‹ Dazu wurde eine Aktion gestartet: 12-tägige Kieztour durch alle 12 Bezirke. B.Z. schaute sich die ersten beiden Stationen an – leider hatten nur wenige Berliner dieselbe Idee
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  • Martin Einsiedler (Tagesspiegel): Politischer Protest im Sport: Olympia ist ein großer Schwindel [€]

    »Mit dem Abstand von rund zehn Jahren betrachtet war Christoph Harting vielleicht doch der lässigste Athlet, der je auf einem olympischen Podest stand. Während die schwarz-rot-goldene Flagge gehisst wurde und die Nationalhymne erklang, alberte der Diskus-Goldmedaillensieger herum, stillstehen wollte er nicht. Die Botschaft, die man herauslesen konnte, wenn man wollte: Lasst mich mit diesem Zeremoniell und eurem Nationalgedöns in Ruhe. Ich will einfach nur feiern!«
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  • Christoph Becker (FAZ): Der DOSB wählt den Gleichschritt [€]

    »[…] Allerdings sollten Weikert und Co. darauf achten, mit welchem Weltbild Frau Coventry Olympische Spiele aufzieht. Dass das IOC und die Olympischen Spiele von 1936 keinen Beitrag zur Propaganda der Nationalsozialisten geleistet haben, sie ebenso wenig Wladimir Putin 2014 beim Winterfestival an seiner Sommerresidenz in Sotschi in die Karten spielten, ist eine Sicht, die in ihrer Geschichtsvergessenheit und Verantwortungslosigkeit nicht satisfaktionsfähig ist.«

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  • Berliner Morgenpost: Inzwischen ausverkauft. Fragwürdiges Geschäft: IOC verkauft Shirt zu Olympischen Spielen 1936 in Berlin

    »Im offiziellen Shop der Olympischen Spiele wird ein T-Shirt mit dem Motiv der Nazi-Spiele 1936 in Berlin angeboten. Binnen kurzer Zeit war es ausverkauft.[…] Dass das IOC mit einem solchen T-Shirt Geld macht, kann man durchaus als skandalös bezeichnen. […]«
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  • Katja Weber (RBB): Die Weber: OHlympia oder NOlympia – in welchem Team sind Sie?

    »[…] Gegner der Spiele, wie das Bündnis NOlympia Berlin, fordern: Statt prestigeträchtige Sportstätten zu bauen, solle lieber im großen Stil in die Sanierung von Schulsporthallen investiert werden. Frei nach dem Motto: Breitensport statt Spitzensport. Auch bezweifeln die Gegner der Olympiabewerbung, dass etwa der öffentliche Nahverkehr Olympia gewachsen wäre. Nicht zuletzt verweisen sie auf unklare Kostenrisiken für den ohnehin klammen Berliner Haushalt und die Gefahr, dass Olympia die Verdrängung auf dem Berliner Wohnungsmarkt weiter verschärft.[…]«
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    Zum Podcast (Beitrag von NOlympia-Sprecher Uwe Hiksch ab Minute 22:30)

  • NDR: »NOlympia«-Sprecher: Kosten für Spiele in Hamburg unkalkulierbar

    Aus der Vergangenheit wisse man, dass Olympische Spiele immer doppelt so teuer geworden seien, wie projektiert, sagte Eckart Maudrich, Sprecher der Hamburger Bürgerinitiative.
    Zum Podcast (6 Min | Verfügbar bis 06.02.2027)

  • SAJE (Strategic Actions for a Just Economy): Verdammt, wenn man es tut, verdammt, wenn man es nicht tut: Die Risiken für Los Angeles bei der Ausrichtung oder dem Rückzug aus den Olympischen Spielen 2028

    »L.A. steht in beiden Fällen vor einer potenziellen finanziellen Katastrophe, und die Entscheidung, ob man versucht, die Olympischen Spiele abzusagen
    oder die Bedingungen für die Ausrichtung neu zu verhandeln, hängt davon ab, welches Risiko man lieber eingehen möchte: Verluste in Milliardenhöhe durch die Ausrichtung der Spiele oder Strafen in Milliardenhöhe für die Nicht-Ausrichtung.

    […] Die Olympischen Spiele werden nicht nur zu einer erheblichen Erhöhung der Zahl der Bundespolizisten, einschließlich ICE-Beamten, auf unseren Straßen führen, sondern auch die vom DHS geplanten und durchgesetzten Sicherheitszonen werden das tägliche Leben der Einwohner von Los Angeles im Jahr 2028 zunehmend beeinträchtigen. Die Sicherheitszonen erstrecken sich bis in die Nachbarschaften, die an die ausgewiesenen olympischen Veranstaltungsorte grenzen, und werden für die dort lebenden und arbeitenden Menschen eine verstärkte Überwachung, Massenrazzien gegen Obdachlose, regelmäßige Straßensperrungen, invasive Fahrzeugdurchsuchungen und sogar Körperkontrollen wie am Flughafen mit sich bringen.

    Allein aus diesen Gründen befürwortet SAJE weiterhin eine Absage. Wir verstehen auch, dass Menschen ernsthafte Bedenken hinsichtlich der damit verbundenen Kosten haben.

    Dieser Bericht ist daher ein Versuch, die sehr realen finanziellen Risiken zu quantifizieren, die die Olympischen Sommerspiele 2028 auch für die Einwohner von Los Angeles mit sich bringen. Und da es bis zum Beginn der Spiele weniger als 900 Tage sind, sollten wir uns alle Sorgen machen: Mehr denn je drohen die Spiele unserem Stadtbudget sowie den Menschen, die hier leben, irreparablen Schaden zuzufügen. Wenn die Spiele 2028 mit den gleichen Kostenüberschreitungen wie andere
    Olympische Spiele der letzten Zeit enden, könnten die Steuerzahler in L.A. am Ende 6,6 Milliarden Dollar oder mehr an Kosten tragen müssen.

    […]
    Und obwohl das Olympische Komitee von Los Angeles (LA28) den Verantwortlichen in L.A. versprochen hatte, dass sich die Spiele 2028 wie schon 1984 selbst finanzieren würden, sieht die Lage diesmal ganz anders aus: Die Sicherheitskosten sind auf Milliarden Dollar angestiegen, während der Vertrag der Stadt mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ihr nicht mehr die Kontrolle über die Sponsoring-Einnahmen garantiert – und vor allem L.A. dazu zwingt, Kostenüberschreitungen zu decken. […]

    Die Finanzen der Spiele 2028 sind weitgehend eine Black Box: Wie viel die Olympischen Spiele letztendlich kosten und wie viel sie einbringen werden, ist noch unbekannt. Das Budget für die Ausgaben des L.A. Olympic Komitee ist seit 2017 von 5,3 Milliarden Dollar auf 7,149 Milliarden Dollar gestiegen, aber niemand weiß, wie genau diese Prognosen sind.«

    « (Übersetzung mit deepl.com, kostenlose Version)

    Zum Bericht (englisch): Damned if You Do, Damned if You Don’t: The Risks to L.A. of Hosting or Withdrawing from the 2028 Olympics
    pdf

  • NOlympia Hamburg: ST. PAULI sagt NEIN zu Olympia!

    »Zahlreiche Fanclubs des FC Sankt Pauli positionieren sich in einem gemeinsamen Statement zu der Olympia-Bewerbung Hamburgs
    […]
    ›Wir Fanclubs des FC St. Pauli wollen unsere Freiräume erhalten, unsere Läden sollen noch lange bestehen bleiben. Wir wollen uns weiterhin im und rund ums Stadion ausleben, durchdrehen und unser Team anfeuern können. Bezahlbare Wohnungen und der Erhalt von sozialen Einrichtungen im Viertel wie in der gesamten Stadt sind uns wichtig. Keinen Fußbreit dem korrupten und rein profitgierigen IOC! Und wir lassen uns nicht blenden: Für die zahlreiche Versprechungen der Politiker*innen darüber hinaus braucht es keine Olympischen Spiele! Wir haben keinen Bock auf die katastrophalen Auswirkungen im Viertel und in der gesamten Stadt und sagen: NEIN zu Olympia!‹«
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  • NOlympia Hamburg: Teure Tickets: Die »Ich muss leider draußen bleiben« Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2026

    »Am 6. Februar, von 20:00-23:00 werden die Olympischen Winterspiele 2026 im Giuseppe-Meazza-Stadion in Mailand eröffnet. Das Stadion verfügt über 75.725 Zuschauerplätze. Für die Eröffnungsfeier stehen reguläre Tickets für 260 Euro, 700 Euro, 1.400 Euro und 2026 Euro zum Verkauf. Unter 26-jährige können für den Preis eines 260 Euro-Tickets zwei Karten erhalten.

    Die Firma On Location verkauft exklusiv für die Spiele sogenannte ›Hospitality Packages‹. Die Premium-Variante für 8.950 Euro pro Kopf inkludiert ein Stadionticket der teuersten Kategorie, ein italienisch inspiriertes drei-Gänge Menü sowie Buffet mit Wein, Bier und Softdrinks in einer vom Sportthema geleiteten Atmosphäre, die kuratierte Kunst, authentische Memorabilia enthalten und Live ›Coverage‹ ermöglichen soll.

    On Location ist der ›Premium Experiential Hospitality‹ Ableger des an der New Yorker Börse notierten Premium Sport- und Unterhaltungskonzerns TKO, zu deren größten Anteilseignern der ehemalige Arbeitgeber des Bundeskanzlers und weltweit größte Vermögensverwalter Blackrock sowie Vanguard und die US amerikanische Investmentbank Morgan Stanley gehören. Bislang gingen die 2.8 Milliarden US-Doller Umsätze von TKO primär auf Ultimate Fighting Championship, World Wrestling Entertainment und Professional Bull Riders zurück. Das ändert sich nun. On Location und das IOC haben einen Vierjahresvertrag von 2025 bis 2028 geschlossen, der die Spiele von Mailand 2026 und LA 2028 enthält. Für diesen Zeitraum erwartet TKO 2 Milliarden US-Dollar IOC-Umsätze bzw. jährlich 490 Millionen US-Dollar.

    In Abhängigkeit von der In-/Exklusion der Hospitality Pakete, des Caterings, des Sekundärmarkets und von Promorabatten variieren die Umsatzschätzungen für die Eröffnungszeremonie zwischen 66 Millionen und 90 Millionen Euro, was einem Durchschnittspreis von ca. 870 Euro oder 1200 Euro pro Zuschauer entspricht. Das ist das 20 bis 27-fache eines durchschnittlichen HSV Heimspielpreises von ca. 42 Euro. Oder: alle 17 Heimspiele einer Saison und mehr als die Hälfte der nächsten Saison zusammen.

    Die Kosten für die olympischen Übertragungsrechte von ARD und ZDF im Zeitraum von 2018 bis 2024 betrugen 221.5 Millionen Euro + MwSt. Die Kosten für die Übertragung von Mailand 2026 bis Brisbane 2032 sind bislang noch nicht veröffentlicht. Die Übertragungsrechte sind der größte Einnahmeposten des IOCs.

    Dazu Eckart Maudrich, Pressesprecher von NOlympia: ›Seit die Olympic Charter 1991 den Gestaltsprung der Olympischen Spiele von einem Amateur- zu einem reinen Profisportevent besiegelt hat, hat der findige Schweizer Privatverein IOC seine Marke zu einer Eventplattform ausgebaut, zu dessen Ökosystem in 2026 nun auch Investmentbanker und Vermögensverwalter gehören, deren Firmenbeteiligungen lukrative Umsätze und Profite wittern. Mit Durchschnittspreisen von rund 900 bis 1200 Euro pro Zuschauer setzt die Eröffnungszeremonie der Winterspiele ein klares Zeichen dafür, wer zur Olympischen Familie dazu gehört – und wer nicht. Auch zukünftige Eisprinzessinnen und -prinzen werden das 280 Euro Einsteigerticket für ein Vororterlebnis der billigsten Eiskunstlaufwettbewerbe mit ihren Familien sowie viele andere Wettbewerbe wohl kaum lösen können. Es bleibt die Mattscheibe zu Hause für die die GEZ-Zahler via ARD und ZDF ja auch zahlen. Die Hamburger sollten diese Realität der Einlösung der Teilhabeversprechen beim Bürgerschaftsreferendum am 31.05. im Kopf behalten.‹«

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  • Nicolas Basse (FAZ): Trebisonda Valla: Eine Pionierin, die dem Faschismus dient

    »[…] In der Sportlerin [Trebisonda Valla] fand Mussolini nun eine unvermutete Heldin für seine Propaganda. […] Sie mehrte durch Staatsakte, Fotoshootings und Interviews zugleich den Glanz des Faschismus […]. Sie wurde als Vorbild für die Jugend dargestellt, sogar Filmrollen wurden ihr angeboten. […]«
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  • Christoph Becker (FAZ): Olympia-Cheforganisator von Los Angeles 2028 Casey Wasserman unter Druck

    Der Olympia-Cheforganisator von Los Angeles 2028 ist durch die Veröffentlichung weiterer »Epstein-Akten« kompromittiert. Die E-Mails deuten auf intimen Verkehr zwischen ihm und Ghislaine Maxwell hin.
    Zum Artikel [€]

  • Vertreibung: Los Angeles erwägt, vor den Olympischen Spielen 2028 möglicherweise Tausende von Obdachlosen aus den Gebieten rund um Sportstätten zu entfernen

    LAist: LA County considers plans to remove unhoused people and clear encampments around Olympic venues
    Libby Rainey has been tracking how L.A. is prepping for the 2028 Olympic Games.
    Published Jan 29, 2026 12:55 PM
    Updated Jan 30, 2026 9:57 AM
    L.A. County is considering plans to remove potentially thousands of unhoused people from areas around sports venues ahead of the Olympic Games in 2028.
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    Weitere Artikel zu Vertreibung durch Olympische Spiele, Jules Boykoff spricht von »THE OLYMPICS DISPLACEMENT MACHINE«

    These Women Have Lost Their Homes to the Olympics in Tokyo—Twice
    Dave Zirin and Jules Boykoff
    They were displaced from their homes 55 years ago to make way for the 1964 Tokyo Olympics and now, more than five decades later, they have been displaced again. [€]
    July 23, 2019
    https://www.thenation.com/article/archive/tokyo-olympics-displacement/

    The Paris Olympics Has Launched a War on the Poor
    Paris will almost certainly be remembered as a successful Olympic site. Such recollections, however, will leave out those who suffered under its weight. [€]
    August 9, 2024
    Jules Boykoff and Dave Zirin
    https://www.thenation.com/article/world/paris-olympics-homeless-displacement/

  • NOlympia Colonia: Es bröckelt bei der Olympia-Bewerbung in NRW: Zwei Städte [hoffentlich] raus aus der Bewerbung

    »Eine der 16 beteiligten NRW-Städte bei der Olympia-Bewerbung Köln-Rhein-Ruhr schert aus. Im Rat der Stadt Herten kam am Mittwochabend nicht die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit für den Bürgerentscheid zustande, der wiederum Voraussetzung für die Teilnahme an der Bewerbung ist….« zitiert NOlympia Colonia in einem Beitrag die Kölnische Rundschau vom 30. Januar 2026. Fairspielen schreibt dazu: »Olympia Köln-Rhein-Ruhr@NRW – SPD Herten steigt aus« und verlinkt auf die lesenswerte Begründung (pdf) der SPD-Fraktion Herten. »Die Folge: Auch Recklinghausen ist damit raus aus dem Bewerbungskonzept, weil beide Städte irgendwie verbunden im Konzept beteiligt waren.«

    Ein Auszug aus der Presseerklärung: »Olympia. Licht und Schatten« der SPD-Fraktion Herten vom 28. Januar 2026 (pdf):

    »Wie kann es sein, dass landesweit im sozialen Bereich, in der Bildung und bei kommunalen Leistungen gespart wird, gleichzeitig aber mehrere Millionen Euro für die Durchführung von Bürgerentscheiden bereitgestellt werden?…. Mit Blick auf Herten hat der Kämmerer gerade eine Teilhaushaltssperre verhängt und diesbezüglich wird der Rat im März über einen Nachtragshaushalt zu entscheiden haben. Darüber hinaus hat die Politik in der letzten Ratssitzung unter großen Bauchschmerzen mit Mehrheit weitere Gebührenerhöhungen beschlossen. In dieser Situation den Bürgerinnen und Bürgern zu sagen, es gehe ›ja nur um den eigenen 15-prozentigen Anteil beim Ratsbürgerentscheid (Anteilshöhe abhängig von Beteiligung), damit wir uns vielleicht bewerben können‹, halten wir für nicht vertretbar. Nicht berücksichtigt bei der Kostenübersicht ist hierbei der erhöhte personelle Verwaltungsaufwand, der einhergeht mit Leistungskürzungen bzw. Einschränkungen für Hertener Bürgerinnen und Bürger.« 👍

  • DIE PARTEI Essen: NEIN zu Olympia – JA zu Essen

    Die PARTEI Essen spricht sich gegen eine Beteiligung der Stadt Essen an einer Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele aus.- NOlympia für die Stadt Essen!

    »Nachdem man aus dem STEAG Abenteuer mit 2 blauen Augen davongekommen ist, verfällt Essens Politik erneut in Großmannssucht! Nicht weniger als die Olympischen Spiele möchte man auch nach Essen holen -2036, 2040 oder 2044, egal…
    […] Das Geld, was für eine Olympia Bewerbung rausgepulvert wird, könnte stattdessen besser für eine nachhaltige Förderung des Breiten- und Schulsports in unserer Stadt verwendet werden.

    Deshalb beim BÜRGERENTSCHEID am 19.04.2026 konsequent mit NEIN stimmen […]«
    [Zum Artikel]

  • NOlympia Colonia: Protest gegen teure Spiele und falsche Prioritäten

    »Mit einer Protestaktion vor der Lanxess Arena hat die Initiative NOlympia Colonia gestern ein deutliches Zeichen gegen die geplante Olympia-Bewerbung der Region Rhein-Ruhr gesetzt. Anlass war der offizielle Auftakt der Olympia-Kampagne, bei dem politische Spitzenvertreter das Projekt öffentlich bewarben. Die Initiative nutzte diesen Moment bewusst, um ihre Kritik dort sichtbar zu machen, wo die Spiele symbolisch inszeniert werden….«

    Hier zum ganzen Blogbeitrag von NOlympia-Colonia

  • Abgeordnetenhaus von Berlin. Antrag Grüne Fraktion Berlin: Transparenz im Bewerbungsverfahren zu Olympischen und Paralympischen Spielen sicherstellen

    Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

    Die Bewerbung für und die Ausrichtung von Olympischen und Paralympischen Spielen in Berlin ist mit erheblichen Kosten und finanziellen Risiken verbunden. Umso wichtiger sind Transparenz und eine Beteiligung der hiesigen Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund sind folgende Punkte umzusetzen:

    1. Der Senat schafft Transparenz hinsichtlich des Bewerbungsverfahrens für Olympische und Paralympische Spiele. Sämtliche vorhandenen Unterlagen zu Kosten, Konzepten, Risiken, Sportstätten und Verkehr werden dem Abgeordnetenhaus unverzüglich zur Verfügung gestellt.
    2. Der Senat legt dem Abgeordnetenhaus ab sofort quartalsweise und unaufgefordert schriftliche Berichte zu allen relevanten Aspekten der Bewerbung vor, einschließlich Kostenentwicklung, Zeitplan, Abstimmungen mit DOSB/IOC sowie Fortschritten und Defiziten bei Sportstätten. Im Bericht wird auch der aktuelle Zustand, der notwendige Sanierungsbedarf sowie die geplante Neubauten der Sportstätten übersichtlich dargestellt.
    3. Der Senat wird aufgefordert, eine verbindliche, frühzeitige und niedrigschwellige Bürgerbeteiligung für die Berliner Bevölkerung zu entwickeln, die über reine Informationsangebote hinausgeht und echte Mitbestimmung ermöglicht.
    4. Der Senat wird aufgefordert, vor weiteren finanziellen Verpflichtungen gegenüber DOSB oder IOC eine aktualisierte, öffentlich zugängliche Kosten-Nutzen-Analyse vorzulegen, die:
    a) den bestehenden Sanierungsstau im Berliner Sport realistisch berücksichtigt,
    b) Auswirkungen auf die Haushalts- und Finanzplanung des Landes darstellt,
    c) ökologische und soziale Risiken systematisch erfasst,
    d) die verkehrliche Machbarkeit prüfbar bewertet.
    5) Bis zur Vorlage dieser Informationen und regelmäßigen Updates soll der Senat keine weiteren finanziellen Mittel für das Bewerbungsverfahren bereitstellen oder vertragliche Bindungen eingehen.

    Dem Abgeordnetenhaus ist erstmals zum 31. März 2026 und danach regelmäßig alle zwei Monate zu berichten.

    Begründung
    Berlin steht vor finanziellen und infrastrukturellen Herausforderungen, die den Handlungsspielraum der Stadt erheblich einschränken. Während der Sanierungsstau im Bereich der Sportstätten rund eine Milliarde Euro umfasst und zahlreiche Hallen sowie Bäder geschlossen sind, plant der Senat, mindestens sechs Millionen Euro allein in die Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele zu investieren. Diese Mittel fehlen unmittelbar im Breitensport, der zentrale soziale, gesundheitliche und integrative Funktionen erfüllt.

    Die Risiken einer Bewerbung sind erheblich: fehlende Finanzierungspläne, unklare Konzepte zur Sportstättennutzung, ein überlastetes Verkehrssystem und ein nicht realisierbarer Zeitplan für das geplante Olympische und Paralympische Dorf. Gleichzeitig legt die Wissenschaft nahe, dass Olympische und Paralympische Spiele keine langfristig positiven finanziellen Effekte für Austragungsorte haben. Im Gegenteil: Erfahrungen aus London, Rio de Janeiro oder Paris zeigen drastische Kostensteigerungen, enormen öffentlichen Finanzierungsbedarf und nur kurzfristige ökonomische Effekte.

    Von zentraler Bedeutung ist die mangelnde Transparenz des Verfahrens. Weder sind die Kriterien des DOSB klar nachvollziehbar, noch liegt ein fortlaufendes Monitoring der wesentlichen Voraussetzungen – insbesondere der Sportstätten – vor. Genau das ist jedoch nötig, um politische Entscheidungen verantwortungsvoll treffen zu können und um zu verhindern, dass Gelder aus dem regulären Sporthaushalt in ein Prestigeprojekt umgelenkt werden. Ein systematisches, regelmäßiges Sportstättenmonitoring schafft Klarheit darüber, welche Anlagen ertüchtigt werden müssen, welche realistisch verfügbar sind und welche zusätzlichen Kosten entstehen würden.

    Auch demokratisch betrachtet ist das Vorgehen des Senats problematisch: Während andere Städte ihre Bevölkerung aktiv einbeziehen, fehlt in Berlin jede Form der verbindlichen Beteiligung. Das ist umso kritischer, als die Unterstützung in der Berliner Bevölkerung gering ist und das IOC den Rückhalt der Austragungsorte ausdrücklich als Auswahlkriterium nennt.

    Vor diesem Hintergrund ist eine Olympia-Bewerbung aus sozialer, ökologischer und finanzieller Sicht nicht verantwortbar. Berlin braucht jetzt planbare Investitionen in eine funktionierende Sportinfrastruktur, in barrierefreie Angebote für alle und in eine nachhaltige Mobilität – nicht die Verlagerung knapper Ressourcen in ein hochriskantes Großprojekt. Die geforderte Transparenz und regelmäßige Berichtspflicht sind deshalb unverzichtbar, um Schaden vom Berliner Sport und Haushalt abzuwenden.

    Berlin, den 06. Januar 2026
    Jarasch Graf Schedlich

    Zum Dokument (pdf)

  • Berlin träumt von Olympia – Neukölln sperrt Turnhallen wegen etwas Schnee

    Schwarz-Rot verkennt mit Olympiabewerbung tatsächliche Bedarfe der Stadt.

    Von einer Schneekatastrophe ist Berlin mit aktuellen Schneehöhen zwischen sechs und zwölf Zentimetern weit entfernt, dennoch hat der Bezirk Neukölln neun Schulturnhallen „aufgrund der aktuellen Witterungsbedingungen und der dadurch entstandenen Schneelast“ für den Trainings- und Spielbetrieb gesperrt, bis der Schnee beräumt wurde. Das ist in der dem BUND Berlin vorliegenden E-Mail des Bezirks an die Nutzenden der Hallen zu lesen.

    Dazu erklärt Carmen Schultze, Vertrauensperson des geplanten Volksbegehrens »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung zu Olympischen Spielen in den Jahren 2036, 2040 und 2044«:

    „Der Berliner Senat will sich im Licht eines internationalen Sportevents sonnen, während gleichzeitig die Grundvoraussetzungen für den Schul- und Breitensport immer weiter vor sich hinbröckeln. Die im Haushalt 2026 reservierten sechs Millionen Euro für die Berliner Olympiabewerbung wären offensichtlich wesentlich besser in vordringlichen Instandsetzungsarbeiten der bestehenden Sportinfrastruktur aufgehoben.

    Olympische Spiele in Berlin wären weder finanziell noch ökologisch nachhaltig. Schon in der Anbahnungsphase fressen sie wertvolle Ressourcen. Diese braucht gerade Berlin dringend, um die Stadt zukunftsfest umzubauen. Wärmewende, Mobilitätswende, Klimaanpassung – die Liste der Aufgaben ist gewaltig und wird nicht oder kaum abgearbeitet. Da passt die Bewerbung für ein Mega-Event wie die Olympischen Spiele überhaupt nicht.“

    Am 15. Dezember 2025 haben die Vertrauenspersonen des geplanten Volksbegehrens »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung zu Olympischen Spielen in den Jahren 2036, 2040 und 2044« bei der Senatsinnenverwaltung den offiziellen Antrag auf eine amtliche Kostenschätzung eingereicht. Die Verwaltung unter der Leitung von Iris Spranger (SPD) hat nun zwei Monate Zeit, ihre Schätzung abzugeben. Frühestens Mitte Februar kann mit dem Sammeln von den 20.000 benötigten Unterschriften für den Antrag auf Einleitung des Volksbegehrens begonnen werden.

    Betroffen von der Sperrung in Neukölln sind laut vorliegender Mail die Turnhallen von Christoph-Ruden-Schule, Hermann-Boddin-Schule, Bruno-Taut-Schule, Elbe-Schule, Hans-Fallada-Schule, Karlsgarten-Schule, Thomas-Morus-Schule, Albert-Einstein-Schule und Theodor-Storm-Schule.

    Zur Pressemitteilung

  • Beschluss Landesdelegiertenkonferenz GEW Berlin: Ablehnung einer Bewerbung der Stadt Berlin für die Olympischen Spiele

    Die GEW Berlin spricht sich gegen eine Bewerbung der Stadt Berlin für die Austragung der Olympischen Spiele aus. Sie fordert den Berliner Senat auf, von einer Bewerbung abzusehen und stattdessen die öffentlichen Mittel für den Ausbau und die Sanierung von Bildungseinrichtungen, Sportstätten an Schulen, für sozialen Wohnungsbau sowie für Erhaltung und Ausbau der sozialen Infrastruktur zu verwenden.

    Begründung

    1. Finanzielle Risiken

    Olympische Spiele gehören weltweit zu den kostenintensivsten Großprojekten überhaupt. Laut der OxfordOlympics Study 2024 lagen die durchschnittlichen Kosten der Spiele seit 1960 bei über 12 Mrd. USD, mit einer durchschnittlichen Kostenüberschreitung von 172 %. (Flyvbjerg, Bent/ Budzier, Alexander, The Oxford Olympics Study 2024. Cost and Cost Overrun at the Games, Oxford 2024.) Für Paris 2024 werden die Gesamtausgaben auf einen Betrag von 8,7 bis 11 Mrd. Euro geschätzt – über 115 % mehr als ursprünglich veranschlagt. (Lutaud, Emmanuelle/Mouterde, Philippe, Les Jeux de Paris 2024 coûtent déjà 8,7 milliards d’euros; in: Le Monde, 6. Juli 2024.) Auch Berlin müsste nach internen Berechnungen der Senatsfinanzverwaltung mit bis zu 16 Mrd. Euro rechnen, ohne langfristige Gewinngarantien. (Hettfleisch, Anne, Olympia-PR in Berlin. Millionen für Stimmungsmache; in: Der Tagesspiegel, 18. März 2024.)

    2. Bildungs- und sportpolitische Argumente gegen Olympia

    Eine Olympia-Bewerbung gefährdet dringend benötigte Investitionen in Bildung. Schon heute besteht ein Sanierungsstau an Berliner Schulen von über 5 Mrd. Euro ( Rechnungshof Berlin (Hrsg.), Schulbau und Sanierungsstau; in: Jahresbericht 2024, Kap. III Nr. 3, Berlin 2024.). Eine Großveranstaltung dieser Dimension würde Haushaltsmittel binden, die für Schulbau, Kitas, Ganztagsangebote und den Breitensport fehlen. Sporthallen und Schwimmbäder müssten temporär für den Schulsport gesperrt werden – mit unmittelbaren Folgen für Unterricht und Vereine. Investitionen in Bildung und Sportstätten vor Ort wären nachhaltiger und kämen Schüler*innen und Beschäftigten direkt zugute. Auch ein positiver Impuls Olympischer Spiele für den Breitensport lässt sich nicht nachweisen: In einer Olympiastadt wird nach den Spielen nicht mehr Sport getrieben als zuvor.

    3. Sozialpolitische Belastungen
    Erfahrungen aus anderen Austragungsorten zeigen, dass Olympia soziale Ungleichheit verschärft. In London 2012 stiegen die Mieten im Umfeld der Wettkampfstätten um bis zu 400 % (Wainwright, Oliver, London Olympic legacy. House prices soar by 400 % around the Park; in: The Guardian, 5. August 2013.). Viele Anwohner*innen wurden verdrängt. Auch in Berlin ist der Wohnungsmarkt bereits angespannt – temporäre Profite für Immobilienkonzerne würden den Druck weiter erhöhen. Ausbau und Erhalt von sozialem Wohnungsbau und sozialer Infrastruktur bedarf keiner zusätzlichen Großveranstaltungen und nützt der gesamten Stadtgesellschaft direkt.

    4. Ökologische Belastungen

    Olympische Spiele verursachen erhebliche Umweltbelastungen. Trotz Nachhaltigkeitsversprechen führen Bau- und Infrastrukturmaßnahmen zu hohen CO2-Emissionen, Flächenversiegelung und Energieverbrauch. Der BUND Berlin warnt, dass eine Berliner Olympiabewerbung ein falsches Signal in Zeiten der Klimakrise wäre und den Fokus von dringend nötiger nachhaltiger Stadtentwicklung ablenke. (Fleckenstein, Hanno/Peter, Erik, Olympia- Pläne in Berlin. NOlympia gilt immer noch; in: taz , 4. Dezember 2024.) Bestehende Sportstätten und Grünflächen würden umgebaut oder übernutzt, während temporäre Bauten nach den Spielen oft leer stehen. Die Mittel sollten stattdessen in klimaneutrale Schulgebäude und öffentliche Sportstätten fließen.

    5. Fragwürdiges Vorgehen beim Volksentscheid

    Das Ergebnis des am 26. Oktober 2025 durchgeführten Referendums über eine Olympiabewerbung der Stadt München kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass dem Versand der Abstimmungsunterlagen ein Werbeprospekt für die Ausrichtung der Veranstaltung beilag, hingegen keinerlei kritische Informationen. Das dürfte einer differenzierten Meinungsbildung nicht geholfen haben (Effern, Heiner, Streit über Münchner Olympia- Votum. Kritiker drohen mit Klage; in: SZ , 22. September 2025.). Bisher hat auch der Berliner Senat alle Hinweise auf die finanziellen, ökologischen und sozialen Risiken solcher Großprojekte ignoriert. Stattdessen wurden bereits 6 Mio. Euro öffentlicher Mittel für PR- und Werbekampagnen eingeplant, um eine positive Grundstimmung zu erkaufen und die Bevölkerung von einer Bewerbung zu überzeugen, bevor eine Debatte überhaupt stattgefunden hat. (Thewalt, Anna, Bis zu sechs Millionen Euro. Berliner Senat will Olympia-Bewerbung mit zusätzlichem Geld und neuem Gremium Schwung verleihen; in: Der Tagesspiegel , 30. September 2025). Notwendig ist aber ein Volksentscheid auf breiter Informationsbasis, weil nur so ein transparentes Verfahren und demokratische Mitbestimmung über Milliardeninvestitionen möglich ist.

    6. Undemokratisches und intransparentes Vorgehen des IOC

    Das Internationale Olympische Komitee (IOC) agiert als privatwirtschaftlicher Akteur ohne demokratische Kontrolle. Das IOC zählt zu den intransparentesten globalen Organisationen. Kommunen haben bei der Vertragsgestaltung in der Vergangenheit kaum Einfluss, obwohl sie die Hauptkosten tragen. Im Falle eines Defizits müssen sie für die Kosten haften. Die Gewinne aber streichen in der Masse das IOC und privatwirtschaftliche Unternehmen ein. Ein solches Finanzmodell steht im Widerspruch zu demokratischer Selbstbestimmung und verantwortlicher Haushaltsführung. (Bendrich, Benjamin, Olympische Spiele in Hamburg? Link zum Artikel letzter Zugriff am 28.10.2025, 11:02 Uhr.)

    7. Mangelnde historische und politische Kontextualisierung

    Olympische Spiele gelten in der Öffentlichkeit oft als unpolitisches Sportereignis und werden mit Assoziationen von „olympischem Frieden“ oder „friedlicher Begegnung der Völker“ beworben. Doch dienen sie der politischen Repräsentation oft diktatorischer Staaten. Das IOC hat sich seiner Verantwortung für die Kooperation mit Diktatoren und Diktaturen weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart gestellt. Es folgte stets seinen materiellen Interessen. Nach den Spielen von 1936 unter den Bedingungen des NS- Regimes und des danach jahrzehntelang verfehlten Umgangs mit diesem Erbe bedürfen neuerliche Spiele besonderer Aufarbeitung und Kontextualisierung. Deutsche Sportverbände und Berliner Bewerber*innen versagten hier in der Vergangenheit schon wiederholt. Auch heute ist zu befürchten, dass die Spiele von 1936 nachträglich mit positiven Eindrücken überschrieben werden sollen. Von den Olympiawilligen wurde ein Konzept für den Umgang mit dem historischen Erbe nicht einmal andiskutiert. Das ist einer demokratischen Stadtgesellschaft unwürdig und nährt Zweifel am Horizont der Entscheider*innen.

    Zum Beschluss der Landesdelegiertenkonferenz GEW Berlin hier