• NOlympia Colonia: Es bröckelt bei der Olympia-Bewerbung in NRW: Zwei Städte [hoffentlich] raus aus der Bewerbung

    »Eine der 16 beteiligten NRW-Städte bei der Olympia-Bewerbung Köln-Rhein-Ruhr schert aus. Im Rat der Stadt Herten kam am Mittwochabend nicht die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit für den Bürgerentscheid zustande, der wiederum Voraussetzung für die Teilnahme an der Bewerbung ist….« zitiert NOlympia Colonia in einem Beitrag die Kölnische Rundschau vom 30. Januar 2026. Fairspielen schreibt dazu: »Olympia Köln-Rhein-Ruhr@NRW – SPD Herten steigt aus« und verlinkt auf die lesenswerte Begründung (pdf) der SPD-Fraktion Herten. »Die Folge: Auch Recklinghausen ist damit raus aus dem Bewerbungskonzept, weil beide Städte irgendwie verbunden im Konzept beteiligt waren.«

    Ein Auszug aus der Presseerklärung: »Olympia. Licht und Schatten« der SPD-Fraktion Herten vom 28. Januar 2026 (pdf):

    »Wie kann es sein, dass landesweit im sozialen Bereich, in der Bildung und bei kommunalen Leistungen gespart wird, gleichzeitig aber mehrere Millionen Euro für die Durchführung von Bürgerentscheiden bereitgestellt werden?…. Mit Blick auf Herten hat der Kämmerer gerade eine Teilhaushaltssperre verhängt und diesbezüglich wird der Rat im März über einen Nachtragshaushalt zu entscheiden haben. Darüber hinaus hat die Politik in der letzten Ratssitzung unter großen Bauchschmerzen mit Mehrheit weitere Gebührenerhöhungen beschlossen. In dieser Situation den Bürgerinnen und Bürgern zu sagen, es gehe ›ja nur um den eigenen 15-prozentigen Anteil beim Ratsbürgerentscheid (Anteilshöhe abhängig von Beteiligung), damit wir uns vielleicht bewerben können‹, halten wir für nicht vertretbar. Nicht berücksichtigt bei der Kostenübersicht ist hierbei der erhöhte personelle Verwaltungsaufwand, der einhergeht mit Leistungskürzungen bzw. Einschränkungen für Hertener Bürgerinnen und Bürger.« 👍

  • BYTESDE: Wie das Internationale Olympische Komitee Milliarden verdient und umverteilt

    „Ich habe dieses interaktive Dashboard erstellt, das das Finanzierungsmodell des IOC visualisiert und zeigt, woher das Geld kommt und wie es während der Olympischen Spiele umverteilt wird. Was wird angezeigt: Einnahmequellen (ungefähre Anteile)……
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  • Frederic Valin (taz): Das IOC und Trump. Vor dem Despoten in den Goldstaub schmeißen

    Nicht nur die Fifa, auch Kirsty Coventry und ihr IOC geben sich demütig gegenüber Donald Trump. In politische Dinge könne man sich nicht einmischen.

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  • NOlympia Colonia: Protest gegen teure Spiele und falsche Prioritäten

    »Mit einer Protestaktion vor der Lanxess Arena hat die Initiative NOlympia Colonia gestern ein deutliches Zeichen gegen die geplante Olympia-Bewerbung der Region Rhein-Ruhr gesetzt. Anlass war der offizielle Auftakt der Olympia-Kampagne, bei dem politische Spitzenvertreter das Projekt öffentlich bewarben. Die Initiative nutzte diesen Moment bewusst, um ihre Kritik dort sichtbar zu machen, wo die Spiele symbolisch inszeniert werden….«

    Hier zum ganzen Blogbeitrag von NOlympia-Colonia

  • Zentrale Fragen zur geplanten Olympiabewerbung Leipzigs für 2036 bleiben unbeantwortet, kritisiert der BUND Leipzig

    Trotz wiederholter Nachfragen bleiben zentrale Fragen zur geplanten Olympiabewerbung Leipzigs für 2036 unbeantwortet. Das kritisieren die Initiator:innen der Einwohnerfrage „Wirklich Gold für Leipzig?“, die im November 2025 in der Ratsversammlung behandelt wurde (VIII-EF-02006-AW-01).

    „Die Antworten der Stadtspitze waren auffallend allgemein – konkrete Angaben zu Bauprojekten, Kosten, Finanzierung und sozialen Auswirkungen fehlen bis heute“, kritisieren Lisa Falkowski und Jürgen Kasek vom BUND Leipzig. Auch detaillierte Unterfragen zu ökologischen Folgen, Nachnutzungskonzepten und langfristigen finanziellen Risiken seien nicht substanziell beantwortet worden.

    DOSB-Kriterien erfordern belastbare Zahlen

    Brisant ist die Situation auch vor dem Hintergrund neuer Entwicklungen: Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat inzwischen eine Bewertungsmatrix für Bewerberstädte veröffentlicht. Zentrale Kriterien sind unter anderem internationale Wettbewerbsfähigkeit, Finanzierung und Kosten sowie gesellschaftliche Akzeptanz. Da die detaillierten Bewerbungsunterlagen der Städte nach bisherigem Kenntnisstand bereits im Februar/März 2026 beim DOSB eingereicht werden müssen, gehen die Initiator:innen davon aus, dass der Stadt Leipzig mittlerweile konkretisierte Planungen und Kostenanalysen vorliegen.

    „Wenn Leipzig ernsthaft olympische Ambitionen verfolgt, muss es diese Informationen jetzt offenlegen – nicht erst nach einer Vorentscheidung“, so die weitere Kritik von Falkowski und Kasek.

    Offene Fragen zu Bauprojekten, Finanzierung und Nachnutzung

    In einer erneuten Anfrage an den Oberbürgermeister fordert die Initiative nun detaillierte projektbezogene Auskünfte, unter anderem zu:

    • geplanten Neu- und Ausbauprojekten im Olympiakontext (Sportstätten, Infrastruktur, Unterkünfte),
    • konkreten Standorten, Flächenverbräuchen und Versiegelungen,
    • Investitions- und Folgekosten (kommunal, Land, Bund),
    • Zeitplänen und möglichen Beschleunigungen durch Olympia,
    • sowie belastbaren Nachnutzungskonzepten.

    Besonders kritisch sehen die Fragesteller:innen die fehlende Transparenz bei den Kosten. So wird in der bisherigen Antwort auf einen Stadtratsbeschluss („Memorandum of Understanding mit dem DOSB“) verwiesen, der jedoch weder im Ratsinformationssystem noch auf der städtischen Website öffentlich zugänglich ist.

    Unklare Rolle von „Gold for Leipzig e.V.“

    Ebenfalls ungeklärt sei die Finanzierung des Vereins „Gold for Leipzig e.V.“. Bislang ist nicht öffentlich nachvollziehbar,

    • ob und in welchem Umfang öffentliche Mittel an den Verein fließen,
    • ob Sponsoring-Vereinbarungen mit Unternehmen bestehen
    • und wie die organisatorische Einbindung in die städtische Verwaltung erfolgt.

    Stakeholder-Workshop ohne Umweltverbände

    Kritik gibt es auch am sogenannten Stakeholder-Workshop im September 2025. Zwar verweist die Stadt auf Beteiligung aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – Ergebnisse, Protokolle oder Teilnehmerlisten sind jedoch nicht öffentlich. Auffällig sei zudem, dass der BUND als einer der größten Umweltverbände Deutschlands offenbar nicht eingeladen wurde.

    „Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung ist Transparenz keine Kür, sondern Voraussetzung“, heißt es von Seiten der Fragesteller:innen.

    Soziale und ökologische Risiken bislang ausgeblendet

    Bis heute unbeantwortet geblieben seien außerdem Fragen zu möglichen negativen Folgen einer Olympiabewerbung, etwa:

    • steigende Lebenshaltungskosten,
    • sozialräumliche Verdrängung,
    • Kürzungen öffentlicher Mittel in sozialen und ökologischen Bereichen.

    Ob hierzu Studien, Gutachten oder Szenario-Analysen existieren, ist unklar – obwohl die gesellschaftliche Akzeptanz ein zentrales Kriterium des DOSB ist.

    Forderung: Offene Debatte statt Marketing

    Die Initiative fordert nun eine vollständige, zeitnahe und transparente Information der Öffentlichkeit. Parallel dazu hat sich auch in Leipzig eine Initiative gegründet, die die Olympiabewerbung kritisch begleiten will.

    „Olympia ist kein Imageprojekt, sondern ein massiver Eingriff in Stadtentwicklung, Haushalt und soziale Strukturen“, so das Fazit der Initiator:innen. „Wenn Leipzig diesen Weg gehen will, dann nur auf Grundlage überprüfbarer Zahlen und einer ehrlichen gesellschaftlichen Debatte.“

    Zur Pressemitteilung »Olympiabewerbung Leipzig 2036: Stadt bleibt zentrale Antworten schuldig. Initiative des BUND Leipzig fordert Transparenz zu Kosten, Bauprojekten und sozialen Folgen«

  • Abgeordnetenhaus von Berlin. Antrag Grüne Fraktion Berlin: Transparenz im Bewerbungsverfahren zu Olympischen und Paralympischen Spielen sicherstellen

    Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

    Die Bewerbung für und die Ausrichtung von Olympischen und Paralympischen Spielen in Berlin ist mit erheblichen Kosten und finanziellen Risiken verbunden. Umso wichtiger sind Transparenz und eine Beteiligung der hiesigen Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund sind folgende Punkte umzusetzen:

    1. Der Senat schafft Transparenz hinsichtlich des Bewerbungsverfahrens für Olympische und Paralympische Spiele. Sämtliche vorhandenen Unterlagen zu Kosten, Konzepten, Risiken, Sportstätten und Verkehr werden dem Abgeordnetenhaus unverzüglich zur Verfügung gestellt.
    2. Der Senat legt dem Abgeordnetenhaus ab sofort quartalsweise und unaufgefordert schriftliche Berichte zu allen relevanten Aspekten der Bewerbung vor, einschließlich Kostenentwicklung, Zeitplan, Abstimmungen mit DOSB/IOC sowie Fortschritten und Defiziten bei Sportstätten. Im Bericht wird auch der aktuelle Zustand, der notwendige Sanierungsbedarf sowie die geplante Neubauten der Sportstätten übersichtlich dargestellt.
    3. Der Senat wird aufgefordert, eine verbindliche, frühzeitige und niedrigschwellige Bürgerbeteiligung für die Berliner Bevölkerung zu entwickeln, die über reine Informationsangebote hinausgeht und echte Mitbestimmung ermöglicht.
    4. Der Senat wird aufgefordert, vor weiteren finanziellen Verpflichtungen gegenüber DOSB oder IOC eine aktualisierte, öffentlich zugängliche Kosten-Nutzen-Analyse vorzulegen, die:
    a) den bestehenden Sanierungsstau im Berliner Sport realistisch berücksichtigt,
    b) Auswirkungen auf die Haushalts- und Finanzplanung des Landes darstellt,
    c) ökologische und soziale Risiken systematisch erfasst,
    d) die verkehrliche Machbarkeit prüfbar bewertet.
    5) Bis zur Vorlage dieser Informationen und regelmäßigen Updates soll der Senat keine weiteren finanziellen Mittel für das Bewerbungsverfahren bereitstellen oder vertragliche Bindungen eingehen.

    Dem Abgeordnetenhaus ist erstmals zum 31. März 2026 und danach regelmäßig alle zwei Monate zu berichten.

    Begründung
    Berlin steht vor finanziellen und infrastrukturellen Herausforderungen, die den Handlungsspielraum der Stadt erheblich einschränken. Während der Sanierungsstau im Bereich der Sportstätten rund eine Milliarde Euro umfasst und zahlreiche Hallen sowie Bäder geschlossen sind, plant der Senat, mindestens sechs Millionen Euro allein in die Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele zu investieren. Diese Mittel fehlen unmittelbar im Breitensport, der zentrale soziale, gesundheitliche und integrative Funktionen erfüllt.

    Die Risiken einer Bewerbung sind erheblich: fehlende Finanzierungspläne, unklare Konzepte zur Sportstättennutzung, ein überlastetes Verkehrssystem und ein nicht realisierbarer Zeitplan für das geplante Olympische und Paralympische Dorf. Gleichzeitig legt die Wissenschaft nahe, dass Olympische und Paralympische Spiele keine langfristig positiven finanziellen Effekte für Austragungsorte haben. Im Gegenteil: Erfahrungen aus London, Rio de Janeiro oder Paris zeigen drastische Kostensteigerungen, enormen öffentlichen Finanzierungsbedarf und nur kurzfristige ökonomische Effekte.

    Von zentraler Bedeutung ist die mangelnde Transparenz des Verfahrens. Weder sind die Kriterien des DOSB klar nachvollziehbar, noch liegt ein fortlaufendes Monitoring der wesentlichen Voraussetzungen – insbesondere der Sportstätten – vor. Genau das ist jedoch nötig, um politische Entscheidungen verantwortungsvoll treffen zu können und um zu verhindern, dass Gelder aus dem regulären Sporthaushalt in ein Prestigeprojekt umgelenkt werden. Ein systematisches, regelmäßiges Sportstättenmonitoring schafft Klarheit darüber, welche Anlagen ertüchtigt werden müssen, welche realistisch verfügbar sind und welche zusätzlichen Kosten entstehen würden.

    Auch demokratisch betrachtet ist das Vorgehen des Senats problematisch: Während andere Städte ihre Bevölkerung aktiv einbeziehen, fehlt in Berlin jede Form der verbindlichen Beteiligung. Das ist umso kritischer, als die Unterstützung in der Berliner Bevölkerung gering ist und das IOC den Rückhalt der Austragungsorte ausdrücklich als Auswahlkriterium nennt.

    Vor diesem Hintergrund ist eine Olympia-Bewerbung aus sozialer, ökologischer und finanzieller Sicht nicht verantwortbar. Berlin braucht jetzt planbare Investitionen in eine funktionierende Sportinfrastruktur, in barrierefreie Angebote für alle und in eine nachhaltige Mobilität – nicht die Verlagerung knapper Ressourcen in ein hochriskantes Großprojekt. Die geforderte Transparenz und regelmäßige Berichtspflicht sind deshalb unverzichtbar, um Schaden vom Berliner Sport und Haushalt abzuwenden.

    Berlin, den 06. Januar 2026
    Jarasch Graf Schedlich

    Zum Dokument (pdf)

  • Es geht los! NOlympia-Bündnis Berlin startet mit Antrag auf Kostenschätzung sein Volksbegehren

    (Berlin, 15. Dezember 2025) Die fünf Vertrauenspersonen des geplanten Volksbegehrens »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung zu Olympischen Spielen in den Jahren 2036, 2040 und 2044« haben heute gemeinsam bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport den offiziellen Antrag auf eine amtliche Kostenschätzung eingereicht. Der Innensenat unter der Leitung von Iris Spranger (SPD) hat nun zwei Monate Zeit, seine Schätzung abzugeben. Spätestens Mitte Februar kann mit dem Sammeln von Unterschriften für den Antrag auf Einleitung des Volksbegehrens begonnen werden. Dazu die Kommentare der Vertrauenspersonen:

    »Berlin ist eine arme Stadt, die sich am Rande einer Haushaltsnotlage befindet. In dieser Situation«, so Dr. Gabriele Hiller (Die LINKE Berlin) weiter, »ist jeder Euro, der für Olympische Spiele ausgegeben wird, einer zu viel. Berlin muss in Wohnungsbau investieren, die soziale Infrastruktur stärken und Bildungsgerechtigkeit fördern – DAS sind die Pflichtaufgaben für Berlin.«

    Klara Schedlich (Grüne Fraktion Berlin) bekräftigt: »Olympische Spiele kosten das Land Berlin Milliarden an Steuergeldern – Gelder, die an anderer Stelle wie dem Ausbau von Sportstätten fehlen werden. Berlin sollte lieber erst seine Hausaufgaben machen, die wegen Sanierungsstau geschlossenen Hallen öffnen und ermöglichen, dass Kinder in Vereine kommen, statt auf Wartelisten verharren zu müssen. Ein positives NOlympia Volksbegehren spart Geld und ermöglicht Investitionen in den Sport und das bezahlbare Leben.«

    »Nachhaltigkeitsversprechen von IOC und Politik werden regelmäßig gebrochen. Weder in Paris noch bei den anstehenden Winterspielen in Südtirol spielen ökologische Kriterien oder Klimaschutz eine entscheidende Rolle.1 Schon in der Anbahnungsphase fressen sie wertvolle Ressourcen. Diese braucht gerade Berlin dringend, um die Stadt zukunftsfest umzubauen. Wärmewende, Mobilitätswende, Klimaanpassung – die Liste der Aufgaben ist gewaltig und wird nicht oder kaum abgearbeitet. Da passt die Bewerbung für ein Mega-Event wie die Olympischen Spiele überhaupt nicht«, so Carmen Schultze vom BUND Berlin.

    Uwe Hiksch (NaturFreunde Berlin): »Nachhaltige Olympische Spiele gibt es nicht, solange das IOC mit seinen Auflagen die Ausrichterstädte für die Sportstätten zu riesigen Modernisierungs- oder Neubaumaßnahmen zwingt. Die Ausrichtung der Olympischen Spiele ist in keiner Weise mit einer klimagerechten und ökologischen Entwicklung Berlins vertretbar. So werden weitere Flächen sinnlos versiegelt und auch die Errichtung von temporären Spielstätten verschwendet Energie und Ressourcen.«

    Sportwissenschaftler Prof. Dr. Johannes Verch fügt hinzu: »Das Modell des Höchstleistungs­sport mit gigantomanischen Spielen in mehrfacher Milliardenhöhe in wechselnden Städten ermöglicht weder einen vielfältigen Sport für alle noch löst es mit seinem immens verbleibenden Ressourcen-, Energie- und Flugaufkommen die Versprechen auf Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit ein, die Deutschland bzw. Berlin bei den UN-Verträgen mit propagieren.«

     

    Kontakt:
    Uwe Hiksch, hiksch@naturfreunde.de, 0176 62 0159 02

    Dr. Gabriele Hiller, drghiller@gmail.com, 0174 37 250 58

    Carmen Schultze, schultze@bund-berlin.de, 0179 59 359 12

     

    Im Bündnis NOlympia Berlin arbeiten zusammen:

    BUND, BUNDjugend, Grüne Liga, NABU, NaturFreunde, Bürgerinitiative Jahnsportpark, Berliner Wassertisch, Roter Stern, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE, Grüne Jugend, Linksjugend [’solid], Jusos

    Bündnis NOlympia Berlin

    c/o NaturFreunde Landesverband Berlin e.V., Paretzer Str. 7, Tel. 030-810560250, nolympia@naturfreunde-berlin.de

    1. Vgl. bspw. zuletzt »Die Olympia-Organisatoren und unsere Politiker haben uns die nachhaltigsten Olympischen Spiele versprochen, aber das Gegenteil ist eingetreten« (Michaela Schuster, 2025). In: Hans Gasser: Olympische Spiele in Südtirol. Oh, Olympia! In: Süddeutsche Zeitung, 11. Dezember 2025, https://www.sueddeutsche.de/reise/olympia-biathlon-antholz-suedtirol-li.3337962

     

  • Grüne Liga Berlin ist wieder an Bord!

    Wir freuen uns.

    Auch die Grüne Liga Berlin macht wieder mit. Sie war schon bei den letzten beiden Zusammenschlüssen (1989–1993 und 2014–2015) eine wichtige Säule von NOlympia Berlin.

    Herzlich willkommen! 🥰

  • NOlympia Hamburg: Zur Mitgliederversammlung des DOSB / Kritik an »operativen Mindestanforderungen«

    Olympia in Hamburg: Verkehrschaos und Sicherheit auf Steuerzahlerkosten – Mindestanforderungen der Stadt nicht erfüllt.

    Im Rahmen der sogenannten »operativen Mindestanforderungen« hat der DOSB die vier Bewerberstädte auf Eventdurchführungstauglichkeit und Plausibilität des Gesamtkonzeptes geprüft. Hamburg und alle anderen Städte haben bestanden. Die Ergebnisse werden am 6. Dezember den DOSB-Mitgliedern vorgestellt. NOlympia Hamburg und der Bund der Steuerzahler Hamburg e.V. sehen ihre Mindestanforderungen nicht erfüllt.

    Dazu Eckart Maudrich, Sprecher von NOlympia Hamburg:

    »Nach der Prüfmethode des DOSB1 würden zentrale Hamburger Verkehrsadern zu Nadelöhren für die Hamburger*innen werden – wie der Elbtunnel, die Elbbrücken, die Lombardsbrücke, sowie die Willy-Brandt-, Budapester-, Stresemann- und Billhorner Brückenstraße. Auf diesen Straßen würden eigene Fahrspuren für das IOC sowie Akkreditierte eingerichtet werden, sogenannte Olympic Lanes. Das Chaos wäre vorprogrammiert, die Stadt gelähmt. Auch bei der Risiko- und Lastenverteilung akzeptiert der Senat den Status Quo des IOC, anstatt für Hamburg zu kämpfen: Weihnachtsmarktveranstalter zahlen für die Sicherheit ihrer Veranstaltung. Bei den Spielen ist jedoch die Stadt bereit, gigantische Summen dafür zu zahlen – wie Paris, wo die Sicherung der Spiele den öffentlichen Haushalt 1,4 Milliarden2 kostete. Der Senat hat sich noch nicht einmal mit der Idee beschäftigt, zumindest die Hochrisikokosten vom IOC bezahlen zu lassen.3 Dass in den sogenannten Beteiligungsformaten nicht darüber informiert wurde, spricht Bände.«4

    Sascha Mummenhoff, Landesvorsitzender des Bund der Steuerzahler Hamburg e.V.:

    »Dass der DOSB Hamburg bei der Eventtauglichkeit durchwinkt, beantwortet die entscheidende Frage nicht: Welche konkreten Belastungen kommen auf die Stadt zu und wer trägt am Ende die Risiken und Kosten, besonders bei Verkehr und Sicherheit? Ohne vollständige Transparenz ist eine verantwortliche Bewertung unmöglich. Der Bund der Steuerzahler Hamburg e.V. erwartet daher eine lückenlose, öffentlich zugängliche Kostendarstellung, vom ersten Euro der Bewerbungsphase bis zu Infrastruktur-, Organisations- und Sicherheitsausgaben. Jede finanzielle Verpflichtung muss nachvollziehbar offengelegt werden, bevor politische Festlegungen getroffen werden. Und ausgerechnet bei den Sicherheitskosten erleben wir seit Jahren eine Mauer des Schweigens: Die Hamburger Innenbehörde verweigert echte Transparenz darüber, welche Polizeikosten bei Großveranstaltungen tatsächlich entstehen und wie sie sich zusammensetzen. Wer beim Tagesgeschäft mauert, darf erst recht keine zusätzlichen Milliardenrisiken eingehen. Beim Profifußball fordern wir seit Jahren das Verursacherprinzip: Wer zusätzliche Polizeieinsätze auslöst, soll die Mehrkosten tragen. Für Olympia muss derselbe Maßstab gelten. Es ist nicht vermittelbar, dass Steuerzahlerinnen und Steuerzahler die olympiabedingten Sicherheits-Mehrkosten eines globalen Milliardenevents schultern sollen, während das IOC wirtschaftlich profitiert. Unsere Position lautet daher: Die olympiabedingten Sicherheits-Mehrkosten, insbesondere Hochrisiko- und Zusatzaufwände, müssen vom IOC übernommen werden. Der Hamburger Senat muss die Realität des eigenen Haushalts im Blick behalten. Wenn parallel weitere große Vorhaben (Naturkundemuseum im Elbtower, Kühne-Oper, Sanierung der bestehenden Oper, Hafenmuseum und Zukunftsentscheid) anstehen, steigt die Pflicht zu Transparenz, Prioritäten und klarer Risikobegrenzung. Das ist kein Votum gegen Olympia. Aber Olympia kann in Hamburg nur seriös diskutiert werden, wenn alle Risiken offen auf dem Tisch liegen und die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler nicht zum Selbstbedienungsladen für ein internationales Prestigeprojekt werden.«

    1 siehe DOSB Anleitung im Anhang [hier nicht angehängt]
    2 Cours de Compte: Les Jeux Olympiques et Paralympiques de Paris 2024. Rapport au Parlement. S.18. Zusätzliche Infrastrukturkosten: 300 Millionen für Sicherheitsequipment
    3 BDrs 23-02040
    4 Der DOSB bestätigt am 30.09.2025, dass die Minimumkriterien erfüllt sind – inkl. Olympic Lanes.

  • Warum NOlympia Berlin? Klara Schedlich (Stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Sportpolitik)

    Grüne Fraktion Berlin: Fragen & Antworten zur Berliner Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Deutschland

    Frage 1: Warum lehnen wir als Fraktion die Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele für Berlin ab?

    Berlin steht vor massiven Haushaltskürzungen durch den schwarz-roten Senat und verfügt weder über die finanziellen Mittel noch über die notwendige Infrastruktur, um ein solches Großereignis sinnvoll auszurichten. Hinzu kommt, dass die Sportinfrastruktur für den Breitensport einen sehr hohen Sanierungsstau hat und Gelder für Reparaturen und Renovierungen fehlen. Anstatt also Milliarden an Steuergeldern in ein Prestige-Ereignis zu investieren, das keinen dauerhaften Mehrwert für die Stadt schafft, müssen wir uns dringend um bestehende Probleme kümmern: marode Sportstätten und Bäder, eine überlastete Verkehrsinfrastruktur, verfehlte Klimaziele und ein angespannter Wohnungsmarkt. Gleichzeitig ist die Bewerbung intransparent organisiert, es liegen weder Finanzierungspläne noch Konzepte für die Sportstättennutzung öffentlich vor, die Bevölkerung wird kaum beteiligt. Aus diesen Gründen lehnen wir eine Bewerbung für mögliche Olympische und Paralympische Spiele in Berlin in 2036, 2040 und 2044 ab, weil sie aus sport- und finanzpolitischer, sozialer sowie ökologischer Sicht nicht verantwortbar ist.

    Frage 2: Kann sich Berlin Olympische und Paralympische Spiele finanziell überhaupt leisten?

    Nein, aus unserer Sicht kann Berlin sich Olympische und Paralympische Spiele ganz klar nicht leisten. Schon die Bewerbung selbst kostet mindestens sechs Millionen Euro und das nur für Marketing, Planung und Kommunikation rund um den innerdeutschen Wettstreit, mit welchem Standort sich Deutschland beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) für eine mögliche Austragung der Spiele bewirbt. Die eigentliche Ausrichtung – wenn es überhaupt einen Zuschlag für Deutschland gibt – würde dann in die Milliarden gehen. Aber schon die 6 Millionen Euro, die jetzt ausgegeben werden sollen, werden an anderer Stelle fehlen und zu Kürzungen im Berliner Sport führen.

    Allein bei Sportstätten und Bädern besteht heute schon ein Sanierungsstau von rund einer Milliarde Euro. Statt weitere Milliarden in überteuerte Groß-Events zu investieren, müsste Berlin zuerst die bestehenden Anlagen sanieren. Hinzu kommt das hohe Risiko von Kostenexplosionen, wie zuletzt immer bei Olympischen und Paralympischen Spielen in anderen Städten.

    Frage 3: Aber bringen Olympische und Paralympische Spiele nicht ganz viele Einnahmen für die Stadt?

    Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Olympische und Paralympische Spiele langfristig positive finanzielle Effekte für Austragungsorte haben. Im Gegenteil: In London klaffte nach den Spielen eine massive Kostenlücke – das Delta zwischen Ausgaben und Einnahmen lag bei rund 8 Milliarden US-Dollar zulasten der öffentlichen Hand. Zahlen zu Paris liegen noch nicht abschließend vor aber klar ist, auch Paris liefert keinen Gegenbeweis: Der Rechnungshof erhöhte die geschätzten Kosten auf 6,6 Milliarden Euro, inklusive 1,44 Milliarden Euro für Sicherheit. Die Bilanz: Der Einfluss auf das Wirtschaftswachstum 2024 liegt bei lediglich +0,07 Prozentpunkten, laut Rechnungshof „bescheiden“ und „kurzfristig begrenzt“. Wenn selbst Paris – mit hoher Zustimmung der Bevölkerung und professioneller Vorbereitung – keinen deutlichen ökonomischen Effekt erzielt, ist es für Berlin noch unrealistischer. Statt Millionen in Hoffnungen zu investieren, brauchen wir sie dringend für Sportstätten.

    Frage 4: Profitiert nicht der Tourismus von Olympia?

    Auch der Mythos, dass Olympia den Tourismus ankurbelt, hält einer Überprüfung nicht stand. Untersuchungen zeigen, dass Großveranstaltungen Verdrängungseffekte haben. Das heißt, dass viele Tourist*innen oft nicht in Städte reisen, in denen sportliche Großveranstaltungen stattfinden, weil oft die Preise in diesem Zeitraum (z.B. für Hotels) viel höher sind als sonst. Die weithin als Erfolg gewertete Olympiade in Paris hat dort im Jahr 2024 sogar zu einem Rückgang der Tourismuszahlen geführt. Ein ähnliches Bild zeigte sich bereits bei der Europameisterschaft 2024, die Auslastung der Berliner Hotels lag trotz des Turniers nicht höher als üblich. Für Berlin gibt es weder eine belastbare, noch eine öffentliche Kostenschätzung oder Risikoabwägung. Faktisch würden Milliarden an Steuergeldern für eine zweiwöchige Veranstaltung ausgegeben, ohne dass dies einen dauerhaften Mehrwert für die Stadt brächte.

    Frage 5: Würden die Olympischen und Paralympischen Spiele nicht dabei helfen, die Sportinfrastruktur in Berlin zu verbessern?

    Dieses Argument klingt zwar auf den ersten Blick attraktiv, hält einer genaueren Betrachtung jedoch nicht stand. Schon heute sind in Berlin über 50 Sportstätten und 8 Bäder geschlossen und werden nicht saniert. Hier liegt der eigentliche Handlungsbedarf, der durch eine Bewerbung nicht kleiner, sondern eher größer wird, weil Geld in die Ausrichtung der Spiele und nicht in die Sportstätten für den Breitensport fließt.

    Berlin verfügt über keine Schwimmhalle, die für olympisches und paralympisches Schwimmen geeignet ist. Eine entsprechende Anlage würde temporär errichtet werden, anstatt vorhandene Strukturen dauerhaft zu stärken. Das ist weder nachhaltig noch sinnvoll.

    Das oft vorgebrachte Argument, eine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele würde dem Sport in Berlin automatisch helfen, ist deshalb irreführend. Es besteht die reale Gefahr, dass Mittel aus dem regulären Sporthaushalt zugunsten von Prestigeprojekten und Großveranstaltungen umgeleitet werden, genauso wie es jetzt bereits geschieht. Am Ende profitieren nicht der Breitensport, die Vereine und die Kinder, sondern einzelne Großprojekte.

    Frage 6: Ist Berlin überhaupt in der Lage, den Verkehr für ein solches Mega-Event zu stemmen?

    Der aktuelle Zustand unserer Nahverkehrssysteme und der Verkehrsinfrastruktur weckt Zweifel. BVG und S-Bahn befinden sich in einem kritischen bis alarmierenden Zustand. Es fehlen Fahrzeuge und Personal bei U-Bahn, S-Bahn, Straßenbahn und Bussen. Gleichzeitig müssen rund 120 Brücken, zahlreiche Bahnhöfe, Stellwerke und U-Bahntunnel saniert oder neu gebaut werden. Der Busbetrieb wurde massiv runtergefahren und eine Normalisierung ist nicht in Sicht. Das bedeutet langfristige Sperrungen und massives Verkehrschaos, Fahrplanausfälle und Verzögerungen und damit auch heute schon komplett überfüllte Fahrzeuge und Bahnsteige.

    Unter diesen Bedingungen wäre eine zusätzliche Belastung durch ein globales Großereignis unverantwortlich. Bevor wir über Olympische und Paralympische Spiele nachdenken, müssen wir erst einmal sicherstellen, dass der Alltagsverkehr für die Berliner*innen zuverlässig funktioniert.

    Frage 7: Entsteht durch das Olympische und Paralympische Dorf zusätzlicher benötigter Wohnraum?

    Nein. Nach den aktuellen Planungen soll das ohnehin geplante neue Stadtquartier „Stadteingang West“ zunächst als Olympisches und Paralympisches Dorf genutzt werden. Der Bau von Wohnungen ist hier aber sowieso geplant. Das Projekt soll rund um das Autobahndreieck am Funkturm entstehen. Genau hier liegt das Problem. Die Planungen sind abhänging vom vorgesehen Umbau des Autobahnkreuzes, der durch die Autobahn GmbH und den Bund durchgeführt wird und die sich immer weiter verzögern. Laut Ausschreibung ist eine vollständige Realisierung nicht vor 2045 vorgesehen. Eine Fertigstellung bis 2036 ist somit völlig unrealistisch. Hinzu kommt, dass ein Olympisches und Paralympisches Dorf andere bauliche und räumliche Anforderungen hat, als „normaler“ Wohnungsbau. Es müssten also erneute Umbaumaßnahmen vorgenommen werden, damit die Wohnungen im Anschluss vermietet werden können, was zusätzliche Kosten verursacht.

    Frage 8: Wären Olympische und Paralympische Spiele in Berlin nicht eine Chance, um Klima- und Nachhaltigkeitsziele zu erreichen?

    Aus unserer Sicht ist eine wirklich umweltfreundliche Austragung einer solchen Großveranstaltung unrealistisch. Bisherige vergleichbare Veranstaltungen wurden nicht nachhaltig umgesetzt. Berlin verfehlt bereits heute seine eigenen Klimaziele und hat Probleme, bestehende Umweltprobleme zu bewältigen.

    Auch temporäre Bauten verbrauchen Fläche und Ressourcen, sind also weder klimaneutral noch folgenlos. Bei Olympischen und Paralympischen Spielen ist Nachhaltigkeit keine verpflichtende Bedingung, sondern vor allem ein PR-Versprechen. Unter diesen Voraussetzungen wäre es nicht glaubwürdig, die Spiele als Klimaprojekt zu vermarkten, während wir gleichzeitig unsere eigenen Ziele vor Ort verfehlen.

    Frage 9: Wie sieht es mit der demokratischen Beteiligung der Berliner Bevölkerung aus?

    Die mangelnde demokratische Beteiligung ist eines der größten Defizite der aktuellen Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele. In Berlin kann laut Landesverfassung keine Bürger*innenbefragung oder ein Bürger*innenentscheid „von oben“, also direkt durch einen Senatsbeschluss durchgeführt werden. Um ein solches Instrument einzuführen, wäre eine Verfassungsänderung nötig. Der Senat plant bisher aber auch keine vergleichbaren Beteiligungsformate oder Befragungen.

    Gleichzeitig hat sich München bereits für die Spiele entschieden. Berlin könnte seine Bewerbung also zurückziehen und damit Kosten sparen, anstatt weiteres Geld in ein Verfahren zu stecken, das auf wackligen Füßen steht. Die Unterstützung in der Berliner Bevölkerung ist ohnehin gering. Ein Projekt dieser finanziellen Größenordnung ohne breite Zustimmung der Menschen vor Ort voranzutreiben, halten wir politisch für falsch.

    Frage 10: Was kritisieren wir am Vorgehen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB)?

    Der DOSB hat zunächst eine deutschlandweite Bewerbung angekündigt, die potenziell sinnvoller und nachhaltiger hätte sein können. Von dieser Idee ist er jedoch wieder abgerückt. Nun bewerben sich vier Städte gleichzeitig. In allen vier Bewerberstädten werden Millionen für Werbung und Konzepte ausgegeben, obwohl am Ende nur eine Stadt den Zuschlag erhalten kann. Das ist eine ineffiziente und teure Vorgehensweise.

    Die Verfahren des DOSB sind zudem intransparent: Es bleibt unklar, welche Kriterien genau gelten, wer die Entscheidungen am Ende wirklich trifft und wie der Zeitplan konkret aussieht. Bewertungsstandards werden nicht offengelegt. Insgesamt entsteht der Eindruck eines undemokratischen, intransparenten Machtprozesses, der den Ansprüchen an moderne, offene und partizipative Entscheidungen nicht gerecht wird.

    Frage 11: Warum ist das Internationale Olympische Komitee ein Problem für Austragungsorte wie Berlin?

    Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ist nicht nur Sportdachverband, sondern ein mächtiger globaler Akteur, der die Spielregeln setzt, während Städte die Risiken tragen. In der Olympischen Charta und im „Host City Contract“ legt das IOC detaillierte Anforderungen fest – von Infrastruktur über Sicherheit bis zu Markenrechten und Ticketing. Bewerberstädte müssen Millionen in aufwendige Bewerbungsdossiers stecken, haben aber nur begrenzten Spielraum, die Bedingungen mitzugestalten. Gleichzeitig schöpft das IOC einen großen Teil der Gewinne aus TV-Rechten und globalen Sponsoren ab, während Milliardeninvestitionen in Sportstätten, Verkehr und Sicherheit überwiegend bei Städten und Staaten hängen bleiben. Ökonomische Analysen zeigen, dass seit 1960 alle Spiele das Budget überschritten haben und Austragungsorte oft langfristig mit Schulden und wenig genutzten Anlagen zurückbleiben.

    Hinzu kommt eine lange Geschichte der Kritik an Korruption, Intransparenz und Menschenrechtsverletzungen. Skandale wie bei der Vergabe der Winterspiele 2002 nach Salt Lake City sowie Vorwürfe rund um andere Bieterrunden haben das Bild eines korruptionsanfälligen Systems verfestigt. Menschenrechtsorganisationen dokumentieren immer wieder Verdrängung, Wohnraumverlust und Einschränkungen von Freiheitsrechten im Umfeld der Spiele. Als privater Verein mit erheblichem politischem Einfluss unterliegt das IOC nur schwacher demokratischer Kontrolle – ein weiteres Argument dagegen, Berlin in diese Abhängigkeit zu führen.

    Frage 12: Was hat die Münchner Abstimmung für Olympische und Paralympische Spiele mit Berlin zu tun?

    Ende Oktober 2025 konnten die Münchner*innen darüber abstimmen, ob sie für oder gegen eine Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele in ihrer Stadt sind. Eine Mehrheit hat dabei mit Ja gestimmt. Mit dieser Beteiligung und der Zustimmung hat München einen eindeutigen Vorteil gegenüber Berlin, wo es nicht mal eine Beteiligung geben soll (siehe vorherige Frage). Das muss auch dem Senat klar sein. Das halbherzige Vorgehen des Senats wirkt wie eine gesichtswahrende Bewerbung. Dafür sind sechs Millionen Euro zu viel Geld – Geld, das uns bei der Sanierung von Sportstätten fehlt. Während München die Stadt hinter sich hat, zeigt sich in Berlin in Umfragen eine Ablehnung von Olympischen und Paralymischen Spielen.

    Auch andere Städte machen es längst vor. In Nordrhein-Westfalen soll im April 2026 ein Bürgerentscheid in 17 Städten und Kommunen stattfinden. Hamburg führt sogar ein digitales Beteiligungsverfahren durch – auf einer Online-Plattform können Interessierte Vorschläge einbringen, Informationen abrufen und an einer Umfrage teilnehmen. Ende Mai 2026 stimmen die Hamburger*innen schließlich per Referendum über die Bewerbung ab. Fast alle Bewerberstädte binden ihre Bevölkerung aktiv ein – nur Berlin nicht. Obwohl klar ist: Rückhalt der Bevölkerung ist ein zentrales Auswahlkriterium für das IOC, das über die Vergabe der Spiele entscheidet.

    Auf dieser Grundlage ist es falsch, weiter Millionen in eine aussichtslose Bewerbung zu stecken, statt in die notwendige Sanierung maroder Sportanlagen zu investieren. Damit erweist Berlin dem Breitensport einen Bärendienst. Allen ist klar, dass weder der DOSB noch das IOC einen Austragungsort wählen, dessen Bevölkerung nicht eindeutig dahintersteht.

    Frage 13: Hat die Grüne Fraktion bereits in Regierungsveranwortung die Durchführung von Olympischen und Paralympischen Spielen in Berlin gefordert?

    Nein. Im Koalitionsvertrag 2021 haben wir keine Austragung von Olympischen oder Paralympischen Spielen gefordert. Wir haben lediglich festgelegt, dass Sportgroßveranstaltungen künftig klimaneutral, ökonomisch und sozial nachhaltig umgesetzt werden sollen. Eine Bewerbung wird nur unter klar definierten Bedingungen grundsätzlich geprüft. Dazu gehören eine grundlegende Reform der Vergaberichtlinien durch das IOC, ein nachhaltiges Konzept ohne Gigantismus, die Zustimmung des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Bundesregierung sowie die Absicherung notwendiger Infrastrukturinvestitionen durch den Bund. Eine konkrete Forderung für eine Bewerbung oder Durchführung gab es von uns nicht.

    Frage 14: Welche Rolle spielt das geplante Volksbegehren des Bündnisses „NOlympia Berlin”?

    Das Bündnis will mit dem Volksbegehren erreichen, dass die Berliner Bevölkerung selbst über die Bewerbung für Olympische und Paralymische Spiele entscheiden kann. Das klare Ziel ist es, die Austragung Olympischer und Paralympische Spiele in Berlin politisch zu stoppen. Am Ende soll ein Volksentscheid stehen, bei dem die Berliner*innen über die Frage „Olympische Spiele in Berlin: Ja oder Nein?” abstimmen. Ein mehrheitliches „Nein” würde den Senat erheblich unter Druck setzen, die Bewerbung zurückzuziehen, und die Pläne für Olympische und Paralympische Spiele für Berlin faktisch kaum noch durchsetzbar machen.

    Rechtlich orientiert sich das Bündnis an den bestehenden Regeln für direkte Demokratie in Berlin. Das Verfahren ist mehrstufig: Zunächst braucht es einen Antrag auf ein Volksbegehren mit rund 20.000 gültigen Unterschriften. Wird dieser zugelassen, folgt das eigentliche Volksbegehren, für das etwa 170.000 bis knapp 175.000 Unterschriften von Wahlberechtigten gesammelt werden müssen. Erst wenn dieses Quorum erreicht ist und der Senat das Anliegen nicht freiwillig übernimmt, kommt es zum Volksentscheid, bei dem alle wahlberechtigten Berliner*innen abstimmen können.

    Frage 15: Zusammengefasst – warum ist eine Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele für Berlin der falsche Weg?

    Die Fakten sprechen klar gegen eine Bewerbung Berlins: Die Stadt hat die finanziellen Mittel nicht, es besteht ein massiver Sanierungsstau im Sportbereich, die Verkehrsinfrastruktur ist überlastet, das Olympische und Paralympische Dorf ist planerisch und zeitlich unrealistisch. Die Veranstaltung wäre weder klimafreundlich noch nachhaltig, und echte demokratische Beteiligung ist nicht vorgesehen.

    Gleichzeitig zeigt das Vorgehen des DOSB ein hohes Maß an Intransparenz, während in mehreren Städten Millionen in ein Konkurrenzverfahren gesteckt werden, bei dem am Ende nur eine Stadt übrig bleibt. Unter diesen Umständen ist es unsere Verantwortung, klar zu sagen: Berlin braucht jetzt Investitionen in bestehende Sportflächen, in den Breitensport für alle, in funktionierende Infrastruktur und in Klimaschutz, nicht ein teures, kurzfristiges Prestigeprojekt Olympia.

    Veröffentlicht am 01.12.2025 unter dem Link

  • NOlympia Hamburg: Zehn Jahre Nein zu Olympia: Hamburger Senat ist lernresistent

    Am Samstag jährt sich das Referendum über die Hamburger Olympiabewerbung für die Sommerspiele 2024 zum zehnten Mal. Trotz einer knapp 22 Millionen Werbekampagne stimmten damals 51,6 Prozent der Hamburger*innen gegen Olympia. Zehn Jahre später sieht sich der Hamburger Senat nicht mehr an diesen Entscheid gebunden und plant erneut 18 Millionen für seine Olympiakampagne ein. Kampagnenauftakt waren die sogenannten Bürgerbeteiligungen im November 2025.

    Dazu Eckart Maudrich, Sprecher von NOlympia Hamburg: „2015 haben die Hamburger*innen den größenwahnsinnigen Plänen des Senats einen Riegel vorgeschoben. Eigentlich müsste sich der Hamburger Senat bei den Gegner*innen der Spiele bedanken. Zwischen 2015 und 2024 sind infolge von Coronapandemie und Ukrainekrieg die Bau[1]– und Sicherheitskosten[2] explodiert. Ein gigantisches Milliardenloch im Haushalt wäre die Folge gewesen. Aber der Hamburger Senat ist lernresistent und verschwendet schon wieder Unsummen für eine neue Hamburger Olympiabewerbung“

    „Olympia erzielt 76 Millionen Gewinne”,[3] behauptete Steffen Rülke, Leiter der Hamburger Olympiaprojektgruppe bei der Auftaktveranstaltung der „Bürgerdialoge“ und verschweigt die 6,3 Milliarden Verluste für die öffentliche Hand. Das IOC sei reformiert, die Verträge transparent und das Organisationskomitee zahle nationale Steuern, heißt es von Senatsseite. Unerwähnt bleibt, dass der Senat selbst durch seine Unterschrift unter den Host City Vertrag[4] und die Olympic Charter[5] dafür sorgt, dass die Milliardeneinnahmen des IOC[6] direkt in die Schweiz fließen. Der Hamburger Senat behauptet, der Bund stehe hinter der Bewerbung und verschweigt, dass er zu den derzeitigen Bewerbungskosten keinen Cent an Hamburg überweist[7]. Angesprochen auf die durchschnittlich 1.333 Euro, die ein Ticket bei der Eröffnungsfeier in Paris kostete,[8] konstatiert Rülke (Jahresgehalt 250.000 Euro) zynisch, dass alle Hamburger*innen bei den Langstreckenevents an der Strecke stehen könnten.

    Maudrich: „Olympia ist eine Projekt für die Eliten – nur wenige profitieren davon, enorme finanzielle, soziale und ökologische Folgekosten sind die Kehrseite der Medaille. Schon jetzt driften Mieten in Hamburg in immer krassere Dimensionen ab. Die Armut[9] wächst und immer mehr Menschen bekommen die Folgen des Klimawandels zu spüren. Vor 10 Jahren haben die Hamburger Verantwortung übernommen. Beim Zukunftsentscheid dieses Jahr auch. Wir hoffen, dass sie dies im Mai 2026 bei Olympia ebenso tun werden.”

     

    [1] Cours de Compt: Les Jeux Olympiques et Paralympiques de Paris 2024.Rapport au Parlement. S.36 Der öffentliche Bau-Zuschuss mute um 175% auf knapp eine 500 Millionen erhöht werden

    [2] ebenda: S32 und 34: Das Sicherheitsbudget stieg von 200 Millionen auf auf gut 1.700 Millionen.

    [3] S. Endnote 1. Das zitierte Budget betrifft nur die Eventveranstalterperspektive der Durchführung. Das Ergebnis kommt zustande, weil a) die öffentliche Hand auch dazu bereits gut 200 Millionen zugeschossen hat (S 18 iVm S26) und b) die Sicherheitskosten i.H.v. 1.700 Millionen auf die öffentliche Hand abgewälzt wurden (s. FN 2)

    [4] “…necessary for the Host City, the Host NOC and the OCOG to coordinate with competent Host Country Authorities so that the tax legislation of the Host Country is implemented and applied in a manner that guarantees the achievement of the objectives and results described in §22.2-22.5.” HCC Principles 22.1ff. Gleichlautend auch LA28 und Brisbane32

    [5] 1. Olympic Charter = lex superior. The nat’l gov´t of the country… must submit to the IOC a legally binding instrument by which the said government… guarantees that the country …will comply with & respect the Olympic Charter”; OCR 33 III. 2. Das Organisationskomitee (also auch Hamburg) ist IOC weisungsgebunden,OCR 35, BLR 35. 3. Finanzielle und organisatorische Verantwortung liegt beim Ausrichter: Immediately upon the election…, the IOC enters into an agreement with the elected host and the NOC …”;OCR 36 I 1. The IOC shall have no financial responsibility in respect of the organisation, financing and staging of the Olympic Games other than the contribution determined in the Olympic Host Contract…; OCR 36 II 2

    [6] IOC. Annual Report 2024. Games of a New Era. S.197

    [7] BDrs .23-02040

    [8] s. Endnote 1, S128

    [9] 497 tsd Menschen fallen unter die wohnkostenbereinigte Armutsquote in Hamburg. Der Paritätische 2024: Wohnen macht arm. 2024. 38 tsd Menschen sind wohnungslos in Hamburg. Nagel 2024. Überwindung der Wohnungslosigkeit bis 2030.

    Über NOlympia Hamburg

    NOlympia Hamburg hat sich anlässlich Hamburgs Olympiabewerbung 2015 formiert, um über Risiken und Nebenwirkungen von Spielen in Hamburg kritisch zu informieren. Mitte 2025 musste die Arbeit erneut aufgenommen werden, weil der Senat sich wieder massiv Steuermittel hat genehmigen lassen, um seine Wahrheit über alle Stimmen und Abstimmungsergebnisse hinweg durchzusetzen und dadurch eine ausgewogene Information akut gefährdet ist.

  • Kommentar: Wegners »Alles auf eine Karte«-Strategie ist ein gefährliches Glücksspiel für Berlin

    Zur heutigen Pressekonferenz des Berliner Senats und der Befürworter-Initiative zur Olympiabewerbung erklärt das Bündnis NOlympia Berlin:

    Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner hat heute die Maske fallen lassen. Mit seiner Aussage, Olympia sei »die Antwort auf alles«, offenbart der Senat seine politische Ideenlosigkeit. Wer glaubt, dass ein zweiwöchiges Sportfest die strukturellen Probleme dieser Stadt – von der Wohnungsnot bis zur maroden Verwaltung – löst, streut den Berlinerinnen und Berlinern Sand in die Augen.

    Wirtschaftsinteressen statt Gemeinwohl

    Die heutige Pressekonferenz hat deutlich gemacht, wem diese Spiele wirklich dienen sollen. Wenn Herr Voigt (VBKI) stolz verkündet, dass 50 CEOs und Wirtschaftsverbände »brennen für Olympia«, bestätigt das unsere Kritik: Dies ist ein Eliten-Projekt. Während bei Kita-Plätzen und Sozialausgaben der Rotstift angesetzt wird, fantasiert der Senat von einem »Investitionsbooster«, der erfahrungsgemäß vor allem Baukonzernen und Sponsoren zugutekommt, aber die Mieten für Normalverdiener weiter in die Höhe treiben wird.

    Milchmädchenrechnung Paris

    Die Behauptung von Herrn Härtel (LSB) und Herrn Wegner, Paris habe nur 0,2 Milliarden Euro öffentliches Geld gekostet, ist eine bewusste Irreführung. Die gigantischen Kosten für Sicherheit, Infrastruktur und die langfristige Instandhaltung werden in dieser Rechnung systematisch ausgeblendet. Berlin kann sich keine Milliarden-Risiken leisten – schon gar nicht, wenn im Haushalt bereits jetzt über »woher wir das Geld nehmen« (O-Ton PK) gestritten wird. Dass Schulsanierungen und eine saubere Spree nun an die Bedingung einer Olympiabewerbung geknüpft werden, ist zynisch. Diese Aufgaben muss der Senat sofort erledigen, nicht erst 2036.

    Demokratie-Simulation statt echter Beteiligung

    Dass die EXPO-Bewerbung nun zugunsten von Olympia »geopfert« wird, ist kein Zeichen von Fokus, sondern von Verzweiflung. Man versucht, jegliche Alternative vom Tisch zu wischen, um den Druck zu erhöhen.

    Besonders kritisch sehen wir die inszenierte »Volksinitiative« des Landessportbundes. Wenn Verbände mit Steuergeldern und hauptamtlichen Strukturen Unterschriften sammeln, hat das nichts mit Graswurzel-Demokratie zu tun. Das ist Astroturfing – eine künstliche Bewegung von oben.

    Wir fordern:

    • Keine Knebelverträge mit dem IOC: Die angeblichen Reformen des IOC sind kosmetischer Natur. Die Verträge bleiben undemokratisch.
    • Ehrliche Kostenwahrheit: Der Senat muss die gesamten Kosten (inkl. Sicherheit und Inflation) offenlegen, statt Paris-Zahlen schönzurechnen.
    • Investitionen ohne Bedingungen: Sanierung von Bädern und Schulen jetzt – unabhängig von einer Bewerbung.

    Wir nehmen die Kampfansage des Senats an. Wenn Herr Wegner sagt, die Stimmung sei »so hoch wie noch nie«, dann laden wir ihn ein, seine Blase aus Wirtschaftsfunktionären zu verlassen und mit den Menschen zu sprechen, die Angst vor Verdrängung und weiteren Sozialkürzungen haben.

  • Kommenatar: Ergebnis einer neuen Umfrage: »Eine klare Mehrheit der Berliner ist gegen Olympia in Berlin«

    Dieses erfreuliche Ergebnis einer selbst in Auftrag gegebenen Umfrage hat der Tagesspiegel heute veröffentlicht.

    Wie er dazu etwas sauertöpfisch brummelt, habe es »Schwarz-Rot in den vergangenen Jahren verpasst«, die Möglichkeit für eine Befragung der Bürger*innen durch die Regierung zu schaffen. So ein »Volksentscheid von oben«, der dem »Volk« die Worte regierungsgerecht in den Mund legt, ist in Berlin tatsächlich nicht möglich. Und zwar aus guten Gründen:

    Wie Professor Hermann K. Heußner in »Prämie auf die Macht« schreibt, ist ein solches Plebizit »keine Form der direkten Demokratie, denn nicht die BürgerInnen entscheiden, wann und über was sie abstimmen. Damit bekommt die Regierung bzw. die Parlamentsmehrheit entscheidende Trümpfe in die Hand: Sie entscheidet einseitig über Inhalt, Formulierung und Zeitpunkt der Abstimmung.«

    Auch aus diesem Grund hatten beispielsweise die NOlympia-Aktiven in München kaum eine Chance (s. dazu unsere Pressemitteilung vom 27. Oktober 2025). Wen wunderts, dass der von oben »betreute« Volksentscheid besonders bei Akteuren beliebt ist, die ansonsten eher nicht als Fans der direkten Demokratie in Erscheinung treten.

    Christian Latz (Tagesspiegel): »Neue Umfrage zu Olympia: Klare Mehrheit der Berliner lehnt Spiele in der Hauptstadt ab« (24.11.2025), Professor Hermann K. Heußner: »Prämie auf die Macht«

  • Christian Latz (Tagesspiegel): »Berlin kann es nicht«: Bündnis startet Volksbegehren gegen Olympia-Bewerbung [€]

    Olympia-Gegner wollen schon bald Unterschriften gegen eine Berliner Bewerbung sammeln. Der Zeitplan scheint kalkuliert und bedeutet für Berlins Traum von den Spielen eine besondere Gefahr.
    Zum Artikel

  • Pressemitteilung: Blauer Dunst in München. »Volksbefragungen von oben« taugen nichts

    Das Bündnis NOlympia Berlin erklärt zum Ergebnis der Olympia-Volksabstimmung in München:

    Nachdem die Münchner Bevölkerung monatelang unter medialem Olympiadauerfeuer stand, haben sich am Sonntag rund 300.000 Menschen (66,4%) in einem von der Münchner Gemeinde initiierten Bürgerentscheid für eine Bewerbung für die Olympischen Wettkämpfe 2036/40/44 ausgesprochen.

    Das Ergebnis bestätigt die Warnung von Verfassungsrechtlern, dass Regierungen keine »Volksbefragungen von oben« durchführen sollten. Solche Plebiszite sind keine gute Form der direkten Demokratie, da die Regierung einseitig über den Inhalt, die Formulierung und den Zeitpunkt der Abstimmung entscheidet und das Blaue vom Münchner Himmel herunter versprechen kann. Die Gegenseite ist strukturell benachteiligt, ihre Argumente finden wenig Gehör.

    Angesichts dieses strategischen Vorteils der Münchner Regierung sind die 33,6 % Nein-Stimmen immer noch ein zu schlechtes Ergebnis in Anbetracht der zu erwartenden Milliardenausgaben und der sonstigen, üblicherweise mit Olympia verbundenen Probleme. Es ist auch damit zu rechnen, dass die Begeisterung nachlässt, wenn sich die Versprechen allmählich als blauer Dunst erweisen und die Nachteile deutlich werden.

    Eine Berliner Bewerbung wird jedenfalls ad absurdum geführt. Sie soll von einem schwachen, erfolglos agierenden Senat ohne jegliche demokratische Legitimierung durchgezogen werden. Der Senat will – noch vor der kommenden Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses – vollendete Tatsachen schaffen. Das erfolgt angesichts einer deutlich höheren Verschuldung Berlins mit fast 70 Mrd. EU (München 10 Mrd. EU), trotz riesiger ungelöster Aufgaben in fast allen Politikfeldern der Stadt.

    Wir fordern den Senat auf: Ziehen Sie die nationale Bewerbung für die Olympischen Spiele 2036/40/44 sofort zurück! Beenden Sie alle Aktivitäten in der Berliner Verwaltung, die diese Bewerbung weiter forcieren könnten. Ersparen Sie den Berlinerinnen und Berlinern diesen lächerlichen millionenschweren Krampf! Es gibt viel zu tun in Berlin außerhalb olympischer Spielereien, packen Sie dort an!

  • Pressemitteilung: Das gigantische Umverteilungsprojekt Olympia wirft seine Schatten voraus. CDU-SPD-Senat will Millionen für Bewerbung verschleudern

    Der Senat beschließt heute, eine sogenannte »zentrale Steuerungseinheit« für die Bewerbung um Olympische Spiele einzurichten. Die voraussichtlichen Kosten bis 2027 betragen derzeit 6 Millionen Euro.

    Bereits jetzt zeigt sich, dass die Olympiabewerbung zulasten des regulären Sportbetriebs und anderer dringender Aufgaben in der Stadt geht. Stellen, die dringend für andere Aufgaben benötigt werden, werden einfach der »Steuerungseinheit« zugeschlagen. Wo diese nun eingespart werden sollen, bleibt unklar. Das Umverteilen der Ressourcen zeigt: Berlin hat kein Geld für dieses elitäre Prestigeprojekt.

    Die Hauptfunktion der »Steuerungseinheit« und des dazugehörigen Kuratoriums – die »Einbindung und Überzeugung der Berliner Bevölkerung« von der Notwendigkeit Olympischer Spiele – zeugt von einem defizitären Politikverständnis. Bezeichnend ist, dass der Senat die Stadtgemeinschaft lediglich »einbinden« will – ein Begriff, der verdeutlicht, wie fern ihm echte Beteiligung der Bürger*innen ist. Die Bevölkerung wird nicht als mündiger Akteur verstanden, sondern soll offenbar durch das neue »Indoktrinationskomitee« gesteuert werden. Seinem Olympiakonzept scheint er in dieser Beziehung selbst nicht viel zuzutrauen. Immerhin hier zeigt er Realitätssinn.

    Tatsächlich meidet der Senat systematisch die Beteiligung von Abgeordnetenhaus und Zivilgesellschaft an zentralen Entscheidungsprozessen. Der Grund liegt auf der Hand: Frühere Bewerbungsversuche haben gezeigt, dass die Berliner*innen wohlweislich keine Olympischen Spiele in ihrer Stadt wollen.

    Dazu Klara Schedlich (MdA Bündnis 90 / Die Grünen):

    »Diese 6 Millionen Euro werden an anderer Stelle fehlen! Man sollte das Geld jetzt lieber in die Sanierung und den Bau von Sportstätten stecken. Da gibt es große Bedarfe und es sollte die Priorität sein, dafür zu sorgen, dass alle Schulen und Vereine gute Hallen und Plätze zur Verfügung haben. Für eine nicht besonders aussichtsreiche Bewerbung so viel Geld auszugeben, ist mehr als verantwortungslos.«

    Dazu Dr. Gabriele Hiller (DIE LINKE):

    »Der vom Senat vorgelegte Beschluss widerspricht dem Prinzip demokratischer Mitbestimmung durch das Parlament. Hier sollen Mittel zur freien Verfügung gestellt werden – ohne parlamentarische Kontrolle. Der Senat will Fakten schaffen, ohne Bevölkerung und Parlament einzubeziehen. Wir lehnen ein solches Vorgehen entschieden ab!«

  • Pressemitteilung: Nein zur Olympiabewerbung! Berlin hat andere Probleme

    Der Senat hat heute einen Beschluss gefasst, der die Bewerbung Berlins für Olympische Spiele 2036/40/44 unwiderruflich machen soll. Es werden Maßnahmen, Veranstaltungen, Mittel in ungenannter Höhe angekündigt, die dazu zur Verfügung stehen sollen. Personal, ja eine Zentrale Steuerungseinheit, wird in Aussicht gestellt, um die Bewerbung zu forcieren. Im September 2026, also kurz vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin, soll die endgültige Bewerbung eingereicht werden.

    Man wundert sich. Hat dieser Senat keine anderen Probleme? Weiß er um die Beschaffenheit des öffentlichen Nahverkehrs? Kennt er die über siebzig maroden Brücken dieser Stadt? Kennt er den Sanierungsbedarf von Schule, Schwimmbädern, Sportanlagen in dieser Stadt? Weiß er um die Beschaffenheit der Hochschulen, der Theater, Museen? Kennt er die Wohnungsnot? Weiß er, wie geflüchtete Menschen hier untergebracht werden? Und dann setzt er solche Prioritäten?

    Wir als Bündnis NOlympia Berlin halten diesen Beschluss für einen perfiden Versuch, von den Problemen des Landes Berlin abzulenken. Stattdessen manövriert er die Stadt noch tiefer in die Schuldenfalle.

    Es geht dem Senat nicht wirklich um die Verbesserung der Lebensbedingungen der Berliner*innen, sondern darum, von diesen abzulenken, sich zu inszenieren und vermeintliche Erfolgsmeldungen vermitteln zu können. Die Olympiabewerbung ist nichts anderes als eine kollektive Realitätsflucht der gescheiterten CDU-SPD-Regierung.

    Wir von NOlympia Berlin werden es dazu nicht kommen lassen.

    Volksentscheid jetzt!

  • Sigrun Franzen / Rainer Schmitz (Spiegel): Berliner Olympia-Debatte. Warum Berlin auf die Spiele verzichten sollte (2015)

    Soll sich die deutsche Hauptstadt für die Olympischen Sommerspiele 2024 beziehungsweise 2028 bewerben? Hier erklären zwei Mitglieder des Berliner NOlympia-Bündnisses, warum sie dagegen sind.
    27.02.2015, 13.21 Uhr
    Zum Artikel

  • Pressemitteilung: LSB-»Volksinitiative« ist ein Plebiszit ›von oben‹. Echte Bürgerbefragung geht anders

    Der Landessportbund Berlin (LSB) hat am 2. Juli 2025 seine Volksinitiative zur Austragung Olympischer Spiele (OS) in Berlin gestartet. Damit sich das Berliner Abgeordnetenhaus (AGH) mit dem Anliegen befasst, müssen innerhalb von sechs Monaten mindestens 20.000 wahlberechtigte Berliner*innen ab 16 Jahren den Aufruf unterstützen. Ziel der Initiative ist es, einen Beschluss des AGH für eine Bewerbung für OS zu erreichen.

    Dazu das Bündnis NOlympia Berlin:

    Die vom Landessportbund gestartete Volksinitiative ist nichts weiter als eine Demokratiesimulation. Dem LSB geht es als Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nicht um echte Mitbestimmung, sondern vor allem darum, dem Senat Rückendeckung zu verschaffen und eine Bewerbung politisch abzusichern.

    Echte Beteiligung der BerlinerInnen setzt Diskussion voraus. Sie erfordert die Offenlegung aller Pläne und eine seriöse Folgenabschätzung. Eine echte Beteiligung der Bevölkerung würde auch Alternativentscheidungen zulassen. Eine Bewerbung wie die zu Olympischen Spielen, die sich über einen Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren erstreckt, braucht die Unterstützung einer großen Mehrheit der Bevölkerung. Eine Volksinitiative reicht nicht. Wenn sich Berlin bewirbt, muss, so wie es auch der DOSB fordert, eine echte Bürgerbefragung stattfinden.

    Dass eine Olympiabewerbung, wie behauptet wird, den Schul- und Breitensport fördert, ist ein oft wiederholtes Märchen. Das zeigen auch die Spiele in London 2012, wo das Versprechen, die Nation insgesamt fitter zu machen, krachend gescheitert ist. Wir sind überzeugt: Es wird kein einziges Schwimmbad, keine neue Schulsportanlage für die Berliner Bevölkerung entstehen. Neubauten stünden ohnehin im eklatanten Widerspruch zu allen Einsparungsmaßnahmen, die in der Stadt gegenwärtig in allen gesellschaftlichen Bereichen vorgenommen werden.

    Ökonom Oliver Holtemöller warnt: Berlin würde wirtschaftlich unter Olympia leiden

    Berlin hat bereits jetzt über 67 Mrd. EU Schulden. Die Finanzierung der Spiele mit ungeklärten Beteiligungen durch das privatwirtschaftlich agierende IOC, durch unbekannte private Investoren und durch die Bundesregierung würde den Schuldenberg massiv erhöhen und unsere Stadt tiefer in die Abhängigkeit von Banken treiben. Die Konzentration auf die Olympischen Spiele zöge unweigerlich Benachteiligungen in allen anderen Bereichen nach sich, so in der Bildung, in der Kultur, im Sozialen, in der Verkehrsinfrastruktur. Die soziale Schieflage in der Stadt würde weiter verstärkt. Es darf Berlin nicht so gehen wie beispielsweise Rio de Janeiro nach den Spielen 2016: »An Olympia ist die Stadt […] zerbrochen. Sie hat für eine knapp dreiwöchige Party ihre letzten Finanzreserven zusammengekratzt. Das Geld fehlt jetzt in den Schulen, den Unis, in den Krankenhäusern und der Rentenkasse und vor allem bei der öffentlichen Sicherheit.« (SZ, 13.7.2018)

    • Olympische Spiele lösen in Berlin kein einziges Problem!
    • Im Gegenteil: Olympische Spiele schaffen neue Probleme!

    Ein NEIN zu Olympischen Spielen ist ein JA zu Berlin!

  • NOlympia Berlin Ankündigung

    Das Bündnis NOlympia Berlin hat angekündigt, ein Volksbegehren gegen die Austragung der Olympischen Spiele in Berlin zu starten. Hintergrund ist die geplante Bewerbung Berlins gemeinsam mit Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein für die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Das Bündnis kritisiert unter anderem die hohen Kosten, die soziale Ungerechtigkeit und die ökologischen Auswirkungen einer solchen Großveranstaltung. Unterstützt wird NOlympia Berlin von verschiedenen Organisationen, darunter Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE, Grüne Jugend, Jusos, NABU, NaturFreunde Berlin und Berliner Wassertisch.

    Mehr Informationen finden Sie in der Pressemitteilung der NaturFreunde Berlin: https://www.naturfreunde-berlin.de/nolympia-berlin-buendnis-kuendigt-volksbegehren-gegen-austragung-olympischen-spiele-berlin