• Stell dir vor, es ist Klimawandel und der Berliner Senat will eine Naturwiese versiegeln und durch Kunstrasen ersetzen

    Jahn Bürger Sportpark LogoHitzewelle macht deutlich: Senat will Pankow zur Hitzeinsel machen

    Eigene Messungen belegen 29 Grad Unterschied zwischen Naturwiese und Kunstrasen – Bürgerinitiative fordert sofortigen Planungsstopp

    Während Berlin in dieser Woche unter einer anhaltenden Hitzewelle leidet, hat die Bürgerinitiative Jahn-Sportpark eigene Temperaturmessungen auf dem Gelände des Jahn-Sportparks in Pankow durchgeführt – mit einem alarmierenden Ergebnis:

    29 Grad Unterschied: Auf derselben Anlage, bei denselben Wetterbedingungen.

    Die Oberflächentemperatur auf der natürlichen Sportwiese betrug 43 Grad Celsius. Auf einer benachbarten Kunstrasenfläche maß die Bürgerinitiative zur gleichen Zeit 72 Grad Celsius.

    Senatsplanung sieht Versiegelung der Sportwiese ab 2027 vor

    Genau diese Naturwiese soll nach den aktuellen Plänen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen ab 2027 im Zuge des geplanten Stadionneubaus am Jahn-Sportpark versiegelt und durch Kunstrasen ersetzt werden. Unter dem Titel „Sanierung und Erweiterung” werden Eingriffe geplant, die nach Einschätzung der Bürgerinitiative die klimatischen und sozialen Qualitäten des Geländes dauerhaft zerstören würden.

    Die Sportwiese ist heute die meistgenutzte Fläche des gesamten Jahn-Sportparks. Täglich treiben dort rund 20 verschiedene Sportgruppen Sport – Yoga, Tai Chi, American Football, Rugby, Kampfsport, Frisbee und mehr. Der Zugang ist kostenlos, vereinsunabhängig und barrierefrei. Die Fläche gilt als einziger barfußtauglicher Sportplatz Berlins.

    Drastische klimatische Folgen für den Kiez

    Prenzlauer Berg und Pankow gehören bereits heute zu den Berliner Kiezen mit der höchsten Hitzebelastung. Grünflächen, die Verdunstungskälte erzeugen und den Boden atmen lassen, sind in diesem Kontext keine Freizeitoption – sie sind Teil der städtischen Klimainfrastruktur.

    Ist die Fläche einmal unter Kunstrasengranulat und Kunststoffbelag verschwunden, lässt sich das nicht rückgängig machen. Kein Stadtentwicklungsplan und kein Förderprogramm bringt gewachsenen Boden zurück, der einmal versiegelt wurde.

    Forderungen der Bürgerinitiative

    Die Bürgerinitiative Jahn-Sportpark fordert:

    • den sofortigen Stopp der laufenden Ausschreibung für den Stadionneubau,
    • den dauerhaften Erhalt der Naturwiese als offene, kostenlose und klimawirksame Fläche,
    • den Verzicht auf jede weitere Versiegelung des Geländes,
    • eine transparente Überprüfung der Planungen unter Beteiligung des Bezirks Pankow und der Stadtgesellschaft.

    Zum Blogbeitrag vom 28. Juni 2026

    Dazu auch der Blogbeitrag vom 11. Juni 2026:

    Die Sportwiese im Jahn-Sportpark soll ab 2027 unter Kunstrasen verschwinden – Bürgerinitiative fordert Stopp der geplanten Versiegelung

    Im Pankower Jahn-Sportpark soll ab 2027 eine der meistgenutzten Flächen auf dem Gelände zubetoniert werden. Unter dem beschönigenden Titel „Sanierung und Erweiterung der Sportwiese“ plant das Land Berlin tatsächlich ihre Versiegelung: Mindestens zwei Drittel der rund 10.000 m² großen Wiese sollen einem Kunstrasenplatz weichen. Die Bürgerinitiative Jahnsportpark fordert sofortigen Stopp und hält das Vorhaben für einen klimaschädlichen Etikettenschwindel auf Kosten der Anwohnerschaft und des Bezirks. Die Zeit drängt: Laut Förderbedingungen soll das Projekt bereits 2027 beginnen.

    Kein „Sanieren“, kein „Erweitern“ – sondern Versiegeln

    Der offizielle Projekttitel ist irreführend. Geplant ist weder eine Sanierung noch eine Erweiterung, sondern der Neubau eines mindestens 6.500 m² großen Kunstrasen-Großspielfelds. Die Wiese soll dabei auf rund 30% ihrer heutigen Größe geschrumpft werden. Finanziert werden soll die Versiegelung ausgerechnet aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität über das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS), mit einer Fördersumme von rund 1,3 Millionen Euro. „Klimaneutrale“ Mittel für die Versiegelung einer Naturwiese einzusetzen, steht im Widerspruch zum Zweck des Programms, Neubauten sind ebenfalls nicht förderfähig. Hinzu kommt, dass von den vom Bezirk Pankow eingereichten Sanierungsprojekten kein einziges im Rahmen des SKS- Programms Förderung bekommen hat, aus unerklärlichen Gründen wird nur das vom Senat eingereichte Versiegelungsprojekt gefördert. Dabei fehlt jeder Euro, der hier investiert wird, anderswo – bei den vielen Sportstätten in der Stadt, die tatsächlich sanierungsbedürftig sind.

    Eine Wiese, die mehr leistet als der gesamte Sportpark

    Die Sportwiese ist niedrigschwellig, offen, kostenfrei, naturnah und damit eine ideale Ergänzung zu den übrigen Angeboten des Jahnsportparks. Rund 20 verschiedene Sportarten finden hier statt: Vom Yoga über Frisbee bis zu American Football und Rugby. Die Wiese ist offen für alle: Kinder, Senior*innen, Familien, Menschen mit Behinderung, Vereinssport und vereinsungebundenen Freizeitsport. Genau hier liegt der zynische Kern des Vorhabens: Das Land Berlin verkauft das Vorhaben als einen Schritt zu einer „inklusiven Sportanlage“ und zerstört dafür einen Ort, der bereits heute gelebte Inklusion ist.

    Dieser Wert ist vielfach belegt: Über 1.000 Menschen unterzeichneten 2023 binnen kürzester Zeit eine Petition für ihren Erhalt. Auch das Bezirksamt Pankow mahnte im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan 3-87: „Weiterhin ist der Erhalt der Sportwiese anzustreben, sie entlastet den Mauerpark und mindert Nutzungskonflikte.” [1]

    Hitzeinsel statt Klimaanpassung

    In Zeiten von Hitzesommern ist die Versiegelung der Wiese auch ein klimapolitischer Offenbarungseid. Messungen der Bürgerinitiative an Hitzetagen belegen: Während sich die Naturwiese auf rund 39 °C erwärmt, heizen sich Kunstrasenflächen zur gleichen Zeit auf bis zu 65 °C auf. Die Wiese kühlt ihre Umgebung durch Verdunstung, ein Kunstrasen kann das nicht leisten. Auch hierzu äußerte sich das Pankower Gesundheitsamt kritisch: „Die aktuelle Hitzebelastung für dieses Gebiet ist bereits erhöht und eine Bodenentsiegelung, nicht eine Verdichtung durch die Bebauung, wären daher aus gesundheitlichen Aspekten zu fordern. [Es ist] zu überlegen, die Nutzung auf lokal zu nutzende Sportangebote zu begrenzen und den Anteil an unversiegelten Grünflächen zu erhöhen.“ [2]

    Faktencheck: Gebrochene Zusagen

    Senatsvertreterinnen haben den Erhalt der Wiese öffentlich zugesichert. So erklärte Staatssekretärin Nicola Böcker-Giannini: „Bei der Sportwiese ist es ganz klar so ausgewiesen, dass sie in einer vergleichbaren Größe geplant wird”, Staatssekretärin Petra Kahlfeldt versicherte: „der Erhalt der Sportwiese oder die Schaffung eines vergleichbaren Angebots in mindestens gleicher Größe und Qualität”[3] sei aufgenommen. Statt „vergleichbarer Größe” ist nun eine Verkleinerung auf rund ein Drittel geplant, statt „gleicher Qualität” ein Kunstrasen. Mit der ab 2027 geplanten Versiegelung werden diese Versprechen damit gebrochen.

    Ein Neustart ohne Stadionneubau – mehr Platz für Vereine und Bürger

    Bislang wurde in allen Planungen unhinterfragt am Neubau eines Stadions festgehalten. Dabei lohnt es sich, diese Prämisse grundsätzlich zu hinterfragen. Weder das alte noch das geplante neue Stadion war oder wäre je wirklich ausgelastet. Gigantische Summen für ein Bauwerk, das an den meisten Tagen des Jahres leer steht – während gleichzeitig eine der beliebtesten Freiflächen des Kiezes versiegelt werden soll.

    Ein Verzicht auf den Stadionneubau böte eine echte Alternative: Auf der freiwerdenden Fläche ließen sich gleich mehrere neue Sportplätze sowie weitere Infrastruktur für Vereine, Schulen und Bürger*innen schaffen. Die Naturwiese könnte vollständig erhalten bleiben und den Berliner Sporttreibenden könnte insgesamt weit mehr angeboten werden als je zuvor. Nicht zuletzt könnten erhebliche Haushaltsmittel eingespart werden – ein wichtiger Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Steuergeldern.

    Wir fordern:

    • den sofortigen Stopp aller Pläne zur Versiegelung der Sportwiese und den vollständigen Erhalt in ihrer heutigen Größe und Beschaffenheit,
    • den Verzicht auf Bundes- und Landesmittel für ein klimaschädliches und nicht nachhaltiges Versiegelungsprojekt,
    • eine ergebnisoffene Prüfung des B-Plans sowie der vorliegenden alternativen Konzepte, die für Kostenersparnis, Schaffung von zusätzlichen Sportflächen und Nachhaltigkeit stehen und aufzeigen, dass eine Modernisierung des Sportparks auch ohne einen kostenintensiven Stadionneubau möglich ist.

    Quellen:
    [1] S. 590, https://www.parlament-berlin.de/ados/19/IIIPlen/vorgang/d19-2441.pdf
    [2] S. 649-650, https://www.parlament-berlin.de/ados/19/IIIPlen/vorgang/d19-2441.pdf
    [3] Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=5antL7wTcS4; Protokoll: https://www.parlament-berlin.de/ados/19/Sport/protokoll/sp19-006-wp.pdf

  • Olympische Spiele in Berlin? Lasst UNS entscheiden! (Flyer NOlympia Berlin)

    Unterstützen Sie das Volksbegehren für eine Abstimmung über Olympia!

    Der Berliner Senat treibt eine Bewerbung um Olympische Spiele voran. Doch wollen wir das eigentlich?

    Olympia kostet Milliarden
    » Wissenschaftliche Studien belegen: Massive Kostenüberschreitungen sind bei Olympischen Spielen die Regel, nicht die Ausnahme.
    » Schon die Kosten für die innerdeutsche Bewerbung sind rasant von 500.000 auf 6 Mio. € gestiegen.
    » Die Gesamtkosten für die Spiele werden sich auf mindestens 6 Mrd. € + X, wahrscheinlich jedoch auf bis zu 16 Mrd. € oder mehr belaufen.
    » Der Berliner Senat hat bislang keine belastbare und vollständige Kostenaufstellung vorgelegt.

    Finanzierung unsicher
    » Die Kosten für die Olympischen Wettkämpfe binden Haushaltsmittel, die an anderen Stellen wie Schulen, Krankenhäusern, Universitäten, Brücken, im ÖPNV etc. fehlen.
    » Das Internationale Olympische Komitee (IOC) übernimmt keinerlei Haftung. Egal, was passiert: Berlin trägt das volle finanzielle Verlustrisiko.
    » Der Senat spekuliert auf Zuschüsse vom Bund und IOC – aber die sind nicht sicher, und auch der »Bund hat keine magischen Geldquellen« (Ökonom Budzier).
    » Berlin ist mit über 70 Mrd. € verschuldet. Es droht eine Haushaltsnotlage. Olympia würde Berlin (und den Bund) noch tiefer in die Schuldenfalle treiben.
    » Zurückzahlen müssen die Schulden spätere Generationen: Olympische Wettkämpfe sind ein Elitenprojekt auf Kosten der Jugend Berlins.

    Olympia macht Wohnen teurer
    » Sobald eine Stadt den Zuschlag bekommen hat, wächst die Immobilienspekulation.
    » Immobilien und Mieten verteuern sich.
    » Aufwertung bedeutet immer auch Gentrifizierung.
    » Anwohner*innen werden verdrängt, ›Unerwünschte‹ werden aus dem ›Stadtbild‹ vertrieben.
    » Überwachung und Kontrolle des öffentlichen Raums wird vorangetrieben (s. Paris).
    » Der »Olympische Partner« Airbnb befeuert die Wohnungsmisere zusätzlich.
    » Ausgleichsmaßnahmen können nicht mehr finanziert werden, weil schlicht kein Geld mehr da ist.

    Olympia schadet der Sportstadt
    » Sportanlagen und Bäder schieben derzeit einen Sanierungsstau von über 1 Mrd. € vor sich her.
    » Schulsport fällt aus, jeder vierte Drittklässler kann nicht schwimmen.
    » Über 13.000 Kinder stehen auf Wartelisten von Sportvereinen.
    » Das IOC stellt Ansprüche an Sportstätten, die an den Bedürfnissen des Breitensports vorbeigehen.
    » Olympische Spiele haben insgesamt keinen positiven Effekt auf den Freizeit- und Breitensport.

    Olympia bringt keinen wirtschaftlichen Aufschwung
    » Ein Mythos ist, dass Olympische Spiele Wirtschaft und Tourismus ankurbeln. Auch neuere Analysen zeigen bestenfalls kurzfristige und sehr geringe wirtschaftliche Effekte.
    » Viele Besucher*innen meiden Städte während großer Sportveranstaltungen.
    » Die Olympiamilliarden sind nach den Wettkämpfen verbrannt und stehen für echte Wirtschaftsförderung, z. B. durch Investition in Zukunftstechnologien, nicht mehr zur Verfügung.

    Olympische Spiele sind im Kern ein riesiges Umverteilungsprojekt. Gewinne werden privatisiert. Verluste verstaatlicht.

    Olympia ist undemokratisch
    » Der Senat präsentiert Olympia als ein Angebot, das man nicht ablehnen kann. Bei Bürgerbeteiligungen fehlt durchgängig die Möglichkeit, die Spiele abzulehnen.
    » Im Olympiakonzept des Senats wird eine »tragfähige demokratische Grundlage« mit einer entsprechenden Meinungsumfrage des Mitveranstalters DOSB begründet. Umfragen von neutraleren Akteuren ergeben jedoch regelmäßig negative Ergebnisse für Olympia.
    » Auch nach der Präsentation des Olympiakonzepts betrachteten in einer Umfrage nur 32% Olympia »eher« oder »eindeutig« als eine »Chance« (Civey). Das ist weniger als ein Drittel.

    Olympia und Politik
    » Olympische Wettkämpfe haben eine nationalisierende Wirkung, daher auch ihre Beliebtheit bei autoritären Regimen.
    » Bereits bei den ersten modernen Olympischen Wettkämpfen in Athen 1896 wurde das Stadion als »Schlachtfeld der Nationen« beschrieben.
    » Auch heute noch wird der Medaillen-Spiegel als Nationen-Ranking gedeutet.

    Greenwashing: Nachhaltig sind nur die Schäden
    » Der Senat behauptet, klimapositive Olympische Wettkämpfe durchführen zu können. Doch klimapositive Spiele sind ein Widerspruch in sich. Veranstaltungen dieser Größenordnung verursachen immer erhebliche Mengen an Emissionen, benötigen große Flächen und verbrauchen viele Ressourcen.
    » Berlin verfehlt bereits heute seine Klimaziele und steht vor großen Herausforderungen beim Umwelt- und Klimaschutz.
    » Temporäre Bauten und nur auf Olympia zugeschnittene, zusätzliche Infrastruktur stehen im Widerspruch zu langfristigen Klimazielen.

    Das Volksbegehren für einen Volksentscheid

    Wir wollen eine demokratische Abstimmung über die Olympiabewerbung. Der Weg dahin führt über das Volksbegehren:

    »Für Berlin – gegen Olympia.
    Wir sagen Nein
    zu einer Bewerbung um Olympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044!«

    Für den Antrag auf das Volksbegehren brauchen wir bis Oktober 20.000 gültige Unterschriften.

    Unterschriftenliste (pdf)
    Ausdrucken – handschriftlich ausfüllen –
    das Original per Post an die NaturFreunde Berlin

    Danach folgt das Volksbegehren, für das ca. 170.000 Unterschriften nötig sind.

    Am Ende steht der Volksentscheid, bei dem alle Wahlberechtigten Berlins abstimmen können.

    Kontakt:

    NOlympia Berlin
    c/o NaturFreunde Berlin
    Paretzer Str. 7
    10713 Berlin
    Telefon: 030 810 560 250
    Email: info@nolympia.berlin
    Website: nolympia.berlin

    Mastodon
    Bluesky
    Instagram

    Zum druckfähigen Flyer (pdf)

  • Learning from Barcelona! »Albtraum Olympia – die Barcelona-Erfahrung für Berlin.«

    »Der Gentrifizierungs-Wahnsinn von Olympia war nur der Anfang. Barcelona gehört heute zu den teuersten Städten Europas mit einer Tourismus-Dichte, die das alltägliche Leben in der Altstadt unmöglich macht.[…] Wir sollten in Berlin auch jetzt nichts verpassen und uns mit aller Macht gegen die Olympiapläne zur Wehr setzen. Sonst können wir demnächst unseren Besuchern auch zeigen, wo es in Berlin mal cool war, bevor die Bulldozer kamen.« Zum Artikel von Florian Schmid im Neuen Deutschland

  • »Klimapositive« Spiele? Alles nur heiße Luft!

    Der Berliner Senat verspricht vollmundig »klimapositive« Olympische Spiele, doch er kann nicht mal die Frage nach einer prognostizierten Gesamt-CO2-Bilanz beantworten, ebenso wenig benennt er Emissionsziele, Einsparpotenziale oder Kompensationsbedarfe. Kurz: Es riecht nach Greenwashing.

    »Nachhaltige Olympische Spiele in Berlin. Golden glänzen nur die Ankündigungen.Berlin verspricht „klimapositive“ Spiele auszurichten. Doch wie das gelingen soll, vermag der Senat nicht zu beantworten.« (Taz, 16.6.2026)

    Davon mal abgesehen: Wie »klimapositiv« ist es, für Olympische Spiele Wald zu vernichten (Stichwort: Kienbergpark)

  • Stefan Ziller (Grüne Fraktion Berlin) zum Skandal Kienbergpark (8. Juni 2026)

    »Der Senat hat erst begonnen, den Kienbergpark mit über 13.000 neu gepflanzten Gehölzen ökologisch aufzuwerten – jetzt soll für eine olympische Mountainbike-Strecke genau dieser Wald wieder plattgemacht werden. Dies wurde anlässlich der Baurundfahrt des Hauptausschusses bestätigt. Das ist nicht nur ein ökologischer Irrsinn, sondern macht das Berliner Ökokonto als Instrument nachhaltiger Stadtentwicklung zur Farce. Ich fordere den Senat auf, diese Pläne sofort zu stoppen.« (Originalbeitrag auf Mastodon)





    Kommentar NOlympia Berlin: Nachhaltig an Olympischen Spielen sind nur die Schäden!

  • SKANDAL: Renaturierung am Kienbergpark in Gefahr!

    Gemeinsame Pressemitteilung von Manuela Neubert Spitzenkandidatin für die BVV Marzahn-Hellersdorf und Pascal Grothe Fraktionsvorsitzender der BVV-Fraktion – Bündnis 90/Die Grünen

    SKANDAL: Für Olympia soll gerade renaturierter Kienbergpark wieder zerstört werden

    Der Senat hat erst begonnen, den Kienbergpark mit über 13.000 neu gepflanzten Gehölzen ökologisch aufzuwerten – jetzt soll für eine olympische Mountainbike-Strecke genau dieser Wald wieder plattgemacht werden. Das ist nicht nur ein ökologischer Irrsinn, sondern macht das Berliner Ökokonto als Instrument nachhaltiger Stadtentwicklung zur Farce. Wir fordern den Senat auf, diese Pläne sofort zu stoppen.

    Erst im Januar 2024 hat Grün Berlin im Kienbergpark mit der Umsetzung umfangreicher Kompensationsmaßnahmen im Rahmen des Berliner Ökokontos begonnen. Auf 9,1 Hektar werden bis 2029 für rund 4,7 Millionen Euro ein stabiler Laubmischwald aufgebaut, vielfältige Waldränder angelegt und artenreiche Offenlandflächen entwickelt. Das Geld dafür kommt aus öffentlichen Mitteln – vorfinanziert durch das Sondervermögen Infrastruktur der Wachsenden Stadt (SIWA), refinanziert durch Bauvorhaben, die anderswo in die Natur eingreifen.

    Das Berliner Ökokonto ist ein zentrales Instrument, um Berlins Wachstum mit Naturschutz zu verbinden: Bevor Flächen für den Wohnungsbau oder andere Projekte versiegelt werden, werden an anderer Stelle Ausgleichsmaßnahmen bevorratet. Der Kienbergpark ist eines dieser Ausgleichsprojekte – ihm wurden bereits zwei konkrete Bauvorhaben zugeordnet, die auf seine Ökokonto-Punkte angewiesen sind. Wird der Park nun für eine Mountainbike-Strecke umgebaut, bricht das gesamte System zusammen: Die Ausgleichspunkte entfallen, die Refinanzierung scheitert, und Berlin verliert wertvolle Jahre im Naturschutz. Das darf nicht passieren.«
    Zum Beitrag

  • Ringen um Olympia: Könnte Berlin das größte Sportereignis der Welt stemmen?

    Anja Volkwein (Augsburger Allgemeine):

    Hamburg ist nach einem Volksentscheid raus, bleiben München, die Rhein-Ruhr-Region und Berlin. Doch ausgerechnet in der Hauptstadt klemmt es noch. Der Stand der Olympiapläne.

    Zum Artikel

  • Rabe Ralf: Olympia­märchen 36, 40, 44. Hundert Jahre Nazi-Spiele?

    Cartoon Bär

    »Seit mehr als 30 Jahren versuchen Berliner Senate, der Stadt die olympischen Wettkämpfe aufzudrängen. Doch allem Hurra-Olympismus der jeweiligen Bewerbungskonzepte zum Trotz blieb den Berliner*innen der olympische Elitenkult bislang ziemlich schnurzpiepe. Das ist bei der diesjährigen Kampagne für die Spiele von 2036, 2040 oder 2044 nicht anders. Auch in der jüngsten Civey-Umfrage vom 21. Mai sehen weniger als ein Drittel (32 Prozent) die Wettkämpfe ›eindeutig‹ oder ›eher‹ als ›Chance‹.

    Hundert Jahre Nazi-Spiele

    Geschmacklos wird die jetzige Bewerbung durch den mitanvisierten Termin 2036 – genau 100 Jahre nach den Nazi-Spielen von 1936, die laut dem Politikwissenschaftler und Historiker Peter Reichel einen „stimmungsmäßigen Höhepunkt nationalsozialistischer Herrschaft“ darstellten. Der Gründer des Internationalen Olympische Komitees (IOC), Pierre de Coubertin, formulierte damals in seiner Schlussrede, dass die olympische Idee 1936 ihre Weihe erhalten habe. Allein wegen der propagandistischen Beihilfe für die Hitlerdiktatur wäre eigentlich ein ewiges Betätigungsverbot für das IOC in Berlin angemessen…..«
    Zum ganzen Beitrag

  • Umfrage des DOSB ergibt: Zustimmung für Olympische Spiele in Berlin sinkt.

    Berliner Bär sitzt vor verlassenem Olympia StadionPünktlich zur Einreichung des Berliner Bewerbungskonzepts Berlin+ wurden die Ergebnisse einer neuen Umfrage des Mitveranstalters der Olympischen Spiele veröffentlicht. Der DOSB-Umfrage nach sinkt die Zustimmung für die Durchführung der Olympischen Spiele in Berlin. Neutralere Umfragen belegen ohnehin die mehrheitliche Ablehnung der Spiele. 
    Johannes Verch, Vertrauensperson des Volksbegehrens: »Wir sind davon überzeugt, dass mit dem gerade veröffentlichen Armutsbericht* die Zustimmung in Berlin weiter sinken wird. Die Berliner*innen verstehen sehr wohl, dass milliardenverschlingende Olympische Spiele die soziale Ungleichheit weiter verschärfen würden. Bei unseren Sammelaktionen kommen viele Menschen, die sich bislang nicht repräsentiert fühlten, auf uns zu und danken uns, dass wir ein Volksbegehren gestartet haben.«
    Gabriele Hiller, Vertrauensperson des Volksbegehrens erklärt: »Der Berliner Senat kann auch Bürgerbeteiligung nicht! Ergebnisoffene Gesprächsforen, faire Pro-Kontra-Diskussionen und eine wertschätzende Einbeziehung der Berliner*innen haben zu keinem Zeitpunkt stattgefunden. Auf meine schriftliche Aufforderung an den Regierenden Bürgermeister, unsere Volksbefragung zu unterstützen, reagiert Wegner nicht einmal. Stattdessen sollen bunte Computeranimationen, intransparente, kleingerechnete Kostenvoranschläge, klimageschönte Nachhaltigkeitsversprechen und vollmundiges Heraufbeschwören nationaler Mythen die Inhaltsleere und Dürftigkeit des Berlin+-Konzepts überdecken.«
    Das Bewerbungskonzept Berlins steht auf tönernen Füßen. Es wurde an den Interessen unserer Stadt vorbei entwickelt. Mit einem solchen Ansatz in das DOSB-Bewerbungsverfahren hineinzugehen, zeugt von Größenwahn und Überheblichkeit oder einfach nur von Unvermögen. Wir hoffen, dass die Verantwortlichen im DOSB dieses bemerken und entsprechend honorieren werden.
    Auf dem Umweltfestival der Grünen Liga Berlin am 7. Juni auf der Straße des 17. Juni sammeln unsere Bündnisorganisationen für das Volksbegehren »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung um Olympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044!«
  • Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus: Bewerbung für Olympische Spiele umgehend abblasen!

    Pressemitteilung der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus:

    Mit einer klaren Mehrheit von rund 55 Prozent haben sich die Hamburger*innen gegen eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 und 2044 ausgesprochen.

    Dazu sagt die sportpolitische Sprecherin der Fraktion die Linke Claudia Engelmann:

    »Wir gratulieren den Hamburger*innen zu diesem tollen Ergebnis. Wir haben in Berlin mitgefiebert und am Ende auch mitgefeiert. Die positive Entscheidung ist auch ein Verdienst der versierten Informationsarbeit der Hamburger NOlympia-Initiative sowie der Hamburger Linkspartei, mit der die millionenschwere Jubelkampagne des Senats ausgebremst wurde.

    Die Hamburger*innen ließen sich nicht von leeren Versprechungen, intransparenten Kostenaufstellungen und sinnfreien teuren Drohnenshows einwickeln. So konnte sich am Ende die Vernunft durchsetzen!

    Auch in Berlin lassen sich die Menschen nach über dreißig Jahren erfolglosen, aber kostspieligen Olympiabewerbungen nichts mehr vormachen. Erst recht nicht von dem vollkommen intransparenten Olympiakonzept des Berliner Senats.

    Die Linke fordert den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner auf, keine weiteren Gelder mehr zu verschwenden und die Bewerbung für die Olympischen Spiele umgehend abzublasen! Die Bewerbungsmillionen werden dringend im Sportetat benötigt, um den Schul- und Breitensport zu fördern und den Sanierungsstau bei den Schwimm- und Sporthallen aufzulösen.«

    Zur Pressemitteilung


    NOlympia Berlin sammelt Unterschriften für das Volksbegehren: 

    »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung um Olympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044!« 
    Unterschriftsliste zum Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens:
    Herunterladen – handschriftlich und gut lesbar ausfüllen – das Originaldokument per Post in einem frankierten Brief an die Trägerin des Volksbegehrens senden:
    NaturFreunde Berlin e.V.
    Paretzer Str. 7
    10713 Berlin
  • Olympia – Konzept zum Scheitern

    NOlympia Berlin Logo

    Pressemitteilung:

    Berlin, 1.6.2026: Der Berliner Senat stellt gemeinsam mit Vertreter*innen von Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Leipzig und Rostock das Bewerbungskonzept Berlin+ vor. Das Konzept soll am 4. Juni beim DOSB eingereicht werden.

    Kosten sind intransparent: Den Berliner*innen soll die Katze im Sack verkauft werden. Das Konzept enthält keine belastbare und vollständige Kostenaufstellung. Die Kosten für die Ausrichtung der Olympischen Spiele werden auf vier Bereiche verteilt. Zu zweien – dem Bereich »öffentliche Dienstleistungen« sowie zu den »zusätzlichen, nicht verpflichtenden Maßnahmen« – werden überhaupt keine Summen genannt. Auch die anderen Kalkulationen sind zweifelhaft. 
    Kostensteigerungen sind programmiert: Die Kosten für Olympische Spiele verdoppeln und verdreifachen sich erfahrungsgemäß. Bereits die Bewerbungskosten haben sich schon während des Verfahrens rasant von 500.000 € auf 6 Millionen € verzwölffacht. Insbesondere Baumaßnahmen, egal ob temporärer Neu- oder Umbau, bergen in Berlin immer die Gefahr, mit dem ›BER-Faktor‹ multipliziert zu werden. Das Konzept macht jedoch weder Aussagen zum Verlustpotenzial der Olympischen Wettkämpfe insgesamt noch dazu, wer die zu erwartenden Kostensteigerungen bis zu welcher Summe übernehmen soll. 
    Wohnen wird noch teurer: Die Wohnungsmieten verteuern sich erfahrungsgemäß bereits mit der Nominierung zur Ausrichtung der Wettkämpfe. Durch die mit Olympia regelmäßig verbundenen Gentrifizierungsprozesse wird das Wohnen noch unbezahlbarer, als es ohnehin schon ist. Das Konzept macht keine Angaben, wie es das verhindern will. An die Mieter*innen, immerhin die Mehrheit in der Stadt, denkt der Senat offenbar überhaupt nicht.
    Mangelhafte demokratische Grundlage: Der Senat präsentiert Olympia als Angebot, das man nicht ablehnen kann. Bei Bürgerbeteiligungen fehlt durchgängig die Möglichkeit, die Spiele abzulehnen. Stattdessen beruft sich das Konzept auf eine DOSB-Umfrage als Nachweis einer »tragfähigen demokratischen Grundlage«. Umfragen von neutraleren Akteuren ergeben jedoch regelmäßig negative Ergebnisse für Olympia. Nach der ersten Vorstellung des Bewerbungskonzepts sahen einer Civey-Umfrage gemäß nur 32% der Befragten in den Olympischen Wettkämpfen »eindeutig« oder »eher« eine »Chance« für Berlin. Das ist weniger als ein Drittel!
    Greenwashing: Die Aussage, »klimapositive« Spiele ausrichten zu wollen, ist reines Greenwashing. Mega-Events und Nachhaltigkeit sind ein Widerspruch in sich. Das wird nicht besser, wenn der Senat rund 80mal das Wort »nachhaltig« über sein Olympiakonzept verteilt. Berlin verfehlt bereits jetzt seine Klimaziele und steht vor großen Herausforderungen beim Umwelt- und Klimaschutz.
    »Das Hamburger Ergebnis zeigt, dass die Bürger*innen sehr gut verstehen, dass Großevents wie Olympische Spiele keine Möglichkeit darstellen, strukturelle Probleme der Städte – auch nicht von Rostock, Cottbus oder Leipzig – zu lösen. Dass dieser Hilferuf allerdings durch die Regierenden in Berlin verstanden wird, ist leider nicht zu erwarten. Das Bewerbungskonzept wird die Berliner*innen nicht überzeugen. Spätestens bei dem im April gestarteten Volksbegehren ›Für Berlin – gegen Olympia‹ wird die Olympiabewerbung in Berlin genauso krachend scheitern wie die Hamburgs«, so Gabriele Hiller, Vertrauensfrau des Volksbegehrens des NOlympia-Bündnis.
    NOlympia Berlin sammelt Unterschriften für das Volksbegehren: 
    »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung um Olympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044!« 
    Unterschriftsliste zum Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens:
    Herunterladen – handschriftlich und gut lesbar ausfüllen – das Originaldokument per Post in einem frankierten Brief an die Trägerin des Volksbegehrens senden:
    NaturFreunde Berlin e.V.
    Paretzer Str. 7
    10713 Berlin
  • Hamburg sagt NOlympia! Berlin wird nachziehen!

    NOlympia Berlin Logo

    Pressemitteilung:

    Berlin, 1.6.2026: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat gestern die Bewerbung für die Olympischen Wettkämpfe 2036/40/44 zurückgezogen, nachdem sich eine deutliche Mehrheit in einem Referendum gegen deren Ausrichtung ausgesprochen hat.

    Wir gratulieren den Hamburger*innen zu diesem tollen Ergebnis. Trotz der kostspieligen und penetranten Olympia-Werbung hat die Vernunft gesiegt.

    Am 26. September wird der Deutsche Olympische Sportbund entscheiden, wer von den jetzt nur noch drei Bewerbern – München, Rhein-Ruhr-Region oder Berlin – den Zuschlag zur Bewerbung erhält. Diese Wahl sollte auch ohne Berlin stattfinden.

    Das NOlympia-Bündnis fordert den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner und den CDU-/SPD-Senat auf, keine weiteren Millionen mehr zu verbrennen und die Olympiabewerbung ebenfalls zurückzuziehen!

    Das Ergebnis gibt uns Berliner*innen Rückenwind. Die meisten Umfragen sowie unsere Erfahrungen beim Unterschriftensammeln für das NOlymia-Volksbegehren zeigen, dass Olympia in Berlin noch unbeliebter ist. Auch in Berlin fehlt damit die demokratische Grundlage, um Milliarden für einen einzelnen, umstrittenen Sportevent zu verschwenden. Der Senat sollte daraus die Konsequenzen ziehen und nicht abwarten, bis ein Volksentscheid in Berlin das gleiche Ergebnis wie in Hamburg bringt.

    NOlympia Berlin sammelt Unterschriften für das Volksbegehren: 
    »Für Berlin – gegen Olympia. Wir sagen Nein zu einer Bewerbung um Olympische Spiele in den Jahren 2036, 2040 und 2044!« 
    Unterschriftsliste zum Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens:
    Herunterladen – handschriftlich und gut lesbar ausfüllen – das Originaldokument per Post in einem frankierten Brief an die Trägerin des Volksbegehrens senden:
    NaturFreunde Berlin e.V.
    Paretzer Str. 7
    10713 Berlin
  • NOlympia Hamburg: Oops, we did it again: Deutliche Mehrheit gegen Olympia!

    Mit einer deutlichen Mehrheit von rund 55% haben die Hamburger*innen gegen eine Hamburger Bewerbung Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 und 2044 gestimmt. Mit 50% hatte Hamburg im nationalen Vergleich gegenüber München (42%) und NRW (33%) die mit Abstand höchsten Wahlbeteiligung.

    Dazu Eckart Maudrich, Sprecher von NOlympia Hamburg: »Mit dem zweiten Nein hat Hamburg ein Zeichen für Fairplay und Teamgeist bei den Spielregeln der Olympischen Spiele gestimmt. Dieses Ergebnis zeigt: Die Hamburger*innen lieben ihre Stadt und lassen sich nicht von einer Millionen Euro teuren Werbekampagne hinter die Fichte führen. Die Versprechungen des Senats waren zu unglaubwürdig: Olympia als Heilserzählung für alles, was der Senat nicht auf die Reihe bekommt, eine magische Geldquelle für Hamburgs Bauprojekte beim Bund und auf einmal ›stabile Mieten‹, obwohl Olympia ein Mietentreiber ist. Unglaubwürdig war auch das Finanzkonzept, bei dem die milliardenschweren Kosten für Sicherheit und den Bau eines Leichtathletikstadions einfach weggelassen wurden. Dieses Votum sollte der Hamburger Politik eine Lehre sein: Die Menschen in der Stadt wollen kein weiteres Leuchtturmprojekt. Die Hamburger*innen wollen bezahlbare Mieten, gut ausfinanzierte soziale Einrichtungen, Sportplätze, Universitäten und Schulen und sie wollen nicht, dass Grundrechte wie Barrierefreiheit von einem Megaevent wie Olympia abhängig gemacht werden. Diese Probleme muss der Hamburger Senat jetzt angehen. Wir stehen für Gespräche über Hamburgs Zukunft zur Verfügung.«

    Zur Pressemitteilung

    NOlympia Berlin gratuliert den Hamburger*innen zu diesem Ergebnis ganz herzlich!

    Olympia-Referendum 2026: https://www.wahlen-hamburg.de/Olympia-Referendum_2026/

    Interview mit »NOlympia«-Sprecher Maudrich: »Die Freude ist groß« (NDR)

     

     

  • Der Chaos Computer Club Hamburg sagt NEIN zu Olympia in Hamburg

    Der Senat Hamburgs möchte sich gerne mit unserer schönen Stadt als Austragungsort für die olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben1. Wir teilen die Meinung des Senats und der regierenden Fraktionen nicht, dass olympische Spiele in Hamburg unzählige und eindeutige Vorteile bringen würde. Ganz im Gegenteil! Bei der Austragung der letzten Spiele in Paris und auch davor haben wir gesehen, dass die Stadt zwar in aller Munde kommt, aber die Spiele selbst für die Menschen dort ein riesiger Kostenpunkt und massive Belastung sind23.
    Eine konkrete oder belastbare Planung zur Umsetzung der Sicherheit während der Spiele hat die Stadt noch nicht veröffentlicht, aber den bereits durchgesickerten Eckpunkten stehen wir sehr kritisch gegenüber. Das Konzept der Stadt sieht vor, die Spiele in das bestehende Stadtleben zu integrieren4. Dies würde bedeuten, dass in diversen Stadtteilen in den Wohnvierteln und Sportstätten vor der Haustür Sicherheitszonen eingerichtet werden. Sicherheitszonen bedeuten den massiven Ausbau von Überwachungskameras, wahrscheinlich mit undurchsichtiger und massenhafter KI-Auswertung jedes öffentlichen Verhaltens integriert in das komplette Stadtleben5.

    Wie der Senat die Zugangskontrolle in diesen Sicherheitszonen gestalten will ist auch noch unklar. Ob wir hier eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit für Menschen ohne Tickets mitsamt übergriffigen und dauerhaften Polizeikontrollen wie in Paris6 zu erwarten haben oder ob es hier eine digitale Version über irgendwelche hastig gebauten Apps erzwungen wird, können wir noch nicht sagen. Keines von beiden ist eine hinnehmbare Option.

    Ein weiterer Punkt für uns als stark queerer Verein, der von einem bunten Miteinander aller Arten von Menschen lebt, sind die trans*- und menschenfeindlichen Vorstellungen des IOC7. Das Organisationskommittee steht hier nicht für die moderne pluralistische Gesellschaft, die der Senat uns verkaufen will, sondern für ein rückwärtsgewanntes Weltbild, welches vor der Hetze rechter Mobs kuscht. Damit schadet das IOC nicht nur der queeren Community in Hamburg, sondern der Sicherheit und Selbstbestimmung aller Frauen8!

    Long story Short: Es gibt in Hamburg viel Potential und Möglichkeiten für positive Stadtgestaltung. Wir brauchen aber kein Prestigeprojekt Olympia, um eine bessere Realität zu schaffen.

    Veröffentlicht: 2026-05-23 20:00 letzte Änderung: 2026-05-24 22:28
  • Mehrheit der Bevölkerung sieht die Spiele als Belastung statt als Chance

    Daniel Böldt (Tagesspiegel):

    Am Donnerstag stimmt das Abgeordnetenhaus über die Berliner Olympia-Bewerbung ab, eine Mehrheit gilt als sicher. Eine neue Civey-Umfrage zeigt jedoch, dass die Berliner kritischer auf das Mega-Event blicken.
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  • André Zuschlag (taz): Infrastruktur kaum zu realisieren. Droht Hamburg 2036 Olympia auf der Baustelle? (18.5.26)

    Eigentlich will Hamburg Olympia noch nicht 2036 haben, sich aber dennoch dafür bewerben. Unklar ist, wie so schnell die Infrastruktur gebaut werden soll.
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  • »Man sollte sich die grundsätzliche Frage stellen, ob Olympia – auch in der Größe – noch in die heutige Zeit passt und ob die Welt nicht wirklich andere Sorgen hat.« (Hartmut Mehdorn)

    Tagesspiegel: Bewerbung für Olympia: Mehdorn sieht Berlins Expo- und Olympia-Pläne kritisch.
    Ex-Manager Hartmut Mehdorn äußert Zweifel an Olympia und Expo-Plänen für Berlin. Er fragt: Passen solche Großereignisse noch in die Zeit?
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  • JGO-Mat versus Olympi-O-Mat. Bündnis Jugend Gegen Olympia Hamburg erstellt eine Wahlentscheidungshilfe

    »Während der Olympi-O-Mat des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) stark suggestiv und intrasparent ist, versucht unser JGO-Mat objektiver zu sein. Außerdem ist es im Nachhinein möglich seine Antworten anzuschauen und zu korrigieren und Erklärungen für unsere Einschätzungen zu den Fragen einzusehen.«
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  • »Olympia wird veranstaltet von einer über Jahrzehnte kriminellen Organisation, die Allmacht und Steuerfreiheit verlangt« (Jan Kahlcke, taz)

    Hamburg braucht die Spiele nicht. Olympia ins Fernsehen!
    Olympia ist ein Kommerz-Monstrum, das nirgends stattfinden sollte. Schon gar nicht dort, wo es mit Erpressung und Trickserei durchgesetzt werden muss.
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  • Alexander Kraus (Bund der Steuerzahler Berlin): Bund der Steuerzahler Berlin erinnert an beispiellose Steuergeldverschwendung bei Bewerbung um Olympia 2000 ( 27.05.2025)

    »Der Bund der Steuerzahler Berlin nimmt die erneute Diskussion um eine Olympia-Bewerbung Berlins zum Anlass, an die beispiellose Verschwendung von Steuergeldern durch die damalige ›Olympia Berlin 2000 GmbH‹ zu erinnern. ›Es darf diesmal der Regierung nicht wieder so leicht gemacht werden, zusammen mit den beteiligten Wirtschaftsunternehmen die Staatskasse zu plündern‹, sagte der Berliner Vorsitzende des Steuerzahlerbundes, Alexander Kraus.

    In diesem Zusammenhang erinnerte Kraus, an den ›Bericht über die Prüfung der Vergabe von Zuwendungen durch die Senatskanzlei an die Olympia Berlin 2000 Gesellschaft zur Vorbereitung der Olympischen Spiele mbH in den Haushaltsjahren 1991 bis 1993 sowie die Prüfung der Betätigung Berlins bei diesem Unternehmen‹ des Rechnungshofes von Berlin vom 22. August 1996.

    Nach dem 152 Seiten umfassenden Rechnungshofbericht hatte die Olympia GmbH in den Jahren 1991 bis 1993 Zuwendung aus Landes- und Bundesmitteln von insgesamt 54,8 Mio. DM erhalten. Kritisiert hatte der Rechnungshof auch, dass Vertragsunterlagen in großem Umfang fehlten, ihre Geschäftstätigkeit unsystematisch und äußerst lückenhaft dokumentiert war und unangemessen hohe Personal- und Honorarausgaben geleistet worden waren. Die damals vertraglich vorgeschriebene Einhaltung der Verdingungsordnung für Leistungen sei von der Olympia GmbH durchweg missachtet und Millionenaufträge sogar mündlich erteilt worden. Im Übrigen habe der Geschäftsführer Unterlagen im Reißwolf vernichten lassen. Der vollständige Bericht war vertraulich. Dem Bund der Steuerzahler liegen allerdings die zusammenfassenden Bemerkungen vor.

    Die Reißwolf-Affäre war im September 1996 im Abgeordnetenhaus vom damaligen Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen mit den Worten abgetan worden: ›Berlin ist kein finanzieller Schaden entstanden. Allein aus dem Fehlen schriftlicher Belege kann kein Vorwurf von Verschwendung abgeleitet werden.‹

    Kraus forderte für den Fall einer Olympia-Bewerbung ein Höchstmaß an Transparenz, umfangreiche Prüfungsrechte des Rechnungshofes auch für privatrechtliche Bewerbungsunternehmen und die absolute Einhaltung von haushaltsrechtlichen Vorschriften.«