Presseschau

  • Presseschau: Ergebnis einer neuen Umfrage: »Eine klare Mehrheit der Berliner ist gegen Olympia in Berlin«

    Dieses erfreuliche Ergebnis einer selbst in Auftrag gegebenen Umfrage hat der Tagesspiegel heute veröffentlicht.

    Wie er dazu etwas sauertöpfisch brummelt, habe es »Schwarz-Rot in den vergangenen Jahren verpasst«, die Möglichkeit für eine Befragung der Bürger*innen durch die Regierung zu schaffen. So ein »Volksentscheid von oben«, der dem »Volk« die Worte regierungsgerecht in den Mund legt, ist in Berlin tatsächlich nicht möglich. Und zwar aus guten Gründen:

    Wie Professor Hermann K. Heußner in »Prämie auf die Macht« schreibt, ist ein solches Plebizit »keine Form der direkten Demokratie, denn nicht die BürgerInnen entscheiden, wann und über was sie abstimmen. Damit bekommt die Regierung bzw. die Parlamentsmehrheit entscheidende Trümpfe in die Hand: Sie entscheidet einseitig über Inhalt, Formulierung und Zeitpunkt der Abstimmung.«

    Auch aus diesem Grund hatten beispielsweise die NOlympia-Aktiven in München kaum eine Chance (s. dazu unsere Pressemitteilung vom 27. Oktober 2025). Wen wunderts, dass der von oben »betreute« Volksentscheid besonders bei Akteuren beliebt ist, die ansonsten eher nicht als Fans der direkten Demokratie in Erscheinung treten.

    Christian Latz (Tagesspiegel): »Neue Umfrage zu Olympia: Klare Mehrheit der Berliner lehnt Spiele in der Hauptstadt ab« (24.11.2025), Professor Hermann K. Heußner: »Prämie auf die Macht«

  • Presseschau: »Berlin kann sich nicht mal die Schuhe zubinden?« – Dann lasst uns doch einfach barfuß bleiben!

    Atila Altun hat es am 28. Mai 2025 im Tagesspiegel auf den Punkt gebracht: Olympia in Berlin? Na klar – direkt nach dem BER-Update 2048 und dem finalen Pflasterstein in der Friedrichstraße! 🥇

    Aus Sicht des NOlympia-Bündnisses möchten wir an dieser Stelle einfach mal sagen: Danke! Danke für diese ehrliche Momentaufnahme einer Stadt, die so charmant-chaotisch ist, dass sie schon beim Bewerbungsschreiben ins Stolpern gerät. Und das ist nicht mal böse gemeint – wir lieben Berlin ja gerade deshalb.

    Die Leser*innen-Kommentare unter dem Artikel? Ein Goldregen aus Alltagswitz und Realismus. Von „Schuhe zubinden klappt nicht“ bis „Olympia? Eher ein Seilspringen mit Bürokratie und Haushaltslöchern“ ist viel Humor dabei. Dabei wird nicht vergessen, was Berlin aktuell hat; nämlich bröckelnde Turnhallen, überforderte Sportvereine und Trainerinnen, die mit einem Fuß im Ehrenamt und dem anderen in der maroden Sportstätte stehen.

    Was wir vorschlagen? Statt Milliarden für fünf Ringe und das IOC lieber Investitionen in das, was schon da ist – echte Teilhabe für alle Berliner*innen, faire Bezahlung im Sport, barrierefreie Zugänge und eine Sportstadt für alle. Berlin braucht keine Olympischen Spiele, um sportlich zu sein. Berlin braucht Mut zur Realität – und die fängt bei Schuhen an, die man sich selbst gebunden hat.

     

  • Presseschau: Oops, we did it again?

    1993 war kein Ende – sondern der Anfang einer anderen Vision für Berlin.

    Der Traum von Olympia ist in Berlin nicht neu – genauso wenig wie seine Brüche. 1993 platzte die Bewerbung für die Spiele 2000, mitten im Berliner Aufbruch nach der Wende. Der Artikel auf goolazo.berlin erinnert eindrücklich daran, wie sich Hoffnungen, aber auch Ängste und Widersprüche in der Stadt verdichteten. Damals fehlte es an Transparenz, an Beteiligung, an einem realistischen Blick auf das, was Olympia wirklich bedeutet. Die Absage war kein Zufall – sie war ein Ausdruck des demokratischen Widerstands gegen eine Idee, die über die Köpfe der Menschen hinweg entschieden wurde.

    Heute, 2025, stehen wir wieder an diesem Punkt – und wieder ruft eine Berliner Stadtregierung nach den Olympischen Spielen. Doch vieles hat sich verändert: Die sozialen Verwerfungen sind sichtbarer denn je, unsere Sportinfrastruktur bröckelt, Trainer*innen und Vereine arbeiten am Limit, während Prestigeprojekte die öffentliche Aufmerksamkeit binden.

    Aber auch der Widerstand hat sich verändert. Aus der Erfahrung von 1993 ist ein Bewusstsein gewachsen. Das NOlympia-Bündnis 2025 ist kein bloßes „Dagegen“, sondern ein Raum für neue Perspektiven: für demokratische Mitbestimmung, für den Schutz unserer Lebensräume, für eine Sportstadt, die von unten kommt – inklusiv, solidarisch und nachhaltig.

    Was 1993 als Scheitern galt, begreifen wir heute als Chance. Es liegt an uns, diesen Weg fortzusetzen – mit Mut, mit klarem Blick und mit der Hoffnung, dass Berlin mehr sein kann als nur eine Kulisse für ein Milliarden-Event.

    Für eine Sporthauptstadt für alle – nicht nur für Olympia.

     

  • Presseschau: Stimmungsmache für Olympia im Tagesspiegel. Olympiablindheit in Zeiten des Mangels

    Anke Myrrhe entwirft in ihrem Kommentar vom 25. Juli 2025 ein glitzerndes Bild von Olympia in Berlin: ein Sportfest, das angeblich allen guttut. Doch ihr Plädoyer verkennt grundlegende Realitäten, die gerade den Berliner Breitensport und die sozialen Grundlagen der Sportförderung betreffen.

    Die Autorin feiert die Fantasie, mit der sich Berlin „Olympia-Meilen“ und „unvergessliche Bilder“ schaffen könnte – und übergeht dabei, dass die sportliche Infrastruktur dieser Stadt seit Jahren verfällt. In zahllosen Stadtteilen bröckeln Turnhallen, Schwimmbäder sind marode oder geschlossen, und bereits heute fehlt das Geld für die Sanierung dringend benötigter Anlagen. Der vom Landessportbund selbst bezifferte Sanierungsstau in Höhe von 411 Millionen Euro ist kein ideologisches Argument der Grünen, sondern ein Ausdruck jahrelanger Austeritätspolitik, die öffentlichen Raum und soziale Infrastruktur systematisch unterfinanziert hat.

    Gleichzeitig fehlt es nicht nur an funktionierenden Orten, sondern auch an Menschen, die dort arbeiten: Trainer*innen, Übungsleiter*innen, Sozialarbeiter*innen in Sportkontexten – sie alle kämpfen mit prekären Beschäftigungsverhältnissen. Viele sind als Honorarkräfte tätig, oft ohne soziale Absicherung, mit zu geringen Stundenkontingenten und kaum Aufstiegschancen. Diese Personen sollen laut Myrrhe von Olympia „mitgerissen“ werden. Doch wie, wenn ihnen bereits heute die Zeit und Mittel fehlen, um das existierende Vereinsleben aufrechtzuerhalten?

    Gerade Kinder und Jugendliche profitieren von kontinuierlicher, pädagogisch fundierter Betreuung – nicht von einem Strohfeuer medialer Großereignisse. Dass kurzfristige Mitgliederanstiege in Frankreich nach Olympia ein nachhaltiges Engagement bedeuten, ist keineswegs belegt. Ohne stabile Strukturen, ausreichende Finanzierung und Personal werden solche Effekte verpuffen. Olympia wäre hier vor allem eins: ein gigantisches Schaufensterprojekt, das Geld bindet, das an anderer Stelle viel dringender gebraucht wird.

    Besonders problematisch ist der antidemokratische Unterton des Kommentars. Die Forderung, das Volk nicht zu befragen, klingt nicht nur elitär, sie ist auch ein gefährlicher Rückschritt in einer Stadt, die bereits mehrfach deutlich gemacht hat, dass sie kein Olympia will. Statt mit „weniger schlechter Laune“ braucht es mehr Bürgerbeteiligung, mehr demokratische Debatte und ein klares Bekenntnis zu einem sozial gerechten, solidarisch finanzierten Sport für alle – nicht für ein paar VIPs auf der Olympia-Meile.

    Olympia als Lösung zu präsentieren, während die Fundamente des Sportsystems – Personal, Räume, Ausstattung – fehlen, ist zynisch. Es verschiebt den Fokus von den Alltagsproblemen der Sportförderung auf spektakuläre Visionen, die in der Realität kaum einen nachhaltigen Effekt haben werden. Wer tatsächlich will, dass Berlin eine Sportstadt für alle ist, muss nicht Millionen in Bewerbungspapiere und Marketing investieren, sondern in Turnhallen, Löhne und langfristige Förderung.

  • Presseschau: Kritik an Olympia und den Olympischen Spielen

    Diese Presseschau bietet eine Auswahl an Artikeln, Analysen und Beiträgen, die sich kritisch mit der Ausrichtung der Olympischen Spiele auseinandersetzen – mit Fokus auf Medienkritik, Menschenrechte, politische Instrumentalisierung und Umweltaspekte.


    Medienkritik & PR

    – Jens Weinreich (uebermedien): „Alles Schönfärberei“ – Wie deutsche Medien Olympia-PR verbreiten (05.09.2024)
    Jens Weinreich kritisiert, dass viele Medien Olympia-Bewerbungen unkritisch begleiten und PR-Narrative übernehmen.

    – Monitor: Propaganda und Profite“ – Monitor über Olympia in China (20.01.2022)
    Ein Beitrag des WDR-Magazins Monitor zu den Winterspielen 2022 in Peking als Machtdemonstration des Regimes.

    – 4imedia:  Umweltschutz bei Olympia stärken – Rolle der Medien
    Wie PR und Marketing den Fokus auf Nachhaltigkeit mitgestalten könnten.


    Menschenrechte & politische Instrumentalisierung

    – Freiheit: Das Märchen vom unpolitischen Sport (pdf)
    Dossier der Friedrich-Naumann-Stiftung über Sportgroßveranstaltungen als politische Bühne

    – Anne Brasseur (Freiheit): Zwischen Sport und Politik – Warum IOC und FIFA auf Autokratien setzen
    Ein Bericht über die systematische Vergabe an autoritäre Regime.

    – Matthias Friebe und Marina Schweizer (Deutschlandfunk): IOC, FIFA und die Menschenrechte – Der Sündenfall als Wendepunkt?
    Analyse über die Komplizenschaft der Verbände mit autoritären Regimen.


    Umwelt & Nachhaltigkeit

    – Stern: Surfwettbewerb auf Tahiti wegen Umweltzerstörung in Kritik (27.07.2024)
    Proteste gegen Eingriffe in Natur und Küstenlandschaft.

    – Forschung und Lehre: Die unnachhaltigsten Spiele aller Zeiten – Peking 2022 (17.02.2022)
    Kritik am massiven Einsatz von Kunstschnee und ökologischer Bilanz.

    – MDR: Klimabilanz Olympia Paris 2024 (26.07.2024)
    Bericht über die Nachhaltigkeitsversprechen und deren Glaubwürdigkeit.


    Olympia in Deutschland: Historische Last & aktuelle Debatten

    – Sigrun Franzen und Rainer Schmitz (SPIEGEL): Warum Berlin auf die Spiele verzichten sollte. Soll sich die deutsche Hauptstadt für die Olympischen Sommerspiele 2024 beziehungsweise 2028 bewerben? Hier erklären zwei Mitglieder des Berliner NOlympia-Bündnisses, warum sie dagegen sind. (27.02.2015)

    – Udo Ludwig, Thilo Neumann und Jens Weinreich (SPIEGEL): Olympische Spiele in Deutschland – ist das noch realistisch? (13.12.2021) [Paywall]
    Der SPIEGEL analysiert die gesunkene Begeisterung für Olympia in Deutschland.


    Wirtschaftliche Belastungen, Kostenexplosion & Steuergeldverschwendung

    Alexander Kraus (Bund der Steuerzahler): Millionenaufträge waren mündlich erteilt worden. Bund der Steuerzahler Berlin erinnert an beispiellose Steuergeldverschwendung bei Bewerbung um Olympia 2000. (05.07.2025)
    Der Bund der Steuerzahler Berlin nimmt die erneute Diskussion um eine Olympia-Bewerbung Berlins zum Anlass, an die beispiellose Verschwendung von Steuergeldern durch die damalige ,Olympia Berlin 2000 GmbH‘ zu erinnern. ,Es darf diesmal der Regierung nicht wieder so leicht gemacht werden, zusammen mit den beteiligten Wirtschaftsunternehmen die Staatskasse zu plündern‘, sagte der Berliner Vorsitzende des Steuerzahlerbundes, Alexander Kraus. […]
    – Jens Weinreich (SPIEGEL): Olympiabewerbung? Wieviel Steuermillionen/milliarden darf es diesmal kosten? Warum arbeitet dieselbe Agentur für den DOSB und das IOC? Wo ist die angebliche Transparenz? Warum gibt es weder eine Analyse des Dauer-Scheiterns noch gehaltvolle Vorarbeiten? (07.07.2023) [Paywall]

    – Süddeutsche Zeitung: Die Welt ist von Olympia desillusioniert (23.02.2017)
    Überblick über gescheiterte Bewerbungen und Bürgerproteste in Budapest, Graubünden und Hamburg.

    – Boris Herrmann (Süddeutsche Zeitung): Vom Fußballfest in den tödlichen Drogenkrieg. Vor vier Jahren feierte Brasilien ein riesiges Fußballfest, vor zwei Jahren trafen sich die Olympioniken in Rio. Und heute? Eskaliert in der Millionenstadt die Gewalt. Über das Vermächtnis sportlicher Mega-Events. (13.07.2018)
    „[…] An Olympia ist die Stadt dann zerbrochen. Sie hat für eine knapp dreiwöchige Party ihre letzten Finanzreserven zusammengekratzt. Das Geld fehlt jetzt in den Schulen, den Unis, in den Krankenhäusern und der Rentenkasse und vor allem bei der öffentlichen Sicherheit.“
    „[…] Beginnen möchte ich mit […] dem Bericht des Landesrechnungshofes Berlin zu Verschleuderung von öffentlichen Mitteln während der Berliner Olympiabewerbung 2000. Es wurden weitgehend unkontrolliert 51.305.684,12 DM verpulvert […]
     

    Soziale Folgen & Stadtentwicklung

    – Oe24: Mailand verdoppelt Miet-Preise für Olympia. Drei Monate vor den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina explodieren die Mietpreise. Kurzzeitmieten in zentralen Lagen haben sich im Schnitt verdoppelt, in Bormio sogar vervierfacht. (11.11.2025)

    – Zula Götting (Jacobin): Die »soziale Säuberung« von Paris. Paris präsentierte sich während der Olympischen Spiele als Stadt ohne Makel. Für diese postkartenreife Inszenierung wurden Tausende Wohnungslose aus der Innenstadt vertrieben und Menschen ohne Papiere ausgebeutet. (13.08.2024)

    – André Zuschlag (taz): Französischer Aktivist über Olympia „Migranten sollten die Postkartenkulisse nicht stören“. Die Olympischen Spiele von Paris 2024 gelten den nun konkurrierenden deutschen Bewerberstädten und -regionen als Vorbild. Davor warnt Paul Alauzy. (08.08.2025)

    – Oliver Pohlisch (taz): Gentrifizierung vor Olympia. Von New Labour zu New London. Ist der Londoner Olympia-Traum ein humaner Gegenentwurf zu Thatchers unsozialer Docklands-Sanierung? Anspruch und Wirklichkeit einer städtischen Metamorphose. (27.07.2012)

    – rioonwatch: Olympic Legacy in East London: Displacement & Gentrification (25.01.2013)

    – Charlotte Baxter (The Guardian): Displaced by London’s Olympics. (02.06.2008)

    – Centre on Housing Rights and Evictions (COHRE): Fair Play for Housing Right. Schweiz 2007 (pdf).


    Korruptionsaffären

    – ORF: Vor Olympia. Korruptionsaffäre erschüttert Mailand. Rund sieben Monate vor den Olympischen Winterspielen in Italien steht mit Mailand einer der Austragungsorte im Mittelpunkt eines ausgewachsenen Skandals. Es geht um illegale Bauabsprachen und andere Vorwürfe, auch betreffend den Bau des olympischen Dorfs. Die Behörden ermitteln nun gegen Mailands Bürgermeister, den Architekten Stefano Boeri und einen Immobilienentwickler, der die Skyline der Finanzmetropole mitgeprägt hat. (17.07.2025)

    – Felix Lill (ND): Der dunkle Schatten der Sommerspiele von Tokio… Tokios Olympia wurde aber nur für einige wenige eine große Party. Sponsoren bestachen Organisatoren im großen Stil. Im Frühjahr 2023 kamen dann die ersten Gerichtsurteile: Einige Manager von Olympia-Partnern, beispielsweise vom Kleidungshersteller Aoki oder der PR-Firma ADK, haben bereits Haftstrafen erhalten. (23.07.2024)

    – Tim Kanning (FAZ): Tokios Korruption mit Bilderbuch. Neue Volte im Korruptionsskandal rund um die Olympischen Spiele 2020 in Tokio: Ein Politiker der Regierungspartei verteilte offenbar teure Geschenke an die Wahlmänner des IOC. (28.11.2023) [Paywall]

    – Christiane Kaess (Deutschlandfunk): Olympische Spiele Paris 2024. Razzia bei Olympia-OK. Die französische Polizei hat Räume der Organisatoren der Olympischen Spiele in Paris 2024 durchsucht – aufgrund von Korruptionsverdacht bei der Auftragsvergabe. Zudem gibt es Berichte über die Beschäftigung von Arbeitern ohne Aufenthaltspapiere auf den Baustellen. (20.06.2023)

    – Andrea Schültke (Deutschlandfunk): Spiele in Tokio. Anklagen im Olympia-Korruptionsskandal. Der Korruptionsskandal im Zusammenhang mit den Olympischen Sommerspielen 2021 in Tokio weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft Tokio hat mehrere Anklagen erhoben, sowohl gegen Unternehmen als auch gegen Einzelpersonen. (28.02.2023)

    – Tobias Käufer (rnd): Die Fußball-WM und die Olympischen Sommerspiele sollten ein modernes Brasilien zeigen. Doch die Großevents sind vor allem ein Lehrstück für Korruption und Misswirtschaft – sie haben Bauruinen und gesellschaftliche Wunden hinterlassen. (23.01.2022)

    – David Karasek (SRF): Der Geist von Olympia ist in Rio zum Gespenst geworden…. Wenige Wochen nach den Spielen wurde der Gouverneur von Rio, Sérgio Cabral verhaftet. Er verdiente Unsummen bei den olympischen Bauvorhaben mit, was ihm wegen Korruption 300 Jahre Haft einbrachte. Auch Carlos Nuzman, der Chef des brasilianischen Olympischen Komitees, wurde nach den Spielen wegen Korruption verhaftet. (23.07.2021)

    – Jake Adelstein (asiatimes): French probe casts light on dark practices in Tokyo’s Olympics bid. Possible bribes to buy support for Tokyo’s Olympic bid are just the latest scandal to hit the 2020 event (31.01.2019)


    Sponsoring – oft zum Nachteil der regionalen Anbieter

    – Jana Blümler (gründer): Das ist der Goldbrunnen der Olympischen Spiele! Die Olympia-Sponsoren 2024: So profitiert das IOC. (22.07.2024)

    – Florian Puth (Frankfurter Rundschau): Politiker empört über Bier-Entscheidung für Olympia 2026. (21.02.2025)  
    Die großen Sponsoren des IOC dürfen exklusiv ihre Produkte bei den Olympischen Spielen verkaufen. So wird beispielsweise bei den Biathlonwettbewerben in Antholz (Olympische Winterspiele 2026) ausschließlich alkoholfreies Bier vom belgischen Braukonzern Anheuser-Busch InBev (AB InBev), der größten Brauereigruppe der Welt, verkauft werden, da dieser Hauptsponsor der Olympischen Spiele (Worldwide Olympic Partner) ist. Das benachteiligt lokale Brauereien. Zur ,weltweiten olympischen Partnerschaft‘ von IOC und Anheuser-Busch InBev (AB InBev) siehe hier

     


    Eine fragwürdige Organisation: das IOC

    – Nico Horn (DIE ZEIT): Olympiabewerbung: Das IOC bleibt ein Erpresserverein. Die Bundesregierung unterstützt eine deutsche Olympiabewerbung 2040. Das könnte eine gute Idee sein, doch mit diesem IOC darf man sich auf keinen Fall einlassen…. Das IOC bleibt eine Bande. Mit ihr darf sich Deutschland nicht einlassen. (25.07.2025)

    –  Tilo Jung (Jung & Naiv, Folge 722): Jens Weinreich* über das System IOC, Olympische Spiele & Thomas Bach (14.08.2024) (youtube)
    * vgl. auch Jens Weinreichs Blog Sports & Politics, das „führende investigative olympische Medium
    –  Jens Weinreich (Sports & Politics): Vertraulich: alle Bürgschaften und Garantien, die deutsche Volksvertreter dem IOC für München 2018 geben (05.10.2010)

    –  Christian Spiller (DIE ZEIT): Sportrecht. Fünf Ringe zum Geldverdienen. (07.04.2011)


    Militarisierung und Überwachung

    – Théophane Hartmann (Euractiv): Olympische Spiele: Frankreich erlässt umstrittenes Sicherheitsgesetz (19.05.2023)
    Cyprian Lothringer und Roland Götz (DIE ZEIT): Sicherheit in Sotschi: Olympische Festung (30.01.2014)

    Christian Bunke (TELEPOLIS): Olympische Spiele: Chaos durch Privatisierung der Sicherung (26.07.2012)

     

    Podcasts & Analysen

    – WDR5: Das IOC und China – eine unheilige Allianz (Podcast vom 22.01.2022)
    Ein Blick auf Macht, Menschenrechte und Medaillen.

    – Toni Skorić (Freiheit): Wie politisch sind die Olympischen Spiele in Paris? (26.7.2025)
    Ein Beitrag zur politischen Bedeutung der Spiele 2024.