»NOlympia-Kampagne nimmt an Fahrt auf. Statt des Millionengrabs Olympia braucht es Investitionen in die Bildung.
Mit dem Beschluss der Landesdelegiertenversammlung im Herbst vergangenen Jahres beteiligt sich die GEW BERLIN aktiv an der NOlympia-Kampagne gegen eine mögliche Olympiabewerbung Berlins. Gemeinsam mit einer Reihe an Vereinen, Initiativen und Parteien setzt sich unser Landesverband für eine kritische Debatte über die sozialen, finanziellen und ökologischen Folgen ein.
In den vergangenen Monaten hat die Kampagne deutlich an Fahrt aufgenommen. Ein zentraler Schritt war der Auftakt der Unterschriftensammlung zur Einleitung eines Volksbegehrens am 22. April. Ziel ist es, eine breite demokratische Beteiligung sicherzustellen und den Berliner*innen die Möglichkeit zu geben, selbst über die Bewerbung der Stadt zu entscheiden.
Die Kritik an Olympia ist aus Sicht vieler Kolleg*innen berechtigt: Während Schulen unter Personalmangel, maroden Gebäuden und fehlender Ausstattung leiden, sollen Milliardenbeträge in ein internationales Großevent fließen. Olympische Spiele gehören weltweit zu den kostenintensivsten Großprojekten überhaupt. Laut der »Oxford Olympics Study 2024« lagen die durchschnittlichen Kosten der Spiele seit 1960 bei über 12 Milliarden US-Dollar, mit einer durchschnittlichen Kostenüberschreitung von 172 Prozent.
Auch Berlin müsste nach internen Berechnungen der Senatsfinanzverwaltung mit bis zu 16 Milliarden Euro rechnen, ohne langfristige Gewinngarantien.
Gerade Beschäftigte im Bildungsbereich erleben täglich, wie dringend Investitionen in Bildung, soziale Infrastruktur und gute Arbeitsbedingungen gebraucht werden. Die Erfahrungen an anderen Austragungsorten zeigen zudem, dass die versprochenen positiven Effekte für die Berliner Infrastruktur häufig ausbleiben, während öffentliche Kosten und soziale Verdrängung langfristig bestehen bleiben.
Was du tun kannst
Die Beteiligung der GEW BERLIN an der NOlympia-Kampagne knüpft unmittelbar an gewerkschaftliche Forderungen an: Öffentliche Daseinsvorsorge stärken statt Prestigeprojekte finanzieren. Bildung, Wohnen und soziale Infrastruktur müssen Vorrang vor milliardenschweren Eventplanungen haben.
Damit das Volksbegehren erfolgreich wird, braucht die Kampagne jetzt breite Unterstützung in den Betrieben und Schulen. Jede Unterschrift hilft, den Druck für eine soziale und demokratische Stadtpolitik zu erhöhen.
Deshalb unser Appell an die Kolleg*innen: Lasst die Unterschriftenlisten in euren Gesamtkonferenzen, Team- oder Fachbereichssitzungen herumgehen! Hängt die Unterschriftenliste an euer GEW-Brett! Nutzt die Gelegenheit, mit Kolleg*innen ins Gespräch zu kommen und für die Unterstützung des Volksbegehrens zu werben!«
Zum Beitrag von Oliver Claas Heinbockel


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Pünktlich zur Einreichung des Berliner Bewerbungskonzepts Berlin+ wurden die Ergebnisse einer neuen Umfrage des Mitveranstalters der Olympischen Spiele veröffentlicht. Der DOSB-Umfrage nach sinkt die Zustimmung für die Durchführung der Olympischen Spiele in Berlin. Neutralere Umfragen belegen ohnehin die mehrheitliche Ablehnung der Spiele. 